Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Reineck, Johann: Zwei Predigten: Gehalten in der Bischöflichen hohen Stifts-Kirchen zu Halberstadt. Halberstadt, 1613.

Bild:
<< vorherige Seite

verfallen / wieder restauriren vnd ernewern zu lassen / vnd zu dem Werck auß Königlicher mildigkeit deputiret habe allen Vorrath am Gelde / welcher in das Hauß des HERRN / auß dem gantzen Exod. 23, 15. Deuter. 16, 17.Israel bißhero / vermöge des Gesetzes im 2. Buch Mosis am 23; vund im 5. Buch am 16. zusamm gebracht / vnd durch die Leviten auffgehaben vnnd verwahret war / daß man dasselbe Geld neme / vnnd gebe es vnter die Hände der Arbeiter / damit das Hauß des HERRN gebessert werde / wo es Bawfellig befunden.

3. Inventio libri Legis.

3. Wie man nun dasselbe ins Werck gestellet / Bawmeister / Zimmerleute vnd andere Arbeitsleute vnd Lastträger / auch Treiber vnd Auffseher verordnet / vnnd zur bezahlung den Schatz des Tempels herfür genommen / Sihe / da findet der Hohepriester Hilkia das Gesetzbuch / welchs GOTT durch Mosen gegeben hatte. Vmb dasselbe Buch haben sich beydes der Hohe: vnd andere Priester bißhero so wenig bekümmert / daß sie nichts davon wissen / wo es sey / bis sie es ohngefehr bey dem Gelde verschlossen vnd verwahret finden. Dasselbe Buch gibt nun der Hohepriefter dem Secretario Saphan, daß er es dem Könige zu einem sonderlichen praesent bringen / vnd dabey anzeigen solle / wie es bey dem Schatz sey gefunden worden.

4. Fervor Regis in agenda poenitentia; & consulendo Domino.

Als nun Saphan dem Könige referiret, wie J. M. Befehl sey zu Wercke gerichtet / offeriret er auch das Buch / welchs jhm von dem Hohenpriester zugestellet war / vnnd lieset etwas drauß für dem Könige. Demselben gehet es also bald zu Hertzen / daß er seine Kleider zerreist / sich zu wahrer Busse schicket; Vnnd weil er leichtlich gedencken kan / daß der Zorn des HERRN wegen verachtung vnd vbertretung des Gesetzes / vnd in sonderheit vmb der grewlichen bißhero im Lande getriebenen Abgötterey willen / beydes vber den König vnd das gantze Volck sehr entbrand / vnd grosse Straff / nach drewung des Gesetzes / zubesorgen sey: Schicket er vorneme Gesandten zu einer Prophetin / mit namen Hulda, lesset das Angesicht des HERRN ersuchen vnd fragen: Ob nicht

verfallen / wieder restauriren vnd ernewern zu lassen / vnd zu dem Werck auß Königlicher mildigkeit deputiret habe allen Vorrath am Gelde / welcher in das Hauß des HERRN / auß dem gantzen Exod. 23, 15. Deuter. 16, 17.Israel bißhero / vermöge des Gesetzes im 2. Buch Mosis am 23; vund im 5. Buch am 16. zusam̃ gebracht / vnd durch die Leviten auffgehaben vnnd verwahret war / daß man dasselbe Geld neme / vnnd gebe es vnter die Hände der Arbeiter / damit das Hauß des HERRN gebessert werde / wo es Bawfellig befunden.

3. Inventio libri Legis.

3. Wie man nun dasselbe ins Werck gestellet / Bawmeister / Zimmerleute vnd andere Arbeitsleute vnd Lastträger / auch Treiber vnd Auffseher verordnet / vnnd zur bezahlung den Schatz des Tempels herfür genommen / Sihe / da findet der Hohepriester Hilkia das Gesetzbuch / welchs GOTT durch Mosen gegeben hatte. Vmb dasselbe Buch haben sich beydes der Hohe: vnd andere Priester bißhero so wenig bekümmert / daß sie nichts davon wissen / wo es sey / bis sie es ohngefehr bey dem Gelde verschlossen vnd verwahret finden. Dasselbe Buch gibt nun der Hohepriefter dem Secretario Saphan, daß er es dem Könige zu einem sonderlichen praesent bringen / vnd dabey anzeigen solle / wie es bey dem Schatz sey gefunden worden.

4. Fervor Regis in agendâ poenitentiá; & consulendo Domino.

Als nun Saphan dem Könige referiret, wie J. M. Befehl sey zu Wercke gerichtet / offeriret er auch das Buch / welchs jhm von dem Hohenpriester zugestellet war / vnnd lieset etwas drauß für dem Könige. Demselben gehet es also bald zu Hertzen / daß er seine Kleider zerreist / sich zu wahrer Busse schicket; Vnnd weil er leichtlich gedencken kan / daß der Zorn des HERRN wegen verachtung vnd vbertretung des Gesetzes / vnd in sonderheit vmb der grewlichen bißhero im Lande getriebenen Abgötterey willen / beydes vber den König vnd das gantze Volck sehr entbrand / vnd grosse Straff / nach drewung des Gesetzes / zubesorgen sey: Schicket er vorneme Gesandten zu einer Prophetin / mit namen Hulda, lesset das Angesicht des HERRN ersuchen vnd fragen: Ob nicht

