Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Reineck, Johann: Zwei Predigten: Gehalten in der Bischöflichen hohen Stifts-Kirchen zu Halberstadt. Halberstadt, 1613.

Bild:
<< vorherige Seite

2. Thes. 2, 3. 1. Joan. 2, 18. & 4, 3. Apoc. 17. & 18. t. c. 2. Officium Magistrataus in reformatione cultaus divini.der 2. an die Thessalonicher am 2. vnd Johannes in der 1. am 2. vnd 4. vnd in der Offenbarung am 17. vnd 18. Cap. von der grossen Finsterniß vnnd erbärmlichen Zustande der Christlichen Kirchen vmb die letzte zeit der Welt lange zeit zuvor geweissaget haben.

Inmittelst werden die Obrigkeiten an dem Exempel Iosiae jhres Ampts erinnert / wie sie sich Christliche reformationes vnd Verbesserung des Gottesdienstes mit vleiß sollen angelegen seyn lassen. Also thut Iosias:

[fremdsprachliches Material].

[fremdsprachliches Material] Alle Abgötterey vnd Götzendienst schaffet er abe;

[fremdsprachliches Material].

[fremdsprachliches Material] Den Tempel lesset er restituiren vnd Bawen;

[fremdsprachliches Material].

[fremdsprachliches Material] Auß dem Gesetz erkennet er selbst seine Sünde / vnd ersucht das Angesicht des HERRN / daß desselben Grim möge abgewendet werden;

[fremdsprachliches Material].

[fremdsprachliches Material] Er machet auch einen newen Bund zwischen dem Volck vnd dem HERRN / vnnd helt seine Vnterthanen dazu / daß sie demselben dienen / vnd in seinen Geboten wandeln müssen.

[fremdsprachliches Material]. Esa. 49, 23.

Also / wenn Obrigkeiten wollen Seugammen vnd Pfleger der Christlichen Kirchen seyn / wie sie Esaiae am 49. genennet werden; So haben sie mit vleiß dahin zu sehen / daß nicht die Brüste vergifftet / vnd die Seuglinge vnd Pflegekinder dadurch getödtet / daß ist / daß alle falsche Lehr / Irrthumb vnd Abgötterey abgeschaffet / vnnd dagegen die lautere Milch des reinen vnverfälscheten 1. Pet. 2, 2.Worts GOttes / sampt dem heilsamen gebrauch der Sacramenten / fürgetragen vnd außgespendet / vnnd also der rechte Gottesdienst fort gepflantzet vnd verrichtet werde.

[fremdsprachliches Material]. 1. Cor. 14, 40.

Die Gottes Heuser sollen sie auch billig in zierlichem Baw erhalten / damit es [fremdsprachliches Material], fein zierlich vnd wol darin zugehen 2. Sam. 7, 2.möge. König David machte jhm ein Gewissen drüber / daß er in einem stadlichen Cedern Hause wohnete / vnnd die Lade des HERRN vnter den Teppichen in der Hütten des Stiffts bleiben müste. Itzt thun jhrer viel das Gegenspiel / vnd reissen die Kirchen Güter zwar zu sich / vnd wohnen gern in stadlichen Pallasten;

2. Thes. 2, 3. 1. Joan. 2, 18. & 4, 3. Apoc. 17. & 18. t. c. 2. Officium Magistratûs in reformatione cultûs divini.der 2. an die Thessalonicher am 2. vnd Johannes in der 1. am 2. vnd 4. vnd in der Offenbarung am 17. vnd 18. Cap. von der grossen Finsterniß vnnd erbärmlichen Zustande der Christlichen Kirchen vmb die letzte zeit der Welt lange zeit zuvor geweissaget haben.

Inmittelst werden die Obrigkeiten an dem Exempel Iosiae jhres Ampts erinnert / wie sie sich Christliche reformationes vñ Verbesserung des Gottesdienstes mit vleiß sollen angelegen seyn lassen. Also thut Iosias:

[fremdsprachliches Material].

[fremdsprachliches Material] Alle Abgötterey vnd Götzendienst schaffet er abe;

[fremdsprachliches Material].

