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Gehema, Janusz Abraham: Officirer Feld-Apoteke. Berlin, 1688.

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norrhaea, dann so es weiter damit gekommen
wäre/ so ist mein absoluter Rath/ daß man
die Campagne quitire, und sich in die nechst-
gelegene Stadt bringen lasse/ umb daselbst
einen wohlerfahrnen Medicium und tüchti-
gen Chirurgum zu consuliren; Dann ein
solcher inficirter Officirer nicht capabel wä-
re/ allerhand Fatigues auszustehen/ wodurch
er sich selbst nur mehr verderben würde.

9.
Von allen blessuren und Wun-
den/ sie mögen seyn geschossen/ gehau-
en oder gestochen.

Wann die Wunde sehr blutet/ so soll man
erstlich ein vierfaches Tüchlein nehmen/ sol-
ches in die eusserliche Blutstillung netzen/
und in die Wunde legen/ wann solches ge-
schehen/ und das Blut gestillet/ so muß man
ein wenig abgeschabte reine Leinwand in dem
warm gemachten Wundbalsam tauchen/ sel-
biges in die Wunde legen/ und alsdann das
Universal-Pflaster darüber appliciren, und
die Wunde/ so viel immer möglich/ für der
Lufft bewahren/ und gar wenig entblössen;
Jst die Kugel noch darein/ muß man sich be-
mühen/ solche heraus zu holen. So muß

man

norrhæa, dann ſo es weiter damit gekommen
waͤre/ ſo iſt mein abſoluter Rath/ daß man
die Campagne quitire, und ſich in die nechſt-
gelegene Stadt bringen laſſe/ umb daſelbſt
einen wohlerfahrnen Medicium und tuͤchti-
gen Chirurgum zu conſuliren; Dann ein
ſolcher inficirter Officirer nicht capabel waͤ-
re/ allerhand Fatigues auszuſtehen/ wodurch
er ſich ſelbſt nur mehr verderben wuͤrde.

9.
Von allen bleſſuren und Wun-
den/ ſie moͤgen ſeyn geſchoſſen/ gehau-
en oder geſtochen.

Wann die Wunde ſehr blutet/ ſo ſoll man
erſtlich ein vierfaches Tuͤchlein nehmen/ ſol-
ches in die euſſerliche Blutſtillung netzen/
und in die Wunde legen/ wann ſolches ge-
ſchehen/ und das Blut geſtillet/ ſo muß man
ein wenig abgeſchabte reine Leinwand in dem
warm gemachten Wundbalſam tauchen/ ſel-
biges in die Wunde legen/ und alsdann das
Univerſal-Pflaſter daruͤber appliciren, und
die Wunde/ ſo viel immer moͤglich/ fuͤr der
Lufft bewahren/ und gar wenig entbloͤſſen;
Jſt die Kugel noch darein/ muß man ſich be-
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[28/0032] norrhæa, dann ſo es weiter damit gekommen waͤre/ ſo iſt mein abſoluter Rath/ daß man die Campagne quitire, und ſich in die nechſt- gelegene Stadt bringen laſſe/ umb daſelbſt einen wohlerfahrnen Medicium und tuͤchti- gen Chirurgum zu conſuliren; Dann ein ſolcher inficirter Officirer nicht capabel waͤ- re/ allerhand Fatigues auszuſtehen/ wodurch er ſich ſelbſt nur mehr verderben wuͤrde. 9. Von allen bleſſuren und Wun- den/ ſie moͤgen ſeyn geſchoſſen/ gehau- en oder geſtochen. Wann die Wunde ſehr blutet/ ſo ſoll man erſtlich ein vierfaches Tuͤchlein nehmen/ ſol- ches in die euſſerliche Blutſtillung netzen/ und in die Wunde legen/ wann ſolches ge- ſchehen/ und das Blut geſtillet/ ſo muß man ein wenig abgeſchabte reine Leinwand in dem warm gemachten Wundbalſam tauchen/ ſel- biges in die Wunde legen/ und alsdann das Univerſal-Pflaſter daruͤber appliciren, und die Wunde/ ſo viel immer moͤglich/ fuͤr der Lufft bewahren/ und gar wenig entbloͤſſen; Jſt die Kugel noch darein/ muß man ſich be- muͤhen/ ſolche heraus zu holen. So muß man

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Zitationshilfe: Gehema, Janusz Abraham: Officirer Feld-Apoteke. Berlin, 1688, S. 28. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/gehema_feldapotheke_1688/32>, abgerufen am 09.05.2021.