Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Bucholtz, Andreas Heinrich: Des Christlichen Teutschen Groß-Fürsten Herkules Und der Böhmischen Königlichen Fräulein Valjska Wunder-Geschichte. Bd. 1. Braunschweig, 1659.

Bild:
<< vorherige Seite

Erinnerung an den Leser.
Griechen und Römern nichts bevor geben würden/ wann sie auffgezeichnet währen. Wer wolte mirs dann
verargen/ daß aus diesen Landschafften ich etliche wenige hervor gesuchet/ die uns an statt einer Entwerf-
fung dienen können/ Ungeachtet der Spanische Hochtrab/ die Italiänische Ruhmrähtigkeit und der Fran-
zösische eingebildete Vorzug (ich rede nicht von allen/ viel weniger einigen zu verunglimpfen) die Nase
drüber rumpfen/ und den groben Ländern/ wie fie meynen/ solches Lob nit gönnen möchten/ da sie doch wi-
der jhren Willen gestehen müssen/ daß dieser streitbaren Völcker Einigkeit gnug währe/ des Türken/ Tar-
tern und Persen Hochmuht und Gewalt zu dämpfen; Und wolte Gott/ daß die Teutsche und Schwedische
Macht/ von so viel Jahren her zu unserm eigenen Verderben angewand/ die Ungläubigen getroffen hätte;
Konstantinopel/ Griechen Land und ganz Natolien solte/ menschlicher weise davon zu reden/ wider Christ-
lich/ und der Erbfeind daraus vertilget seyn. Was würde dann werden/ wann ich die angewendete Macht
von der ersten Weissen-Berges-Schlacht her rechnen wolte?

Aber den begierigen Leser nicht länger auffzuhalten/ noch dessen Gedult zu mißbrauchen/ wird der-
selbe gebührlich ersuchet und gebehten/ keinen Verdruß an dieses Werkes Weitläufftigkeit zu tragen/
weil es außdrüklich die Gestalt einer außführlichen Geschichte hat haben sollen.

Ich wil mich hieselbst nicht mit vielen Worten entschuldigen/ warumm ich an statt des unteutschen
Wortes Majestät/ das Wort Hochheit gebrauchet habe/ noch mit denen mich zanken/ welche meynen/ daß
dieses Wort der grossen Könige Vortrefligkeit zu melden gar zu geringe sey. Wer ein besseres und beque-
meres hat/ kan es anzeigen/ obs etwa in Ubung gebracht werden wolte; Ich nehme dieses eben so hoch als
jenes Unteutsche/ hätte auch lieber die ümschweiffende Benennungen/ Eure Königl. Hochheit; Eure
Groß Fürstl. Durchleuchtigkeit/
und dergleichen/ gar gemieden/ wann sie bey uns Teutschen nicht so gar
die Oberhand genommen hätten; welches mit wenigem anzudeuten/ ich vor nöhtig erachtet habe.

Solte aber sonsten etwas versehen seyn/ welches menschlicher Schwach heit/ sonderlich denen leicht
begegnen kan/ die nöhtigere Sachen zu treiben haben/ und ein so grosses Weck nur bey einzelnen Ruhe-
Stunden auff setzen/ zweifele ich nicht an des gutherzigen Lesers günstiger Verzeihung/ welchen ich dem
Schuz Gottes zu aller Leibes und Seelen Wolfahrt hiemit empfele/ etc.



An den Nase-Klügling.
Was wolgemeynt/ und zur Erbauung dienet/
Das fichte nicht mit Läster-Reden an.
Wer sich so leicht zum Tadeln entkühnet/
Und keine Schrifft ohn Schmähung lassen kan;
Der wisse/ daß sein Straffe-Lohn schon grünet/
Sein Geifer wird verflucht von jederman.


Kurtzer Inhalt des Christlichen Teutschen Herkules.
Demnach nicht gezweifelt wird/ es werde der Leser den kurzen Begrieff dieser weitläufftigen Geschichte gerne wissen wollen/
umb einen Vorschmak dessen zu haben/ was in diesen Acht Büchern eigentlich gehandelt wird/ und aber solches durch
das ganze Werk verstecket ist; als hat man dessen Begierde ganz gerne ein Genügen thun/ und den Inhalt auffs kürzeste-
anhero setzen wollen/ wie folget.

