Die Grenzboten. Jg. 76, 1917, Erstes Vierteljahr.Neue Homerbücher Professor Dr. W. Janell von sah Goethe-Wort: "Was Homer erschuf und Scipionen, erfüllt sich mehr und mehr in unserer Zeit: viele unserer Besten Gewiß ist, daß Homer einen Bestandteil unserer Kultur bildet, der nicht Allen, die es drängt, den Dichter zu genießen und zu würdigen -- sei es ") Homer, Teil I: "Der Dichter und seine Welt". 2. Aufl. (Leipzig 1914, Teubner.
8° XVI u. 460 S. Geb. S Mary. Die homerische Dichtung ("Aus Natur und Geisteswelt'). Leipzig 1918. 11" S. Neue Homerbücher Professor Dr. W. Janell von sah Goethe-Wort: „Was Homer erschuf und Scipionen, erfüllt sich mehr und mehr in unserer Zeit: viele unserer Besten Gewiß ist, daß Homer einen Bestandteil unserer Kultur bildet, der nicht Allen, die es drängt, den Dichter zu genießen und zu würdigen — sei es «) Homer, Teil I: „Der Dichter und seine Welt". 2. Aufl. (Leipzig 1914, Teubner.
8° XVI u. 460 S. Geb. S Mary. Die homerische Dichtung („Aus Natur und Geisteswelt'). Leipzig 1918. 11» S. <TEI> <text> <body> <div> <div n="1"> <pb facs="#f0423" corresp="http://brema.suub.uni-bremen.de/grenzboten/periodical/pageview/331831"/> <figure facs="http://media.dwds.de/dta/images/grenzboten_341905_331409/figures/grenzboten_341905_331409_331831_000.jpg"/><lb/> </div> <div n="1"> <head> Neue Homerbücher<lb/><note type="byline"> Professor Dr. W. Janell</note> von </head><lb/> <p xml:id="ID_1345"> sah Goethe-Wort:</p><lb/> <quote> „Was Homer erschuf und Scipionen,<lb/> Kann nimmer im gelehrten Treibhaus wohnen"</quote><lb/> <p xml:id="ID_1346"> erfüllt sich mehr und mehr in unserer Zeit: viele unserer Besten<lb/> find bestrebt, die griechische Antike zu lebendigem Wirken in<lb/> unserem Volke zu bringen, es zu erreichen, daß sie nicht auf die mehr oder<lb/> weniger pflichtgemäße Beschäftigung von seiten der Jugend in der Schule be¬<lb/> schränkt bleibe, sondern das nationale Kulturleben kräftig beeinflusse. Das gilt<lb/> in höchstem Maße von Homer.</p><lb/> <p xml:id="ID_1347"> Gewiß ist, daß Homer einen Bestandteil unserer Kultur bildet, der nicht<lb/> wegzuleugnen und nicht wegzudenken ist, und zwar trotz der Mängel, die man<lb/> etwa den Vermittlern Homers, der Schule oder der Übersetzung von Voß, vor¬<lb/> werfen mag. Wenn also Thassilo von Scheffer meint, durch jene sei den<lb/> Deutschen von heut Homer derart ungenießbar gemacht worden, daß man die<lb/> wenigen Männer, meist selbst Dichter und Künstler, herzählen könnte, die noch mit<lb/> völliger Begeistemng sich in dieses wundervolle Meer von Poesie versenkten, so<lb/> trifft das in der Allgemeinheit gewiß nicht zu. und mit vollem Recht sagt<lb/> Waldmann: „Unsere Zeit verlangt nach der griechischen Antike. Man braucht<lb/> sich nur das Schaffen unserer Dichter anzusehen und aufzumerken, wohin ihre<lb/> Phantasie sie immer wieder führt, wie sie von den griechischen Dingen erfüllt<lb/> find, vom Mythus, von der Form, vom Menschentum". Gewiß find es. wie<lb/> Scheffer meinte, vor allem Dichter und Künstler, die jene Sehnsucht in sich<lb/> fühlen, aber durch sie äußert sich doch auch des Volkes Empfinden, durch ihre<lb/> Vermittlung vermag es Homer in sich aufzunehmen. An der Möglichkeit dazu<lb/> fehlt es wahrlich nicht; denn die letzten Jahre brachten so viele tüchtige<lb/> Würdigungen Homers.