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Allgemeine Zeitung. Nr. 49. Augsburg, 18. Februar 1840.

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COLLECTION
DE LETTRES, MEMOIRES, RELATIONS, CHRONIQUES,
MANUSCRITS OU TRES-RARES
POUR SERVIR A L'HISTOIRE
DES XVE, XVIE ET XVIIE SIECLES.

SUPPLEMENT
AUX DIVERSES COLLECTIONS DE CHRONIQUES ET MEMOIRES QUI ONT PARU EN FRANCE ET EN ALLEMAGNE.

PUBLIEE ET ACCOMPAGNEE DE NOTES HISTORIQUES ET CRITIQUES
PAR LE
DR. ERNEST DE MUNCH
ET UNE SOCIETE DE SAVANS COMPATRIOTES ET ETRANGERS.

PREMIERE PARTIE.

Auch unter dem Titel:
Denkwürdigkeiten
zur Geschichte der Häuser Este und Lothringen
im sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderte,
bestehend
aus ungedruckten Briefen, Memoiren, Staatsrelationen u. s. w.

Herausgegeben und erläutert
von Dr. Ernst v. Münch,
k. würtemb. Geh. Hofrath und Bibliothekar der k. Handbibliothek, Ritter des Ordens der würtemb. Krone, des k. niederl. Löwen-, des k. gr. Erlöser- und des grossh. Sachsen-Weimar'schen Hausordens vom weissen Falken; Professor emeritus der Geschichte, des Kirchenrechts und der Kirchengeschichte; ordentl. correspond. und Ehrenmitglied der k. dänischen Societät für nordische Alterthumskunde zu Kopenhagen, der Gesellschaft für Beförderung der Geschichtskunde zu Freiburg im Br., der schweizerischen geschichtforschenden Gesellschaft zu Bern, der deutschen Gesellschaft für Erforschung vaterländischer Sprache und Alterthümer zu Leipzig, der rheinisch-westphälischen Gesellschaft für Geschichte und Alterthumskunde zu Münster, der pommerischen Gesellschaft für eben dieselben zu Stettin, der nassau'schen zu Wiesbaden, der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde zu Frankfurt a. M., der philosophischen Gesellschaft zu Würzburg, der philodanischen an der Donau, der helvetischen Gesellschaft zu Schinznach, der niederländischen Maatschappy tot Nut van't Algemeen im Haag, des Albrecht-Dürer-Vereins in Nürnberg, der schweizerischen gemeinnützigen Gesellschaft und jener für vaterländische Cultur zu Aarau etc.

Der Zweck dieses wissenschaftlichen Unternehmens geht dahin, eine Reihe von wesentlichen Lücken sowohl in der allgemeinen Geschichte der angedeuteten drei Jahrhunderte, als in jener von einzelnen Staaten und Regentenhäusern auszufüllen.

Er rechtfertigt sich um so mehr, als ähnliche, in neuester Zeit erschienene Quellensammlungen die Nothwendigkeit, ganze Perioden von neuem und in ganz anderer Weise zu bearbeiten, dargethan haben. Der Hauptherausgeber, von nahen und fernen Freunden und Correspondenten, so wie von hochgestellten Männern und ausgezeichneten Gelehrten in Deutschland, wie im Auslande, wohlwollend unterstützt, hat sich seit mehreren Jahren, oft mit grossen Kosten, bemüht, aus Archiven und Bibliotheken Deutschlands, der Schweiz, der Niederlande, Frankreichs und Italiens sehr viele ungedruckte Briefe, Staatsrelationen, Memoiren, Tagebücher und Urkunden, so wie höchst seltene Druck- und Flugschriften und Manuscripten gleichzuachtende Chroniken, welche einen sowohl historischen als sprachlichen Werth besitzen, für ein Corpus historicum, zu dem angedeuteten Zwecke, sich zu verschaffen, und wird dieselben, mit den gehörigen Einleitungen und Erläuterungen, auf eine dem Interesse der Geschichtsfreunde entsprechende, und den Ankauf möglichst erleichternde Weise, der Oeffentlichkeit übergeben.

