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Rilke, Rainer Maria: Advent. Leipzig, 1898.

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Gustav Falke.
Warst Du ein Kind in froher Schaar,
Dann kannst Dus freilich nicht erfassen
Wie es mir kam, den Tag zu hassen
Als ewig feindliche Gefahr.
Ich war so fremd und so verlassen,
Dass ich nur tief in blütenblassen
Mainächten heimlich selig war.
Am Tag trug ich den engen Ring
Der feigen Pflicht in frommer Weise.
Doch abends schlich ich aus dem Kreise,
Mein kleines Fenster klirrte - kling -
Sie wussten's nicht. Ein Schmetterling,
Nahm meine Sehnsucht ihre Reise,
Weil sie die weiten Sterne leise
Nach ihrer Heimat fragen ging.


Gustav Falke.
Warst Du ein Kind in froher Schaar,
Dann kannst Dus freilich nicht erfassen
Wie es mir kam, den Tag zu hassen
Als ewig feindliche Gefahr.
Ich war so fremd und so verlassen,
Dass ich nur tief in blütenblassen
Mainächten heimlich selig war.
Am Tag trug ich den engen Ring
Der feigen Pflicht in frommer Weise.
Doch abends schlich ich aus dem Kreise,
Mein kleines Fenster klirrte – kling –
Sie wussten’s nicht. Ein Schmetterling,
Nahm meine Sehnsucht ihre Reise,
Weil sie die weiten Sterne leise
Nach ihrer Heimat fragen ging.


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[13/0013] Gustav Falke. Warst Du ein Kind in froher Schaar, Dann kannst Dus freilich nicht erfassen Wie es mir kam, den Tag zu hassen Als ewig feindliche Gefahr. Ich war so fremd und so verlassen, Dass ich nur tief in blütenblassen Mainächten heimlich selig war. Am Tag trug ich den engen Ring Der feigen Pflicht in frommer Weise. Doch abends schlich ich aus dem Kreise, Mein kleines Fenster klirrte – kling – Sie wussten’s nicht. Ein Schmetterling, Nahm meine Sehnsucht ihre Reise, Weil sie die weiten Sterne leise Nach ihrer Heimat fragen ging.

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Zitationshilfe: Rilke, Rainer Maria: Advent. Leipzig, 1898, S. 13. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/rilke_advent_1898/13>, abgerufen am 15.04.2024.