[fremdsprachliches Material] Den Tempel lesset er restituiren vnd Bawen;

[fremdsprachliches Material].

[fremdsprachliches Material] Auß dem Gesetz erkennet er selbst seine Sünde / vnd ersucht das Angesicht des HERRN / daß desselben Grim möge abgewendet werden;

[fremdsprachliches Material].

[fremdsprachliches Material] Er machet auch einen newen Bund zwischen dem Volck vnd dem HERRN / vnnd helt seine Vnterthanen dazu / daß sie demselben dienen / vnd in seinen Geboten wandeln müssen.

[fremdsprachliches Material]. Esa. 49, 23.

Also / wenn Obrigkeiten wollen Seugammen vnd Pfleger der Christlichen Kirchen seyn / wie sie Esaiae am 49. genennet werden; So haben sie mit vleiß dahin zu sehen / daß nicht die Brüste vergifftet / vnd die Seuglinge vnd Pflegekinder dadurch getödtet / daß ist / daß alle falsche Lehr / Irrthumb vnd Abgötterey abgeschaffet / vnnd dagegen die lautere Milch des reinen vnverfälscheten 1. Pet. 2, 2.Worts GOttes / sampt dem heilsamen gebrauch der Sacramenten / fürgetragen vnd außgespendet / vnnd also der rechte Gottesdienst fort gepflantzet vnd verrichtet werde.

[fremdsprachliches Material]. 1. Cor. 14, 40.

Die Gottes Heuser sollen sie auch billig in zierlichem Baw erhalten / damit es [fremdsprachliches Material], fein zierlich vnd wol darin zugehen 2. Sam. 7, 2.möge. König David machte jhm ein Gewissen drüber / daß er in einem stadlichen Cedern Hause wohnete / vnnd die Lade des HERRN vnter den Teppichen in der Hütten des Stiffts bleiben müste. Itzt thun jhrer viel das Gegenspiel / vnd reissen die Kirchen Güter zwar zu sich / vñ wohnen gern in stadlichen Pallasten;

