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Bucholtz, Andreas Heinrich: Des Christlichen Teutschen Groß-Fürsten Herkules Und der Böhmischen Königlichen Fräulein Valjska Wunder-Geschichte. Bd. 1. Braunschweig, 1659.

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Kurzer Inhalt.
wahr) in seines Vaters Großfürst Henrichs Hafft/ und wird von Ladisla mit gewaltsamer Hand der ver-
samleten Bauren erlediget. (Wird im vierden Buch erzählet.)

Sie reisen beyde nach Schweden in den Krieg/ als Herkules XVII Jahr/ Ladisla XX Jahr alt ist/
und nach zweyen Jahren ziehen sie mit einander nach Böhmen zu Ladisla Eltern/ woselbst Herkules sich
mit Ladisla Fräulein Schwester/ Fräulein Valiska heimlich verliebet und verlobet/ da er XIX Jahr/ sie
aber XIII Jahr und III Monat alt ist; ein Fräulein/ an Helden muht/ Schönheit/ Tugend und Gottes-
furcht unvergleichlich/ als ein vollkommenes Muster und Außbund weibliches Geschlechtes/ jhrem Her-
kules sehr gleich und ähnlich. Zu Prag geräht dazumal Herkules mit einem Pannonischen Gesandten/
Nahmens Bato in Zwiespalt/ hält nacket einen Kampff mit jhm/ und sieget ob; wird bald darauff von
Pannonischen Räubern in einem Walde gefangen/ aber durch Römische Frei Beuter denen wieder ab-
genommen und zu Rom vor Leibeigen an Herren Zinna verkaufft/ dessen Tochter Zezilia anfangs/ bald
auch dessen Gemahl Fr. Sulpizia seiner zu unziemlicher Liebe begehret/ welches er durch List ablehnet/ in
jhrer Gunst dannoch verbleibet/ und hernach das Christenthum annimt. Ladisla suchet seinen verlohrnen
Freund Herkules (in der Knechtschafft Oedemeier genennet/) gibt sich deßwegen in Römische Kriegs-
Dieuste unter dem Nahmen Winnibald/ jhm desto besser nach zu fragen/ weil er so viel Nachricht hatte/
daß er in der Römer Hände gefallen wahr/ und nach Verlauff eines Jahrs und XI Wochen/ erfähret er
dessen Zustand/ als er bald darauff mit einem Pannonischen Strunzer einen Kampff hält/ und jhm an-
gewinnet. Er wil Herkules durch bedrauliche Schreiben von seinem Christenthum abschrecken/ weil es
aber vergeblich/ reiset er hin zu jhm nach Rom/ machet jhn der Leibeigenschafft loß/ und verbindet sich
mit jhm auffs neue in fester Freundschafft/ ungeachtet jhres Glaubens Ungleichheit. (Dieses wird teils
im fünfften/ und teils im sechsten Buch erzehlet.)

Inhalt des ersten Buchs.