HErkules sehr zierlicher Gestalt/ ein Ebenbild der wahren Herzhaftigkeit/ Tugend und Gottes furcht/
im Jahr nach unsers Heylandes Geburt CCIV, am XV Tage des April Monats/ von dem Groß-
Fürsten der Freyen Teutschen Herren Henrich/ und Frau Gertrud/ König Ragwalds in Schweden
Tochter ehelich gezeuget/ gibt in seinen kindlichen Jahren durch Erleg- und Fahung etlicher Wölffe/ sei-
ne Herzhaftigkeit an den Tag. (Wird im dritten Buch erzehlet)

Als er VII Jahr und XIX Wochen alt ist/ wird jhm seines Herr Vaters Schwester Sohn Ladisla
der junge Fürst aus Böhmen (welcher dazumal X Jahr und XIV Wochen alt) zugesellet/ welcher nach-
gebends von jhm durch kein Mittel hat können lebendig abgetrennet werden/ daher man sie zusammen ge-
lassen/ und sind in fleissiger Lernung der Sprachen und allerhand Fürstlichen Ubungen aufferzogen wor-
den. Herkules da er XV Jahr alt/ erleget vor der Faust einen Teutschen Ritter Nahmens Ingevon/ wel-
cher ein armes Bauren Mägdlein nohtzüchtigen wolte/ geräht darüber (weil alles Balgen verbohten

wahr)

Erinnerung an den Leſer.
Griechen und Roͤmern nichts bevor geben wuͤrden/ wañ ſie auffgezeichnet waͤhren. Wer wolte mirs dañ
verargen/ daß aus dieſen Landſchafften ich etliche wenige hervor geſuchet/ die uns an ſtatt einer Entwerf-
fung dienen koͤnnen/ Ungeachtet der Spaniſche Hochtrab/ die Italiaͤniſche Ruhmraͤhtigkeit und der Fran-
zoͤſiſche eingebildete Vorzug (ich rede nicht von allen/ viel weniger einigen zu verunglimpfen) die Naſe
druͤber rumpfen/ und den groben Laͤndern/ wie fie meynen/ ſolches Lob nit goͤnnen moͤchten/ da ſie doch wi-
der jhren Willen geſtehen muͤſſen/ daß dieſer ſtreitbaren Voͤlcker Einigkeit gnug waͤhre/ des Tuͤrken/ Tar-
tern und Perſen Hochmuht und Gewalt zu daͤmpfen; Und wolte Gott/ daß die Teutſche und Schwediſche
Macht/ von ſo viel Jahren her zu unſerm eigenen Verderben angewand/ die Unglaͤubigen getroffen haͤtte;
Konſtantinopel/ Griechen Land uñ ganz Natolien ſolte/ menſchlicher weiſe davon zu reden/ wider Chriſt-
lich/ und der Erbfeind daraus vertilget ſeyn. Was wuͤrde dann werden/ wañ ich die angewendete Macht
von der erſten Weiſſen-Berges-Schlacht her rechnen wolte?

Aber den begierigen Leſer nicht laͤnger auffzuhalten/ noch deſſen Gedult zu mißbrauchen/ wird der-
ſelbe gebuͤhrlich erſuchet und gebehten/ keinen Verdruß an dieſes Werkes Weitlaͤufftigkeit zu tragen/
weil es außdruͤklich die Geſtalt einer außfuͤhrlichen Geſchichte hat haben ſollen.

