Frentzel, Salomon Gottlob: Historischer Schau-Platz Oder Chronike Und Beschreibung Der Königlichen und Churfürstlichen Sächßischen Stadt und Herrschaft Hoyerswerda Im Marggraffthume Ober-Laußitz. Leipzig u. a., 1744.Das zehende Capitel. daß er der Durchlauchtigsten Fürstin Gedan-cken regiere, einen andern zu vociren; es ließ ihm aber die Durchlauchtigste Fürstin sagen: Er hätte Kinder, wo er die Vocation nicht an- nehmen wollte, so sollten auch seine Kinder von Jhro Durchlauchtigkeit keine Beförderung zu hoffen haben. Weil er nun diesen Beruf für Göttlich hielte, und in seinem Gewissen überzeuget war, daß es GOttes sonderbare Schickung sey, so gab er die Antwort: Jch bin hier, GOtt und die Fürstin machen es mit mir, wie sie wollen, darauf ihm gleich die Vo- cation zugesandt wurde, die er auch in GOt- tes Namen annahm, in dem Vertrauen, wen GOtt schickt, den macht er auch geschickt, und that am Feste Johannis des Täufers seine An- zugs-Predigt. Er hat sich dreymahl verehli- chet: 1) im Jahre 1696 mit Jungfer Anna Catharina, gebohrner Crügerin, Herrn George Crügers, Pastoris Emeriti zu Colm, eheleiblichen Tochter, mit welcher er eine sehr kurtze Ehe geführet, indem sie drey Wochen nach der Hochzeit gestorben; 2) im Jahre 1697 mit Jungfer Johannen Christianen, gebohrnen Hausdorfin, Seiner Wohl- Ehrwürden Herrn M. Salomon Hausdorfs, Pastoris Primarii zu Bernstätt, eheleiblichen Tochter, mit welcher er 16 Jahre eine sehr vergnügte und gesegnete Ehe geführet, und mit ihr
Das zehende Capitel. daß er der Durchlauchtigſten Fuͤrſtin Gedan-cken regiere, einen andern zu vociren; es ließ ihm aber die Durchlauchtigſte Fuͤrſtin ſagen: Er haͤtte Kinder, wo er die Vocation nicht an- nehmen wollte, ſo ſollten auch ſeine Kinder von Jhro Durchlauchtigkeit keine Befoͤrderung zu hoffen haben. Weil er nun dieſen Beruf fuͤr Goͤttlich hielte, und in ſeinem Gewiſſen uͤberzeuget war, daß es GOttes ſonderbare Schickung ſey, ſo gab er die Antwort: Jch bin hier, GOtt und die Fuͤrſtin machen es mit mir, wie ſie wollen, darauf ihm gleich die Vo- cation zugeſandt wurde, die er auch in GOt- tes Namen annahm, in dem Vertrauen, wen GOtt ſchickt, den macht er auch geſchickt, und that am Feſte Johannis des Taͤufers ſeine An- zugs-Predigt. Er hat ſich dreymahl verehli- chet: 1) im Jahre 1696 mit Jungfer Anna Catharina, gebohrner Cruͤgerin, Herrn George Cruͤgers, Paſtoris Emeriti zu Colm, eheleiblichen Tochter, mit welcher er eine ſehr kurtze Ehe gefuͤhret, indem ſie drey Wochen nach der Hochzeit geſtorben; 2) im Jahre 1697 mit Jungfer Johannen Chriſtianen, gebohrnen Hausdorfin, Seiner Wohl- Ehrwuͤrden Herrn M. Salomon Hausdorfs, Paſtoris Primarii zu Bernſtaͤtt, eheleiblichen Tochter, mit welcher er 16 Jahre eine ſehr vergnuͤgte und geſegnete Ehe gefuͤhret, und mit ihr
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Das zehende Capitel.
daß er der Durchlauchtigſten Fuͤrſtin Gedan-
cken regiere, einen andern zu vociren; es ließ
ihm aber die Durchlauchtigſte Fuͤrſtin ſagen:
Er haͤtte Kinder, wo er die Vocation nicht an-
nehmen wollte, ſo ſollten auch ſeine Kinder von
Jhro Durchlauchtigkeit keine Befoͤrderung
zu hoffen haben. Weil er nun dieſen Beruf
fuͤr Goͤttlich hielte, und in ſeinem Gewiſſen
uͤberzeuget war, daß es GOttes ſonderbare
Schickung ſey, ſo gab er die Antwort: Jch
bin hier, GOtt und die Fuͤrſtin machen es mit
mir, wie ſie wollen, darauf ihm gleich die Vo-
cation zugeſandt wurde, die er auch in GOt-
tes Namen annahm, in dem Vertrauen, wen
GOtt ſchickt, den macht er auch geſchickt, und
that am Feſte Johannis des Taͤufers ſeine An-
zugs-Predigt. Er hat ſich dreymahl verehli-
chet: 1) im Jahre 1696 mit Jungfer Anna
Catharina, gebohrner Cruͤgerin, Herrn
George Cruͤgers, Paſtoris Emeriti zu Colm,
eheleiblichen Tochter, mit welcher er eine ſehr
kurtze Ehe gefuͤhret, indem ſie drey Wochen
nach der Hochzeit geſtorben; 2) im Jahre
1697 mit Jungfer Johannen Chriſtianen,
gebohrnen Hausdorfin, Seiner Wohl-
Ehrwuͤrden Herrn M. Salomon Hausdorfs,
Paſtoris Primarii zu Bernſtaͤtt, eheleiblichen
Tochter, mit welcher er 16 Jahre eine ſehr
vergnuͤgte und geſegnete Ehe gefuͤhret, und mit
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