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Hartmann, Eugen: Entwicklungs-Geschichte der Posten von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Leipzig, 1868.

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lich nicht blos der Character dieser Anstalten,1) sondern auch
die Form ihrer Ausführung eine verschiedene, wie der Verlauf
der Geschichte dies näher zeigen wird, und es ist nur eine
Anticipation der an und für sich noch sehr jungen Benennung
"Post", wenn ich dieselbe für alle jene Beförderungsweisen,
welche im Alterthum und im Mittelalter unsere heutige Post
vertraten, gebrauche. Jch thue dies, wiewohl ich weiß, daß
einzelne Schriftsteller, namentlich Matthias,2) energisch dagegen
eifern, daß die alten Curiersendungen der Perser, der cursus
publicus
der Römer etc. etc. keine Posten gewesen seien.

Anderseits werde ich aber auch vorsichtig sein, die antiken
Einrichtungen gerade nicht mit den modernsten Ausdrücken zu
benennen, denn der Begriff von "Eilwägen", "Postzügen"
und "Güterzügen" paßt nicht zu der Ausführung des antiken
Postwesens.3).

Schließlich sei mir die Bemerkung gestattet, daß ich mich
nur auf die äußere Entwicklungsgeschichte der Posten beschränke.

1) Definitionen über Begriff und Wesen der Posten sind zu lesen bei:
von Beust, Versuch einer ausführlichen Erklärung des Postregals etc.,
Jena 1747. Theil I. Abschn. I. Cap. I. §. 9.
Posselt, wissenschaftliches Magazin für Aufklärung, Kehl 1785. Bd. I.
Heft 3.
Klüber, öffentliches Recht des deutschen Bundes und der Bundesstaaten,
Frankfurt 1822. pag. 700.
Matthias, über Posten und Postregale, Berlin 1832. Bd. I. pag. 81.
Stängel, das deutsche Postwesen in geschichtlicher und rechtlicher Be-
ziehung, Stuttgart 1844. pag. 299.
Moser, deutsches Staatsrecht, Frankfurt 1752. Theil V. §. 169.
Rau, Grundsätze der Finanzwissenschaft, Leipzig 1855. pag. 268; ebenso
bei Runde, Gönner etc. etc.
2) Matthias, über Posten und Postregale, Berlin 1832.
3) Deutsche Vierteljahrsschrift, 1858. pag. 58, 59, 60.

lich nicht blos der Character dieſer Anſtalten,1) ſondern auch
die Form ihrer Ausführung eine verſchiedene, wie der Verlauf
der Geſchichte dies näher zeigen wird, und es iſt nur eine
Anticipation der an und für ſich noch ſehr jungen Benennung
„Poſt“, wenn ich dieſelbe für alle jene Beförderungsweiſen,
welche im Alterthum und im Mittelalter unſere heutige Poſt
vertraten, gebrauche. Jch thue dies, wiewohl ich weiß, daß
einzelne Schriftſteller, namentlich Matthias,2) energiſch dagegen
eifern, daß die alten Curierſendungen der Perſer, der cursus
publicus
der Römer ꝛc. ꝛc. keine Poſten geweſen ſeien.

Anderſeits werde ich aber auch vorſichtig ſein, die antiken
Einrichtungen gerade nicht mit den modernſten Ausdrücken zu
benennen, denn der Begriff von „Eilwägen“, „Poſtzügen“
und „Güterzügen“ paßt nicht zu der Ausführung des antiken
Poſtweſens.3).

Schließlich ſei mir die Bemerkung geſtattet, daß ich mich
nur auf die äußere Entwicklungsgeſchichte der Poſten beſchränke.

1) Definitionen über Begriff und Weſen der Poſten ſind zu leſen bei:
von Beust, Verſuch einer ausführlichen Erklärung des Poſtregals ꝛc.,
Jena 1747. Theil I. Abſchn. I. Cap. I. §. 9.
Posselt, wiſſenſchaftliches Magazin für Aufklärung, Kehl 1785. Bd. I.
Heft 3.
Klüber, öffentliches Recht des deutſchen Bundes und der Bundesſtaaten,
Frankfurt 1822. pag. 700.
Matthias, über Poſten und Poſtregale, Berlin 1832. Bd. I. pag. 81.
Stängel, das deutſche Poſtweſen in geſchichtlicher und rechtlicher Be-
ziehung, Stuttgart 1844. pag. 299.
Moser, deutſches Staatsrecht, Frankfurt 1752. Theil V. §. 169.
Rau, Grundſätze der Finanzwiſſenſchaft, Leipzig 1855. pag. 268; ebenſo
bei Runde, Gönner ꝛc. ꝛc.
2) Matthias, über Poſten und Poſtregale, Berlin 1832.
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[5/0018] lich nicht blos der Character dieſer Anſtalten, 1) ſondern auch die Form ihrer Ausführung eine verſchiedene, wie der Verlauf der Geſchichte dies näher zeigen wird, und es iſt nur eine Anticipation der an und für ſich noch ſehr jungen Benennung „Poſt“, wenn ich dieſelbe für alle jene Beförderungsweiſen, welche im Alterthum und im Mittelalter unſere heutige Poſt vertraten, gebrauche. Jch thue dies, wiewohl ich weiß, daß einzelne Schriftſteller, namentlich Matthias, 2) energiſch dagegen eifern, daß die alten Curierſendungen der Perſer, der cursus publicus der Römer ꝛc. ꝛc. keine Poſten geweſen ſeien. Anderſeits werde ich aber auch vorſichtig ſein, die antiken Einrichtungen gerade nicht mit den modernſten Ausdrücken zu benennen, denn der Begriff von „Eilwägen“, „Poſtzügen“ und „Güterzügen“ paßt nicht zu der Ausführung des antiken Poſtweſens. 3). Schließlich ſei mir die Bemerkung geſtattet, daß ich mich nur auf die äußere Entwicklungsgeſchichte der Poſten beſchränke. 1) Definitionen über Begriff und Weſen der Poſten ſind zu leſen bei: von Beust, Verſuch einer ausführlichen Erklärung des Poſtregals ꝛc., Jena 1747. Theil I. Abſchn. I. Cap. I. §. 9. Posselt, wiſſenſchaftliches Magazin für Aufklärung, Kehl 1785. Bd. I. Heft 3. Klüber, öffentliches Recht des deutſchen Bundes und der Bundesſtaaten, Frankfurt 1822. pag. 700. Matthias, über Poſten und Poſtregale, Berlin 1832. Bd. I. pag. 81. Stängel, das deutſche Poſtweſen in geſchichtlicher und rechtlicher Be- ziehung, Stuttgart 1844. pag. 299. Moser, deutſches Staatsrecht, Frankfurt 1752. Theil V. §. 169. Rau, Grundſätze der Finanzwiſſenſchaft, Leipzig 1855. pag. 268; ebenſo bei Runde, Gönner ꝛc. ꝛc. 2) Matthias, über Poſten und Poſtregale, Berlin 1832. 3) Deutſche Vierteljahrsſchrift, 1858. pag. 58, 59, 60.

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Zitationshilfe: Hartmann, Eugen: Entwicklungs-Geschichte der Posten von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Leipzig, 1868, S. 5. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hartmann_posten_1868/18>, abgerufen am 18.04.2024.