Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Adolph, Christian: Himmlischer Hochzeit-Schatz/ und geistlicher Braut-Schmuck der gläubigen und seligen Kinder Gottes. Zittau, 1664.

Bild:
<< vorherige Seite

Christliche Leich Predigt.
erst geliebet. Lieben sollen wir Gott als unsern Vater.
(s) Lieben sollen wir Jesum als unsern Bruder [t]. Lie-s. Eph. 3, 15
ben sollen wir den H. Geist als unsern Rathgeber [u].t. Joh. 20.
v.
17.

Lieben solln wir unsern Nechsten als uns selber. (vv)
Und also sollen wir allewege in der Liebe gegen Gott und demu. Esa. 11.
v.
2.

Nechsten grünen/ weil die Liebe ist das schöne HochzeitKleid/ und
der rechte heilige BrautRock/ der nimmer zureissen/ sondern imvv. Matth.
22. v.
39.

himmlischen HochzeitLeben/ erst recht gantz und vollkommen seyn/
und die Liebe nimmermehr aufhören wird [x] Da wird die seligex. 1. Cor. 13
v.
8.

auserwehlete Braut Christi/ die gläubige Seele/ in dem schönen
grünen LiebesRocke stehen/ und wohl bestehen; grünen wie ein
Palm Baum/ und wachsen wie ein Ceder auf Libanon/ blühen
fruchtbar und frisch seyn.(y) Gestalten denn auch/ die seligey. Psal. 92.
v.
13.

Jungfrau Axlöwin solcher massen Christlichen gegrünet/ und
sich Liebreich erwiesen; Einmalen gegen Gott/ welchen Sie
höchlich geehret/ gern in seinem Wort gehöret/ sich seiner Gnad
und Gnaden-Mittel in wahrem Glauben getröstet und ange-
nommen/ und ihren lieben Jesum nimmer aus ihrem Sinn/
Mund und Hertzen kommen lassen. Nachmalen auch gegen
ihrem Nechsten
/ als Sie denn auch sonderlich in recht Schwi-
sterlicher Liebe gegrünet/ mit ihrer geehrten/ WolAdelicher Frau
und Jungfrau Schwester/ in recht Schwisterlicher Liebe/ Friede
und Verträuligkeit gelebet: Auch unsern Gestrengen Erb-und
Lehnes Herrn/ als ihren Hoch Wolgewogenen Herrn Vettern/
und treuen PflegeVatern/ samt allen HochAdelichen Seinigen
hertzlich geliebet/ gebührends respectiret/ und es mit allen wohl
und treulich gemeinet; und ist bey ihnen also zu reden/ gleich ein
Hertz/ ein Sinn und ein Wille gewesen.

Der III. Braut-Rock ist ein rother Carmesin und
Purpur-Rock
/ der zumahlen schöne gleist und funckelt/ wie im
Text steht: Sie haben ihre Kleider helle gemacht/ im
Blut des Lamms.
Was mag das für ein Lamm seyn/ in dessen
Blut der Auserwehlten Seelen BrautRock gefärbet ist? Es ist

der

Chriſtliche Leich Predigt.
erſt geliebet. Lieben ſollen wir Gott als unſern Vater.
(s) Lieben ſollen wir Jeſum als unſern Bruder [t]. Lie-s. Eph. 3, 15
ben ſollen wir den H. Geiſt als unſern Rathgeber [u].t. Joh. 20.
v.
17.

Lieben ſolln wir unſern Nechſten als uns ſelber. (vv)
Und alſo ſollen wir allewege in der Liebe gegen Gott und demu. Eſa. 11.
v.
2.

