Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Teutscher Kriegs-Curier. Nr. 23, Nürnberg, 1673.

Bild:
<< vorherige Seite

tricht erfahren/ hat er sobald den Ort mit 4000
zu Roß und Fuß/ samtt 2 Stücken/ und vielen Gra-
naten in der Nacht angegriffen und bestürmen las-
sen/ es haben aber die Belägerte eine so tapfere Ge-
genwehr von sich erwiesen/ daß sie zwey Stür-
me ab- und darmit ohne die Officirer in die 150 ge-
meine todgeschlagen. Nichtsdesto weniger wur-
de der Feind endlich der Pforten/ so den Bürgern
anvertrauet war/ meister/ und die Quarnison ge-
zwungen/ sich auf den Kirch-Thurn zu reterirn/
aus welchem sie sich von neuem dermassen tapffer
gewehret/ daß sie aus Mangel der Kugeln die
Knöpfe von den Röcken gerissen/ und solche ver-
schossen/ bey Ermangelung aber deß Pulvers Ac-
cord begehrt/ worein man zwar gewilliget/ doch
sind ihnen die Röcke ausgezogen/ und ist das
Städtlein rein ausgeplündert worden/ nach dem
an Bürgern und Soldaten darinn in 60 Mann ge-
blieben.

Den 5/15 dieses ist Duc de Enguien/ andern
Tags aber der Printz von Conde zu Paris ange-
langt/ und bey Hof zu Versailles wol empfangen
worden. Duc de Luxemburg und Mareschal de
Humiers aber sind beschäfftigt/ noch eine Armee
von 18000 Mann zwischen Wesel und Rheinberg
zusammen zuführen. Die Spanier und Hollän-

der

tricht erfahren/ hat er sobald den Ort mit 4000
zu Roß und Fuß/ samtt 2 Stücken/ und vielen Gra-
naten in der Nacht angegriffen und bestürmen las-
sen/ es haben aber die Belägerte eine so tapfere Ge-
genwehr von sich erwiesen/ daß sie zwey Stür-
me ab- und darmit ohne die Officirer in die 150 ge-
meine todgeschlagen. Nichtsdesto weniger wur-
de der Feind endlich der Pforten/ so den Bürgern
anvertrauet war/ meister/ und die Quarnison ge-
zwungen/ sich auf den Kirch-Thurn zu reterirn/
aus welchem sie sich von neuem dermassen tapffer
gewehret/ daß sie aus Mangel der Kugeln die
Knöpfe von den Röcken gerissen/ und solche ver-
schossen/ bey Ermangelung aber deß Pulvers Ac-
cord begehrt/ worein man zwar gewilliget/ doch
sind ihnen die Röcke ausgezogen/ und ist das
Städtlein rein ausgeplündert worden/ nach dem
an Bürgern und Soldaten darinn in 60 Mann ge-
blieben.

Den 5/15 dieses ist Duc de Enguien/ andern
Tags aber der Printz von Conde zu Paris ange-
langt/ und bey Hof zu Versailles wol empfangen
worden. Duc de Luxemburg und Mareschal de
Humiers aber sind beschäfftigt/ noch eine Armee
von 18000 Mann zwischen Wesel und Rheinberg
zusammen zuführen. Die Spanier und Hollän-

