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Barthisius, Henoch: Geistlicher SterbeKittel gleubiger Christenhertzen. Leipzig, 1614.

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Christliche Leichpredigt.
vnd E. L. in der furcht Gottes diß einige stücklein erklä-
ren vnd fürtragen:

Propositio.Worumb doch ein jeder Christenmensch diß Gebetlein
des Königs Davids sol lassen seines Hertzens seufftzer
seyn/ vnd jhme gleich zum geistlichen Sterbekittel
zulegen vnd zu rathe halten. Gott der HErr gebe vns
hier zu die gnade seines heiligen Geistes/ Amen.

GEliebte vnd Andächtige in Christo dem
HErrn/ Bey vns Christen ist noch heutiges tages
der Brauch/ daß wir beydes alten vnd jungen/ nach
dem Tode einen weissen Sterbkittel anziehen/ zum zeugniß
vnd beweiß/ daß sie auff Christi Vnschuld vnd Gerechtig-
keit jhr Leben selig beschlossen/ vnd nunmehr zu gewarten
haben das rechte weisse Ehrenkleid/ damit angethan wer-
Apocal. 7.den/ die für dem Throne des Lammes stehen/ vnd demsel-
ben auff den dienst warten/ vnd das der HErr einmal das
Esai. 25.hüllen werde wegthun/ damit alle Völcker verhüllet seyn/
Wie denn billich Eltern/ Ehegatten vnd gute Freunde/
wenn sie jhren verstorbenen weisse Sterbkittel anziehen/
solche Christliche Gedancken darbey sollen fassen lernen:
Mein lieber Sohn/ liebe Tochter/ lieber Ehemann/ liebes
Weib/ jetzt lasse ich dir ein schneeweisses Kleid anlegen/
zum zeugniß/ daß dich der HErr Jesus von deinen Sün-
den gewaschen vnd gereiniget/ vnd mit dem schneeweissen
Esai. 61.Kleide seines Heils/ vnd mit dem Rocke der Gerechtig-
keit dich geschmücket vnd gezieret hat/ in solcher weissen
zierde sende ich dich zur Ruhe Gottes/ vnd bin gewiß/ daß
ich dich am jüngsten Tage vnter allen Außerwehlten in
solchem weissen Ehrenkleide mit Frewden wiederumb se-
hen werde. Jn solcher Betrachtung haben jhnen viel

from-

Chriſtliche Leichpredigt.
vnd E. L. in der furcht Gottes diß einige ſtuͤcklein erklaͤ-
ren vnd fuͤrtragen:

Propoſitio.Worumb doch ein jeder Chriſtenmenſch diß Gebetlein
des Koͤnigs Davids ſol laſſen ſeines Hertzens ſeufftzer
ſeyn/ vnd jhme gleich zum geiſtlichen Sterbekittel
zulegen vnd zu rathe halten. Gott der HErr gebe vns
hier zu die gnade ſeines heiligen Geiſtes/ Amen.

GEliebte vnd Andaͤchtige in Chriſto dem
HErrn/ Bey vns Chriſten iſt noch heutiges tages
der Brauch/ daß wir beydes alten vñ jungen/ nach
dem Tode einẽ weiſſen Sterbkittel anziehen/ zum zeugniß
vnd beweiß/ daß ſie auff Chriſti Vnſchuld vñ Gerechtig-
keit jhr Leben ſelig beſchloſſen/ vnd nunmehr zu gewarten
haben das rechte weiſſe Ehrenkleid/ damit angethan wer-
Apocal. 7.den/ die fuͤr dem Throne des Lammes ſtehen/ vnd demſel-
ben auff den dienſt warten/ vnd das der HErr einmal das
Eſai. 25.huͤllen werde wegthun/ damit alle Voͤlcker verhuͤllet ſeyn/
Wie denn billich Eltern/ Ehegatten vnd gute Freunde/
wenn ſie jhren verſtorbenen weiſſe Sterbkittel anziehen/
ſolche Chriſtliche Gedancken darbey ſollen faſſen lernen:
Mein lieber Sohn/ liebe Tochter/ lieber Ehemañ/ liebes
Weib/ jetzt laſſe ich dir ein ſchneeweiſſes Kleid anlegen/
zum zeugniß/ daß dich der HErr Jeſus von deinen Suͤn-
den gewaſchen vnd gereiniget/ vnd mit dem ſchneeweiſſen
Eſai. 61.Kleide ſeines Heils/ vnd mit dem Rocke der Gerechtig-
keit dich geſchmuͤcket vnd gezieret hat/ in ſolcher weiſſen
zierde ſende ich dich zur Ruhe Gottes/ vnd bin gewiß/ daß
ich dich am juͤngſten Tage vnter allen Außerwehlten in
ſolchem weiſſen Ehrenkleide mit Frewden wiederumb ſe-
hen werde. Jn ſolcher Betrachtung haben jhnen viel

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[0012] Chriſtliche Leichpredigt. vnd E. L. in der furcht Gottes diß einige ſtuͤcklein erklaͤ- ren vnd fuͤrtragen: Worumb doch ein jeder Chriſtenmenſch diß Gebetlein des Koͤnigs Davids ſol laſſen ſeines Hertzens ſeufftzer ſeyn/ vnd jhme gleich zum geiſtlichen Sterbekittel zulegen vnd zu rathe halten. Gott der HErr gebe vns hier zu die gnade ſeines heiligen Geiſtes/ Amen. GEliebte vnd Andaͤchtige in Chriſto dem HErrn/ Bey vns Chriſten iſt noch heutiges tages der Brauch/ daß wir beydes alten vñ jungen/ nach dem Tode einẽ weiſſen Sterbkittel anziehen/ zum zeugniß vnd beweiß/ daß ſie auff Chriſti Vnſchuld vñ Gerechtig- keit jhr Leben ſelig beſchloſſen/ vnd nunmehr zu gewarten haben das rechte weiſſe Ehrenkleid/ damit angethan wer- den/ die fuͤr dem Throne des Lammes ſtehen/ vnd demſel- ben auff den dienſt warten/ vnd das der HErr einmal das huͤllen werde wegthun/ damit alle Voͤlcker verhuͤllet ſeyn/ Wie denn billich Eltern/ Ehegatten vnd gute Freunde/ wenn ſie jhren verſtorbenen weiſſe Sterbkittel anziehen/ ſolche Chriſtliche Gedancken darbey ſollen faſſen lernen: Mein lieber Sohn/ liebe Tochter/ lieber Ehemañ/ liebes Weib/ jetzt laſſe ich dir ein ſchneeweiſſes Kleid anlegen/ zum zeugniß/ daß dich der HErr Jeſus von deinen Suͤn- den gewaſchen vnd gereiniget/ vnd mit dem ſchneeweiſſen Kleide ſeines Heils/ vnd mit dem Rocke der Gerechtig- keit dich geſchmuͤcket vnd gezieret hat/ in ſolcher weiſſen zierde ſende ich dich zur Ruhe Gottes/ vnd bin gewiß/ daß ich dich am juͤngſten Tage vnter allen Außerwehlten in ſolchem weiſſen Ehrenkleide mit Frewden wiederumb ſe- hen werde. Jn ſolcher Betrachtung haben jhnen viel from- Apocal. 7. Eſai. 25. Eſai. 61.

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Zitationshilfe: Barthisius, Henoch: Geistlicher SterbeKittel gleubiger Christenhertzen. Leipzig, 1614, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/508611/12>, abgerufen am 24.01.2021.