Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[N. N.]: Vom Beruff Und Enturlaubung der Prediger/ Christlicher Fürtrefflicher Lehrer Bedencken. Giessen, 1608.

Bild:
<< vorherige Seite
Vnter andern schreibet D. Martinus Lutherus an einen Freundt / wie folget.

ICH bin hoch betrübet vber dem grewlichen Vndanck deß lieben worts / vnd Verachtung der Diener desselben / so allenthalben jmmer grösser wird / wie jhr schreibet / aber es muß erfüllet werden d Spruch Ebr. 11. Sie sind vmbher gangen mit Mangel / mit Trübsal / mit Vngemach / der die Welt nicht werth war. Ja freylich ist die Welt solcher Leute nicht werth / darumb soll sie außhungern / wo sie jhr sonst nit kan loß werden.

Es gehet recht / Menschen sindt vnnd bleiben Menschen / ach die gantze Welt ligt im argen / ist derhalben deß seligen worts deß lebendigen Gottes nit werth / sondern soll gläuben deß Teuffels lesterlichen Lügen / wir haben vns deß zufrewen / daß Christus vnser Trost vnnd leben ist / der vns stercket / vnnd vnser Sünden laßt / sanfft vnd leicht macht.

Lutherus in der Kirchen Postil / in der Außlegung der Epistel / am 20. Sontag nach Trinitatis.

MAn hilfft allenthalben trewlich die Prediger verjagen / oder je also drucken / zum wenigsten mit hunger vnd armut / oder andern heimlichen Tücken / daß man jhr nur loß werde. Wolan es darff zwar hie nicht viel Mühe vnd Arbeyt / man wird jhr sonst wol allzu baldt loß werden / vnnd dafür verführer genug haben. Aber ich wolt noch viel lieber mit Juda in der Hellen brennen / dann daran schuldig sein / daß eine Pfarre verwüstet / oder einem Verführer raum gegeben würde / dann es wird auch der Verrähter Christi / nit so ein vntregliche Pein haben / als dieser einer / dann durch diese Sünde müssen vnzehlich viel Seelen verloren werden.

Vom Beruff der Prediger vnnd Seelsorger. PHILPPUS MELANTHON.

WEil die Bischoffe / so den Titel vnd Namen haben / verfolger sind deß Evangelii / wöllen sie vnsere Prediger nicht bestätigen. Darumb disputiren etliche von vnsern Seelsorgern / Ob sie auch im Ampt fein können / so sie doch nit von Bischoffen bestätiget oder geweyhet? Davon ist noth Christlich vnd gründlich vnsere Kirchen zuberichten.

Vnter andern schreibet D. Martinus Lutherus an einen Freundt / wie folget.

ICH bin hoch betrübet vber dem grewlichen Vndanck deß lieben worts / vnd Verachtung der Diener desselben / so allenthalben jmmer grösser wird / wie jhr schreibet / aber es muß erfüllet werden ď Spruch Ebr. 11. Sie sind vmbher gangen mit Mangel / mit Trübsal / mit Vngemach / der die Welt nicht werth war. Ja freylich ist die Welt solcher Leute nicht werth / darumb soll sie außhungern / wo sie jhr sonst nit kan loß werden.

Es gehet recht / Menschen sindt vnnd bleiben Menschen / ach die gantze Welt ligt im argen / ist derhalben deß seligen worts deß lebendigen Gottes nit werth / sondern soll gläuben deß Teuffels lesterlichen Lügen / wir haben vns deß zufrewen / daß Christus vnser Trost vnnd leben ist / der vns stercket / vnnd vnser Sünden laßt / sanfft vnd leicht macht.

Lutherus in der Kirchen Postil / in der Außlegung der Epistel / am 20. Sontag nach Trinitatis.

MAn hilfft allenthalben trewlich die Prediger verjagen / oder je also drucken / zum wenigsten mit hunger vnd armut / oder andern heimlichen Tücken / daß man jhr nur loß werde. Wolan es darff zwar hie nicht viel Mühe vnd Arbeyt / man wird jhr sonst wol allzu baldt loß werden / vnnd dafür verführer genug haben. Aber ich wolt noch viel lieber mit Juda in der Hellen brennen / dann daran schuldig sein / daß eine Pfarre verwüstet / oder einem Verführer raum gegeben würde / dañ es wird auch der Verrähter Christi / nit so ein vntregliche Pein haben / als dieser einer / dann durch diese Sünde müssen vnzehlich viel Seelen verloren werden.

Vom Beruff der Prediger vnnd Seelsorger. PHILPPUS MELANTHON.

