sandten der Versamlung nichts weiter erhalten konten: Diese hatten die Absicht erreichet, daß die Bömen sich theils vor der gänzligen Bewilligung ihrer Forderungen unterworfen, theils einander geschwächet und aufgerieben hatten; daher sich nun alles geben muste und an keine weitere Bewilligungen zugedenken war. Der Kaiser begab sich nach Ungern: in Bömen aber wurde 1435 auf1435 dem Landtage zu Prag Rokyzan zum Erzbischofe bestimmet und beschloßen dem Kaiser, der mit Geschenken sich Freunde machte, das Reich anzutragen, wen er die vier Bedingungen bestätigen wolte: es wurde deswegen eine Gesandschaft nach Stulweißenburg in Ungern an ihn abgesertiget; er bewilligte die Bedingungen nach der Basler Erklärung. Zu Iglau in Mären ward endlig ein völliger Vergleich den 5 Jul. 1436 geschloßen und1436 noch dieses zugestanden: daß die Besizer vormaliger Kirchengüter solche solange behalten solten, bis ihnen dafür das Geld erleget würde, daß die Abgesonderten nicht solten wieder eingefüret werden, daß Rokyzan Erzbischof sein solte, und auf diese Weise solten und wolten die Bömen dem Kaiser und Papste gehorchen; Die Taboriten solten ihren bisherigen Gottesdienst noch fünf Jahre lang unverändert behalten aber järlig dafür eine Steuer erlegen. Rokyzan und vier
sandten der Versamlung nichts weiter erhalten konten: Diese hatten die Absicht erreichet, daß die Bömen sich theils vor der gänzligen Bewilligung ihrer Forderungen unterworfen, theils einander geschwächet und aufgerieben hatten; daher sich nun alles geben muste und an keine weitere Bewilligungen zugedenken war. Der Kaiser begab sich nach Ungern: in Bömen aber wurde 1435 auf1435 dem Landtage zu Prag Rokyzan zum Erzbischofe bestimmet und beschloßen dem Kaiser, der mit Geschenken sich Freunde machte, das Reich anzutragen, wen er die vier Bedingungen bestätigen wolte: es wurde deswegen eine Gesandschaft nach Stulweißenburg in Ungern an ihn abgesertiget; er bewilligte die Bedingungen nach der Basler Erklärung. Zu Iglau in Mären ward endlig ein völliger Vergleich den 5 Jul. 1436 geschloßen und1436 noch dieses zugestanden: daß die Besizer vormaliger Kirchengüter solche solange behalten solten, bis ihnen dafür das Geld erleget würde, daß die Abgesonderten nicht solten wieder eingefüret werden, daß Rokyzan Erzbischof sein solte, und auf diese Weise solten und wolten die Bömen dem Kaiser und Papste gehorchen; Die Taboriten solten ihren bisherigen Gottesdienst noch fünf Jahre lang unverändert behalten aber järlig dafür eine Steuer erlegen. Rokyzan und vier
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sandten der Versamlung nichts weiter erhalten konten: Diese hatten die Absicht erreichet, daß die Bömen sich theils vor der gänzligen Bewilligung ihrer Forderungen unterworfen, theils einander geschwächet und aufgerieben hatten; daher sich nun alles geben muste und an keine weitere Bewilligungen zugedenken war. Der Kaiser begab sich nach Ungern: in Bömen aber wurde 1435 auf<noteplace="right">1435</note> dem Landtage zu Prag Rokyzan zum Erzbischofe bestimmet und beschloßen dem Kaiser, der mit Geschenken sich Freunde machte, das Reich anzutragen, wen er die vier Bedingungen bestätigen wolte: es wurde deswegen eine Gesandschaft nach Stulweißenburg in Ungern an ihn abgesertiget; er bewilligte die Bedingungen nach der Basler Erklärung. Zu Iglau in Mären ward endlig ein völliger Vergleich den 5 Jul. 1436 geschloßen und<noteplace="right">1436</note> noch dieses zugestanden: daß die Besizer vormaliger Kirchengüter solche solange behalten solten, bis ihnen dafür das Geld erleget würde, daß die Abgesonderten nicht solten wieder eingefüret werden, daß Rokyzan Erzbischof sein solte, und auf diese Weise solten und wolten die Bömen dem Kaiser und Papste gehorchen; Die Taboriten solten ihren bisherigen Gottesdienst noch fünf Jahre lang unverändert behalten aber järlig dafür eine Steuer erlegen. Rokyzan und vier
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sandten der Versamlung nichts weiter erhalten konten: Diese hatten die Absicht erreichet, daß die Bömen sich theils vor der gänzligen Bewilligung ihrer Forderungen unterworfen, theils einander geschwächet und aufgerieben hatten; daher sich nun alles geben muste und an keine weitere Bewilligungen zugedenken war. Der Kaiser begab sich nach Ungern: in Bömen aber wurde 1435 auf dem Landtage zu Prag Rokyzan zum Erzbischofe bestimmet und beschloßen dem Kaiser, der mit Geschenken sich Freunde machte, das Reich anzutragen, wen er die vier Bedingungen bestätigen wolte: es wurde deswegen eine Gesandschaft nach Stulweißenburg in Ungern an ihn abgesertiget; er bewilligte die Bedingungen nach der Basler Erklärung. Zu Iglau in Mären ward endlig ein völliger Vergleich den 5 Jul. 1436 geschloßen und noch dieses zugestanden: daß die Besizer vormaliger Kirchengüter solche solange behalten solten, bis ihnen dafür das Geld erleget würde, daß die Abgesonderten nicht solten wieder eingefüret werden, daß Rokyzan Erzbischof sein solte, und auf diese Weise solten und wolten die Bömen dem Kaiser und Papste gehorchen; Die Taboriten solten ihren bisherigen Gottesdienst noch fünf Jahre lang unverändert behalten aber järlig dafür eine Steuer erlegen. Rokyzan und vier
1435
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Tönnies, Johann Heinrich: Auszug der Geschichte zur Erklärung der Offenbarung Johannis. Leipzig, 1776, S. 605. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/toennies_auszug_1776/617>, abgerufen am 22.11.2024.
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