ALs sie beyde des Vorhabens sind/ bald von Rom zu ziehen/ und die Welt zu besehen/ bekömt Ladisla
durch den alten Böhmischen Außreiter Wenzesla/ von seiner Fr. Mutter Königin Hedewig traurt-
ge Schreiben/ daß sein Herr Vater (wie sie gänzlich meyneten) auff der Jagt umkommen sey/ und wer-
den beyde Helden bald darauff in jhrer Herberge von XVI Räubern mördlich überfallen/ welche sie alle
erlegen/ aber darüber hart verwundet werden. Nach jhrer Heilung schreibet Ladisla an seine Fr. Mut-
ter/ Herkules an das Fräulein/ und durchreisen Italien/ gerahten vor Padua in einem Walde an drey
von fünff Räubern entführete vornehme Römische Fräulein/ erlegen die Menschen Diebe/ und erlösen
die Geraubeten/ in deren eine und vornehmste Frl. Sophia/ Herrn O. Fabius/ Römischen Stadthal-
ters zu Padua Tochter/ fich Ladisla hefftig verliebet/ gerahten mit dieser Fräulein Bruder K. Fabius
(der die Räuber verfolgete) und seinen Leuten/ aus Unwissenheit in Streit/ werden wieder verglichen/
und ziehen mit einander nach Padua/ woselbst Ladisla sich dem Fräulein offenbahret/ und seine Liebes-
Bande fest leget. Sein Mitduhler Fulvius kömt daselbst an/ dem der Vater seine Tochter (jedoch jhr un-
wissend) versprochen hatte/ dieselbe hält es mit Ladisla/ der Vater mit keinem; Fulvius gibt Ladislaen Ur-
sach zum Kampff in welchem jener erleget wird. Der Stadthalter stürzet darauf Ladislaen und seine Toch-
ter auf unterschiedliche weise in eine vermeynete grosse Lebens gefahr/ macht auch durch listigen Anschlag/
daß das Frl. Ladislaen Reden als eine wägerung jhrer Heyrabt annehmen muß/ und bald darauf verspricht
er sie jhm/ so daß sie noch diesen Abend müssen das Beylager halten/ welches dem jungen Fabius mit Frl.
Ursul auff seiner Schwester Getrieb auch gegönnet wird/ da unterdessen Herkules an der von einem Räu-
ber empfangenen Wunde betlägerig ist. Nach dessen Genäsung reiten sie zur Lust nach einem Vorwerke/
da Herkules mit seinem ritterlichen Diener Klodius allein auff die Jagt reitet/ und des Stadthalters
Bruders Tochter von Rom/ Fräulein Stbylla Fabia aus des Räubers Silvans Händen erlöset. Wor-
auff sie des folgenden Tages ohngefähr an eine gefährliche Räuber-Höhle von 194. Räubern besetzet/ ge-
rahten/ und dieselbe (da sie überal nur 42 Mann stark sind) bestreiten/ erobern und überaus grosse Schä
tze darinnen antreffen; werden deßwegen von dem damahligen Römischen Käyser Alexander Severus
treflich geehret und begabet. Ladisla Hochzeitfest wird bestimmet/ und sendet Herkules seinem vertrauten
Fräulein Valisken köstliche Geschenke nach Prag; woselbst des Franken und Sikambern jungen Groß-

Für-
(o) iij

Kurzer Inhalt.
wahr) in ſeines Vaters Großfuͤrſt Henrichs Hafft/ und wird von Ladiſla mit gewaltſamer Hand der ver-
ſamleten Bauren erlediget. (Wird im vierden Buch erzaͤhlet.)

Sie reiſen beyde nach Schweden in den Krieg/ als Herkules XVII Jahr/ Ladiſla XX Jahr alt iſt/
und nach zweyen Jahren ziehen ſie mit einander nach Boͤhmen zu Ladiſla Eltern/ woſelbſt Herkules ſich
mit Ladiſla Fraͤulein Schweſter/ Fraͤulein Valiſka heimlich verliebet und verlobet/ da er XIX Jahr/ ſie
aber XIII Jahr und III Monat alt iſt; ein Fraͤulein/ an Helden muht/ Schoͤnheit/ Tugend und Gottes-
furcht unvergleichlich/ als ein vollkommenes Muſter und Außbund weibliches Geſchlechtes/ jhrem Her-
kules ſehr gleich und aͤhnlich. Zu Prag geraͤht dazumal Herkules mit einem Pannoniſchen Geſandten/
Nahmens Bato in Zwieſpalt/ haͤlt nacket einen Kampff mit jhm/ und ſieget ob; wird bald darauff von
Pannoniſchen Raͤubern in einem Walde gefangen/ aber durch Roͤmiſche Frei Beuter denen wieder ab-
genommen und zu Rom vor Leibeigen an Herren Zinna verkaufft/ deſſen Tochter Zezilia anfangs/ bald
auch deſſen Gemahl Fr. Sulpizia ſeiner zu unziemlicher Liebe begehret/ welches er durch Liſt ablehnet/ in
jhrer Gunſt dannoch verbleibet/ und hernach das Chriſtenthum annimt. Ladiſla ſuchet ſeinen verlohrnen
Freund Herkules (in der Knechtſchafft Oedemeier genennet/) gibt ſich deßwegen in Roͤmiſche Kriegs-
Dieuſte unter dem Nahmen Winnibald/ jhm deſto beſſer nach zu fragen/ weil er ſo viel Nachricht hatte/
daß er in der Roͤmer Haͤnde gefallen wahr/ und nach Verlauff eines Jahrs und XI Wochen/ erfaͤhret er
deſſen Zuſtand/ als er bald darauff mit einem Pannoniſchen Strunzer einen Kampff haͤlt/ und jhm an-
gewinnet. Er wil Herkules durch bedrauliche Schreiben von ſeinem Chriſtenthum abſchrecken/ weil es
aber vergeblich/ reiſet er hin zu jhm nach Rom/ machet jhn der Leibeigenſchafft loß/ und verbindet ſich
mit jhm auffs neue in feſter Freundſchafft/ ungeachtet jhres Glaubens Ungleichheit. (Dieſes wird teils
im fuͤnfften/ und teils im ſechſten Buch erzehlet.)

