Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Campe, Joachim Heinrich: Robinson der Jüngere. Bd. 2. Hamburg, 1780.

Bild:
<< vorherige Seite

gewißheit, ob nicht vielleicht vor seiner Zurük-
kunft ein Sturm das Schif zertrümmern wür-
de, hätte zurüklassen können, zumahl, da das
Nothwendigste doch Raum auf seinem Flößhol-
ze hatte. Er nahm sie also mit.

Dahingegen ließ er etwas liegen, wornach
in Europa die Leute am ehesten greifen würden,
-- ein ganzes Tönchen vol Goldkörner, und ein
Schächtelchen mit kostbaren Diamanten, die er
in der Kajüte des Kapitains gesehen hatte. Die-
se mitzunehmen, fiel ihm gar nicht ein; weil er
ganz und gar keinen Gebrauch davon zu machen
wuste.

Ueber dem Durchsuchen, dem Aufmachen
und Auskramen, dem Frohlokken, dem Aus-
wählen und Aufladen war so viel Zeit verflossen,
daß nur noch eine Stunde bis zur nächsten Fluth-
zeit fehlte. Diese musten sie nun erwarten,
weil sie sonst mit der Flöße schwerlich hätten
fortkommen können. Diese Stunde wandte
Robinson dazu an, einmahl wieder auf euro-
päische Weise zu speisen.

Er
O 4

gewißheit, ob nicht vielleicht vor ſeiner Zuruͤk-
kunft ein Sturm das Schif zertruͤmmern wuͤr-
de, haͤtte zuruͤklaſſen koͤnnen, zumahl, da das
Nothwendigſte doch Raum auf ſeinem Floͤßhol-
ze hatte. Er nahm ſie alſo mit.

Dahingegen ließ er etwas liegen, wornach
in Europa die Leute am eheſten greifen wuͤrden,
— ein ganzes Toͤnchen vol Goldkoͤrner, und ein
Schaͤchtelchen mit koſtbaren Diamanten, die er
in der Kajuͤte des Kapitains geſehen hatte. Die-
ſe mitzunehmen, fiel ihm gar nicht ein; weil er
ganz und gar keinen Gebrauch davon zu machen
wuſte.

Ueber dem Durchſuchen, dem Aufmachen
und Auskramen, dem Frohlokken, dem Aus-
waͤhlen und Aufladen war ſo viel Zeit verfloſſen,
daß nur noch eine Stunde bis zur naͤchſten Fluth-
zeit fehlte. Dieſe muſten ſie nun erwarten,
weil ſie ſonſt mit der Floͤße ſchwerlich haͤtten
fortkommen koͤnnen. Dieſe Stunde wandte
Robinſon dazu an, einmahl wieder auf euro-
paͤiſche Weiſe zu ſpeiſen.

Er
O 4
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0221" n="215"/>
gewißheit, ob nicht vielleicht vor &#x017F;einer Zuru&#x0364;k-<lb/>
kunft ein Sturm das Schif zertru&#x0364;mmern wu&#x0364;r-<lb/>
de, ha&#x0364;tte zuru&#x0364;kla&#x017F;&#x017F;en ko&#x0364;nnen, zumahl, da das<lb/>
Nothwendig&#x017F;te doch Raum auf &#x017F;einem Flo&#x0364;ßhol-<lb/>
ze hatte. Er nahm &#x017F;ie al&#x017F;o mit.</p><lb/>
          <p>Dahingegen ließ er etwas liegen, wornach<lb/>
in Europa die Leute am ehe&#x017F;ten greifen wu&#x0364;rden,<lb/>
&#x2014; ein ganzes To&#x0364;nchen vol Goldko&#x0364;rner, und ein<lb/>
Scha&#x0364;chtelchen mit ko&#x017F;tbaren Diamanten, die er<lb/>
in der Kaju&#x0364;te des Kapitains ge&#x017F;ehen hatte. Die-<lb/>
&#x017F;e mitzunehmen, fiel ihm gar nicht ein; weil er<lb/>
ganz und gar keinen Gebrauch davon zu machen<lb/>
wu&#x017F;te.</p><lb/>
          <p>Ueber dem Durch&#x017F;uchen, dem Aufmachen<lb/>
und Auskramen, dem Frohlokken, dem Aus-<lb/>
wa&#x0364;hlen und Aufladen war &#x017F;o viel Zeit verflo&#x017F;&#x017F;en,<lb/>
daß nur noch eine Stunde bis zur na&#x0364;ch&#x017F;ten Fluth-<lb/>
zeit fehlte. Die&#x017F;e mu&#x017F;ten &#x017F;ie nun erwarten,<lb/>
weil &#x017F;ie &#x017F;on&#x017F;t mit der Flo&#x0364;ße &#x017F;chwerlich ha&#x0364;tten<lb/>
fortkommen ko&#x0364;nnen. Die&#x017F;e Stunde wandte<lb/><hi rendition="#fr">Robin&#x017F;on</hi> dazu an, einmahl wieder auf euro-<lb/>
pa&#x0364;i&#x017F;che Wei&#x017F;e zu &#x017F;pei&#x017F;en.</p><lb/>
          <fw place="bottom" type="sig">O 4</fw><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch">Er</fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[215/0221] gewißheit, ob nicht vielleicht vor ſeiner Zuruͤk- kunft ein Sturm das Schif zertruͤmmern wuͤr- de, haͤtte zuruͤklaſſen koͤnnen, zumahl, da das Nothwendigſte doch Raum auf ſeinem Floͤßhol- ze hatte. Er nahm ſie alſo mit. Dahingegen ließ er etwas liegen, wornach in Europa die Leute am eheſten greifen wuͤrden, — ein ganzes Toͤnchen vol Goldkoͤrner, und ein Schaͤchtelchen mit koſtbaren Diamanten, die er in der Kajuͤte des Kapitains geſehen hatte. Die- ſe mitzunehmen, fiel ihm gar nicht ein; weil er ganz und gar keinen Gebrauch davon zu machen wuſte. Ueber dem Durchſuchen, dem Aufmachen und Auskramen, dem Frohlokken, dem Aus- waͤhlen und Aufladen war ſo viel Zeit verfloſſen, daß nur noch eine Stunde bis zur naͤchſten Fluth- zeit fehlte. Dieſe muſten ſie nun erwarten, weil ſie ſonſt mit der Floͤße ſchwerlich haͤtten fortkommen koͤnnen. Dieſe Stunde wandte Robinſon dazu an, einmahl wieder auf euro- paͤiſche Weiſe zu ſpeiſen. Er O 4

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/campe_robinson02_1780
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/campe_robinson02_1780/221
Zitationshilfe: Campe, Joachim Heinrich: Robinson der Jüngere. Bd. 2. Hamburg, 1780, S. 215. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/campe_robinson02_1780/221>, abgerufen am 23.04.2024.