Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Campe, Joachim Heinrich: Robinson der Jüngere. Bd. 2. Hamburg, 1780.

Bild:
<< vorherige Seite

und das Thier schien ausser sich vor Freude zu
sein.

Freitag ging nun auf dem Verdekke herum
und fuhr fort, sein Holla! mit lauter Stimme
zu rufen; aber es wolte sich noch immer kein
Mensch blikken lassen. Er stand jezt und
staunte alle die wunderbaren Sachen an,
die er auf dem Verdekke erblikte, und hatte da-
bei den Rükken gegen die Treppe gekehrt, wo-
durch man vom Verdekke in das Innere des
Schiffes hinab steigt; als er plözlich einen so un-
sanften und nachdrüklichen Stoß von hinten er-
hielt, daß er der Länge nach hinstürzte. Vol
Schrekken richtete er sich wieder auf, sahe sich
um und wäre beinahe versteinert worden, da er
ein ziemlich großes Thier mit großen krummen
Hörnern, und mit langem Barte erblikte, wel-
ches sich eben wieder in eine drohende Stellung
auf die Hinterfüße sezte, um ihm eine zweite
Bewilkommung angedeien zu lassen. Freitag
that einen lauten Schrei und sprang, ohne sich
einen Augenblik zu besinnen, über Bord ins
Meer hinab.

Das
N 3

und das Thier ſchien auſſer ſich vor Freude zu
ſein.

Freitag ging nun auf dem Verdekke herum
und fuhr fort, ſein Holla! mit lauter Stimme
zu rufen; aber es wolte ſich noch immer kein
Menſch blikken laſſen. Er ſtand jezt und
ſtaunte alle die wunderbaren Sachen an,
die er auf dem Verdekke erblikte, und hatte da-
bei den Ruͤkken gegen die Treppe gekehrt, wo-
durch man vom Verdekke in das Innere des
Schiffes hinab ſteigt; als er ploͤzlich einen ſo un-
ſanften und nachdruͤklichen Stoß von hinten er-
hielt, daß er der Laͤnge nach hinſtuͤrzte. Vol
Schrekken richtete er ſich wieder auf, ſahe ſich
um und waͤre beinahe verſteinert worden, da er
ein ziemlich großes Thier mit großen krummen
Hoͤrnern, und mit langem Barte erblikte, wel-
ches ſich eben wieder in eine drohende Stellung
auf die Hinterfuͤße ſezte, um ihm eine zweite
Bewilkommung angedeien zu laſſen. Freitag
that einen lauten Schrei und ſprang, ohne ſich
einen Augenblik zu beſinnen, uͤber Bord ins
Meer hinab.

Das
N 3
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0203" n="197"/>
und das Thier &#x017F;chien au&#x017F;&#x017F;er &#x017F;ich vor Freude zu<lb/>
&#x017F;ein.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#fr">Freitag</hi> ging nun auf dem Verdekke herum<lb/>
und fuhr fort, &#x017F;ein Holla! mit lauter Stimme<lb/>
zu rufen; aber es wolte &#x017F;ich noch immer kein<lb/>
Men&#x017F;ch blikken la&#x017F;&#x017F;en. Er &#x017F;tand jezt und<lb/>
&#x017F;taunte alle die wunderbaren Sachen an,<lb/>
die er auf dem Verdekke erblikte, und hatte da-<lb/>
bei den Ru&#x0364;kken gegen die Treppe gekehrt, wo-<lb/>
durch man vom Verdekke in das Innere des<lb/>
Schiffes hinab &#x017F;teigt; als er plo&#x0364;zlich einen &#x017F;o un-<lb/>
&#x017F;anften und nachdru&#x0364;klichen Stoß von hinten er-<lb/>
hielt, daß er der La&#x0364;nge nach hin&#x017F;tu&#x0364;rzte. Vol<lb/>
Schrekken richtete er &#x017F;ich wieder auf, &#x017F;ahe &#x017F;ich<lb/>
um und wa&#x0364;re beinahe ver&#x017F;teinert worden, da er<lb/>
ein ziemlich großes Thier mit großen krummen<lb/>
Ho&#x0364;rnern, und mit langem Barte erblikte, wel-<lb/>
ches &#x017F;ich eben wieder in eine drohende Stellung<lb/>
auf die Hinterfu&#x0364;ße &#x017F;ezte, um ihm eine zweite<lb/>
Bewilkommung angedeien zu la&#x017F;&#x017F;en. <hi rendition="#fr">Freitag</hi><lb/>
that einen lauten Schrei und &#x017F;prang, ohne &#x017F;ich<lb/>
einen Augenblik zu be&#x017F;innen, u&#x0364;ber Bord ins<lb/>
Meer hinab.</p><lb/>
          <fw place="bottom" type="sig">N 3</fw><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch">Das</fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[197/0203] und das Thier ſchien auſſer ſich vor Freude zu ſein. Freitag ging nun auf dem Verdekke herum und fuhr fort, ſein Holla! mit lauter Stimme zu rufen; aber es wolte ſich noch immer kein Menſch blikken laſſen. Er ſtand jezt und ſtaunte alle die wunderbaren Sachen an, die er auf dem Verdekke erblikte, und hatte da- bei den Ruͤkken gegen die Treppe gekehrt, wo- durch man vom Verdekke in das Innere des Schiffes hinab ſteigt; als er ploͤzlich einen ſo un- ſanften und nachdruͤklichen Stoß von hinten er- hielt, daß er der Laͤnge nach hinſtuͤrzte. Vol Schrekken richtete er ſich wieder auf, ſahe ſich um und waͤre beinahe verſteinert worden, da er ein ziemlich großes Thier mit großen krummen Hoͤrnern, und mit langem Barte erblikte, wel- ches ſich eben wieder in eine drohende Stellung auf die Hinterfuͤße ſezte, um ihm eine zweite Bewilkommung angedeien zu laſſen. Freitag that einen lauten Schrei und ſprang, ohne ſich einen Augenblik zu beſinnen, uͤber Bord ins Meer hinab. Das N 3

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/campe_robinson02_1780
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/campe_robinson02_1780/203
Zitationshilfe: Campe, Joachim Heinrich: Robinson der Jüngere. Bd. 2. Hamburg, 1780, S. 197. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/campe_robinson02_1780/203>, abgerufen am 16.04.2024.