Inhalt des erſten Buchs.

ALs ſie beyde des Vorhabens ſind/ bald von Rom zu ziehen/ und die Welt zu beſehen/ bekoͤmt Ladiſla
durch den alten Boͤhmiſchen Außreiter Wenzeſla/ von ſeiner Fr. Mutter Koͤnigin Hedewig traurt-
ge Schreiben/ daß ſein Herꝛ Vater (wie ſie gaͤnzlich meyneten) auff der Jagt umkommen ſey/ und wer-
den beyde Helden bald darauff in jhrer Herberge von XVI Raͤubern moͤrdlich uͤberfallen/ welche ſie alle
erlegen/ aber daruͤber hart verwundet werden. Nach jhrer Heilung ſchreibet Ladiſla an ſeine Fr. Mut-
ter/ Herkules an das Fraͤulein/ und durchreiſen Italien/ gerahten vor Padua in einem Walde an drey
von fuͤnff Raͤubern entfuͤhrete vornehme Roͤmiſche Fraͤulein/ erlegen die Menſchen Diebe/ und erloͤſen
die Geraubeten/ in deren eine und vornehmſte Frl. Sophia/ Herꝛn O. Fabius/ Roͤmiſchen Stadthal-
ters zu Padua Tochter/ fich Ladiſla hefftig verliebet/ gerahten mit dieſer Fraͤulein Bruder K. Fabius
(der die Raͤuber verfolgete) und ſeinen Leuten/ aus Unwiſſenheit in Streit/ werden wieder verglichen/
und ziehen mit einander nach Padua/ woſelbſt Ladiſla ſich dem Fraͤulein offenbahret/ und ſeine Liebes-
Bande feſt leget. Sein Mitduhler Fulvius koͤmt daſelbſt an/ dem der Vater ſeine Tochter (jedoch jhr un-
wiſſend) verſprochen hatte/ dieſelbe haͤlt es mit Ladiſla/ der Vater mit keinem; Fulvius gibt Ladiſlaen Ur-
ſach zum Kampff in welchem jener erleget wird. Der Stadthalter ſtuͤrzet darauf Ladiſlaen uñ ſeine Toch-
ter auf unterſchiedliche weiſe in eine vermeynete groſſe Lebens gefahr/ macht auch durch liſtigen Anſchlag/
daß das Frl. Ladiſlaen Reden als eine waͤgerung jhreꝛ Heyrabt annehmen muß/ uñ bald darauf verſpricht
er ſie jhm/ ſo daß ſie noch dieſen Abend muͤſſen das Beylager halten/ welches dem jungen Fabius mit Frl.
Urſul auff ſeiner Schweſter Getrieb auch gegoͤnnet wird/ da unterdeſſen Herkules an der von einem Raͤu-
ber empfangenen Wunde betlaͤgerig iſt. Nach deſſen Genaͤſung reiten ſie zur Luſt nach einem Vorwerke/
da Herkules mit ſeinem ritterlichen Diener Klodius allein auff die Jagt reitet/ und des Stadthalters
Bruders Tochter von Rom/ Fraͤulein Stbylla Fabia aus des Raͤubers Silvans Haͤnden erloͤſet. Wor-
auff ſie des folgenden Tages ohngefaͤhr an eine gefaͤhrliche Raͤuber-Hoͤhle von 194. Raͤubern beſetzet/ ge-
rahten/ und dieſelbe (da ſie uͤberal nur 42 Mann ſtark ſind) beſtreiten/ erobern und uͤberaus groſſe Schaͤ
tze darinnen antreffen; werden deßwegen von dem damahligen Roͤmiſchen Kaͤyſer Alexander Severus
treflich geehret und begabet. Ladiſla Hochzeitfeſt wird beſtimmet/ und ſendet Herkules ſeinem vertrauten
Fraͤulein Valiſken koͤſtliche Geſchenke nach Prag; woſelbſt des Franken und Sikambern jungen Groß-

