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Santa Clara, Abraham a: Grammatica Religiosa, Oder Geistliche Tugend-Schul. Köln, 1699.

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DEDICATIO.
dictiner-Closter Montis Serrati, in welchem er die Erstlingen deß
Göttlichen Geistes empfangen/ selbige nachmahls durch die gantze
Welt/ zum höchsten Seelen-Nutzen/ und Vermehrung Göttlicher
Ehren hat außgebreitet. Billig erfreuet sich neben andern/ auch der
H. Cartheuser Orden/ der seine Heyl-bringende Satzungen auß die-
sem herrlichen Brunnen geschöpffet hat. Mir ist kein Zweiffel/ daß
sich Ew. Hoch-Ehrw. sampt ihren untergebenen geistlichen Töchtern
nicht ebenfals hertzinniglich werden erfreuen/ daß sie von einem so heiligen
Lehr - Meister auffgenommen/ und dessen so heylsame in aller dis-
cretion
und Vernunfft begründte/ auch zur Seeligkeit sicher be-
fürderliche Reguln/ Lehr- und Satzungen angenommen: ja diesen
ihren Vatter und Patriarchen/ höchstens werden loben und preisen/
daß vermttels seiner kräfftigen Vorbitt von so vielen hundert Jahren
hero diese seine geistliche Grammatic, sambt deren Reguln/ Lectio-
nen und Satzungen biß auff heutigen Tag in ihren löblichen dreyen
Cöllnischen Jungsern Clöstern so beständig unterhalten/ daß sie die er-
ste und vornehmste aller dieser Stadt Jungsern Clöstern in ihrem Eif-
fer verharrend/ andern zum folglichen Exempel verblieben seynd. Es
wärt zweiffels ohn diesem ihrem H. Orden und geistlichen Jungfern
ein so hochwerther/ und dem gantzen Ertz-Stifft höchst-ersprießlicher
Schatz/ der blütige Vrsulanische Acker mit so viel hundert H. H.
Cörporen und Reliquien so vieler König- und Fürstlicher Martyrer
nicht anvertraut/ noch diese mit so viel tausent Junafräulichem Bluth
befeuchte Wahlstatt zur ewigen Wohnstatt nicht übergeben worden/
wann nicht dieser gleichfals vesta[l]icher Jungfern unerlöschliche An-
dacht/ und bren-eifferiger GOttes-Dienst/ ihre aufferbauliche Tugen-
ten und Vollkommenheit/ und ihre damahlen allbekannte Heiligkeit
vor allen so wohl Manns- als Jungfern- Clöstern meritiret hätte.
Darumb meines erachtens nicht unfüglich Euch dreyen dieses H. Or-
dens Vorsteherinn- und Abtissinnen diese geistliche Grammatic dedi-

cire
):( 2

DEDICATIO.
dictiner-Cloſter Montis Serrati, in welchem er die Erſtlingen deß
Goͤttlichen Geiſtes empfangen/ ſelbige nachmahls durch die gantze
Welt/ zum hoͤchſten Seelen-Nutzen/ und Vermehrung Goͤttlicher
Ehren hat außgebreitet. Billig erfreuet ſich neben andern/ auch der
H. Cartheuſer Orden/ der ſeine Heyl-bringende Satzungen auß die-
ſem herrlichen Brunnen geſchoͤpffet hat. Mir iſt kein Zweiffel/ daß
ſich Ew. Hoch-Ehrw. ſampt ihren untergebenen geiſtlichen Toͤchtern
nicht ebenfals hertzinniglich werden erfreuen/ daß ſie von einem ſo heiligen
Lehr - Meiſter auffgenommen/ und deſſen ſo heylſame in aller diſ-
cretion
und Vernunfft begruͤndte/ auch zur Seeligkeit ſicher be-
fuͤrderliche Reguln/ Lehr- und Satzungen angenommen: ja dieſen
ihren Vatter und Patriarchen/ hoͤchſtens werden loben und preiſen/
daß vermttels ſeiner kraͤfftigen Vorbitt von ſo vielen hundert Jahren
hero dieſe ſeine geiſtliche Grammatic, ſambt deren Reguln/ Lectio-
nen und Satzungen biß auff heutigen Tag in ihren loͤblichen dreyen
Coͤllniſchen Jungſern Cloͤſtern ſo beſtaͤndig unterhalten/ daß ſie die er-
ſte und vornehmſte aller dieſer Stadt Jungſern Cloͤſtern in ihrem Eif-
fer verharrend/ andern zum folglichen Exempel verblieben ſeynd. Es
waͤrt zweiffels ohn dieſem ihrem H. Orden und geiſtlichen Jungfern
ein ſo hochwerther/ und dem gantzen Ertz-Stifft hoͤchſt-erſprießlicher
Schatz/ der bluͤtige Vrſulaniſche Acker mit ſo viel hundert H. H.
Coͤrporen und Reliquien ſo vieler Koͤnig- und Fuͤrſtlicher Martyrer
nicht anvertraut/ noch dieſe mit ſo viel tauſent Junafraͤulichem Bluth
befeuchte Wahlſtatt zur ewigen Wohnſtatt nicht uͤbergeben worden/
wann nicht dieſer gleichfals veſta[l]icher Jungfern unerloͤſchliche An-
dacht/ und bren-eifferiger GOttes-Dienſt/ ihre aufferbauliche Tugen-
ten und Vollkommenheit/ und ihre damahlen allbekannte Heiligkeit
vor allen ſo wohl Manns- als Jungfern- Cloͤſtern meritiret haͤtte.
Darumb meines erachtens nicht unfuͤglich Euch dreyen dieſes H. Or-
dens Vorſteherinn- und Abtiſſinnen dieſe geiſtliche Grammatic dedi-