Ich wil mich hieſelbſt nicht mit vielen Worten entſchuldigen/ warum̃ ich an ſtatt des unteutſchen
Wortes Majeſtaͤt/ das Wort Hochheit gebrauchet habe/ noch mit denen mich zanken/ welche meynẽ/ daß
dieſes Wort der groſſen Koͤnige Vortrefligkeit zu melden gar zu geringe ſey. Wer ein beſſeres und beque-
meres hat/ kan es anzeigen/ obs etwa in Ubung gebracht werden wolte; Ich nehme dieſes eben ſo hoch als
jenes Unteutſche/ haͤtte auch lieber die uͤmſchweiffende Benennungen/ Eure Koͤnigl. Hochheit; Eure
Groß Fuͤrſtl. Durchleuchtigkeit/
und dergleichen/ gar gemieden/ wañ ſie bey uns Teutſchen nicht ſo gar
die Oberhand genommen haͤtten; welches mit wenigem anzudeuten/ ich vor noͤhtig erachtet habe.

Solte aber ſonſten etwas verſehen ſeyn/ welches menſchlicher Schwach heit/ ſonderlich denen leicht
begegnen kan/ die noͤhtigere Sachen zu treiben haben/ und ein ſo groſſes Weck nur bey einzelnen Ruhe-
Stunden auff ſetzen/ zweifele ich nicht an des gutherzigen Leſers guͤnſtiger Verzeihung/ welchen ich dem
Schuz Gottes zu aller Leibes und Seelen Wolfahrt hiemit empfele/ ꝛc.



An den Naſe-Kluͤgling.
Was wolgemeynt/ und zur Erbauung dienet/
Das fichte nicht mit Laͤſter-Reden an.
Wer ſich ſo leicht zum Tadeln entkuͤhnet/
Und keine Schrifft ohn Schmaͤhung laſſen kan;
Der wiſſe/ daß ſein Straffe-Lohn ſchon gruͤnet/
Sein Geifer wird verflucht von jederman.


Kurtzer Inhalt des Chriſtlichen Teutſchen Herkules.
Demnach nicht gezweifelt wird/ es werde der Leſer den kurzen Begrieff dieſer weitlaͤufftigen Geſchichte gerne wiſſen wollen/
umb einen Vorſchmak deſſen zu haben/ was in dieſen Acht Buͤchern eigentlich gehandelt wird/ und aber ſolches durch
das ganze Werk verſtecket iſt; als hat man deſſen Begierde ganz gerne ein Genuͤgen thun/ und den Inhalt auffs kuͤrzeſte-
anhero ſetzen wollen/ wie folget.

HErkules ſehr zierlicher Geſtalt/ ein Ebenbild der wahren Herzhaftigkeit/ Tugend uñ Gottes furcht/
im Jahr nach unſers Heylandes Geburt CCIV, am XV Tage des April Monats/ von dem Groß-
Fuͤrſten der Freyen Teutſchen Herren Henrich/ und Frau Gertrud/ Koͤnig Ragwalds in Schweden
Tochter ehelich gezeuget/ gibt in ſeinen kindlichen Jahren durch Erleg- und Fahung etlicher Woͤlffe/ ſei-
ne Herzhaftigkeit an den Tag. (Wird im dritten Buch erzehlet)

Als er VII Jahr und XIX Wochen alt iſt/ wird jhm ſeines Herꝛ Vaters Schweſter Sohn Ladiſla
der junge Fuͤrſt aus Boͤhmen (welcher dazumal X Jahr und XIV Wochen alt) zugeſellet/ welcher nach-
gebends von jhm durch kein Mittel hat koͤnnen lebendig abgetrennet werden/ daher man ſie zuſam̃en ge-
laſſen/ und ſind in fleiſſiger Lernung der Sprachen und allerhand Fuͤrſtlichen Ubungen aufferzogen wor-
den. Herkules da er XV Jahr alt/ erleget vor der Fauſt einen Teutſchen Ritter Nahmens Ingevon/ wel-
cher ein armes Bauren Maͤgdlein nohtzuͤchtigen wolte/ geraͤht daruͤber (weil alles Balgen verbohten