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[5/0027] Kurzer Inhalt. wahr) in ſeines Vaters Großfuͤrſt Henrichs Hafft/ und wird von Ladiſla mit gewaltſamer Hand der ver- ſamleten Bauren erlediget. (Wird im vierden Buch erzaͤhlet.) Sie reiſen beyde nach Schweden in den Krieg/ als Herkules XVII Jahr/ Ladiſla XX Jahr alt iſt/ und nach zweyen Jahren ziehen ſie mit einander nach Boͤhmen zu Ladiſla Eltern/ woſelbſt Herkules ſich mit Ladiſla Fraͤulein Schweſter/ Fraͤulein Valiſka heimlich verliebet und verlobet/ da er XIX Jahr/ ſie aber XIII Jahr und III Monat alt iſt; ein Fraͤulein/ an Helden muht/ Schoͤnheit/ Tugend und Gottes- furcht unvergleichlich/ als ein vollkommenes Muſter und Außbund weibliches Geſchlechtes/ jhrem Her- kules ſehr gleich und aͤhnlich. Zu Prag geraͤht dazumal Herkules mit einem Pannoniſchen Geſandten/ Nahmens Bato in Zwieſpalt/ haͤlt nacket einen Kampff mit jhm/ und ſieget ob; wird bald darauff von Pannoniſchen Raͤubern in einem Walde gefangen/ aber durch Roͤmiſche Frei Beuter denen wieder ab- genommen und zu Rom vor Leibeigen an Herren Zinna verkaufft/ deſſen Tochter Zezilia anfangs/ bald auch deſſen Gemahl Fr. Sulpizia ſeiner zu unziemlicher Liebe begehret/ welches er durch Liſt ablehnet/ in jhrer Gunſt dannoch verbleibet/ und hernach das Chriſtenthum annimt. Ladiſla ſuchet ſeinen verlohrnen Freund Herkules (in der Knechtſchafft Oedemeier genennet/) gibt ſich deßwegen in Roͤmiſche Kriegs- Dieuſte unter dem Nahmen Winnibald/ jhm deſto beſſer nach zu fragen/ weil er ſo viel Nachricht hatte/ daß er in der Roͤmer Haͤnde gefallen wahr/ und nach Verlauff eines Jahrs und XI Wochen/ erfaͤhret er deſſen Zuſtand/ als er bald darauff mit einem Pannoniſchen Strunzer einen Kampff haͤlt/ und jhm an- gewinnet. Er wil Herkules durch bedrauliche Schreiben von ſeinem Chriſtenthum abſchrecken/ weil es aber vergeblich/ reiſet er hin zu jhm nach Rom/ machet jhn der Leibeigenſchafft loß/ und verbindet ſich mit jhm auffs neue in feſter Freundſchafft/ ungeachtet jhres Glaubens Ungleichheit. (Dieſes wird teils im fuͤnfften/ und teils im ſechſten Buch erzehlet.) Inhalt des erſten Buchs. ALs ſie beyde des Vorhabens ſind/ bald von Rom zu ziehen/ und die Welt zu beſehen/ bekoͤmt Ladiſla durch den alten Boͤhmiſchen Außreiter Wenzeſla/ von ſeiner Fr. Mutter Koͤnigin Hedewig traurt- ge Schreiben/ daß ſein Herꝛ Vater (wie ſie gaͤnzlich meyneten) auff der Jagt umkommen ſey/ und wer- den beyde Helden bald darauff in jhrer Herberge von XVI Raͤubern moͤrdlich uͤberfallen/ welche ſie alle erlegen/ aber daruͤber hart verwundet werden. Nach