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Hyller, Martin: Exequiae Horstianae. Leipzig, 1625.

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Die Ander
Psal. 34. v. 9.
Psal. 30. v. 12wird seyn/ Psal. 34. da sie mit Frewden gegürtet Psal.
Psal. 36. v. 9.30. vnd mit Wollust als mit einem Strom sollen ge-
träncket werden/ Psal. 36. O welch ein trost ist das!

Jhr Christlichen Eltern habt jhr ewre liebe Kinder/
ewere liebe Söhne vnd Töchter hier vnter der Reichen-
bächischen Erde/ oder an einem andern Orte liegen
vnd schlaffen? Jhr Christlichen frommen Wittiben/ ist
einer vnd der andern jhr lieber Herr vnd Mann in die
grosse Schlaffkammer der Erden vorangegangen?
Frommer Mann/ hast du schon vorlen gst müssen schlaffen
Ezech. 24. v.
16.
schicken dein liebes Weib? deine schöne Augenlust? Ezech.
24. deine Edle Krone? Prov. 12. deine krefftige Hertz-
Prov. 12. v. 4.
Prov. 31. v. 19.perle? Prov. 31. deine liebliche Haußsonne? Syc. 26.
Syr. 26. v. 21.O gremet euch nicht zu sehr darüber! O last euch das
nicht anfechten/ daß die Verwesung ist jhr Vater/ vnnd
Iob. 17. v. 14.die Würme jhre Mutter vnd jhre Schwestern/ Job. 17.
sondern Cantate, Jubilate, Exu[l]tate, singet/ jauchzet/
frolocket/ weil jhr wisset/ daß jhre Augen nicht sollen im
Psal. 13. v. 4.ewigen Tode entschlaffen/ Psal 13. vnd daß vielmehr
ein jegliches aus dem Schlaffämmerlein der Erde/ wie
der König David herauff ruffet vnd schreyet: Jch wer-
de erwachen/ ich werde erwachen/
vnd das der Pro-
phet Daniel/ von allen die selig im HErrn sind verstor-
ben sagt/ evigilabunt, Sie werden auffwachen/ wenn
er an jenem grossen Tage jhre Gräber auffthun/ vnd aus
Ezech. 37.
v.
12.
denselbigen sie wiederumb heraus holen wird/ Ezech. 37

Wenn die hochbetrübte Fraw Wittib. welcher Gott
auff jhr Hertz-Tischlein jetzo das Thränen Brodt auff-
Psal. 80. v. 6.tregt/ Psal. 80. in der Kirchen zu gegen wehre/ so wür-

den

Die Ander
Pſal. 34. v. 9.
Pſal. 30. v. 12wird ſeyn/ Pſal. 34. da ſie mit Frewden geguͤrtet Pſal.
Pſal. 36. v. 9.30. vnd mit Wolluſt als mit einem Strom ſollen ge-
traͤncket werden/ Pſal. 36. O welch ein troſt iſt das!

Jhr Chriſtlichen Eltern habt jhr ewre liebe Kinder/
ewere liebe Soͤhne vnd Toͤchter hier vnter der Reichen-
baͤchiſchen Erde/ oder an einem andern Orte liegen
vnd ſchlaffen? Jhr Chriſtlichen frommen Wittiben/ iſt
einer vnd der andern jhr lieber Herr vnd Mann in die
groſſe Schlaffkammer der Erden vorangegangen?
Frommer Mann/ haſt du ſchon vorlen gſt muͤſſen ſchlaffẽ
Ezech. 24. v.
16.
ſchicken dein liebes Weib? deine ſchoͤne Augenluſt? Ezech.
24. deine Edle Krone? Prov. 12. deine krefftige Hertz-
Prov. 12. v. 4.
Prov. 31. v. 19.perle? Prov. 31. deine liebliche Haußſonne? Syc. 26.
Syr. 26. v. 21.O gremet euch nicht zu ſehr daruͤber! O laſt euch das
nicht anfechten/ daß die Verweſung iſt jhr Vater/ vnnd
Iob. 17. v. 14.die Wuͤrme jhre Mutter vnd jhre Schweſtern/ Job. 17.
ſondern Cantate, Jubilate, Exu[l]tate, ſinget/ jauchzet/
frolocket/ weil jhr wiſſet/ daß jhre Augen nicht ſollen im
Pſal. 13. v. 4.ewigen Tode entſchlaffen/ Pſal 13. vnd daß vielmehr
ein jegliches aus dem Schlaffaͤmmerlein der Erde/ wie
der Koͤnig David herauff ruffet vnd ſchreyet: Jch wer-
de erwachen/ ich werde erwachen/
vnd das der Pro-
phet Daniel/ von allen die ſelig im HErrn ſind verſtor-
ben ſagt/ evigilabunt, Sie werden auffwachen/ weñ
er an jenem groſſen Tage jhre Graͤber auffthun/ vñ aus
Ezech. 37.
v.
12.
denſelbigen ſie wiederumb heraus holen wird/ Ezech. 37

