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Nyland, Petrus: Desz Schauplatzes Irdischer Geschöpffe. Bd. 4. Osnabrück, 1687.

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wie bey einem abzunehmen / welchen der Käyser Friederich der zweete unter dessen Haut der Fischohren / einen kupffern Ring hängen und ins Wasser werffen lassen/ welcher als er wieder lebendig gefangen worden/ auß der Auffschrifft gemelten Ringes zusehen gewesen / daß er 267. Jahr gelebet habe/ die Hechte wachsen auß dem Leich der Eyer / und ohne Eyer von ihnen selber/ gleich auch die Schleyen/ dann an Örtern/ in welche man der Fisch keinen geworffen hat/ werden sie gefangen/ als in etlichen Seen und Weyern. So das Weiblein leichen will/ so zeucht es sich dem Wasser nach/ hernach zu dem Ursprung/ weit von dem gewohnten Ort/ damit die Jungen nicht den Alten ein Raub werden. Bey unß leichen sie im April/ beharren auff zween Monat.

Dem Hecht stoßt auch einepestilentzische schädliche Kranckheit an/ dann bey den Seiten wachsen ihnen Düsselein oder Beule zimlicher Grösse/ von welchen sie sterben/ und so sie in einem Weyer zusammen verschlossen sind/ so sterben sie allzumahl.

Vom Elfft/ Orfus, und Macrellen.

DEs Elfftes Leichnam scheinet länglich massen die Gestalt seines Leibes mit dessen breite verglichen wird/ an der Seit ist er so platt/ daß der Unterbauch sich mit einem geraden Strich/ nach dem Schwantze zu/ dadurch abgesondert / und mit vielen scharffen Stacheln endiget/ dahero er nicht allein rauh sondern so scharf als eine Säge/ so man solche Stacheln über sich streichet schneidet. Das Haupt ist an beiden Seiten gantz platt. Die Schnautze scharff/ der Mund öffnet sich weit von einander/ hat keine Zähne sondern nur einige Rauhigkeit und an beiden Seiten an statt der Zähne 4. harte Gewächse/ über den Augen stehen runde Knöpffe so den Schmarag den nicht ungleich/ die Zunge ist schwärtzlich/ der Oberkifel ziehet sich herunterwerts und die unterste schliesst sich in jenem/ als eine runde Büchse. Den gantzen Leib bedecken grosse Schuppen so leichtlich abfallen auff den Rücken hat er nach dem Schwantz längspitzige Stacheln/ der Bauch und an beiden Seiten ist er silberfärbig/ das oberste Haupt theils und der Rücken sind weiß gelbigt. In dieses Fisches Haupt findet sich ein Stein/ welcher/ wann ihn einer so mit den dreytägigen Fieber befallen bey abgehendem Monat an die lincke Seite hänget/ solches vertreiben soll.

Sonsten ist er ein Seefisch welcher bey anfang des Frühlings sich in die süsse Wasser und gegen den Sommer

wie bey einem abzunehmen / welchen der Käyser Friederich der zweete unter dessen Haut der Fischohren / einen kupffern Ring hängen und ins Wasser werffen lassen/ welcher als er wieder lebendig gefangen worden/ auß der Auffschrifft gemelten Ringes zusehen gewesen / daß er 267. Jahr gelebet habe/ die Hechte wachsen auß dem Leich der Eyer / und ohne Eyer von ihnen selber/ gleich auch die Schleyen/ dann an Örtern/ in welche man der Fisch keinen geworffen hat/ werden sie gefangen/ als in etlichen Seen und Weyern. So das Weiblein leichen will/ so zeucht es sich dem Wasser nach/ hernach zu dem Ursprung/ weit von dem gewohnten Ort/ damit die Jungen nicht den Alten ein Raub werden. Bey unß leichen sie im April/ beharren auff zween Monat.

Dem Hecht stoßt auch einepestilentzische schädliche Kranckheit an/ dann bey den Seiten wachsen ihnen Düsselein oder Beule zimlicher Grösse/ von welchen sie sterben/ und so sie in einem Weyer zusammen verschlossen sind/ so sterben sie allzumahl.

Vom Elfft/ Orfus, und Macrellen.