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0030"/><note place="left"><hi rendition="#i">2. Thes. 2, 3. 1. Joan. 2, 18. &amp; 4, 3. Apoc. 17.                &amp; 18. t. c. 2.</hi> Officium Magistratûs in reformatione cultûs divini.</note>der            2. an die Thessalonicher am 2. vnd Johannes in der 1. am 2. vnd 4. vnd in der Offenbarung            am 17. vnd 18. Cap. von der grossen Finsterniß vnnd erbärmlichen Zustande der Christlichen            Kirchen vmb die letzte zeit der Welt lange zeit zuvor geweissaget haben.</p>
        <p>Inmittelst werden die Obrigkeiten an dem Exempel Iosiae jhres Ampts erinnert / wie sie            sich Christliche reformationes vn&#x0303; Verbesserung des Gottesdienstes mit vleiß sollen            angelegen seyn lassen. Also thut Iosias:</p>
        <note place="left"><foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign>.</note>
        <p><foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> Alle Abgötterey vnd Götzendienst schaffet er abe;</p>
        <note place="left"><foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign>.</note>
        <p><foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> Den Tempel lesset er restituiren vnd Bawen;</p>
        <note place="left"><foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign>.</note>
        <p><foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> Auß dem Gesetz erkennet er selbst seine Sünde / vnd ersucht das            Angesicht des HERRN / daß desselben Grim möge abgewendet werden;</p>
        <note place="left"><foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign>.</note>
        <p><foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> Er machet auch einen newen Bund zwischen dem Volck vnd dem HERRN            / vnnd helt seine Vnterthanen dazu / daß sie demselben dienen / vnd in seinen Geboten            wandeln müssen.</p>
        <note place="left"><foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign>. <hi rendition="#i">Esa. 49, 23.</hi></note>
        <p>Also / wenn Obrigkeiten wollen Seugammen vnd Pfleger der Christlichen Kirchen seyn / wie            sie Esaiae am 49. genennet werden; So haben sie mit vleiß dahin zu sehen / daß nicht die            Brüste vergifftet / vnd die Seuglinge vnd Pflegekinder dadurch getödtet / daß ist / daß            alle falsche Lehr / Irrthumb vnd Abgötterey abgeschaffet / vnnd dagegen die lautere Milch            des reinen vnverfälscheten <note place="left"><hi rendition="#i">1. Pet. 2,            2.</hi></note>Worts GOttes / sampt dem heilsamen gebrauch der Sacramenten / fürgetragen            vnd außgespendet / vnnd also der rechte Gottesdienst fort gepflantzet vnd verrichtet            werde.</p>
        <note place="left"><foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign>. <hi rendition="#i">1. Cor. 14, 40.</hi></note>
        <p>Die Gottes Heuser sollen sie auch billig in zierlichem Baw erhalten / damit es <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign>, fein zierlich vnd wol darin zugehen <note place="left"><hi rendition="#i">2. Sam. 7, 2.</hi></note>möge. König David machte jhm ein Gewissen            drüber / daß er in einem stadlichen Cedern Hause wohnete / vnnd die Lade des HERRN vnter            den Teppichen in der Hütten des Stiffts bleiben müste. Itzt thun jhrer viel das Gegenspiel            / vnd reissen die Kirchen Güter zwar zu sich / vn&#x0303; wohnen gern in stadlichen            Pallasten;
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0030] der 2. an die Thessalonicher am 2. vnd Johannes in der 1. am 2. vnd 4. vnd in der Offenbarung am 17. vnd 18. Cap. von der grossen Finsterniß vnnd erbärmlichen Zustande der Christlichen Kirchen vmb die letzte zeit der Welt lange zeit zuvor geweissaget haben. 2. Thes. 2, 3. 1. Joan. 2, 18. & 4, 3. Apoc. 17. & 18. t. c. 2. Officium Magistratûs in reformatione cultûs divini. Inmittelst werden die Obrigkeiten an dem Exempel Iosiae jhres Ampts erinnert / wie sie sich Christliche reformationes vñ Verbesserung des Gottesdienstes mit vleiß sollen angelegen seyn lassen. Also thut Iosias: _ Alle Abgötterey vnd Götzendienst schaffet er abe; _ Den Tempel lesset er restituiren vnd Bawen; _ Auß dem Gesetz erkennet er selbst seine Sünde / vnd ersucht das Angesicht des HERRN / daß desselben Grim möge abgewendet werden; _ Er machet auch einen newen Bund zwischen dem Volck vnd dem HERRN / vnnd helt seine Vnterthanen dazu / daß sie demselben dienen / vnd in seinen Geboten wandeln müssen. Also / wenn Obrigkeiten wollen Seugammen vnd Pfleger der Christlichen Kirchen seyn / wie sie Esaiae am 49. genennet werden; So haben sie mit vleiß dahin zu sehen / daß nicht die Brüste vergifftet / vnd die Seuglinge vnd Pflegekinder dadurch getödtet / daß ist / daß alle falsche Lehr / Irrthumb vnd Abgötterey abgeschaffet / vnnd dagegen die lautere Milch des reinen vnverfälscheten Worts GOttes / sampt dem heilsamen gebrauch der Sacramenten / fürgetragen vnd außgespendet / vnnd also der rechte Gottesdienst fort gepflantzet vnd verrichtet werde. 1. Pet. 2, 2. Die Gottes Heuser sollen sie auch billig in zierlichem Baw erhalten / damit es _ , fein zierlich vnd wol darin zugehen möge. König David machte jhm ein Gewissen drüber / daß er in einem stadlichen Cedern Hause wohnete / vnnd die Lade des HERRN vnter den Teppichen in der Hütten des Stiffts bleiben müste. Itzt thun jhrer viel das Gegenspiel / vnd reissen die Kirchen Güter zwar zu sich / vñ wohnen gern in stadlichen Pallasten; 2. Sam. 7, 2.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/reinecker_predigten_1613
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/reinecker_predigten_1613/30
Zitationshilfe: Reineck, Johann: Zwei Predigten: Gehalten in der Bischöflichen hohen Stifts-Kirchen zu Halberstadt. Halberstadt, 1613, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/reinecker_predigten_1613/30>, abgerufen am 21.02.2024.