WEil die Bischoffe / so den Titel vnd Namen haben / verfolger sind deß Evangelii / wöllen sie vnsere Prediger nicht bestätigen. Darumb disputiren etliche von vnsern Seelsorgern / Ob sie auch im Ampt fein köñen / so sie doch nit von Bischoffen bestätiget oder geweyhet? Davon ist noth Christlich vnd gründlich vnsere Kirchen zuberichten.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb facs="#f0017" n="17"/>
      </div>
      <div>
        <head>Vnter andern schreibet D. Martinus Lutherus an einen Freundt / wie folget.<lb/></head>
        <p>ICH bin hoch betrübet vber dem grewlichen Vndanck deß lieben worts / vnd                      Verachtung der Diener desselben / so allenthalben jmmer grösser wird / wie jhr                      schreibet / aber es muß erfüllet werden &#x010F; Spruch Ebr. 11. Sie sind vmbher gangen                      mit Mangel / mit Trübsal / mit Vngemach / der die Welt nicht werth war. Ja                      freylich ist die Welt solcher Leute nicht werth / darumb soll sie außhungern /                      wo sie jhr sonst nit kan loß werden.</p>
        <p>Es gehet recht / Menschen sindt vnnd bleiben Menschen / ach die gantze Welt ligt                      im argen / ist derhalben deß seligen worts deß lebendigen Gottes nit werth /                      sondern soll gläuben deß Teuffels lesterlichen Lügen / wir haben vns deß                      zufrewen / daß Christus vnser Trost vnnd leben ist / der vns stercket / vnnd                      vnser Sünden laßt / sanfft vnd leicht macht.</p>
      </div>
      <div>
        <head>Lutherus in der Kirchen Postil / in der Außlegung der Epistel / am 20. Sontag                      nach Trinitatis.<lb/></head>
        <p>MAn hilfft allenthalben trewlich die Prediger verjagen / oder je also drucken /                      zum wenigsten mit hunger vnd armut / oder andern heimlichen Tücken / daß man jhr                      nur loß werde. Wolan es darff zwar hie nicht viel Mühe vnd Arbeyt / man wird jhr                      sonst wol allzu baldt loß werden / vnnd dafür verführer genug haben. Aber ich                      wolt noch viel lieber mit Juda in der Hellen brennen / dann daran schuldig sein                      / daß eine Pfarre verwüstet / oder einem Verführer raum gegeben würde / dan&#x0303; es wird auch der Verrähter Christi / nit so ein vntregliche Pein                      haben / als dieser einer / dann durch diese Sünde müssen vnzehlich viel Seelen                      verloren werden.</p>
      </div>
      <div>
        <head>Vom Beruff der Prediger vnnd Seelsorger. PHILPPUS MELANTHON.<lb/></head>
        <p>WEil die Bischoffe / so den Titel vnd Namen haben / verfolger sind deß Evangelii                      / wöllen sie vnsere Prediger nicht bestätigen. Darumb disputiren etliche von                      vnsern Seelsorgern / Ob sie auch im Ampt fein kön&#x0303;en / so sie doch                      nit von Bischoffen bestätiget oder geweyhet? Davon ist noth Christlich vnd                      gründlich vnsere Kirchen zuberichten.</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[17/0017] Vnter andern schreibet D. Martinus Lutherus an einen Freundt / wie folget. ICH bin hoch betrübet vber dem grewlichen Vndanck deß lieben worts / vnd Verachtung der Diener desselben / so allenthalben jmmer grösser wird / wie jhr schreibet / aber es muß erfüllet werden ď Spruch Ebr. 11. Sie sind vmbher gangen mit Mangel / mit Trübsal / mit Vngemach / der die Welt nicht werth war. Ja freylich ist die Welt solcher Leute nicht werth / darumb soll sie außhungern / wo sie jhr sonst nit kan loß werden. Es gehet recht / Menschen sindt vnnd bleiben Menschen / ach die gantze Welt ligt im argen / ist derhalben deß seligen worts deß lebendigen Gottes nit werth / sondern soll gläuben deß Teuffels lesterlichen Lügen / wir haben vns deß zufrewen / daß Christus vnser Trost vnnd leben ist / der vns stercket / vnnd vnser Sünden laßt / sanfft vnd leicht macht. Lutherus in der Kirchen Postil / in der Außlegung der Epistel / am 20. Sontag nach Trinitatis. MAn hilfft allenthalben trewlich die Prediger verjagen / oder je also drucken / zum wenigsten mit hunger vnd armut / oder andern heimlichen Tücken / daß man jhr nur loß werde. Wolan es darff zwar hie nicht viel Mühe vnd Arbeyt / man wird jhr sonst wol allzu baldt loß werden / vnnd dafür verführer genug haben. Aber ich wolt noch viel lieber mit Juda in der Hellen brennen / dann daran schuldig sein / daß eine Pfarre verwüstet / oder einem Verführer raum gegeben würde / dañ es wird auch der Verrähter Christi / nit so ein vntregliche Pein haben / als dieser einer / dann durch diese Sünde müssen vnzehlich viel Seelen verloren werden. Vom Beruff der Prediger vnnd Seelsorger. PHILPPUS MELANTHON. WEil die Bischoffe / so den Titel vnd Namen haben / verfolger sind deß Evangelii / wöllen sie vnsere Prediger nicht bestätigen. Darumb disputiren etliche von vnsern Seelsorgern / Ob sie auch im Ampt fein köñen / so sie doch nit von Bischoffen bestätiget oder geweyhet? Davon ist noth Christlich vnd gründlich vnsere Kirchen zuberichten.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/nn_prediger_1608
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/nn_prediger_1608/17
Zitationshilfe: [N. N.]: Vom Beruff Und Enturlaubung der Prediger/ Christlicher Fürtrefflicher Lehrer Bedencken. Giessen, 1608, S. 17. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_prediger_1608/17>, abgerufen am 15.04.2024.