Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709.

Bild:
<< vorherige Seite

II. Weil dann zufoderst nöhtig daß die Prediger / welchen die Seelen-Sorge für Ihre anvertrauete Gemeinen auf Ihre schwere Verantwortung anbefohlen ist / in observirung eines jeden Lebens und Wandels besondere Sorgfalt und circumspection erweisen / So sollen dieselbe sich dabey nach dem von CHristo JESU selbsten Matth. 18. vorgeschriebenem modo agendi mit guter Vorsichtigkeit richten / Und zuerst / wann die Sünde noch nicht offenbahr / jedoch in der Wahrheit sich findet / und dem Prediger und etwa nur wenigen anderen bekandt ist / die Persohn in Geheim treulich warnen / und davon abzustehen / GOtt um Vergebung zu bitten / und sich hingegen eines bessern GOTT gefälligen Lebens zu befleißigen ermahnen / daneben auch pro Concione die Sünde / womit die Persohn behafftet / insgemein straffen. Falls nun die Persohn dadurch sich gewinnen lässet / so hat der Prediger derselben auf Ihre bußfertige Bezeigung die absolution und das H. Abendmahl mitzutheilen / und im übrigen die Sache zu secretiren.

III. Wofern aber die Persohn vor dasmahl dadurch nicht zu gewinnen seyn würde / so soll der Prediger zwey Zeugen zu sich nehmen / und die Warnung und Ermahnung nachdrücklich wiederholen; Wann dann darauf noch endlich das Erkäntniß / die Bereuung und der Vorsatz zum besserm Leben erfolgen würde / so soll die Persohn zur Beicht und H. Abendmahl angenommen / und was vorhin vorkommen und ergangen / in der Stille und geheim gehalten werden.

II. Weil dann zufoderst nöhtig daß die Prediger / welchen die Seelen-Sorge für Ihre anvertrauete Gemeinen auf Ihre schwere Verantwortung anbefohlen ist / in observirung eines jeden Lebens und Wandels besondere Sorgfalt und circumspection erweisen / So sollen dieselbe sich dabey nach dem von CHristo JESU selbsten Matth. 18. vorgeschriebenem modo agendi mit guter Vorsichtigkeit richten / Und zuerst / wann die Sünde noch nicht offenbahr / jedoch in der Wahrheit sich findet / und dem Prediger und etwa nur wenigen anderen bekandt ist / die Persohn in Geheim treulich warnen / und davon abzustehen / GOtt um Vergebung zu bitten / und sich hingegen eines bessern GOTT gefälligen Lebens zu befleißigen ermahnen / daneben auch pro Concione die Sünde / womit die Persohn behafftet / insgemein straffen. Falls nun die Persohn dadurch sich gewinnen lässet / so hat der Prediger derselben auf Ihre bußfertige Bezeigung die absolution und das H. Abendmahl mitzutheilen / und im übrigen die Sache zu secretiren.

III. Wofern aber die Persohn vor dasmahl dadurch nicht zu gewinnen seyn würde / so soll der Prediger zwey Zeugen zu sich nehmen / und die Warnung und Ermahnung nachdrücklich wiederholen; Wann dann darauf noch endlich das Erkäntniß / die Bereuung und der Vorsatz zum besserm Leben erfolgen würde / so soll die Persohn zur Beicht und H. Abendmahl angenommen / und was vorhin vorkommen und ergangen / in der Stille und geheim gehalten werden.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb facs="#f0023" n="23"/>
        <p>II. Weil dann zufoderst nöhtig daß die Prediger / welchen die Seelen-Sorge für                      Ihre anvertrauete Gemeinen auf Ihre schwere Verantwortung anbefohlen ist / in                      observirung eines jeden Lebens und Wandels besondere Sorgfalt und circumspection                      erweisen / So sollen dieselbe sich dabey nach dem von CHristo JESU selbsten                      Matth. 18. vorgeschriebenem modo agendi mit guter Vorsichtigkeit richten / Und                      zuerst / wann die Sünde noch nicht offenbahr / jedoch in der Wahrheit sich                      findet / und dem Prediger und etwa nur wenigen anderen bekandt ist / die Persohn                      in Geheim treulich warnen / und davon abzustehen / GOtt um Vergebung zu bitten /                      und sich hingegen eines bessern GOTT gefälligen Lebens zu befleißigen ermahnen /                      daneben auch pro Concione die Sünde / womit die Persohn behafftet / insgemein                      straffen. Falls nun die Persohn dadurch sich gewinnen lässet / so hat der                      Prediger derselben auf Ihre bußfertige Bezeigung die absolution und das H.                      Abendmahl mitzutheilen / und im übrigen die Sache zu secretiren.</p>
        <p>III. Wofern aber die Persohn vor dasmahl dadurch nicht zu gewinnen seyn würde /                      so soll der Prediger zwey Zeugen zu sich nehmen / und die Warnung und Ermahnung                      nachdrücklich wiederholen; Wann dann darauf noch endlich das Erkäntniß / die                      Bereuung und der Vorsatz zum besserm Leben erfolgen würde / so soll die Persohn                      zur Beicht und H. Abendmahl angenommen / und was vorhin vorkommen und ergangen /                      in der Stille und geheim gehalten werden.</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[23/0023] II. Weil dann zufoderst nöhtig daß die Prediger / welchen die Seelen-Sorge für Ihre anvertrauete Gemeinen auf Ihre schwere Verantwortung anbefohlen ist / in observirung eines jeden Lebens und Wandels besondere Sorgfalt und circumspection erweisen / So sollen dieselbe sich dabey nach dem von CHristo JESU selbsten Matth. 18. vorgeschriebenem modo agendi mit guter Vorsichtigkeit richten / Und zuerst / wann die Sünde noch nicht offenbahr / jedoch in der Wahrheit sich findet / und dem Prediger und etwa nur wenigen anderen bekandt ist / die Persohn in Geheim treulich warnen / und davon abzustehen / GOtt um Vergebung zu bitten / und sich hingegen eines bessern GOTT gefälligen Lebens zu befleißigen ermahnen / daneben auch pro Concione die Sünde / womit die Persohn behafftet / insgemein straffen. Falls nun die Persohn dadurch sich gewinnen lässet / so hat der Prediger derselben auf Ihre bußfertige Bezeigung die absolution und das H. Abendmahl mitzutheilen / und im übrigen die Sache zu secretiren. III. Wofern aber die Persohn vor dasmahl dadurch nicht zu gewinnen seyn würde / so soll der Prediger zwey Zeugen zu sich nehmen / und die Warnung und Ermahnung nachdrücklich wiederholen; Wann dann darauf noch endlich das Erkäntniß / die Bereuung und der Vorsatz zum besserm Leben erfolgen würde / so soll die Persohn zur Beicht und H. Abendmahl angenommen / und was vorhin vorkommen und ergangen / in der Stille und geheim gehalten werden.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/23
Zitationshilfe: Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709, S. 23. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/23>, abgerufen am 18.05.2021.