Die erste Abtheilung enthält eine höchst interessante Sammlung von Briefen, Berichten und Memorialen berühmter Mitglieder der Familien Este und Lothringen, und zwar von Hercules II und Renata von Frankreich an, bis zu Don Cesar. Darunter befinden sich sehr viele Briefe von der Geliebten Tasso's, Leonora v. Este, und ihren Schwestern, von Alfonso II, seinem Bruder, dem Cardinal Hippolyt und dem Cardinal Luigi, von Margherita de Gonzaga und andern Verwandten; sodann von sämmtlichen Gliedern des Hauses Guise, als: von Franz v. Guise, genannt Balafre, seiner Gemahlin Anna v. Este, Herzogin v. Guise und Nemours, dem Cardinal von Lothringen, Heinrich v. Guise, seinem Bruder Jakob, Herzog von Nemours, dem Herzog von Mayenne und ihren Schwestern, Frauen und Verwandten. Endlich eine bedeutende Zahl Briefe von Kaiser Karl V, Margaretha von Oesterreich, den Königen Franz I, Heinrich II, Franz II, Heinrich III, von Catharina v. Medicis, Marguerite von Navarra I und II, dem Connetable v. Montmorency, dem Admiral v. Coligny, dem Marquis de Saluzzo, dem Cardinal de Tournon, dem Marchese del Guasto und vielen Andern (Feldherren, Diplomaten und diplomatischen Agenten des 16ten und 17ten Jahrhunderts).

Diese Documente sind mit kritischen Anmerkungen und den nöthigen historischen Erläuterungen versehen, was bei jeder fernern Abtheilung ebenfalls stattfinden wird.

Der bei weitem grössere Theil ist sowohl aus der k. Bibliothek im Haag, welcher der Herausgeber früher mitvorgestanden, als auch und hauptsächlich aus der (auch von Raumer und Capefigue benützten) berühmten Bibliotheque de Bethune in der k. Manuscripten-Sammlung in Paris, mit Unterstützung der HH. Guizot (als Minister des öffentlichen Unterrichts im Jahre 1835), Champollion-Figeac (Conservateurs der k. Handschriften-Bibliothek) und eines ausgezeichneten Paläographen daselbst, gewonnen worden.

Sie verbreiten sich über die innere Geschichte und Charakteristik der Estes, welche dermal von neuem die öffentliche Aufmerksamkeit der gelehrten Welt, besonders in Bezug auf die berühmten zwei Prinzessinnen, lebhaft auf sich gezogen haben, so wie über die der berufenen Ligue und ihrer Gegner, neues Licht, und werden dem Bearbeiter jenes Zeitraums den Schlüssel zu manchen räthselhaften Erscheinungen desselben, so wie viele wichtige Züge zur Vervollständigung der historischen Portraits darbieten.

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COLLECTION
DE LETTRES, MÉMOIRES, RELATIONS, CHRONIQUES,
MANUSCRITS OU TRÈS-RARES
POUR SERVIR A L'HISTOIRE
DES XVE, XVIE ET XVIIE SIÈCLES.

SUPPLEMENT
AUX DIVERSES COLLECTIONS DE CHRONIQUES ET MÉMOIRES QUI ONT PARU EN FRANCE ET EN ALLEMAGNE.

PUBLIÉE ET ACCOMPAGNÉE DE NOTES HISTORIQUES ET CRITIQUES
PAR LE
DR. ERNEST DE MUNCH
ET UNE SOCIÉTÉ DE SAVANS COMPATRIOTES ET ÉTRANGERS.

PREMIÈRE PARTIE.

Auch unter dem Titel:
Denkwürdigkeiten
zur Geschichte der Häuser Este und Lothringen
im sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderte,
bestehend
aus ungedruckten Briefen, Memoiren, Staatsrelationen u. s. w.

