Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Treviranus, Gottfried Reinhold: Biologie, oder Philosophie der lebenden Natur für Naturforscher und Ärzte. Bd. 2. Göttingen, 1803.

Bild:
<< vorherige Seite

wunderungswürdigen Geschwindigkeit. Eine ge-
wisse Kürbisgattung, Kora in der dortigen Sprache
genannt, treibt binnen 24 Stunden beynahe 4 Zoll
lange Kürbisse (y).

Ferner äussert sich der Einfluss des Bodens
auf die Vegetation an der Farbe der Pflanzen, und
besonders der Blumenblätter. Sumpfpflanzen ha-
ben gewöhnlich dunkelgrüne und glatte Stengel-
blätter, wie die ganze Familie der Hydrochariden
beweist. Zu Neu-Yersey in den vereinigten Staa-
ten von Nordamerika, wo der Boden aus einem an
der Oberfläche verwitterten rothen Thonschiefer
besteht, zeichnen sich alle Pflanzen durch ein leb-
hafteres Grün aus (z). Auf die Farbe der Blumen-
blätter scheint vorzüglich ein thonhaltiger Boden
einen merklichen Einfluss zu haben. Bey Constan-
tinowo, wo das Erdreich viel weissen Thon ent-
hält, sahe Pallas viele Pflanzen des Epilobium
angustifolium und einige Stengel des Verbascum
Thapsus mit weissen Blumen blühen (a).

Fin nasser Boden bringt glatte und gefirnisste,
ein dürrer rauhe Stengel und Blätter hervor, wie
am Polygonum amphibium erhellet. Doch leidet
diese Regel Ausnahme. Auch bey den meisten,

den
(y) Volney's Reisen nach Syrien u. Egypten.
(z) Schöpf's Reisen. Th. 1. S. 17. 18.
(a) Pallas a. a. O. Th. 1. S. 25.

wunderungswürdigen Geschwindigkeit. Eine ge-
wisse Kürbisgattung, Kora in der dortigen Sprache
genannt, treibt binnen 24 Stunden beynahe 4 Zoll
lange Kürbisse (y).

Ferner äussert sich der Einfluſs des Bodens
auf die Vegetation an der Farbe der Pflanzen, und
besonders der Blumenblätter. Sumpfpflanzen ha-
ben gewöhnlich dunkelgrüne und glatte Stengel-
blätter, wie die ganze Familie der Hydrochariden
beweist. Zu Neu-Yersey in den vereinigten Staa-
ten von Nordamerika, wo der Boden aus einem an
der Oberfläche verwitterten rothen Thonschiefer
besteht, zeichnen sich alle Pflanzen durch ein leb-
hafteres Grün aus (z). Auf die Farbe der Blumen-
blätter scheint vorzüglich ein thonhaltiger Boden
einen merklichen Einfluſs zu haben. Bey Constan-
tinowo, wo das Erdreich viel weissen Thon ent-
hält, sahe Pallas viele Pflanzen des Epilobium
angustifolium und einige Stengel des Verbascum
Thapsus mit weissen Blumen blühen (a).

Fin nasser Boden bringt glatte und gefirniſste,
ein dürrer rauhe Stengel und Blätter hervor, wie
am Polygonum amphibium erhellet. Doch leidet
diese Regel Ausnahme. Auch bey den meisten,