wahr)
<TEI>
  <text>
    <front>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0026" n="4"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Erinnerung an den Le&#x017F;er.</hi></fw><lb/>
Griechen und Ro&#x0364;mern nichts bevor geben wu&#x0364;rden/ wan&#x0303; &#x017F;ie auffgezeichnet wa&#x0364;hren. Wer wolte mirs dan&#x0303;<lb/>
verargen/ daß aus die&#x017F;en Land&#x017F;chafften ich etliche wenige hervor ge&#x017F;uchet/ die uns an &#x017F;tatt einer Entwerf-<lb/>
fung dienen ko&#x0364;nnen/ Ungeachtet der Spani&#x017F;che Hochtrab/ die Italia&#x0364;ni&#x017F;che Ruhmra&#x0364;htigkeit und der Fran-<lb/>
zo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;che eingebildete Vorzug (ich rede nicht von allen/ viel weniger einigen zu verunglimpfen) die Na&#x017F;e<lb/>
dru&#x0364;ber rumpfen/ und den groben La&#x0364;ndern/ wie fie meynen/ &#x017F;olches Lob nit go&#x0364;nnen mo&#x0364;chten/ da &#x017F;ie doch wi-<lb/>
der jhren Willen ge&#x017F;tehen mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en/ daß die&#x017F;er &#x017F;treitbaren Vo&#x0364;lcker Einigkeit gnug wa&#x0364;hre/ des Tu&#x0364;rken/ Tar-<lb/>
tern und Per&#x017F;en Hochmuht und Gewalt zu da&#x0364;mpfen; Und wolte Gott/ daß die Teut&#x017F;che und Schwedi&#x017F;che<lb/>
Macht/ von &#x017F;o viel Jahren her zu un&#x017F;erm eigenen Verderben angewand/ die Ungla&#x0364;ubigen getroffen ha&#x0364;tte;<lb/>
Kon&#x017F;tantinopel/ Griechen Land un&#x0303; ganz Natolien &#x017F;olte/ men&#x017F;chlicher wei&#x017F;e davon zu reden/ wider Chri&#x017F;t-<lb/>
lich/ und der Erbfeind daraus vertilget &#x017F;eyn. Was wu&#x0364;rde dann werden/ wan&#x0303; ich die angewendete Macht<lb/>
von der er&#x017F;ten Wei&#x017F;&#x017F;en-Berges-Schlacht her rechnen wolte?</p><lb/>
          <p>Aber den begierigen Le&#x017F;er nicht la&#x0364;nger auffzuhalten/ noch de&#x017F;&#x017F;en Gedult zu mißbrauchen/ wird der-<lb/>
&#x017F;elbe gebu&#x0364;hrlich er&#x017F;uchet und gebehten/ keinen Verdruß an die&#x017F;es Werkes Weitla&#x0364;ufftigkeit zu tragen/<lb/>
weil es außdru&#x0364;klich die Ge&#x017F;talt einer außfu&#x0364;hrlichen Ge&#x017F;chichte hat haben &#x017F;ollen.</p><lb/>
          <p>Ich wil mich hie&#x017F;elb&#x017F;t nicht mit vielen Worten ent&#x017F;chuldigen/ warum&#x0303; ich an &#x017F;tatt des unteut&#x017F;chen<lb/>
Wortes <hi rendition="#fr">Maje&#x017F;ta&#x0364;t/</hi> das Wort <hi rendition="#fr">Hochheit</hi> gebrauchet habe/ noch mit denen mich zanken/ welche meyne&#x0303;/ daß<lb/>
die&#x017F;es Wort der gro&#x017F;&#x017F;en Ko&#x0364;nige Vortrefligkeit zu melden gar zu geringe &#x017F;ey. Wer ein be&#x017F;&#x017F;eres und beque-<lb/>
meres hat/ kan es anzeigen/ obs etwa in Ubung gebracht werden wolte; Ich nehme die&#x017F;es eben &#x017F;o hoch als<lb/>
jenes Unteut&#x017F;che/ ha&#x0364;tte auch lieber die u&#x0364;m&#x017F;chweiffende Benennungen/ <hi rendition="#fr">Eure Ko&#x0364;nigl. Hochheit; Eure<lb/>