</p><lb/> <p xml:id="ID_1348" next="#ID_1349"> Allen, die es drängt, den Dichter zu genießen und zu würdigen — sei es<lb/> im Urtext, sei es in einer Übertragung — können die neuen Bücher Georg<lb/> Finslers in vielem treffliche Führer sein. Finster*). der im letzten Jahre ver¬<lb/> storbene Rektor des städtischen Gymnasiums in Bern, war ein Philolog von<lb/> tüchtigster Art, von kraftvoller, stahlharter Gelehrsamkeit; auf keine Autoritäten</p><lb/> <note xml:id="FID_57" place="foot"> «) Homer, Teil I: „Der Dichter und seine Welt". 2. Aufl. (Leipzig 1914, Teubner.<lb/> 8° XVI u. 460 S. Geb. S Mary. Die homerische Dichtung („Aus Natur und Geisteswelt').<lb/> Leipzig 1918. 11» S.</note><lb/> </div> </div> </body> </text> </TEI> [0423]
[Abbildung]
Neue Homerbücher
Professor Dr. W. Janell von
sah Goethe-Wort:
„Was Homer erschuf und Scipionen,
Kann nimmer im gelehrten Treibhaus wohnen"
erfüllt sich mehr und mehr in unserer Zeit: viele unserer Besten
find bestrebt, die griechische Antike zu lebendigem Wirken in
unserem Volke zu bringen, es zu erreichen, daß sie nicht auf die mehr oder
weniger pflichtgemäße Beschäftigung von seiten der Jugend in der Schule be¬
schränkt bleibe, sondern das nationale Kulturleben kräftig beeinflusse. Das gilt
in höchstem Maße von Homer.
Gewiß ist, daß Homer einen Bestandteil unserer Kultur bildet, der nicht
wegzuleugnen und nicht wegzudenken ist, und zwar trotz der Mängel, die man
etwa den Vermittlern Homers, der Schule oder der Übersetzung von Voß, vor¬
werfen mag. Wenn also Thassilo von Scheffer meint, durch jene sei den
Deutschen von heut Homer derart ungenießbar gemacht worden, daß man die
wenigen Männer, meist selbst Dichter und Künstler, herzählen könnte, die noch mit
völliger Begeistemng sich in dieses wundervolle Meer von Poesie versenkten, so
trifft das in der Allgemeinheit gewiß nicht zu. und mit vollem Recht sagt
Waldmann: „Unsere Zeit verlangt nach der griechischen Antike. Man braucht
sich nur das Schaffen unserer Dichter anzusehen und aufzumerken, wohin ihre
Phantasie sie immer wieder führt, wie sie von den griechischen Dingen erfüllt
find, vom Mythus, von der Form, vom Menschentum". Gewiß find es. wie
Scheffer meinte, vor allem Dichter und Künstler, die jene Sehnsucht in sich
fühlen, aber durch sie äußert sich doch auch des Volkes Empfinden, durch ihre
Vermittlung vermag es Homer in sich aufzunehmen. An der Möglichkeit dazu
fehlt es wahrlich nicht; denn die letzten Jahre brachten so viele tüchtige
Würdigungen Homers.
Allen, die es drängt, den Dichter zu genießen und zu würdigen — sei es
im Urtext, sei es in einer Übertragung — können die neuen Bücher Georg
Finslers in vielem treffliche Führer sein. Finster*). der im letzten Jahre ver¬
storbene Rektor des städtischen Gymnasiums in Bern, war ein Philolog von
tüchtigster Art, von kraftvoller, stahlharter Gelehrsamkeit; auf keine Autoritäten
«) Homer, Teil I: „Der Dichter und seine Welt". 2. Aufl. (Leipzig 1914, Teubner.
8° XVI u. 460 S. Geb. S Mary. Die homerische Dichtung („Aus Natur und Geisteswelt').
Leipzig 1918. 11» S.
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