Jean Paul: Dritte Abteilung Briefe. In: Jean Pauls Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. 3, Bd. 1. Berlin, 1956.425. An Amöne Herold? Am Donnerstag nach der Beschreibung des Elysiumsd. 11 Apr. 93. Es gab eine Hand, die ich halten wolte bis meine zerstäubte -- es Ist sie nimmer? hab ich so schon versichert? hab ich mich kalt gestelt?10 Aber ich allein (und sie nicht) sag in meinem einsamen Zimmer mit 426. An Renate Wirth. le 29me Avril [1793? Montag]15Ma cherie et invisible Amie, Il m'en a coute de ne Vous voir pas. Je n'ai vau hier que Votre R.25 427. An Amöne Herold. [Zusatz zu Nr. 412]Wieder abgeschrieben den 25 Mai. 1793. Die Hälfte dieser Wolken ist schon vorübergezogen in den schönern 425. An Amöne Herold? Am Donnerſtag nach der Beſchreibung des Elyſiumsd. 11 Apr. 93. Es gab eine Hand, die ich halten wolte bis meine zerſtäubte — es Iſt ſie nimmer? hab ich ſo ſchon verſichert? hab ich mich kalt geſtelt?10 Aber ich allein (und ſie nicht) ſag in meinem einſamen Zimmer mit 426. An Renate Wirth. le 29me Avril [1793? Montag]15Ma cherie et invisible Amie, Il m’en a couté de ne Vous voir pas. Je n’ai vû hier que Votre R.25 427. An Amöne Herold. [Zuſatz zu Nr. 412]Wieder abgeſchrieben den 25 Mai. 1793. Die Hälfte dieſer Wolken iſt ſchon vorübergezogen in den ſchönern <TEI> <text> <body> <pb facs="#f0411" n="383"/> <div type="letter" n="1"> <head>425. An <hi rendition="#g">Amöne Herold?</hi></head><lb/> <dateline> <hi rendition="#c">Am Donnerſtag nach der Beſchreibung des Elyſiums<lb/><hi rendition="#aq">d. 11 Apr.</hi> 93.</hi> </dateline><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> <p>Es gab eine Hand, die ich halten wolte bis meine zerſtäubte — es<lb/> gab eine Freundin, der ich zu viel gegeben, die mir zuviel genommen<lb n="5"/> — es gab eine die mich eben ſo viel Thränen der Freude als des<lb/> Kummers koſtete — es gab eine, zu der ich in einer elyſiſchen Minute<lb/> ſagte: „und wenn ich ſelber einmal ſage und verſichere, ich haſſe dich,<lb/> „ſo iſt es nicht wahr“ —</p><lb/> <p>Iſt ſie nimmer? hab ich ſo ſchon verſichert? hab ich mich kalt geſtelt?<lb n="10"/> — — Ja ſie hat es, und ich hab’ es — —</p><lb/> <p>Aber ich allein (und ſie nicht) ſag in meinem einſamen Zimmer mit<lb/> flutenden Augen: du liebſt ſie doch und ewig und ewig und ewig</p> </div><lb/> <div type="letter" n="1"> <head>426. An <hi rendition="#g">Renate Wirth.</hi></head><lb/> <dateline> <hi rendition="#right"><hi rendition="#aq">le 29<hi rendition="#sup">me</hi> Avril</hi><metamark>[</metamark>1793? Montag<metamark>]</metamark></hi> </dateline> <lb n="15"/> <opener> <salute> <hi rendition="#et"> <hi rendition="#aq">Ma cherie et invisible Amie,</hi> </hi> </salute> </opener><lb/> <p> <hi rendition="#aq">Il m’en a couté de ne Vous voir pas. Je n’ai vû hier que Votre<lb/> tete. J’espere — ou du moins, je demande — que Vous tiendrés<lb/> aussi bien Votre promesse de me voir <hi rendition="#g">demain,</hi> que j’ai tenu la<note place="right"><ref target="1922_Bd#_403">[403]</ref></note><lb/> mienne de ne Vous voir point. — Mais demain! — Nous nous<lb n="20"/> verrons; — et entourés du soir, du ciel et de la nature — n’etant<lb/> accompagnés que des oiseaux — n’etant eblouis que du soleil —<lb/> parlants — jouissant — esperant, alors nous oublierons à ce soir<lb/> le soir qui ne lui ressemble pas … Adieu. (En hâte.)</hi> </p><lb/> <closer> <salute> <hi rendition="#right"> <hi rendition="#aq">R.</hi> <lb n="25"/> </hi> </salute> </closer> </div><lb/> <div type="letter" n="1"> <head>427. An <hi rendition="#g">Amöne Herold.</hi></head><lb/> <note type="editorial"> <hi rendition="#c"><metamark>[</metamark>Zuſatz zu Nr. 412<metamark>]</metamark></hi> </note><lb/> <dateline> <hi rendition="#c">Wieder abgeſchrieben den 25 Mai. 1793.</hi> </dateline><lb/> <p>Die Hälfte dieſer Wolken iſt ſchon vorübergezogen in den ſchönern<lb/> Farben, die ihnen mein Herz wünſchte — aber o gütiges Schikſal,<lb n="30"/> verſage nicht allen den Freunden, die ich liebe, die Geſundheit und<lb/> heile nicht blos das Herz ſondern auch die Nachbarſchaft deſſelben.</p> </div><lb/> </body> </text> </TEI> [383/0411]