Groß Fu&#x0364;r&#x017F;tl. Durchleuchtigkeit/</hi> und dergleichen/ gar gemieden/ wan&#x0303; &#x017F;ie bey uns Teut&#x017F;chen nicht &#x017F;o gar<lb/>
die Oberhand genommen ha&#x0364;tten; welches mit wenigem anzudeuten/ ich vor no&#x0364;htig erachtet habe.</p><lb/>
          <p>Solte aber &#x017F;on&#x017F;ten etwas ver&#x017F;ehen &#x017F;eyn/ welches men&#x017F;chlicher Schwach heit/ &#x017F;onderlich denen leicht<lb/>
begegnen kan/ die no&#x0364;htigere Sachen zu treiben haben/ und ein &#x017F;o gro&#x017F;&#x017F;es Weck nur bey einzelnen Ruhe-<lb/>
Stunden auff &#x017F;etzen/ zweifele ich nicht an des gutherzigen <hi rendition="#fr">Le&#x017F;ers</hi> gu&#x0364;n&#x017F;tiger Verzeihung/ welchen ich dem<lb/>
Schuz Gottes zu aller Leibes und Seelen Wolfahrt hiemit empfele/ &#xA75B;c.</p><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          <lg rendition="#fr" type="poem">
            <head>An den Na&#x017F;e-Klu&#x0364;gling.</head><lb/>
            <l>Was wolgemeynt/ und zur Erbauung dienet/</l><lb/>
            <l>Das fichte nicht mit La&#x0364;&#x017F;ter-Reden an.</l><lb/>
            <l>Wer &#x017F;ich &#x017F;o leicht zum Tadeln entku&#x0364;hnet/</l><lb/>
            <l>Und keine Schrifft ohn Schma&#x0364;hung la&#x017F;&#x017F;en kan;</l><lb/>
            <l>Der wi&#x017F;&#x017F;e/ daß &#x017F;ein Straffe-Lohn &#x017F;chon gru&#x0364;net/</l><lb/>
            <l>Sein Geifer wird verflucht von jederman.</l>
          </lg>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#fr">Kurtzer Inhalt des Chri&#x017F;tlichen Teut&#x017F;chen Herkules.</hi> </head><lb/>
          <list>
            <item>Demnach nicht gezweifelt wird/ es werde der Le&#x017F;er den kurzen Begrieff die&#x017F;er weitla&#x0364;ufftigen Ge&#x017F;chichte gerne wi&#x017F;&#x017F;en wollen/<lb/>
umb einen Vor&#x017F;chmak de&#x017F;&#x017F;en zu haben/ was in die&#x017F;en <hi rendition="#fr">Acht Bu&#x0364;chern</hi> eigentlich gehandelt wird/ und aber &#x017F;olches durch<lb/>
das ganze Werk ver&#x017F;tecket i&#x017F;t; als hat man de&#x017F;&#x017F;en Begierde ganz gerne ein Genu&#x0364;gen thun/ und den Inhalt auffs ku&#x0364;rze&#x017F;te-<lb/>
anhero &#x017F;etzen wollen/ wie folget.</item>
          </list><lb/>
          <p><hi rendition="#in">H</hi><hi rendition="#fr">Erkules</hi> &#x017F;ehr zierlicher Ge&#x017F;talt/ ein Ebenbild der wahren Herzhaftigkeit/ Tugend un&#x0303; Gottes furcht/<lb/>
im Jahr nach un&#x017F;ers Heylandes Geburt <hi rendition="#aq">CCIV,</hi> am <hi rendition="#aq">XV</hi> Tage des April Monats/ von dem Groß-<lb/>
Fu&#x0364;r&#x017F;ten der Freyen Teut&#x017F;chen Herren <hi rendition="#fr">Henrich/</hi> und Frau <hi rendition="#fr">Gertrud/</hi> Ko&#x0364;nig Ragwalds in Schweden<lb/>
Tochter ehelich gezeuget/ gibt in &#x017F;einen kindlichen Jahren durch Erleg- und Fahung etlicher Wo&#x0364;lffe/ &#x017F;ei-<lb/>