Herausgegeben und erläutert
von Dr. Ernst v. Münch,
k. würtemb. Geh. Hofrath und Bibliothekar der k. Handbibliothek, Ritter des Ordens der würtemb. Krone, des k. niederl. Löwen-, des k. gr. Erlöser- und des grossh. Sachsen-Weimar'schen Hausordens vom weissen Falken; Professor emeritus der Geschichte, des Kirchenrechts und der Kirchengeschichte; ordentl. correspond. und Ehrenmitglied der k. dänischen Societät für nordische Alterthumskunde zu Kopenhagen, der Gesellschaft für Beförderung der Geschichtskunde zu Freiburg im Br., der schweizerischen geschichtforschenden Gesellschaft zu Bern, der deutschen Gesellschaft für Erforschung vaterländischer Sprache und Alterthümer zu Leipzig, der rheinisch-westphälischen Gesellschaft für Geschichte und Alterthumskunde zu Münster, der pommerischen Gesellschaft für eben dieselben zu Stettin, der nassau'schen zu Wiesbaden, der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde zu Frankfurt a. M., der philosophischen Gesellschaft zu Würzburg, der philodanischen an der Donau, der helvetischen Gesellschaft zu Schinznach, der niederländischen Maatschappy tot Nut van't Algemeen im Haag, des Albrecht-Dürer-Vereins in Nürnberg, der schweizerischen gemeinnützigen Gesellschaft und jener für vaterländische Cultur zu Aarau etc.

Der Zweck dieses wissenschaftlichen Unternehmens geht dahin, eine Reihe von wesentlichen Lücken sowohl in der allgemeinen Geschichte der angedeuteten drei Jahrhunderte, als in jener von einzelnen Staaten und Regentenhäusern auszufüllen.

Er rechtfertigt sich um so mehr, als ähnliche, in neuester Zeit erschienene Quellensammlungen die Nothwendigkeit, ganze Perioden von neuem und in ganz anderer Weise zu bearbeiten, dargethan haben. Der Hauptherausgeber, von nahen und fernen Freunden und Correspondenten, so wie von hochgestellten Männern und ausgezeichneten Gelehrten in Deutschland, wie im Auslande, wohlwollend unterstützt, hat sich seit mehreren Jahren, oft mit grossen Kosten, bemüht, aus Archiven und Bibliotheken Deutschlands, der Schweiz, der Niederlande, Frankreichs und Italiens sehr viele ungedruckte Briefe, Staatsrelationen, Memoiren, Tagebücher und Urkunden, so wie höchst seltene Druck- und Flugschriften und Manuscripten gleichzuachtende Chroniken, welche einen sowohl historischen als sprachlichen Werth besitzen, für ein Corpus historicum, zu dem angedeuteten Zwecke, sich zu verschaffen, und wird dieselben, mit den gehörigen Einleitungen und Erläuterungen, auf eine dem Interesse der Geschichtsfreunde entsprechende, und den Ankauf möglichst erleichternde Weise, der Oeffentlichkeit übergeben.

Die erste Abtheilung enthält eine höchst interessante Sammlung von Briefen, Berichten und Memorialen berühmter Mitglieder der Familien Este und Lothringen, und zwar von Hercules II und Renata von Frankreich an, bis zu Don Cesar. Darunter befinden sich sehr viele Briefe von der Geliebten Tasso's, Leonora v. Este, und ihren Schwestern, von Alfonso II, seinem Bruder, dem Cardinal Hippolyt und dem Cardinal Luigi, von Margherita de Gonzaga und andern Verwandten; sodann von sämmtlichen Gliedern des Hauses Guise, als: von Franz v. Guise, genannt Balafré, seiner Gemahlin Anna v. Este, Herzogin v. Guise und Nemours, dem Cardinal von Lothringen, Heinrich v. Guise, seinem Bruder Jakob, Herzog von Nemours, dem Herzog von Mayenne und ihren Schwestern, Frauen und Verwandten. Endlich eine bedeutende Zahl Briefe von Kaiser Karl V, Margaretha von Oesterreich, den Königen Franz I, Heinrich II, Franz II, Heinrich III, von Catharina v. Medicis, Marguerite von Navarra I und II, dem Connetable v. Montmorency, dem Admiral v. Coligny, dem Marquis de Saluzzo, dem Cardinal de Tournon, dem Marchese del Guasto und vielen Andern (Feldherren, Diplomaten und diplomatischen Agenten des 16ten und 17ten Jahrhunderts).