Nechſten gruͤnen/ weil die Liebe iſt das ſchoͤne HochzeitKleid/ und
der rechte heilige BrautRock/ der nimmer zureiſſen/ ſondern imvv. Matth.
22. v.
39.

him̃liſchen HochzeitLeben/ erſt recht gantz und vollkommen ſeyn/
und die Liebe nimmermehr aufhoͤren wird [x] Da wird die ſeligex. 1. Cor. 13
v.
8.

auserwehlete Braut Chriſti/ die glaͤubige Seele/ in dem ſchoͤnen
gruͤnen LiebesRocke ſtehen/ und wohl beſtehen; gruͤnen wie ein
Palm Baum/ und wachſen wie ein Ceder auf Libanon/ bluͤhen
fruchtbar und friſch ſeyn.(y) Geſtalten denn auch/ die ſeligey. Pſal. 92.
v.
13.

Jungfrau Axloͤwin ſolcher maſſen Chriſtlichen gegruͤnet/ und
ſich Liebreich erwieſen; Einmalen gegen Gott/ welchen Sie
hoͤchlich geehret/ gern in ſeinem Wort gehoͤret/ ſich ſeiner Gnad
und Gnaden-Mittel in wahrem Glauben getroͤſtet und ange-
nommen/ und ihren lieben Jeſum nimmer aus ihrem Sinn/
Mund und Hertzen kommen laſſen. Nachmalen auch gegen
ihrem Nechſten
/ als Sie denn auch ſonderlich in recht Schwi-
ſterlicher Liebe gegruͤnet/ mit ihrer geehrten/ WolAdelicher Frau
und Jungfrau Schweſter/ in recht Schwiſterlicher Liebe/ Friede
und Vertraͤuligkeit gelebet: Auch unſern Geſtrengen Erb-und
Lehnes Herrn/ als ihren Hoch Wolgewogenen Herrn Vettern/
und treuen PflegeVatern/ ſamt allen HochAdelichen Seinigen
hertzlich geliebet/ gebuͤhrends reſpectiret/ und es mit allen wohl
und treulich gemeinet; und iſt bey ihnen alſo zu reden/ gleich ein
Hertz/ ein Sinn und ein Wille geweſen.

Der III. Braut-Rock iſt ein rother Carmeſin und
Purpur-Rock
/ der zumahlen ſchoͤne gleiſt und funckelt/ wie im
Text ſteht: Sie haben ihre Kleider helle gemacht/ im
Blut des Lam̃s.
Was mag das fuͤr ein Lam̃ ſeyn/ in deſſen
Blut der Auserwehlten Seelen BrautRock gefaͤrbet iſt? Es iſt