jhrer Heilung ſchreibet Ladiſla an ſeine Fr. Mut- ter/ Herkules an das Fraͤulein/ und durchreiſen Italien/ gerahten vor Padua in einem Walde an drey von fuͤnff Raͤubern entfuͤhrete vornehme Roͤmiſche Fraͤulein/ erlegen die Menſchen Diebe/ und erloͤſen die Geraubeten/ in deren eine und vornehmſte Frl. Sophia/ Herꝛn O. Fabius/ Roͤmiſchen Stadthal- ters zu Padua Tochter/ fich Ladiſla hefftig verliebet/ gerahten mit dieſer Fraͤulein Bruder K. Fabius (der die Raͤuber verfolgete) und ſeinen Leuten/ aus Unwiſſenheit in Streit/ werden wieder verglichen/ und ziehen mit einander nach Padua/ woſelbſt Ladiſla ſich dem Fraͤulein offenbahret/ und ſeine Liebes- Bande feſt leget. Sein Mitduhler Fulvius koͤmt daſelbſt an/ dem der Vater ſeine Tochter (jedoch jhr un- wiſſend) verſprochen hatte/ dieſelbe haͤlt es mit Ladiſla/ der Vater mit keinem; Fulvius gibt Ladiſlaen Ur- ſach zum Kampff in welchem jener erleget wird. Der Stadthalter ſtuͤrzet darauf Ladiſlaen uñ ſeine Toch- ter auf unterſchiedliche weiſe in eine vermeynete groſſe Lebens gefahr/ macht auch durch liſtigen Anſchlag/ daß das Frl. Ladiſlaen Reden als eine waͤgerung jhreꝛ Heyrabt annehmen muß/ uñ bald darauf verſpricht er ſie jhm/ ſo daß ſie noch dieſen Abend muͤſſen das Beylager halten/ welches dem jungen Fabius mit Frl. Urſul auff ſeiner Schweſter Getrieb auch gegoͤnnet wird/ da unterdeſſen Herkules an der von einem Raͤu- ber empfangenen Wunde betlaͤgerig iſt. Nach deſſen Genaͤſung reiten ſie zur Luſt nach einem Vorwerke/ da Herkules mit ſeinem ritterlichen Diener Klodius allein auff die Jagt reitet/ und des Stadthalters Bruders Tochter von Rom/ Fraͤulein Stbylla Fabia aus des Raͤubers Silvans Haͤnden erloͤſet. Wor- auff ſie des folgenden Tages ohngefaͤhr an eine gefaͤhrliche Raͤuber-Hoͤhle von 194. Raͤubern beſetzet/ ge- rahten/ und dieſelbe (da ſie uͤberal nur 42 Mann ſtark ſind) beſtreiten/ erobern und uͤberaus groſſe Schaͤ tze darinnen antreffen; werden deßwegen von dem damahligen Roͤmiſchen Kaͤyſer Alexander Severus treflich geehret und begabet. Ladiſla Hochzeitfeſt wird beſtimmet/ und ſendet Herkules ſeinem vertrauten Fraͤulein Valiſken koͤſtliche Geſchenke nach Prag; woſelbſt des Franken und Sikambern jungen Groß- Fuͤr- (o) iij

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Zitationshilfe: Bucholtz, Andreas Heinrich: Des Christlichen Teutschen Groß-Fürsten Herkules Und der Böhmischen Königlichen Fräulein Valjska Wunder-Geschichte. Bd. 1. Braunschweig, 1659, S. 5. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/buchholtz_herkules01_1659/27>, abgerufen am 19.04.2024.