Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Stieve, Gottfried: Europäisches Hoff-Ceremoniel. Leipzig, 1715.

Bild:
<< vorherige Seite

Vorbericht.
Licht gegeben. Alleine keiner unter beyden, hat die
Materie nach ihrem Fundament; sondern der ei-
ne, selbige nur wie sie von aussen scheinet, (nemlich
blosse Facta) vorgestellet: Der andere aber hat in
VI. Tomis, mehr eine Historiam universalem,
als ein Ceremoniel geschrieben. Nach und nebst
diesen zweyen Scribenten ist, so viel als mir wis-
sende, in dieser Materia Ceremoniali, in Forma
eines Compendii nichts mehreres durch öffent-
lichen Druck zum Vorschein: mir aber unterdes-
sen Gelegenheit vorkommen, meiner nunmehro
habenden Profession gemäß, einigen von Adel
und höheren Standes, und zwar auf derer Spe-
cial-
Begehren, Unterricht zu ertheilen: Was doch
die Praerogativa und das Ceremoniel, für eine
Beschaffenheit, Fundament, und Nutzen habe:
denen ich nach dem Maaß meiner wenigen Wis-
senschafft, ein Genügen zu thun, nicht anstehen kön-
nen: sondern ihnen ein Collegium privatissi-
mum
darüber gehalten, und gegenwärtiges Sy-
stema,
jedoch in einer viel kürtzeren Form als sel-
biges nun ist, zu einem Fundament gebrauchet.
Selbiges ist bey drey Jahren her, als ein Manu-
script
im Verborgenen geblieben, und weiter nie-
manden, als meinen Herren Auditoribus be-
kandt gemacht, und communiciret worden.
Nach dem ich aber die Sehnsucht einiger, (und
wenn mir auch gleich diese nicht wäre bekandt
worden) dennoch den Nutzen, welchen sich einer

oder
)( 4

Vorbericht.
Licht gegeben. Alleine keiner unter beyden, hat die
Materie nach ihrem Fundament; ſondern der ei-
ne, ſelbige nur wie ſie von auſſen ſcheinet, (nemlich
bloſſe Facta) vorgeſtellet: Der andere aber hat in
VI. Tomis, mehr eine Hiſtoriam univerſalem,
als ein Ceremoniel geſchrieben. Nach und nebſt
dieſen zweyen Scribenten iſt, ſo viel als mir wiſ-
ſende, in dieſer Materia Ceremoniali, in Forma
eines Compendii nichts mehreres durch oͤffent-
lichen Druck zum Vorſchein: mir aber unterdeſ-
ſen Gelegenheit vorkommen, meiner nunmehro
habenden Profeſſion gemaͤß, einigen von Adel
und hoͤheren Standes, und zwar auf derer Spe-
cial-
Begehren, Unterricht zu ertheilen: Was doch
die Prærogativa und das Ceremoniel, fuͤr eine
Beſchaffenheit, Fundament, und Nutzen habe:
denen ich nach dem Maaß meiner wenigen Wiſ-
ſenſchafft, ein Genuͤgen zu thun, nicht anſtehen koͤn-
nen: ſondern ihnen ein Collegium privatiſſi-
mum
daruͤber gehalten, und gegenwaͤrtiges Sy-
ſtema,
jedoch in einer viel kuͤrtzeren Form als ſel-
biges nun iſt, zu einem Fundament gebrauchet.
Selbiges iſt bey drey Jahren her, als ein Manu-
ſcript
im Verborgenen geblieben, und weiter nie-
manden, als meinen Herren Auditoribus be-
kandt gemacht, und communiciret worden.
Nach dem ich aber die Sehnſucht einiger, (und
wenn mir auch gleich dieſe nicht waͤre bekandt
worden) dennoch den Nutzen, welchen ſich einer

