Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Kosegarten, Ludwig Gotthard: Poesieen. Bd. 2. Leipzig, 1798.

Bild:
<< vorherige Seite

Ihre Wuth entwaffn', und erlöse die flehenden
Schatten?

Tochter Sulvills, mir flammet die Seele. Das
Licht des Gesanges
Fühl' ich erwachen in mir. Von der Eiche seufzen-
dem Aste
Reiche die Harfe mir her, die schwachbesaitete.
Dennoch
Ward es der Schwachen schon öfter vergönnt, die
hungrige Norne
Einzulispeln in seligen Schlaf und den Raub ihr zu
rauben.
Also sey es auch itzt mir vergönnt, der Räuberin
Krallen
Abzujagen ein wackeres Paar, dich König der
Inseln,
Muthiger Ritogar dich, und dich, holdselige
Wanda.
Über die Inseln des Meers, entlang die Küsten
der Ostsee,
Von der Trebel Blumengestad' bis zur reissenden
Weichsel,
Herrschte die heilige Kraft des Helden Ritogar.
König
War er der Wilzen, der Wenden, der Tartsche-
schwingenden Guten,

Ihre Wuth entwaffn', und erlöse die flehenden
Schatten?

Tochter Sulvills, mir flammet die Seele. Das
Licht des Gesanges
Fühl' ich erwachen in mir. Von der Eiche seufzen-
dem Aste
Reiche die Harfe mir her, die schwachbesaitete.
Dennoch
Ward es der Schwachen schon öfter vergönnt, die
hungrige Norne
Einzulispeln in seligen Schlaf und den Raub ihr zu
rauben.
Also sey es auch itzt mir vergönnt, der Räuberin
Krallen
Abzujagen ein wackeres Paar, dich König der
Inseln,
Muthiger Ritogar dich, und dich, holdselige
Wanda.
Über die Inseln des Meers, entlang die Küsten
der Ostsee,
Von der Trebel Blumengestad' bis zur reissenden
Weichsel,
Herrschte die heilige Kraft des Helden Ritogar.
König
War er der Wilzen, der Wenden, der Tartsche-
schwingenden Guten,
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <lg type="poem">
            <lg n="3">
              <l>
                <pb facs="#f0024" n="8"/>
              </l>
              <l>Ihre Wuth entwaffn', und erlöse die flehenden</l><lb/>
              <l>Schatten?</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="4">
              <l>Tochter Sulvills, mir flammet die Seele. Das</l><lb/>
              <l>Licht des Gesanges</l><lb/>
              <l>Fühl' ich erwachen in mir. Von der Eiche seufzen-</l><lb/>
              <l>dem Aste</l><lb/>
              <l>Reiche die Harfe mir her, die schwachbesaitete.</l><lb/>
              <l>Dennoch</l><lb/>
              <l>Ward es der Schwachen schon öfter vergönnt, die</l><lb/>
              <l>hungrige Norne</l><lb/>
              <l>Einzulispeln in seligen Schlaf und den Raub ihr zu</l><lb/>
              <l>rauben.</l><lb/>
              <l>Also sey es auch itzt mir vergönnt, der Räuberin</l><lb/>
              <l>Krallen</l><lb/>
              <l>Abzujagen ein wackeres Paar, dich König der</l><lb/>
              <l>Inseln,</l><lb/>
              <l>Muthiger <hi rendition="#g">Ritogar</hi> dich, und dich, holdselige</l><lb/>
              <l><hi rendition="#g">Wanda</hi>.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="5">
              <l>Über die Inseln des Meers, entlang die Küsten</l><lb/>
              <l>der Ostsee,</l><lb/>
              <l>Von der Trebel Blumengestad' bis zur reissenden</l><lb/>
              <l>Weichsel,</l><lb/>
              <l>Herrschte die heilige Kraft des Helden Ritogar.</l><lb/>
              <l>König</l><lb/>
              <l>War er der Wilzen, der Wenden, der Tartsche-</l><lb/>
              <l>schwingenden Guten,</l><lb/>
              <l>
</l>
            </lg>
          </lg>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[8/0024] Ihre Wuth entwaffn', und erlöse die flehenden Schatten? Tochter Sulvills, mir flammet die Seele. Das Licht des Gesanges Fühl' ich erwachen in mir. Von der Eiche seufzen- dem Aste Reiche die Harfe mir her, die schwachbesaitete. Dennoch Ward es der Schwachen schon öfter vergönnt, die hungrige Norne Einzulispeln in seligen Schlaf und den Raub ihr zu rauben. Also sey es auch itzt mir vergönnt, der Räuberin Krallen Abzujagen ein wackeres Paar, dich König der Inseln, Muthiger Ritogar dich, und dich, holdselige Wanda. Über die Inseln des Meers, entlang die Küsten der Ostsee, Von der Trebel Blumengestad' bis zur reissenden Weichsel, Herrschte die heilige Kraft des Helden Ritogar. König War er der Wilzen, der Wenden, der Tartsche- schwingenden Guten,

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/kosegarten_poesieen02_1798
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/kosegarten_poesieen02_1798/24
Zitationshilfe: Kosegarten, Ludwig Gotthard: Poesieen. Bd. 2. Leipzig, 1798, S. 8. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/kosegarten_poesieen02_1798/24>, abgerufen am 11.05.2021.