Diese Documente sind mit kritischen Anmerkungen und den nöthigen historischen Erläuterungen versehen, was bei jeder fernern Abtheilung ebenfalls stattfinden wird.

Der bei weitem grössere Theil ist sowohl aus der k. Bibliothek im Haag, welcher der Herausgeber früher mitvorgestanden, als auch und hauptsächlich aus der (auch von Raumer und Capefigue benützten) berühmten Bibliothèque de Bethune in der k. Manuscripten-Sammlung in Paris, mit Unterstützung der HH. Guizot (als Minister des öffentlichen Unterrichts im Jahre 1835), Champollion-Figeac (Conservateurs der k. Handschriften-Bibliothek) und eines ausgezeichneten Paläographen daselbst, gewonnen worden.

Sie verbreiten sich über die innere Geschichte und Charakteristik der Estes, welche dermal von neuem die öffentliche Aufmerksamkeit der gelehrten Welt, besonders in Bezug auf die berühmten zwei Prinzessinnen, lebhaft auf sich gezogen haben, so wie über die der berufenen Ligue und ihrer Gegner, neues Licht, und werden dem Bearbeiter jenes Zeitraums den Schlüssel zu manchen räthselhaften Erscheinungen desselben, so wie viele wichtige Züge zur Vervollständigung der historischen Portraits darbieten.