425. An Amöne Herold?
Am Donnerſtag nach der Beſchreibung des Elyſiums
d. 11 Apr. 93.
Es gab eine Hand, die ich halten wolte bis meine zerſtäubte — es
gab eine Freundin, der ich zu viel gegeben, die mir zuviel genommen 5
— es gab eine die mich eben ſo viel Thränen der Freude als des
Kummers koſtete — es gab eine, zu der ich in einer elyſiſchen Minute
ſagte: „und wenn ich ſelber einmal ſage und verſichere, ich haſſe dich,
„ſo iſt es nicht wahr“ —
Iſt ſie nimmer? hab ich ſo ſchon verſichert? hab ich mich kalt geſtelt? 10
— — Ja ſie hat es, und ich hab’ es — —
Aber ich allein (und ſie nicht) ſag in meinem einſamen Zimmer mit
flutenden Augen: du liebſt ſie doch und ewig und ewig und ewig
426. An Renate Wirth.
le 29me Avril [1793? Montag] 15
Ma cherie et invisible Amie,
Il m’en a couté de ne Vous voir pas. Je n’ai vû hier que Votre
tete. J’espere — ou du moins, je demande — que Vous tiendrés
aussi bien Votre promesse de me voir demain, que j’ai tenu la
mienne de ne Vous voir point. — Mais demain! — Nous nous 20
verrons; — et entourés du soir, du ciel et de la nature — n’etant
accompagnés que des oiseaux — n’etant eblouis que du soleil —
parlants — jouissant — esperant, alors nous oublierons à ce soir
le soir qui ne lui ressemble pas … Adieu. (En hâte.)
R. 25
427. An Amöne Herold.
Wieder abgeſchrieben den 25 Mai. 1793.
Die Hälfte dieſer Wolken iſt ſchon vorübergezogen in den ſchönern
Farben, die ihnen mein Herz wünſchte — aber o gütiges Schikſal, 30
verſage nicht allen den Freunden, die ich liebe, die Geſundheit und
heile nicht blos das Herz ſondern auch die Nachbarſchaft deſſelben.
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools ?Language Resource Switchboard?FeedbackSie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden. Kommentar zur DTA-AusgabeDieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen … Historisch-kritische Ausgabe der Werke und Briefe von Jean Paul. Berlin-Brandenburgische Akademie zu Berlin: Bereitstellung der Texttranskription.
(2016-11-22T14:52:17Z)
Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Markus Bernauer, Matthias Boenig: Bearbeitung der digitalen Edition.
(2016-11-22T14:52:17Z)
Weitere Informationen:Die digitale Edition der Briefe Jean Pauls im Deutschen Textarchiv basiert auf der von Eduard Berend herausgegebenen III. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe mit den Briefen Jean Pauls. Die Bände werden im Faksimile und in getreuer Umschrift ohne Korrekturen vollständig zugänglich gemacht. Nicht aufgenommen, da in der hier gewählten Präsentation kaum nutzbar, sind Berends umfangreiche Register über die III. Abteilung in Band III/9, die in das elektronische Gesamtregister über die Briefe von und an Jean Paul eingegangen sind. Das bedeutet: Aufbewahrungsorte von Handschriften sowie veraltete Literaturverweise blieben ebenso bestehen wie die Nummern der von Jean Paul beantworteten Briefe oder der an ihn gerichteten Antworten, Nummern, die sich auf die Regesten in den digitalisierten Bänden beziehen und nicht auf die neue IV. Abteilung mit den Briefen an Jean Paul (s. dort die Konkordanzen). Eine andere, briefzentrierte digitale Edition der Briefe Jean Pauls ist derzeit als Gemeinschaftsprojekt der Jean-Paul-Edition und der Initiative TELOTA in Vorbereitung. Die Metadaten dieser Ausgabe sowie veraltete Verweise in den Erläuterungen werden dort so weit als möglich aktualisiert. Die Digitalisierung wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
|
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden. Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des § 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2024 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
Kontakt: redaktion(at)deutschestextarchiv.de. |