DEs Elfftes Leichnam scheinet länglich massen die Gestalt seines Leibes mit dessen breite verglichen wird/ an der Seit ist er so platt/ daß der Unterbauch sich mit einem geraden Strich/ nach dem Schwantze zu/ dadurch abgesondert / und mit vielen scharffen Stacheln endiget/ dahero er nicht allein rauh sondern so scharf als eine Säge/ so man solche Stacheln über sich streichet schneidet. Das Haupt ist an beiden Seiten gantz platt. Die Schnautze scharff/ der Mund öffnet sich weit von einander/ hat keine Zähne sondern nur einige Rauhigkeit und an beiden Seiten an statt der Zähne 4. harte Gewächse/ über den Augen stehen runde Knöpffe so den Schmarag den nicht ungleich/ die Zunge ist schwärtzlich/ der Oberkifel ziehet sich herunterwerts uñ die unterste schliesst sich in jenem/ als eine runde Büchse. Den gantzen Leib bedecken grosse Schuppen so leichtlich abfallen auff den Rücken hat er nach dem Schwantz längspitzige Stacheln/ der Bauch und an beiden Seiten ist er silberfärbig/ das oberste Haupt theils und der Rücken sind weiß gelbigt. In dieses Fisches Haupt findet sich ein Stein/ welcher/ wann ihn einer so mit den dreytägigen Fieber befallen bey abgehendem Monat an die lincke Seite hänget/ solches vertreiben soll.

Sonsten ist er ein Seefisch welcher bey anfang des Frühlings sich in die süsse Wasser und gegen den Sommer

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[273/0041] wie bey einem abzunehmen / welchen der Käyser Friederich der zweete unter dessen Haut der Fischohren / einen kupffern Ring hängen und ins Wasser werffen lassen/ welcher als er wieder lebendig gefangen worden/ auß der Auffschrifft gemelten Ringes zusehen gewesen / daß er 267. Jahr gelebet habe/ die Hechte wachsen auß dem Leich der Eyer / und ohne Eyer von ihnen selber/ gleich auch die Schleyen/ dann an Örtern/ in welche man der Fisch keinen geworffen hat/ werden sie gefangen/ als in etlichen Seen und Weyern. So das Weiblein leichen will/ so zeucht es sich dem Wasser nach/ hernach zu dem Ursprung/ weit von dem gewohnten Ort/ damit die Jungen nicht den Alten ein Raub werden. Bey unß leichen sie im April/ beharren auff zween Monat. Dem Hecht stoßt auch einepestilentzische schädliche Kranckheit an/ dann bey den Seiten wachsen ihnen Düsselein oder Beule zimlicher Grösse/ von welchen sie sterben/ und so sie in einem Weyer zusammen verschlossen sind/ so sterben sie allzumahl. Vom Elfft/ Orfus, und Macrellen. DEs Elfftes Leichnam scheinet länglich massen die Gestalt seines Leibes mit dessen breite verglichen wird/ an der Seit ist er so platt/ daß der Unterbauch sich mit einem geraden Strich/ nach dem Schwantze zu/ dadurch abgesondert / und mit vielen scharffen Stacheln endiget/ dahero er nicht allein rauh sondern so scharf als eine Säge/ so man solche Stacheln über sich streichet schneidet. Das Haupt ist an beiden Seiten gantz platt. Die Schnautze scharff/ der Mund öffnet sich weit von einander/ hat keine Zähne sondern nur einige Rauhigkeit und an beiden Seiten an statt der Zähne 4. harte Gewächse/ über den Augen stehen runde Knöpffe so den Schmarag den nicht ungleich/ die Zunge ist schwärtzlich/ der Oberkifel ziehet sich herunterwerts uñ die unterste schliesst sich in jenem/ als eine runde Büchse. Den gantzen Leib bedecken grosse Schuppen so leichtlich abfallen auff den Rücken hat er nach dem Schwantz längspitzige Stacheln/ der Bauch und an beiden Seiten ist er silberfärbig/ das oberste Haupt theils und der Rücken sind weiß gelbigt. In dieses Fisches Haupt findet sich ein Stein/ welcher/ wann ihn einer so mit den dreytägigen Fieber befallen bey abgehendem Monat an die lincke Seite hänget/ solches vertreiben soll. Sonsten ist er ein Seefisch welcher bey anfang des Frühlings sich in die süsse Wasser und gegen den Sommer

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Zitationshilfe: Nyland, Petrus: Desz Schauplatzes Irdischer Geschöpffe. Bd. 4. Osnabrück, 1687, S. 273. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nylandt_schauplatz04_1678/41>, abgerufen am 15.04.2024.