oder
)( 4
<TEI>
  <text>
    <front>
      <div type="preface" n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0011"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Vorbericht.</hi></fw><lb/>
Licht gegeben. Alleine keiner unter beyden, hat die<lb/>
Materie nach ihrem <hi rendition="#aq">Fundament;</hi> &#x017F;ondern der ei-<lb/>
ne, &#x017F;elbige nur wie &#x017F;ie von au&#x017F;&#x017F;en &#x017F;cheinet, (nemlich<lb/>
blo&#x017F;&#x017F;e <hi rendition="#aq">Facta</hi>) vorge&#x017F;tellet: Der andere aber hat in<lb/><hi rendition="#aq">VI. Tomis,</hi> mehr eine <hi rendition="#aq">Hi&#x017F;toriam univer&#x017F;alem,</hi><lb/>
als ein Ceremoniel ge&#x017F;chrieben. Nach und neb&#x017F;t<lb/>
die&#x017F;en zweyen <hi rendition="#aq">Scriben</hi>ten i&#x017F;t, &#x017F;o viel als mir wi&#x017F;-<lb/>
&#x017F;ende, in die&#x017F;er <hi rendition="#aq">Materia Ceremoniali,</hi> in <hi rendition="#aq">Forma</hi><lb/>
eines <hi rendition="#aq">Compendii</hi> nichts mehreres durch o&#x0364;ffent-<lb/>
lichen Druck zum Vor&#x017F;chein: mir aber unterde&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en Gelegenheit vorkommen, meiner nunmehro<lb/>
habenden <hi rendition="#aq">Profe&#x017F;&#x017F;i</hi>on gema&#x0364;ß, einigen von Adel<lb/>
und ho&#x0364;heren Standes, und zwar auf derer <hi rendition="#aq">Spe-<lb/>
cial-</hi>Begehren, Unterricht zu ertheilen: Was doch<lb/>
die <hi rendition="#aq">Prærogativa</hi> und das Ceremoniel, fu&#x0364;r eine<lb/>
Be&#x017F;chaffenheit, <hi rendition="#aq">Fundament,</hi> und Nutzen habe:<lb/>
denen ich nach dem Maaß meiner wenigen Wi&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en&#x017F;chafft, ein Genu&#x0364;gen zu thun, nicht an&#x017F;tehen ko&#x0364;n-<lb/>
nen: &#x017F;ondern ihnen ein <hi rendition="#aq">Collegium privati&#x017F;&#x017F;i-<lb/>
mum</hi> daru&#x0364;ber gehalten, und gegenwa&#x0364;rtiges <hi rendition="#aq">Sy-<lb/>
&#x017F;tema,</hi> jedoch in einer viel ku&#x0364;rtzeren <hi rendition="#aq">Form</hi> als &#x017F;el-<lb/>
biges nun i&#x017F;t, zu einem <hi rendition="#aq">Fundament</hi> gebrauchet.<lb/>
Selbiges i&#x017F;t bey drey Jahren her, als ein <hi rendition="#aq">Manu-<lb/>
&#x017F;cript</hi> im Verborgenen geblieben, und weiter nie-<lb/>
manden, als meinen Herren <hi rendition="#aq">Auditoribus</hi> be-<lb/>
kandt gemacht, und <hi rendition="#aq">communici</hi>ret worden.<lb/>
Nach dem ich aber die Sehn&#x017F;ucht einiger, (und<lb/>
wenn mir auch gleich die&#x017F;e nicht wa&#x0364;re bekandt<lb/>
worden) dennoch den Nutzen, welchen &#x017F;ich einer<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">)( 4</fw><fw place="bottom" type="catch">oder</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </front>
  </text>
</TEI>
[0011] Vorbericht. Licht gegeben. Alleine keiner unter beyden, hat die Materie nach ihrem Fundament; ſondern der ei- ne, ſelbige nur wie ſie von auſſen ſcheinet, (nemlich bloſſe Facta) vorgeſtellet: Der andere aber hat in VI. Tomis, mehr eine Hiſtoriam univerſalem, als ein Ceremoniel geſchrieben. Nach und nebſt dieſen zweyen Scribenten iſt, ſo viel als mir wiſ- ſende, in dieſer Materia Ceremoniali, in Forma eines Compendii nichts mehreres durch oͤffent- lichen Druck zum Vorſchein: mir aber unterdeſ- ſen Gelegenheit vorkommen, meiner nunmehro habenden Profeſſion gemaͤß, einigen von Adel und hoͤheren Standes, und zwar auf derer Spe- cial-Begehren, Unterricht zu ertheilen: Was doch die Prærogativa und das Ceremoniel, fuͤr eine Beſchaffenheit, Fundament, und Nutzen habe: denen ich nach dem Maaß meiner wenigen Wiſ- ſenſchafft, ein Genuͤgen zu thun, nicht anſtehen koͤn- nen: ſondern ihnen ein Collegium privatiſſi- mum daruͤber gehalten, und gegenwaͤrtiges Sy- ſtema, jedoch in einer viel kuͤrtzeren Form als ſel- biges nun iſt, zu einem Fundament gebrauchet. Selbiges iſt bey drey Jahren her, als ein Manu- ſcript im Verborgenen geblieben, und weiter nie- manden, als meinen Herren Auditoribus be- kandt gemacht, und communiciret worden. Nach dem ich aber die Sehnſucht einiger, (und wenn mir auch gleich dieſe nicht waͤre bekandt worden) dennoch den Nutzen, welchen ſich einer oder )( 4

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/stieve_hoffceremoniel_1715
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/stieve_hoffceremoniel_1715/11
Zitationshilfe: Stieve, Gottfried: Europäisches Hoff-Ceremoniel. Leipzig, 1715, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/stieve_hoffceremoniel_1715/11>, abgerufen am 17.05.2021.