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Gehler, Johann Samuel Traugott: Physikalisches Wörterbuch, oder, Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. Bd. 5. Leipzig, 1799.

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Körper hinzuzufügen. Seine Classification der klingenden Körper wird man unten im Zusatze des Art. Klang, finden. Einen Aufsatz hierüber unter dem Titel: Beyträge zur Beförderung eines bessern Vortrags der Klanglehre hat Herr Chladni an die berliner Gesellschaft naturforschender Freunde eingesendet.

Alchymie.

Zu Th. I. S. 94.

Von Hrn. Wieglebs historisch-kritischer Untersuchung der Alchemie, oder der eingebildeten Goldmacherkunst, ist zu Weimar, 1793. 8. eine neue Auflage erschienen.

Alkohol.

Zu Th. I. S. 94.

In der Nomenclatur des antiphlogistischen Systems wird dem reinen Weingeiste selbst sehr richtig der Name Alkohol gegeben; weil das Wasser im gemeinen Weingeiste eine außerwesentliche Beymischung ist. So heißen auch die gesättigten Auflösungen im Weingeiste pottaschegesättigtes, salpetergesättigtes, harzgesättigtes Alkohol (Alcohol potassae, nitricum, resinatum, Alcohol de potasse, uitrique, resineux), s. den Zus. des Art. Weingeist.

Amalgama, elektrisches.

Zusatz zu diesem Art. Th. I. S. 95. 96.

Die gewöhnlichste Bereitungsart des elektrischen Amalgama aus Zink und Quecksilber, besonders in England, ist diese, daß man zu 5 Theilen Quecksilber 1 Theil Zink setzt, und dieses Gemisch durch Schmelzen oder Reiben zu der Consistenz einer Butter bringt. Durch einen Zusatz von klar geriebner und sorgfältig getrockneter Kreide oder weißer Schminke (blanc d'Espagne) verwandelt man es in ein Pulver und streut es so auf die mit etwas Fett bestrichenen Kissen der Elektrisirmaschine. Eben so wird auch das Amalgama aus Zinn und Quecksilber bereitet. Das Musivgold erhält man aus 12 Theilen reinem Zinn, die geschmolzen mit 3 Theilen Quecksilber vermischt, und mit 7 Theilen Schwefelblumen und 3 Theilen Salmiak in einem steinernen


Koͤrper hinzuzufuͤgen. Seine Claſſification der klingenden Koͤrper wird man unten im Zuſatze des Art. Klang, finden. Einen Aufſatz hieruͤber unter dem Titel: Beytraͤge zur Befoͤrderung eines beſſern Vortrags der Klanglehre hat Herr Chladni an die berliner Geſellſchaft naturforſchender Freunde eingeſendet.

Alchymie.

Zu Th. I. S. 94.

Von Hrn. Wieglebs hiſtoriſch-kritiſcher Unterſuchung der Alchemie, oder der eingebildeten Goldmacherkunſt, iſt zu Weimar, 1793. 8. eine neue Auflage erſchienen.

Alkohol.

Zu Th. I. S. 94.

In der Nomenclatur des antiphlogiſtiſchen Syſtems wird dem reinen Weingeiſte ſelbſt ſehr richtig der Name Alkohol gegeben; weil das Waſſer im gemeinen Weingeiſte eine außerweſentliche Beymiſchung iſt. So heißen auch die geſaͤttigten Aufloͤſungen im Weingeiſte pottaſchegeſaͤttigtes, ſalpetergeſaͤttigtes, harzgeſaͤttigtes Alkohol (Alcohol potaſſae, nitricum, reſinatum, Alcohol de potaſſe, uitrique, réſineux), ſ. den Zuſ. des Art. Weingeiſt.

Amalgama, elektriſches.

Zuſatz zu dieſem Art. Th. I. S. 95. 96.

Die gewoͤhnlichſte Bereitungsart des elektriſchen Amalgama aus Zink und Queckſilber, beſonders in England, iſt dieſe, daß man zu 5 Theilen Queckſilber 1 Theil Zink ſetzt, und dieſes Gemiſch durch Schmelzen oder Reiben zu der Conſiſtenz einer Butter bringt. Durch einen Zuſatz von klar geriebner und ſorgfaͤltig getrockneter Kreide oder weißer Schminke (blanc d'Eſpagne) verwandelt man es in ein Pulver und ſtreut es ſo auf die mit etwas Fett beſtrichenen Kiſſen der Elektriſirmaſchine. Eben ſo wird auch das Amalgama aus Zinn und Queckſilber bereitet. Das Muſivgold erhaͤlt man aus 12 Theilen reinem Zinn, die geſchmolzen mit 3 Theilen Queckſilber vermiſcht, und mit 7 Theilen Schwefelblumen und 3 Theilen Salmiak in einem ſteinernen

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[18/0030] Koͤrper hinzuzufuͤgen. Seine Claſſification der klingenden Koͤrper wird man unten im Zuſatze des Art. Klang, finden. Einen Aufſatz hieruͤber unter dem Titel: Beytraͤge zur Befoͤrderung eines beſſern Vortrags der Klanglehre hat Herr Chladni an die berliner Geſellſchaft naturforſchender Freunde eingeſendet. Alchymie. Zu Th. I. S. 94. Von Hrn. Wieglebs hiſtoriſch-kritiſcher Unterſuchung der Alchemie, oder der eingebildeten Goldmacherkunſt, iſt zu Weimar, 1793. 8. eine neue Auflage erſchienen. Alkohol. Zu Th. I. S. 94. In der Nomenclatur des antiphlogiſtiſchen Syſtems wird dem reinen Weingeiſte ſelbſt ſehr richtig der Name Alkohol gegeben; weil das Waſſer im gemeinen Weingeiſte eine außerweſentliche Beymiſchung iſt. So heißen auch die geſaͤttigten Aufloͤſungen im Weingeiſte pottaſchegeſaͤttigtes, ſalpetergeſaͤttigtes, harzgeſaͤttigtes Alkohol (Alcohol potaſſae, nitricum, reſinatum, Alcohol de potaſſe, uitrique, réſineux), ſ. den Zuſ. des Art. Weingeiſt. Amalgama, elektriſches. Zuſatz zu dieſem Art. Th. I. S. 95. 96. Die gewoͤhnlichſte Bereitungsart des elektriſchen Amalgama aus Zink und Queckſilber, beſonders in England, iſt dieſe, daß man zu 5 Theilen Queckſilber 1 Theil Zink ſetzt, und dieſes Gemiſch durch Schmelzen oder Reiben zu der Conſiſtenz einer Butter bringt. Durch einen Zuſatz von klar geriebner und ſorgfaͤltig getrockneter Kreide oder weißer Schminke (blanc d'Eſpagne) verwandelt man es in ein Pulver und ſtreut es ſo auf die mit etwas Fett beſtrichenen Kiſſen der Elektriſirmaſchine. Eben ſo wird auch das Amalgama aus Zinn und Queckſilber bereitet. Das Muſivgold erhaͤlt man aus 12 Theilen reinem Zinn, die geſchmolzen mit 3 Theilen Queckſilber vermiſcht, und mit 7 Theilen Schwefelblumen und 3 Theilen Salmiak in einem ſteinernen

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Zitationshilfe: Gehler, Johann Samuel Traugott: Physikalisches Wörterbuch, oder, Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. Bd. 5. Leipzig, 1799, S. 18. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/gehler_woerterbuch05_1799/30>, abgerufen am 03.03.2024.