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[0391/0015] [448] COLLECTION DE LETTRES, MÉMOIRES, RELATIONS, CHRONIQUES, MANUSCRITS OU TRÈS-RARES POUR SERVIR A L'HISTOIRE DES XVE, XVIE ET XVIIE SIÈCLES. SUPPLEMENT AUX DIVERSES COLLECTIONS DE CHRONIQUES ET MÉMOIRES QUI ONT PARU EN FRANCE ET EN ALLEMAGNE. PUBLIÉE ET ACCOMPAGNÉE DE NOTES HISTORIQUES ET CRITIQUES PAR LE DR. ERNEST DE MUNCH ET UNE SOCIÉTÉ DE SAVANS COMPATRIOTES ET ÉTRANGERS. PREMIÈRE PARTIE. Auch unter dem Titel: Denkwürdigkeiten zur Geschichte der Häuser Este und Lothringen im sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderte, bestehend aus ungedruckten Briefen, Memoiren, Staatsrelationen u. s. w. Herausgegeben und erläutert von Dr. Ernst v. Münch, k. würtemb. Geh. Hofrath und Bibliothekar der k. Handbibliothek, Ritter des Ordens der würtemb. Krone, des k. niederl. Löwen-, des k. gr. Erlöser- und des grossh. Sachsen-Weimar'schen Hausordens vom weissen Falken; Professor emeritus der Geschichte, des Kirchenrechts und der Kirchengeschichte; ordentl. correspond. und Ehrenmitglied der k. dänischen Societät für nordische Alterthumskunde zu Kopenhagen, der Gesellschaft für Beförderung der Geschichtskunde zu Freiburg im Br., der schweizerischen geschichtforschenden Gesellschaft zu Bern, der deutschen Gesellschaft für Erforschung vaterländischer Sprache und Alterthümer zu Leipzig, der rheinisch-westphälischen Gesellschaft für Geschichte und Alterthumskunde zu Münster, der pommerischen Gesellschaft für eben dieselben zu Stettin, der nassau'schen zu Wiesbaden, der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde zu Frankfurt a. M., der philosophischen Gesellschaft zu Würzburg, der philodanischen an der Donau, der helvetischen Gesellschaft zu Schinznach, der niederländischen Maatschappy tot Nut van't Algemeen im Haag, des Albrecht-Dürer-Vereins in Nürnberg, der schweizerischen gemeinnützigen Gesellschaft und jener für vaterländische Cultur zu Aarau etc. Der Zweck dieses wissenschaftlichen Unternehmens geht dahin, eine Reihe von wesentlichen Lücken sowohl in der allgemeinen Geschichte der angedeuteten drei Jahrhunderte, als in jener von einzelnen Staaten und Regentenhäusern auszufüllen. Er rechtfertigt sich um so mehr, als ähnliche, in neuester Zeit erschienene Quellensammlungen die Nothwendigkeit, ganze Perioden von neuem und in ganz anderer Weise zu bearbeiten, dargethan haben. Der Hauptherausgeber, von nahen und fernen Freunden und Correspondenten, so wie von hochgestellten Männern und ausgezeichneten Gelehrten in Deutschland, wie im Auslande, wohlwollend unterstützt, hat sich seit mehreren Jahren, oft mit grossen Kosten, bemüht, aus Archiven und Bibliotheken Deutschlands, der Schweiz, der Niederlande, Frankreichs und Italiens sehr viele ungedruckte Briefe, Staatsrelationen, Memoiren, Tagebücher und Urkunden, so wie höchst seltene Druck- und Flugschriften und Manuscripten gleichzuachtende Chroniken, welche einen sowohl historischen als sprachlichen Werth besitzen, für ein Corpus historicum, zu dem angedeuteten Zwecke, sich zu verschaffen, und wird dieselben, mit den gehörigen Einleitungen und Erläuterungen, auf eine dem Interesse der Geschichtsfreunde entsprechende, und den Ankauf möglichst erleichternde Weise, der Oeffentlichkeit übergeben. Die erste Abtheilung enthält eine höchst interessante Sammlung von Briefen, Berichten und Memorialen berühmter Mitglieder der Familien Este und Lothringen, und zwar von Hercules II und Renata von Frankreich an, bis zu Don Cesar. Darunter befinden sich sehr viele Briefe von der Geliebten Tasso's, Leonora v. Este, und ihren Schwestern, von Alfonso II, seinem Bruder, dem Cardinal Hippolyt und dem Cardinal Luigi, von Margherita de Gonzaga und andern Verwandten; sodann von sämmtlichen Gliedern des Hauses Guise, als: von Franz v. Guise, genannt Balafré, seiner Gemahlin Anna v. Este, Herzogin v. Guise und Nemours, dem Cardinal von Lothringen, Heinrich v. Guise, seinem Bruder Jakob, Herzog von Nemours, dem Herzog von Mayenne und ihren Schwestern, Frauen und Verwandten. Endlich eine bedeutende Zahl Briefe von Kaiser Karl V, Margaretha von Oesterreich, den Königen Franz I, Heinrich II, Franz II, Heinrich III, von Catharina v. Medicis, Marguerite von Navarra I und II, dem Connetable v. Montmorency, dem Admiral v. Coligny, dem Marquis de Saluzzo, dem Cardinal de Tournon, dem Marchese del Guasto und vielen Andern (Feldherren, Diplomaten und diplomatischen Agenten des 16ten und 17ten Jahrhunderts). Diese Documente sind mit kritischen Anmerkungen und den nöthigen historischen Erläuterungen versehen, was bei jeder fernern Abtheilung ebenfalls stattfinden wird. Der bei weitem grössere Theil ist sowohl aus der k. Bibliothek im Haag, welcher der Herausgeber früher mitvorgestanden, als auch und hauptsächlich aus der (auch von Raumer und Capefigue benützten) berühmten Bibliothèque de Bethune in der k. Manuscripten-Sammlung in Paris, mit Unterstützung der HH. Guizot (als Minister des öffentlichen Unterrichts im Jahre 1835), Champollion-Figeac (Conservateurs der k. Handschriften-Bibliothek) und eines ausgezeichneten Paläographen daselbst, gewonnen worden. Sie verbreiten sich über die innere Geschichte und Charakteristik der Estes, welche dermal von neuem die öffentliche Aufmerksamkeit der gelehrten Welt, besonders in Bezug auf die berühmten zwei Prinzessinnen, lebhaft auf sich gezogen haben, so wie über die der berufenen Ligue und ihrer Gegner, neues Licht, und werden dem Bearbeiter jenes Zeitraums den Schlüssel zu manchen räthselhaften Erscheinungen desselben, so wie viele wichtige Züge zur Vervollständigung der historischen Portraits darbieten.

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Zitationshilfe: Allgemeine Zeitung. Nr. 49. Augsburg, 18. Februar 1840, S. 0391. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/augsburgerallgemeine_049_18400218/15>, abgerufen am 22.02.2024.