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Clara, Abraham a Sancta: Judas Der Ertz-Schelm. Bd. 4. Salzburg, 1695.

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ob schon das äusserliche Werck nicht übel geschienen.
den Heiligen Franciscum beherbergt? Jn dem Florentiner Ge-
bieth ist noch auf den heuntigen Tag ein Geschloß zu sehen/
welches den Namen hat Montaut, und ein Wohnung ist einer
Hoch-Adelichen Familiae. So offt jemand aus besagtem Ge-
schlecht stirbt/ da erscheinet allemahl ein geraume Zeit vorher
ober dem Geschloß ein sichtbare Flammen in dem Lufft/ mit
diesem Unterschied; wann besagte Flammen groß ist/ so be-
deut es gewachsene und alte Leuth/ da sie aber klein hersicht/ da
bedeut es kleine Kinder/ kan also solcher Gestalten ein jedes
aus diesem Adelichen Haus sich wol zum Tod bereiten/ welches
ein absonderliche Gnad vom Himmel/ und hat solche durch
seine grosse Vorbitt zu wegen gebracht der Heilige Franciscus
von Assis, umb weil er etlich mahl in offtbenanntem GeschloßPetra
Sanct.
c.
27.

die Herberg gehabt/ und mit aller möglichster Lieb gehalten
worden. Mein Heiliger Vatter Augustinus hat durch die
Gutthaten/ die er allen Frembden durch das Herbergen erwie-
sen/ die großmächtige Gnad erhalten/ daß GOTTES
Sohn und der Welt Heyland selbst in Gestalt eines armen Pil-
grams bey ihme die Einkehr genommen/ und von ihme lassen dieIn vita.
Füß waschen.

Der Heilige Franciscus de Paula, der Heilige Ivo, der
Heilige Gregorius Magnus, der Heilige Leo, die Heilige Eli-
sabeth
aus Ungarn/ und unzahlbare mehr haben von GOTT
ein absonderliche Vergeltung bekommen/ weil sie die Frembde
beherberget/ und was Zachaeus Christo dem HErrn gethan/
wie er ihne in sein Haus aufgenommen/ was Martha dem Hey-
land erwiesen/ wie sie ihn in ihrer Behausung tractirt/ was die
zwey Jünger dem Seeligmacher erzeigt/ wie sie denselben in
die Herberg hinein gezogen/ das thut ein jeder/ welcher die
Frembdling/ und forderist arme Geistliche beherberget/ und mit
Lieb aufnimmt.

Der Heilige Bischoff Fortunatus hat auf ein Zeit den bö-
sen Geist aus einer besessenen Persohn vertrieben/ welches die
höllische Larven in allweg verdrossen/ auch allerseits gesucht/

wie
Pars IV. Z

ob ſchon das aͤuſſerliche Werck nicht uͤbel geſchienen.
den Heiligen Franciſcum beherbergt? Jn dem Florentiner Ge-
bieth iſt noch auf den heuntigen Tag ein Geſchloß zu ſehen/
welches den Namen hat Montaut, und ein Wohnung iſt einer
Hoch-Adelichen Familiæ. So offt jemand aus beſagtem Ge-
ſchlecht ſtirbt/ da erſcheinet allemahl ein geraume Zeit vorher
ober dem Geſchloß ein ſichtbare Flammen in dem Lufft/ mit
dieſem Unterſchied; wann beſagte Flammen groß iſt/ ſo be-
deut es gewachſene und alte Leuth/ da ſie aber klein herſicht/ da
bedeut es kleine Kinder/ kan alſo ſolcher Geſtalten ein jedes
aus dieſem Adelichen Haus ſich wol zum Tod bereiten/ welches
ein abſonderliche Gnad vom Himmel/ und hat ſolche durch
ſeine groſſe Vorbitt zu wegen gebracht der Heilige Franciſcus
von Aſſis, umb weil er etlich mahl in offtbenanntem GeſchloßPetra
Sanct.
c.
27.

die Herberg gehabt/ und mit aller moͤglichſter Lieb gehalten
worden. Mein Heiliger Vatter Auguſtinus hat durch die
Gutthaten/ die er allen Frembden durch das Herbergen erwie-
ſen/ die großmaͤchtige Gnad erhalten/ daß GOTTES
Sohn und der Welt Heyland ſelbſt in Geſtalt eines armen Pil-
grams bey ihme die Einkehr genommen/ und von ihme laſſen dieIn vita.
Fuͤß waſchen.