den
(y) Volney’s Reisen nach Syrien u. Egypten.
(z) Schöpf’s Reisen. Th. 1. S. 17. 18.
(a) Pallas a. a. O. Th. 1. S. 25.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <div n="5">
                <p><pb facs="#f0050" n="40"/>
wunderungswürdigen Geschwindigkeit. Eine ge-<lb/>
wisse Kürbisgattung, Kora in der dortigen Sprache<lb/>
genannt, treibt binnen 24 Stunden beynahe 4 Zoll<lb/>
lange Kürbisse <note place="foot" n="(y)"><hi rendition="#k">Volney</hi>&#x2019;s Reisen nach Syrien u. Egypten.</note>.</p><lb/>
                <p>Ferner äussert sich der Einflu&#x017F;s des Bodens<lb/>
auf die Vegetation an der Farbe der Pflanzen, und<lb/>
besonders der Blumenblätter. Sumpfpflanzen ha-<lb/>
ben gewöhnlich dunkelgrüne und glatte Stengel-<lb/>
blätter, wie die ganze Familie der Hydrochariden<lb/>
beweist. Zu Neu-Yersey in den vereinigten Staa-<lb/>
ten von Nordamerika, wo der Boden aus einem an<lb/>
der Oberfläche verwitterten rothen Thonschiefer<lb/>
besteht, zeichnen sich alle Pflanzen durch ein leb-<lb/>
hafteres Grün aus <note place="foot" n="(z)"><hi rendition="#k">Schöpf</hi>&#x2019;s Reisen. Th. 1. S. 17. 18.</note>. Auf die Farbe der Blumen-<lb/>
blätter scheint vorzüglich ein thonhaltiger Boden<lb/>
einen merklichen Einflu&#x017F;s zu haben. Bey Constan-<lb/>
tinowo, wo das Erdreich viel weissen Thon ent-<lb/>
hält, sahe <hi rendition="#k">Pallas</hi> viele Pflanzen des Epilobium<lb/>
angustifolium und einige Stengel des Verbascum<lb/>
Thapsus mit weissen Blumen blühen <note place="foot" n="(a)"><hi rendition="#k">Pallas</hi> a. a. O. Th. 1. S. 25.</note>.</p><lb/>
                <p>Fin nasser Boden bringt glatte und gefirni&#x017F;ste,<lb/>
ein dürrer rauhe Stengel und Blätter hervor, wie<lb/>
am Polygonum amphibium erhellet. Doch leidet<lb/>
diese Regel Ausnahme. Auch bey den meisten,<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">den</fw><lb/></p>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[40/0050] wunderungswürdigen Geschwindigkeit. Eine ge- wisse Kürbisgattung, Kora in der dortigen Sprache genannt, treibt binnen 24 Stunden beynahe 4 Zoll lange Kürbisse (y). Ferner äussert sich der Einfluſs des Bodens auf die Vegetation an der Farbe der Pflanzen, und besonders der Blumenblätter. Sumpfpflanzen ha- ben gewöhnlich dunkelgrüne und glatte Stengel- blätter, wie die ganze Familie der Hydrochariden beweist. Zu Neu-Yersey in den vereinigten Staa- ten von Nordamerika, wo der Boden aus einem an der Oberfläche verwitterten rothen Thonschiefer besteht, zeichnen sich alle Pflanzen durch ein leb- hafteres Grün aus (z). Auf die Farbe der Blumen- blätter scheint vorzüglich ein thonhaltiger Boden einen merklichen Einfluſs zu haben. Bey Constan- tinowo, wo das Erdreich viel weissen Thon ent- hält, sahe Pallas viele Pflanzen des Epilobium angustifolium und einige Stengel des Verbascum Thapsus mit weissen Blumen blühen (a). Fin nasser Boden bringt glatte und gefirniſste, ein dürrer rauhe Stengel und Blätter hervor, wie am Polygonum amphibium erhellet. Doch leidet diese Regel Ausnahme. Auch bey den meisten, den (y) Volney’s Reisen nach Syrien u. Egypten. (z) Schöpf’s Reisen. Th. 1. S. 17. 18. (a) Pallas a. a. O. Th. 1. S. 25.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/treviranus_biologie02_1803
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/treviranus_biologie02_1803/50
Zitationshilfe: Treviranus, Gottfried Reinhold: Biologie, oder Philosophie der lebenden Natur für Naturforscher und Ärzte. Bd. 2. Göttingen, 1803, S. 40. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/treviranus_biologie02_1803/50>, abgerufen am 13.05.2021.