ne Herzhaftigkeit an den Tag. (Wird im dritten Buch erzehlet)</p><lb/>
          <p>Als er <hi rendition="#aq">VII</hi> Jahr und <hi rendition="#aq">XIX</hi> Wochen alt i&#x017F;t/ wird jhm &#x017F;eines Her&#xA75B; Vaters Schwe&#x017F;ter Sohn <hi rendition="#fr">Ladi&#x017F;la</hi><lb/>
der junge Fu&#x0364;r&#x017F;t aus Bo&#x0364;hmen (welcher dazumal <hi rendition="#aq">X</hi> Jahr und <hi rendition="#aq">XIV</hi> Wochen alt) zuge&#x017F;ellet/ welcher nach-<lb/>
gebends von jhm durch kein Mittel hat ko&#x0364;nnen lebendig abgetrennet werden/ daher man &#x017F;ie zu&#x017F;am&#x0303;en ge-<lb/>
la&#x017F;&#x017F;en/ und &#x017F;ind in flei&#x017F;&#x017F;iger Lernung der Sprachen und allerhand Fu&#x0364;r&#x017F;tlichen Ubungen aufferzogen wor-<lb/>
den. Herkules da er <hi rendition="#aq">XV</hi> Jahr alt/ erleget vor der Fau&#x017F;t einen Teut&#x017F;chen Ritter Nahmens Ingevon/ wel-<lb/>
cher ein armes Bauren Ma&#x0364;gdlein nohtzu&#x0364;chtigen wolte/ gera&#x0364;ht daru&#x0364;ber (weil alles Balgen verbohten<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">wahr)</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </front>
  </text>
</TEI>
[4/0026] Erinnerung an den Leſer. Griechen und Roͤmern nichts bevor geben wuͤrden/ wañ ſie auffgezeichnet waͤhren. Wer wolte mirs dañ verargen/ daß aus dieſen Landſchafften ich etliche wenige hervor geſuchet/ die uns an ſtatt einer Entwerf- fung dienen koͤnnen/ Ungeachtet der Spaniſche Hochtrab/ die Italiaͤniſche Ruhmraͤhtigkeit und der Fran- zoͤſiſche eingebildete Vorzug (ich rede nicht von allen/ viel weniger einigen zu verunglimpfen) die Naſe druͤber rumpfen/ und den groben Laͤndern/ wie fie meynen/ ſolches Lob nit goͤnnen moͤchten/ da ſie doch wi- der jhren Willen geſtehen muͤſſen/ daß dieſer ſtreitbaren Voͤlcker Einigkeit gnug waͤhre/ des Tuͤrken/ Tar- tern und Perſen Hochmuht und Gewalt zu daͤmpfen; Und wolte Gott/ daß die Teutſche und Schwediſche Macht/ von ſo viel Jahren her zu unſerm eigenen Verderben angewand/ die Unglaͤubigen getroffen haͤtte; Konſtantinopel/ Griechen Land uñ ganz Natolien ſolte/ menſchlicher weiſe davon zu reden/ wider Chriſt- lich/ und der Erbfeind daraus vertilget ſeyn. Was wuͤrde dann werden/ wañ ich die angewendete Macht von der erſten Weiſſen-Berges-Schlacht her rechnen wolte? Aber den begierigen Leſer nicht laͤnger auffzuhalten/ noch deſſen Gedult zu mißbrauchen/ wird der- ſelbe gebuͤhrlich erſuchet und gebehten/ keinen Verdruß an dieſes Werkes Weitlaͤufftigkeit zu tragen/ weil es außdruͤklich die Geſtalt einer außfuͤhrlichen Geſchichte hat haben ſollen. Ich wil mich hieſelbſt nicht mit vielen Worten entſchuldigen/ warum̃ ich an ſtatt des unteutſchen Wortes Majeſtaͤt/ das Wort Hochheit gebrauchet habe/ noch mit denen mich zanken/ welche meynẽ/ daß dieſes Wort der groſſen Koͤnige Vortrefligkeit zu melden gar zu geringe ſey. Wer ein beſſeres und beque- meres hat/ kan es anzeigen/ obs etwa in Ubung gebracht werden