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0024"/>
verfallen / wieder restauriren vnd ernewern zu lassen / vnd zu dem Werck auß            Königlicher mildigkeit deputiret habe allen Vorrath am Gelde / welcher in das Hauß des            HERRN / auß dem gantzen <note place="left"><hi rendition="#i">Exod. 23, 15. Deuter. 16,                17.</hi></note>Israel bißhero / vermöge des Gesetzes im 2. Buch Mosis am 23; vund im            5. Buch am 16. zusam&#x0303; gebracht / vnd durch die Leviten auffgehaben vnnd verwahret            war / daß man dasselbe Geld neme / vnnd gebe es vnter die Hände der Arbeiter / damit das            Hauß des HERRN gebessert werde / wo es Bawfellig befunden.</p>
        <note place="left">3. Inventio libri Legis.</note>
        <p>3. Wie man nun dasselbe ins Werck gestellet / Bawmeister / Zimmerleute vnd andere            Arbeitsleute vnd Lastträger / auch Treiber vnd Auffseher verordnet / vnnd zur bezahlung            den Schatz des Tempels herfür genommen / Sihe / da findet der Hohepriester Hilkia das            Gesetzbuch / welchs GOTT durch Mosen gegeben hatte. Vmb dasselbe Buch haben sich beydes            der Hohe: vnd andere Priester bißhero so wenig bekümmert / daß sie nichts davon wissen /            wo es sey / bis sie es ohngefehr bey dem Gelde verschlossen vnd verwahret finden. Dasselbe            Buch gibt nun der Hohepriefter dem Secretario Saphan, daß er es dem Könige zu einem            sonderlichen praesent bringen / vnd dabey anzeigen solle / wie es bey dem Schatz sey            gefunden worden.</p>
        <note place="left"><hi rendition="#i">4.</hi> Fervor Regis in agend<hi rendition="#i">â</hi> p<hi rendition="#i">oe</hi>nitenti<hi rendition="#i">á</hi>; &amp; consulendo            Domino.</note>
        <p>Als nun Saphan dem Könige referiret, wie J. M. Befehl sey zu Wercke gerichtet / offeriret            er auch das Buch / welchs jhm von dem Hohenpriester zugestellet war / vnnd lieset etwas            drauß für dem Könige. Demselben gehet es also bald zu Hertzen / daß er seine Kleider            zerreist / sich zu wahrer Busse schicket; Vnnd weil er leichtlich gedencken kan / daß der            Zorn des HERRN wegen verachtung vnd vbertretung des Gesetzes / vnd in sonderheit vmb der            grewlichen bißhero im Lande getriebenen Abgötterey willen / beydes vber den König vnd das            gantze Volck sehr entbrand / vnd grosse Straff / nach drewung des Gesetzes / zubesorgen            sey: Schicket er vorneme Gesandten zu einer Prophetin / mit namen Hulda, lesset das            Angesicht des HERRN ersuchen vnd fragen: Ob nicht
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0024] verfallen / wieder restauriren vnd ernewern zu lassen / vnd zu dem Werck auß Königlicher mildigkeit deputiret habe allen Vorrath am Gelde / welcher in das Hauß des HERRN / auß dem gantzen Israel bißhero / vermöge des Gesetzes im 2. Buch Mosis am 23; vund im 5. Buch am 16. zusam̃ gebracht / vnd durch die Leviten auffgehaben vnnd verwahret war / daß man dasselbe Geld neme / vnnd gebe es vnter die Hände der Arbeiter / damit das Hauß des HERRN gebessert werde / wo es Bawfellig befunden. Exod. 23, 15. Deuter. 16, 17. 3. Wie man nun dasselbe ins Werck gestellet / Bawmeister / Zimmerleute vnd andere Arbeitsleute vnd Lastträger / auch Treiber vnd Auffseher verordnet / vnnd zur bezahlung den Schatz des Tempels herfür genommen / Sihe / da findet der Hohepriester Hilkia das Gesetzbuch / welchs GOTT durch Mosen gegeben hatte. Vmb dasselbe Buch haben sich beydes der Hohe: vnd andere Priester bißhero so wenig bekümmert / daß sie nichts davon wissen / wo es sey / bis sie es ohngefehr bey dem Gelde verschlossen vnd verwahret finden. Dasselbe Buch gibt nun der Hohepriefter dem Secretario Saphan, daß er es dem Könige zu einem sonderlichen praesent bringen / vnd dabey anzeigen solle / wie es bey dem Schatz sey gefunden worden. Als nun Saphan dem Könige referiret, wie J. M. Befehl sey zu Wercke gerichtet / offeriret er auch das Buch / welchs jhm von dem Hohenpriester zugestellet war / vnnd lieset etwas drauß für dem Könige. Demselben gehet es also bald zu Hertzen / daß er seine Kleider zerreist / sich zu wahrer Busse schicket; Vnnd weil er leichtlich gedencken kan / daß der Zorn des HERRN wegen verachtung vnd vbertretung des Gesetzes / vnd in sonderheit vmb der grewlichen bißhero im Lande getriebenen Abgötterey willen / beydes vber den König vnd das gantze Volck sehr entbrand / vnd grosse Straff / nach drewung des Gesetzes / zubesorgen sey: Schicket er vorneme Gesandten zu einer Prophetin / mit namen Hulda, lesset das Angesicht des HERRN ersuchen vnd fragen: Ob nicht

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/reinecker_predigten_1613
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/reinecker_predigten_1613/24
Zitationshilfe: Reineck, Johann: Zwei Predigten: Gehalten in der Bischöflichen hohen Stifts-Kirchen zu Halberstadt. Halberstadt, 1613, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/reinecker_predigten_1613/24>, abgerufen am 04.03.2024.