Der Heilige Franciſcus de Paula, der Heilige Ivo, der
Heilige Gregorius Magnus, der Heilige Leo, die Heilige Eli-
ſabeth
aus Ungarn/ und unzahlbare mehr haben von GOTT
ein abſonderliche Vergeltung bekommen/ weil ſie die Frembde
beherberget/ und was Zachæus Chriſto dem HErrn gethan/
wie er ihne in ſein Haus aufgenommen/ was Martha dem Hey-
land erwieſen/ wie ſie ihn in ihrer Behauſung tractirt/ was die
zwey Juͤnger dem Seeligmacher erzeigt/ wie ſie denſelben in
die Herberg hinein gezogen/ das thut ein jeder/ welcher die
Frembdling/ und forderiſt arme Geiſtliche beherberget/ und mit
Lieb aufnimmt.

Der Heilige Biſchoff Fortunatus hat auf ein Zeit den boͤ-
ſen Geiſt aus einer beſeſſenen Perſohn vertrieben/ welches die
hoͤlliſche Larven in allweg verdroſſen/ auch allerſeits geſucht/

wie
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[177/0189] ob ſchon das aͤuſſerliche Werck nicht uͤbel geſchienen. den Heiligen Franciſcum beherbergt? Jn dem Florentiner Ge- bieth iſt noch auf den heuntigen Tag ein Geſchloß zu ſehen/ welches den Namen hat Montaut, und ein Wohnung iſt einer Hoch-Adelichen Familiæ. So offt jemand aus beſagtem Ge- ſchlecht ſtirbt/ da erſcheinet allemahl ein geraume Zeit vorher ober dem Geſchloß ein ſichtbare Flammen in dem Lufft/ mit dieſem Unterſchied; wann beſagte Flammen groß iſt/ ſo be- deut es gewachſene und alte Leuth/ da ſie aber klein herſicht/ da bedeut es kleine Kinder/ kan alſo ſolcher Geſtalten ein jedes aus dieſem Adelichen Haus ſich wol zum Tod bereiten/ welches ein abſonderliche Gnad vom Himmel/ und hat ſolche durch ſeine groſſe Vorbitt zu wegen gebracht der Heilige Franciſcus von Aſſis, umb weil er etlich mahl in offtbenanntem Geſchloß die Herberg gehabt/ und mit aller moͤglichſter Lieb gehalten worden. Mein Heiliger Vatter Auguſtinus hat durch die Gutthaten/ die er allen Frembden durch das Herbergen erwie- ſen/ die großmaͤchtige Gnad erhalten/ daß GOTTES Sohn und der Welt Heyland ſelbſt in Geſtalt eines armen Pil- grams bey ihme die Einkehr genommen/ und von ihme laſſen die Fuͤß waſchen. Petra Sanct. c. 27. In vita. Der Heilige Franciſcus de Paula, der Heilige Ivo, der Heilige Gregorius Magnus, der Heilige Leo, die Heilige Eli- ſabeth aus Ungarn/ und unzahlbare mehr haben von GOTT ein abſonderliche Vergeltung bekommen/ weil ſie die Frembde beherberget/ und was Zachæus Chriſto dem HErrn gethan/ wie er ihne in ſein Haus aufgenommen/ was Martha dem Hey- land erwieſen/ wie ſie ihn in ihrer Behauſung tractirt/ was die zwey Juͤnger dem Seeligmacher erzeigt/ wie ſie denſelben in die Herberg hinein gezogen/ das thut ein jeder/ welcher die Frembdling/ und forderiſt arme Geiſtliche beherberget/ und mit Lieb aufnimmt. Der Heilige Biſchoff Fortunatus hat auf ein Zeit den boͤ- ſen Geiſt aus einer beſeſſenen Perſohn vertrieben/ welches die hoͤlliſche Larven in allweg verdroſſen/ auch allerſeits geſucht/ wie Pars IV. Z

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Zitationshilfe: Clara, Abraham a Sancta: Judas Der Ertz-Schelm. Bd. 4. Salzburg, 1695, S. 177. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/santa_judas04_1695/189>, abgerufen am 16.05.2021.