der
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsMainPart" n="2">
          <p><pb facs="#f0023"/><fw type="header" place="top"><hi rendition="#b">Chri&#x017F;tliche Leich Predigt.</hi></fw><lb/>
er&#x017F;t geliebet. <hi rendition="#fr">Lieben &#x017F;ollen wir Gott als un&#x017F;ern Vater.</hi><lb/>
(<hi rendition="#aq">s</hi>) <hi rendition="#fr">Lieben &#x017F;ollen wir Je&#x017F;um als un&#x017F;ern Bruder</hi> [<hi rendition="#aq">t</hi>]. <hi rendition="#fr">Lie-</hi><note place="right"><hi rendition="#aq">s.</hi><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Eph.</hi> 3, 15</hi></note><lb/><hi rendition="#fr">ben &#x017F;ollen wir den H. Gei&#x017F;t als un&#x017F;ern Rathgeber</hi> [<hi rendition="#aq">u</hi>].<note place="right"><hi rendition="#aq">t.</hi><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Joh. 20.<lb/>
v.</hi> 17.</hi></note><lb/><hi rendition="#fr">Lieben &#x017F;olln wir un&#x017F;ern Nech&#x017F;ten als uns &#x017F;elber.</hi> (<hi rendition="#aq">vv</hi>)<lb/>
Und al&#x017F;o &#x017F;ollen wir allewege in der Liebe gegen Gott und dem<note place="right"><hi rendition="#aq">u.</hi><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">E&#x017F;a. 11.<lb/>
v.</hi> 2.</hi></note><lb/>
Nech&#x017F;ten gru&#x0364;nen/ weil die Liebe i&#x017F;t das &#x017F;cho&#x0364;ne HochzeitKleid/ und<lb/>
der rechte heilige BrautRock/ der nimmer zurei&#x017F;&#x017F;en/ &#x017F;ondern im<note place="right"><hi rendition="#aq">vv.</hi><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Matth.<lb/>
22. v.</hi> 39.</hi></note><lb/>
him&#x0303;li&#x017F;chen HochzeitLeben/ er&#x017F;t recht gantz und vollkommen &#x017F;eyn/<lb/>
und die Liebe nimmermehr aufho&#x0364;ren wird [<hi rendition="#aq">x</hi>] Da wird die &#x017F;elige<note place="right"><hi rendition="#aq">x.</hi><hi rendition="#i">1. <hi rendition="#aq">Cor. 13<lb/>
v.</hi> 8.</hi></note><lb/>
auserwehlete Braut Chri&#x017F;ti/ die gla&#x0364;ubige Seele/ in dem &#x017F;cho&#x0364;nen<lb/>
gru&#x0364;nen LiebesRocke &#x017F;tehen/ und wohl be&#x017F;tehen; gru&#x0364;nen wie ein<lb/>
Palm Baum/ und wach&#x017F;en wie ein Ceder auf Libanon/ blu&#x0364;hen<lb/>
fruchtbar und fri&#x017F;ch &#x017F;eyn.(<hi rendition="#aq">y</hi>) Ge&#x017F;talten denn auch/ die &#x017F;elige<note place="right"><hi rendition="#aq">y.</hi><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">P&#x017F;al. 92.<lb/>
v.</hi> 13.</hi></note><lb/>
Jungfrau Axlo&#x0364;win &#x017F;olcher ma&#x017F;&#x017F;en Chri&#x017F;tlichen gegru&#x0364;net/ und<lb/>
&#x017F;ich Liebreich erwie&#x017F;en; <hi rendition="#fr">Einmalen gegen Gott</hi>/ welchen Sie<lb/>
ho&#x0364;chlich geehret/ gern in &#x017F;einem Wort geho&#x0364;ret/ &#x017F;ich &#x017F;einer Gnad<lb/>
und Gnaden-Mittel in wahrem Glauben getro&#x0364;&#x017F;tet und ange-<lb/>
nommen/ und ihren lieben Je&#x017F;um nimmer aus ihrem Sinn/<lb/>
Mund und Hertzen kommen la&#x017F;&#x017F;en. <hi rendition="#fr">Nachmalen auch gegen<lb/>
ihrem Nech&#x017F;ten</hi>/ als Sie denn auch &#x017F;onderlich in recht Schwi-<lb/>
&#x017F;terlicher Liebe gegru&#x0364;net/ mit ihrer geehrten/ WolAdelicher Frau<lb/>
und Jungfrau Schwe&#x017F;ter/ in recht Schwi&#x017F;terlicher Liebe/ Friede<lb/>
und Vertra&#x0364;uligkeit gelebet: Auch un&#x017F;ern Ge&#x017F;trengen Erb-und<lb/>
Lehnes Herrn/ als ihren Hoch Wolgewogenen Herrn Vettern/<lb/>