Wenn die hochbetruͤbte Fraw Wittib. welcher Gott
auff jhr Hertz-Tiſchlein jetzo das Thraͤnen Brodt auff-
Pſal. 80. v. 6.tregt/ Pſal. 80. in der Kirchen zu gegen wehre/ ſo wuͤr-

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[44/0046] Die Ander wird ſeyn/ Pſal. 34. da ſie mit Frewden geguͤrtet Pſal. 30. vnd mit Wolluſt als mit einem Strom ſollen ge- traͤncket werden/ Pſal. 36. O welch ein troſt iſt das! Pſal. 34. v. 9. Pſal. 30. v. 12 Pſal. 36. v. 9. Jhr Chriſtlichen Eltern habt jhr ewre liebe Kinder/ ewere liebe Soͤhne vnd Toͤchter hier vnter der Reichen- baͤchiſchen Erde/ oder an einem andern Orte liegen vnd ſchlaffen? Jhr Chriſtlichen frommen Wittiben/ iſt einer vnd der andern jhr lieber Herr vnd Mann in die groſſe Schlaffkammer der Erden vorangegangen? Frommer Mann/ haſt du ſchon vorlen gſt muͤſſen ſchlaffẽ ſchicken dein liebes Weib? deine ſchoͤne Augenluſt? Ezech. 24. deine Edle Krone? Prov. 12. deine krefftige Hertz- perle? Prov. 31. deine liebliche Haußſonne? Syc. 26. O gremet euch nicht zu ſehr daruͤber! O laſt euch das nicht anfechten/ daß die Verweſung iſt jhr Vater/ vnnd die Wuͤrme jhre Mutter vnd jhre Schweſtern/ Job. 17. ſondern Cantate, Jubilate, Exultate, ſinget/ jauchzet/ frolocket/ weil jhr wiſſet/ daß jhre Augen nicht ſollen im ewigen Tode entſchlaffen/ Pſal 13. vnd daß vielmehr ein jegliches aus dem Schlaffaͤmmerlein der Erde/ wie der Koͤnig David herauff ruffet vnd ſchreyet: Jch wer- de erwachen/ ich werde erwachen/ vnd das der Pro- phet Daniel/ von allen die ſelig im HErrn ſind verſtor- ben ſagt/ evigilabunt, Sie werden auffwachen/ weñ er an jenem groſſen Tage jhre Graͤber auffthun/ vñ aus denſelbigen ſie wiederumb heraus holen wird/ Ezech. 37 Ezech. 24. v. 16. Prov. 12. v. 4. Prov. 31. v. 19. Syr. 26. v. 21. Iob. 17. v. 14. Pſal. 13. v. 4. Ezech. 37. v. 12. Wenn die hochbetruͤbte Fraw Wittib. welcher Gott auff jhr Hertz-Tiſchlein jetzo das Thraͤnen Brodt auff- tregt/ Pſal. 80. in der Kirchen zu gegen wehre/ ſo wuͤr- den Pſal. 80. v. 6.

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Zitationshilfe: Hyller, Martin: Exequiae Horstianae. Leipzig, 1625, S. 44. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/508436/46>, abgerufen am 13.04.2024.