wolte; Ich nehme dieſes eben ſo hoch als jenes Unteutſche/ haͤtte auch lieber die uͤmſchweiffende Benennungen/ Eure Koͤnigl. Hochheit; Eure Groß Fuͤrſtl. Durchleuchtigkeit/ und dergleichen/ gar gemieden/ wañ ſie bey uns Teutſchen nicht ſo gar die Oberhand genommen haͤtten; welches mit wenigem anzudeuten/ ich vor noͤhtig erachtet habe. Solte aber ſonſten etwas verſehen ſeyn/ welches menſchlicher Schwach heit/ ſonderlich denen leicht begegnen kan/ die noͤhtigere Sachen zu treiben haben/ und ein ſo groſſes Weck nur bey einzelnen Ruhe- Stunden auff ſetzen/ zweifele ich nicht an des gutherzigen Leſers guͤnſtiger Verzeihung/ welchen ich dem Schuz Gottes zu aller Leibes und Seelen Wolfahrt hiemit empfele/ ꝛc. An den Naſe-Kluͤgling. Was wolgemeynt/ und zur Erbauung dienet/ Das fichte nicht mit Laͤſter-Reden an. Wer ſich ſo leicht zum Tadeln entkuͤhnet/ Und keine Schrifft ohn Schmaͤhung laſſen kan; Der wiſſe/ daß ſein Straffe-Lohn ſchon gruͤnet/ Sein Geifer wird verflucht von jederman. Kurtzer Inhalt des Chriſtlichen Teutſchen Herkules. Demnach nicht gezweifelt wird/ es werde der Leſer den kurzen Begrieff dieſer weitlaͤufftigen Geſchichte gerne wiſſen wollen/ umb einen Vorſchmak deſſen zu haben/ was in dieſen Acht Buͤchern eigentlich gehandelt wird/ und aber ſolches durch das ganze Werk verſtecket iſt; als hat man deſſen Begierde ganz gerne ein Genuͤgen thun/ und den Inhalt auffs kuͤrzeſte- anhero ſetzen wollen/ wie folget. HErkules ſehr zierlicher Geſtalt/ ein Ebenbild der wahren Herzhaftigkeit/ Tugend uñ Gottes furcht/ im Jahr nach unſers Heylandes Geburt CCIV, am XV Tage des April Monats/ von dem Groß- Fuͤrſten der Freyen Teutſchen Herren Henrich/ und Frau Gertrud/ Koͤnig Ragwalds in Schweden Tochter ehelich gezeuget/ gibt in ſeinen kindlichen Jahren durch Erleg- und Fahung etlicher Woͤlffe/ ſei- ne Herzhaftigkeit an den Tag. (Wird im dritten Buch erzehlet) Als er VII Jahr und XIX Wochen alt iſt/ wird jhm ſeines Herꝛ Vaters Schweſter Sohn Ladiſla der junge Fuͤrſt aus Boͤhmen (welcher dazumal X Jahr und XIV Wochen alt) zugeſellet/ welcher nach- gebends von jhm durch kein Mittel hat koͤnnen lebendig abgetrennet werden/ daher man ſie zuſam̃en ge- laſſen/ und ſind in fleiſſiger Lernung der Sprachen und allerhand Fuͤrſtlichen Ubungen aufferzogen wor- den. Herkules da er XV Jahr alt/ erleget vor der Fauſt einen Teutſchen Ritter Nahmens Ingevon/ wel- cher ein armes Bauren Maͤgdlein nohtzuͤchtigen wolte/ geraͤht daruͤber (weil alles Balgen verbohten wahr)

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/buchholtz_herkules01_1659
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/buchholtz_herkules01_1659/26
Zitationshilfe: Bucholtz, Andreas Heinrich: Des Christlichen Teutschen Groß-Fürsten Herkules Und der Böhmischen Königlichen Fräulein Valjska Wunder-Geschichte. Bd. 1. Braunschweig, 1659, S. 4. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/buchholtz_herkules01_1659/26>, abgerufen am 21.04.2024.