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Treviranus, Gottfried Reinhold: Biologie, oder Philosophie der lebenden Natur für Naturforscher und Ärzte. Bd. 2. Göttingen, 1803.

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Insel an. Aber alle Umstände lassen vermuthen,
dass er ursprünglich nur in Ostindien zu Hause
gehört, und von da blos durch Menschenhände
weiter verpflanzt ist (o).

Weder die physische, noch die geographische
Verbreitung der Pflanzen steht mit den beständigern
Charakteren dieser Organismen in enger Verbin-
dung. Von der geographischen Verbreitung wird
die Richtigkeit dieses Satzes weiter unten erhellen.
Um uns von der Wahrheit desselben in Betreff der
physischen Verbreitung zu überzeugen, dürfen wir
nur einen Blick auf irgend ein artenreiches Ge-
schlecht, z. B. auf das der Ranunkeln, werfen. Wir
treffen in diesem einige Arten an, die blos in der
Alpenregion wachsen, z. B. den Ranunculus pyre-
naeus, parnassifolius, Thora, glacialis, nivalis,
montanus u. s. w. Es giebt andere, die nur auf
den Wiesen der Ebenen gedeihen, wie der R. bul-
bosus, Philonotis, polyanthemos, acris u. s. w.
Noch andere trifft man blos an sumpfigten Oertern
an, so den R. flammula und lingua. Der R. flu-
viatilis kömmt blos in fliessendem Wasser fort, und
der R. salsuginosus wird nur in den Siberischen
Salzsteppen gefunden.

Doch nicht blos verschiedene Arten von einer-
ley Geschlechte, sondern auch eine und dieselbe

Pflan-
(o) G. Forster's kleine Schriften. Th. 1. S. 399. ff.
II. Bd. C

Insel an. Aber alle Umstände lassen vermuthen,
daſs er ursprünglich nur in Ostindien zu Hause
gehört, und von da blos durch Menschenhände
weiter verpflanzt ist (o).

Weder die physische, noch die geographische
Verbreitung der Pflanzen steht mit den beständigern
Charakteren dieser Organismen in enger Verbin-
dung. Von der geographischen Verbreitung wird
die Richtigkeit dieses Satzes weiter unten erhellen.
Um uns von der Wahrheit desselben in Betreff der
physischen Verbreitung zu überzeugen, dürfen wir
nur einen Blick auf irgend ein artenreiches Ge-
schlecht, z. B. auf das der Ranunkeln, werfen. Wir
treffen in diesem einige Arten an, die blos in der
Alpenregion wachsen, z. B. den Ranunculus pyre-
naeus, parnassifolius, Thora, glacialis, nivalis,
montanus u. s. w. Es giebt andere, die nur auf
den Wiesen der Ebenen gedeihen, wie der R. bul-
bosus, Philonotis, polyanthemos, acris u. s. w.
Noch andere trifft man blos an sumpfigten Oertern
an, so den R. flammula und lingua. Der R. flu-
viatilis kömmt blos in fliessendem Wasser fort, und
der R. salsuginosus wird nur in den Siberischen
Salzsteppen gefunden.

Doch nicht blos verschiedene Arten von einer-
ley Geschlechte, sondern auch eine und dieselbe

Pflan-
(o) G. Forster’s kleine Schriften. Th. 1. S. 399. ff.
II. Bd. C
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[33/0043] Insel an. Aber alle Umstände lassen vermuthen, daſs er ursprünglich nur in Ostindien zu Hause gehört, und von da blos durch Menschenhände weiter verpflanzt ist (o). Weder die physische, noch die geographische Verbreitung der Pflanzen steht mit den beständigern Charakteren dieser Organismen in enger Verbin- dung. Von der geographischen Verbreitung wird die Richtigkeit dieses Satzes weiter unten erhellen. Um uns von der Wahrheit desselben in Betreff der physischen Verbreitung zu überzeugen, dürfen wir nur einen Blick auf irgend ein artenreiches Ge- schlecht, z. B. auf das der Ranunkeln, werfen. Wir treffen in diesem einige Arten an, die blos in der Alpenregion wachsen, z. B. den Ranunculus pyre- naeus, parnassifolius, Thora, glacialis, nivalis, montanus u. s. w. Es giebt andere, die nur auf den Wiesen der Ebenen gedeihen, wie der R. bul- bosus, Philonotis, polyanthemos, acris u. s. w. Noch andere trifft man blos an sumpfigten Oertern an, so den R. flammula und lingua. Der R. flu- viatilis kömmt blos in fliessendem Wasser fort, und der R. salsuginosus wird nur in den Siberischen Salzsteppen gefunden. Doch nicht blos verschiedene Arten von einer- ley Geschlechte, sondern auch eine und dieselbe Pflan- (o) G. Forster’s kleine Schriften. Th. 1. S. 399. ff. II. Bd. C

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Zitationshilfe: Treviranus, Gottfried Reinhold: Biologie, oder Philosophie der lebenden Natur für Naturforscher und Ärzte. Bd. 2. Göttingen, 1803, S. 33. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/treviranus_biologie02_1803/43>, abgerufen am 12.05.2021.