der
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="jArticle" n="1">
        <p><pb facs="#f0004" n="[4]"/>
tricht erfahren/ hat er sobald den Ort mit 4000<lb/>
zu Roß und Fuß/ samtt 2 Stücken/ und vielen Gra-<lb/>
naten in der Nacht angegriffen und bestürmen las-<lb/>
sen/ es haben aber die Belägerte eine so tapfere Ge-<lb/>
genwehr von sich erwiesen/ daß sie zwey Stür-<lb/>
me ab- und darmit ohne die Officirer in die 150 ge-<lb/>
meine todgeschlagen. Nichtsdesto weniger wur-<lb/>
de der Feind endlich der Pforten/ so den Bürgern<lb/>
anvertrauet war/ meister/ und die Quarnison ge-<lb/>
zwungen/ sich auf den Kirch-Thurn zu reterirn/<lb/>
aus welchem sie sich von neuem dermassen tapffer<lb/>
gewehret/ daß sie aus Mangel der Kugeln die<lb/>
Knöpfe von den Röcken gerissen/ und solche ver-<lb/>
schossen/ bey Ermangelung aber deß Pulvers Ac-<lb/>
cord begehrt/ worein man zwar gewilliget/ doch<lb/>
sind ihnen die Röcke ausgezogen/ und ist das<lb/>
Städtlein rein ausgeplündert worden/ nach dem<lb/>
an Bürgern und Soldaten darinn in 60 Mann ge-<lb/>
blieben.</p>
      </div><lb/>
      <div type="jArticle" n="1">
        <p>Den 5/15 dieses ist Duc de Enguien/ andern<lb/>
Tags aber der Printz von Conde zu Paris ange-<lb/>
langt/ und bey Hof zu Versailles wol empfangen<lb/>
worden. Duc de Luxemburg und Mareschal de<lb/>
Humiers aber sind beschäfftigt/ noch eine Armee<lb/>
von 18000 Mann zwischen Wesel und Rheinberg<lb/>
zusammen zuführen. Die Spanier und Hollän-<lb/>
<fw type="catch" place="bottom">der</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[4]/0004] tricht erfahren/ hat er sobald den Ort mit 4000 zu Roß und Fuß/ samtt 2 Stücken/ und vielen Gra- naten in der Nacht angegriffen und bestürmen las- sen/ es haben aber die Belägerte eine so tapfere Ge- genwehr von sich erwiesen/ daß sie zwey Stür- me ab- und darmit ohne die Officirer in die 150 ge- meine todgeschlagen. Nichtsdesto weniger wur- de der Feind endlich der Pforten/ so den Bürgern anvertrauet war/ meister/ und die Quarnison ge- zwungen/ sich auf den Kirch-Thurn zu reterirn/ aus welchem sie sich von neuem dermassen tapffer gewehret/ daß sie aus Mangel der Kugeln die Knöpfe von den Röcken gerissen/ und solche ver- schossen/ bey Ermangelung aber deß Pulvers Ac- cord begehrt/ worein man zwar gewilliget/ doch sind ihnen die Röcke ausgezogen/ und ist das Städtlein rein ausgeplündert worden/ nach dem an Bürgern und Soldaten darinn in 60 Mann ge- blieben. Den 5/15 dieses ist Duc de Enguien/ andern Tags aber der Printz von Conde zu Paris ange- langt/ und bey Hof zu Versailles wol empfangen worden. Duc de Luxemburg und Mareschal de Humiers aber sind beschäfftigt/ noch eine Armee von 18000 Mann zwischen Wesel und Rheinberg zusammen zuführen. Die Spanier und Hollän- der

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Der Erscheinungsort Nürnberg und der Verlag Felße… [mehr]

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Michel Lefèvre, Centre de Recherches et d'Etudes Germaniques, Université Paul Valéry Montpellier 3: Bereitstellung der Texttranskription. (2019-10-30T14:57:28Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2019-10-30T14:57:28Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: keine Angabe; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: nur expandiert; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): wie Vorlage; i/j in Fraktur: keine Angabe; I/J in Fraktur: Lautwert transkribiert; Kolumnentitel: keine Angabe; Kustoden: gekennzeichnet; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): als r/et transkribiert; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: wie Vorlage; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: als ä/ö/ü transkribiert; Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: normalisiert; Zeilenumbrüche markiert: ja;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/nn_kriegscurier0023_1673
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/nn_kriegscurier0023_1673/4
Zitationshilfe: Teutscher Kriegs-Curier. Nr. 23, Nürnberg, 1673, S. [4]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_kriegscurier0023_1673/4>, abgerufen am 23.06.2024.