Hauptmann, Gerhart: Fuhrmann Henschel. Berlin, 1899. Henschel. 's bleit uf mir sitza, ma dreht's wie ma wil. Die werd's schun wissa, wie's e's sull afanga. Die is iberall, die werd's a schun eireda. Und wenn's flugs die Leute und thäta's verschweiga und wer'n ni wie Hunde hinger mr har: 's kan eemol nischt halfa, 's bleit uf mir sitza. Siebenhaar. Henschel, wir gehen nicht eher fort, Sie müssen sich das aus dem Sinn schlagen. Sie müssen sich ganz vollkommen beruhigen. Henschel. Ich bin ju verninftig, ich bin ganz ruhig. Siebenhaar. Nun schön, wir wollen mal offen sein. Sie sehen jetzt, wie Ihre Frau bereut. Der Kellner ist fort, über alle Berge, den kriegen Sie niemals mehr zu sehen. Jeder kann straucheln, er sei, wer er wolle. Jetzt reichen Sie sich ganz einfach die Hände. Begraben Sie, was zu begraben ist und machen Sie einfach Frieden mitnander. Henschel. Ich brauche kenn Frieda wetter zu macha, zu Hanne derwegen, de Hand, die kann ich Dr gahn. Daß Du und hust an Fehltritt beganga, das mag inse Herrgott richta, dohie. Ich will Dich wetter do ni verdomma. -- Wenn ma ock bloß . . . . ich meene miet Gustlan . . . . wenn ma, und weßte do was Bestimmtes. Frau Henschel. Ihr kinnt mich derschlohn uf dr Stelle meinswegen. Tut will ich sein ei dan Augablick, wenn ich ha Gustlan ums Laba gebrucht. Henschel. Das sa ich ju ebens: 's bleit uf mir sitza! -- Na, murne kinn m'r ju weiter reda. Ehb mr do wer'n han ausgeredt, do werd wull no mancher Truppen ei's Meer laufa. Henſchel. ’s bleit uf mir ſitza, ma dreht’s wie ma wil. Die werd’s ſchun wiſſa, wie’s e’s ſull afanga. Die is iberall, die werd’s a ſchun eireda. Und wenn’s flugs die Leute und thäta’s verſchweiga und wer’n ni wie Hunde hinger mr har: ’s kan eemol niſcht halfa, ’s bleit uf mir ſitza. Siebenhaar. Henſchel, wir gehen nicht eher fort, Sie müſſen ſich das aus dem Sinn ſchlagen. Sie müſſen ſich ganz vollkommen beruhigen. Henſchel. Ich bin ju verninftig, ich bin ganz ruhig. Siebenhaar. Nun ſchön, wir wollen mal offen ſein. Sie ſehen jetzt, wie Ihre Frau bereut. Der Kellner iſt fort, über alle Berge, den kriegen Sie niemals mehr zu ſehen. Jeder kann ſtraucheln, er ſei, wer er wolle. Jetzt reichen Sie ſich ganz einfach die Hände. Begraben Sie, was zu begraben iſt und machen Sie einfach Frieden mitnander. Henſchel. Ich brauche kenn Frieda wetter zu macha, zu Hanne derwegen, de Hand, die kann ich Dr gahn. Daß Du und huſt an Fehltritt beganga, das mag inſe Herrgott richta, dohie. Ich will Dich wetter do ni verdomma. — Wenn ma ock bloß . . . . ich meene miet Guſtlan . . . . wenn ma, und weßte do was Beſtimmtes. Frau Henſchel. Ihr kinnt mich derſchlohn uf dr Stelle meinswegen. Tut will ich ſein ei dan Augablick, wenn ich ha Guſtlan ums Laba gebrucht. Henſchel. Das ſa ich ju ebens: ’s bleit uf mir ſitza! — Na, murne kinn m’r ju weiter reda. 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die Leute und thäta’s verſchweiga und wer’n ni wie Hunde
hinger mr har: ’s kan eemol niſcht halfa, ’s bleit uf
mir ſitza.
Siebenhaar. Henſchel, wir gehen nicht eher fort, Sie
müſſen ſich das aus dem Sinn ſchlagen. Sie müſſen ſich
ganz vollkommen beruhigen.
Henſchel. Ich bin ju verninftig, ich bin ganz ruhig.
Siebenhaar. Nun ſchön, wir wollen mal offen ſein.
Sie ſehen jetzt, wie Ihre Frau bereut. Der Kellner iſt fort,
über alle Berge, den kriegen Sie niemals mehr zu ſehen.
Jeder kann ſtraucheln, er ſei, wer er wolle. Jetzt reichen
Sie ſich ganz einfach die Hände. Begraben Sie, was zu
begraben iſt und machen Sie einfach Frieden mitnander.
Henſchel. Ich brauche kenn Frieda wetter zu macha,
zu Hanne derwegen, de Hand, die kann ich Dr gahn. Daß
Du und huſt an Fehltritt beganga, das mag inſe Herrgott
richta, dohie. Ich will Dich wetter do ni verdomma. — Wenn
ma ock bloß . . . . ich meene miet Guſtlan . . . . wenn
ma, und weßte do was Beſtimmtes.
Frau Henſchel. Ihr kinnt mich derſchlohn uf dr Stelle
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Henſchel. Das ſa ich ju ebens: ’s bleit uf mir
ſitza! — Na, murne kinn m’r ju weiter reda. Ehb mr
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