cire
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[0015] DEDICATIO. dictiner-Cloſter Montis Serrati, in welchem er die Erſtlingen deß Goͤttlichen Geiſtes empfangen/ ſelbige nachmahls durch die gantze Welt/ zum hoͤchſten Seelen-Nutzen/ und Vermehrung Goͤttlicher Ehren hat außgebreitet. Billig erfreuet ſich neben andern/ auch der H. Cartheuſer Orden/ der ſeine Heyl-bringende Satzungen auß die- ſem herrlichen Brunnen geſchoͤpffet hat. Mir iſt kein Zweiffel/ daß ſich Ew. Hoch-Ehrw. ſampt ihren untergebenen geiſtlichen Toͤchtern nicht ebenfals hertzinniglich werden erfreuen/ daß ſie von einem ſo heiligen Lehr - Meiſter auffgenommen/ und deſſen ſo heylſame in aller diſ- cretion und Vernunfft begruͤndte/ auch zur Seeligkeit ſicher be- fuͤrderliche Reguln/ Lehr- und Satzungen angenommen: ja dieſen ihren Vatter und Patriarchen/ hoͤchſtens werden loben und preiſen/ daß vermttels ſeiner kraͤfftigen Vorbitt von ſo vielen hundert Jahren hero dieſe ſeine geiſtliche Grammatic, ſambt deren Reguln/ Lectio- nen und Satzungen biß auff heutigen Tag in ihren loͤblichen dreyen Coͤllniſchen Jungſern Cloͤſtern ſo beſtaͤndig unterhalten/ daß ſie die er- ſte und vornehmſte aller dieſer Stadt Jungſern Cloͤſtern in ihrem Eif- fer verharrend/ andern zum folglichen Exempel verblieben ſeynd. Es waͤrt zweiffels ohn dieſem ihrem H. Orden und geiſtlichen Jungfern ein ſo hochwerther/ und dem gantzen Ertz-Stifft hoͤchſt-erſprießlicher Schatz/ der bluͤtige Vrſulaniſche Acker mit ſo viel hundert H. H. Coͤrporen und Reliquien ſo vieler Koͤnig- und Fuͤrſtlicher Martyrer nicht anvertraut/ noch dieſe mit ſo viel tauſent Junafraͤulichem Bluth befeuchte Wahlſtatt zur ewigen Wohnſtatt nicht uͤbergeben worden/ wann nicht dieſer gleichfals veſtalicher Jungfern unerloͤſchliche An- dacht/ und bren-eifferiger GOttes-Dienſt/ ihre aufferbauliche Tugen- ten und Vollkommenheit/ und ihre damahlen allbekannte Heiligkeit vor allen ſo wohl Manns- als Jungfern- Cloͤſtern meritiret haͤtte. Darumb meines erachtens nicht unfuͤglich Euch dreyen dieſes H. Or- dens Vorſteherinn- und Abtiſſinnen dieſe geiſtliche Grammatic dedi- cire ):( 2

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Zitationshilfe: Santa Clara, Abraham a: Grammatica Religiosa, Oder Geistliche Tugend-Schul. Köln, 1699, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/santaclara_grammatica_1699/15>, abgerufen am 10.05.2021.