und treuen PflegeVatern/ &#x017F;amt allen HochAdelichen Seinigen<lb/>
hertzlich geliebet/ gebu&#x0364;hrends <hi rendition="#aq">re&#x017F;pecti</hi>ret/ und es mit allen wohl<lb/>
und treulich gemeinet; und i&#x017F;t bey ihnen al&#x017F;o zu reden/ gleich ein<lb/>
Hertz/ ein Sinn und ein Wille gewe&#x017F;en.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#fr">Der</hi><hi rendition="#aq">III.</hi><hi rendition="#fr">Braut-Rock i&#x017F;t ein rother Carme&#x017F;in und<lb/>
Purpur-Rock</hi>/ der zumahlen &#x017F;cho&#x0364;ne glei&#x017F;t und funckelt/ wie im<lb/>
Text &#x017F;teht: <hi rendition="#fr">Sie haben ihre Kleider helle gemacht/ im<lb/>
Blut des Lam&#x0303;s.</hi> Was mag das fu&#x0364;r ein Lam&#x0303; &#x017F;eyn/ in de&#x017F;&#x017F;en<lb/>
Blut der Auserwehlten Seelen BrautRock gefa&#x0364;rbet i&#x017F;t? Es i&#x017F;t<lb/>
<fw type="catch" place="bottom">der</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0023] Chriſtliche Leich Predigt. erſt geliebet. Lieben ſollen wir Gott als unſern Vater. (s) Lieben ſollen wir Jeſum als unſern Bruder [t]. Lie- ben ſollen wir den H. Geiſt als unſern Rathgeber [u]. Lieben ſolln wir unſern Nechſten als uns ſelber. (vv) Und alſo ſollen wir allewege in der Liebe gegen Gott und dem Nechſten gruͤnen/ weil die Liebe iſt das ſchoͤne HochzeitKleid/ und der rechte heilige BrautRock/ der nimmer zureiſſen/ ſondern im him̃liſchen HochzeitLeben/ erſt recht gantz und vollkommen ſeyn/ und die Liebe nimmermehr aufhoͤren wird [x] Da wird die ſelige auserwehlete Braut Chriſti/ die glaͤubige Seele/ in dem ſchoͤnen gruͤnen LiebesRocke ſtehen/ und wohl beſtehen; gruͤnen wie ein Palm Baum/ und wachſen wie ein Ceder auf Libanon/ bluͤhen fruchtbar und friſch ſeyn.(y) Geſtalten denn auch/ die ſelige Jungfrau Axloͤwin ſolcher maſſen Chriſtlichen gegruͤnet/ und ſich Liebreich erwieſen; Einmalen gegen Gott/ welchen Sie hoͤchlich geehret/ gern in ſeinem Wort gehoͤret/ ſich ſeiner Gnad und Gnaden-Mittel in wahrem Glauben getroͤſtet und ange- nommen/ und ihren lieben Jeſum nimmer aus ihrem Sinn/ Mund und Hertzen kommen laſſen. Nachmalen auch gegen ihrem Nechſten/ als Sie denn auch ſonderlich in recht Schwi- ſterlicher Liebe gegruͤnet/ mit ihrer geehrten/ WolAdelicher Frau und Jungfrau Schweſter/ in recht Schwiſterlicher Liebe/ Friede und Vertraͤuligkeit gelebet: Auch unſern Geſtrengen Erb-und Lehnes Herrn/ als ihren Hoch Wolgewogenen Herrn Vettern/ und treuen PflegeVatern/ ſamt allen HochAdelichen Seinigen hertzlich geliebet/ gebuͤhrends reſpectiret/ und es mit allen wohl und treulich gemeinet; und iſt bey ihnen alſo zu reden/ gleich ein Hertz/ ein Sinn und ein Wille geweſen. s. Eph. 3, 15 t. Joh. 20. v. 17. u. Eſa. 11. v. 2. vv. Matth. 22. v. 39. x. 1. Cor. 13 v. 8. y. Pſal. 92. v. 13. Der III. Braut-Rock iſt ein rother Carmeſin und Purpur-Rock/ der zumahlen ſchoͤne gleiſt und funckelt/ wie im Text ſteht: Sie haben ihre Kleider helle gemacht/ im Blut des Lam̃s. Was mag das fuͤr ein Lam̃ ſeyn/ in deſſen Blut der Auserwehlten Seelen BrautRock gefaͤrbet iſt? Es iſt der

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/354532
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/354532/23
Zitationshilfe: Adolph, Christian: Himmlischer Hochzeit-Schatz/ und geistlicher Braut-Schmuck der gläubigen und seligen Kinder Gottes. Zittau, 1664, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/354532/23>, abgerufen am 17.04.2024.