Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Sturza, Marie Tihanyi: Das Gelübde einer dreißigjährigen Frau. Leipzig, 1905

Bild:
<< vorherige Seite

"Ich werde Ihnen meine Bitte wiederholen, Mira, Sie werden auf den Ball gehen, nicht wahr? Sie werden mir vergönnen, Sie zu sehen. Sagen Sie ja, geliebte Freundin, und schenken Sie Ihrem Fred, der Sie so innig liebt, ein holdes Lächeln. Sagen Sie ja!"

Sie lächelte, aber so schwermütig, und schüttelte verneinend das Haupt:

"Nein, mein Liebling, ich werde nicht gehen, und wenn ich einmal gezwungen sein werde, Stella zu begleiten, werde ich bis zu den Ohren zugeknöpft sein. Voila!"

"Grausame, Grausame," rief Fred und drückte einen leidenschaftlichen Kuß auf ihren Arm, ehe sie ihm denselben entziehen konnte.

"Fred! Bitte, lassen Sie mich in Ruhe! Fred, ich werde noch böse werden, Sie sind gewissenlos - - sehen Sie, da kommt jemand."

"Es ist die Miß," sagte er, "ich gehe."

"Bleiben Sie nicht zum Diner bei uns?"

"Wer sind die "uns"?"

"Die Deaken's kommen."

"Der Bruder auch? - Ah! - dann danke ich. Ich habe Franz ganz gerne, aber nicht wenn er bei

„Ich werde Ihnen meine Bitte wiederholen, Mira, Sie werden auf den Ball gehen, nicht wahr? Sie werden mir vergönnen, Sie zu sehen. Sagen Sie ja, geliebte Freundin, und schenken Sie Ihrem Fred, der Sie so innig liebt, ein holdes Lächeln. Sagen Sie ja!“

Sie lächelte, aber so schwermütig, und schüttelte verneinend das Haupt:

„Nein, mein Liebling, ich werde nicht gehen, und wenn ich einmal gezwungen sein werde, Stella zu begleiten, werde ich bis zu den Ohren zugeknöpft sein. Voilà!

„Grausame, Grausame,“ rief Fred und drückte einen leidenschaftlichen Kuß auf ihren Arm, ehe sie ihm denselben entziehen konnte.

„Fred! Bitte, lassen Sie mich in Ruhe! Fred, ich werde noch böse werden, Sie sind gewissenlos – – sehen Sie, da kommt jemand.“

„Es ist die Miß,“ sagte er, „ich gehe.“

„Bleiben Sie nicht zum Diner bei uns?“

„Wer sind die „uns“?“

„Die Deaken’s kommen.“

„Der Bruder auch? – Ah! – dann danke ich. Ich habe Franz ganz gerne, aber nicht wenn er bei

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0035" n="34"/>
        <p>&#x201E;Ich werde Ihnen meine Bitte wiederholen, Mira, Sie werden auf den Ball gehen, nicht wahr? Sie werden mir vergönnen, Sie zu sehen. Sagen Sie ja, geliebte Freundin, und schenken Sie Ihrem Fred, der Sie so innig liebt, ein holdes Lächeln. Sagen Sie ja!&#x201C;</p>
        <p>Sie lächelte, aber so schwermütig, und schüttelte verneinend das Haupt:</p>
        <p>&#x201E;Nein, mein Liebling, ich werde nicht gehen, und wenn ich einmal gezwungen sein werde, Stella zu begleiten, werde ich bis zu den Ohren zugeknöpft sein. <hi rendition="#aq">Voilà!</hi>&#x201C;</p>
        <p>&#x201E;Grausame, Grausame,&#x201C; rief Fred und drückte einen leidenschaftlichen Kuß auf ihren Arm, ehe sie ihm denselben entziehen konnte.</p>
        <p>&#x201E;Fred! Bitte, lassen Sie mich in Ruhe! Fred, ich werde noch böse werden, Sie sind gewissenlos &#x2013; &#x2013; sehen Sie, da kommt jemand.&#x201C;</p>
        <p>&#x201E;Es ist die Miß,&#x201C; sagte er, &#x201E;ich gehe.&#x201C;</p>
        <p>&#x201E;Bleiben Sie nicht zum Diner bei uns?&#x201C;</p>
        <p>&#x201E;Wer sind die &#x201E;uns&#x201C;?&#x201C;</p>
        <p>&#x201E;Die Deaken&#x2019;s kommen.&#x201C;</p>
        <p>&#x201E;Der Bruder auch? &#x2013; Ah! &#x2013; dann danke ich. Ich habe Franz ganz gerne, aber nicht wenn er bei
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[34/0035] „Ich werde Ihnen meine Bitte wiederholen, Mira, Sie werden auf den Ball gehen, nicht wahr? Sie werden mir vergönnen, Sie zu sehen. Sagen Sie ja, geliebte Freundin, und schenken Sie Ihrem Fred, der Sie so innig liebt, ein holdes Lächeln. Sagen Sie ja!“ Sie lächelte, aber so schwermütig, und schüttelte verneinend das Haupt: „Nein, mein Liebling, ich werde nicht gehen, und wenn ich einmal gezwungen sein werde, Stella zu begleiten, werde ich bis zu den Ohren zugeknöpft sein. Voilà!“ „Grausame, Grausame,“ rief Fred und drückte einen leidenschaftlichen Kuß auf ihren Arm, ehe sie ihm denselben entziehen konnte. „Fred! Bitte, lassen Sie mich in Ruhe! Fred, ich werde noch böse werden, Sie sind gewissenlos – – sehen Sie, da kommt jemand.“ „Es ist die Miß,“ sagte er, „ich gehe.“ „Bleiben Sie nicht zum Diner bei uns?“ „Wer sind die „uns“?“ „Die Deaken’s kommen.“ „Der Bruder auch? – Ah! – dann danke ich. Ich habe Franz ganz gerne, aber nicht wenn er bei

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Wikisource: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in Wikisource-Syntax. (2012-10-29T10:30:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus Wikisource entsprechen muss.
Wikimedia Commons: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2012-10-29T10:30:31Z)
Frank Wiegand: Konvertierung von Wikisource-Markup nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2012-10-29T10:30:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/sturza_geluebde_1905
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/sturza_geluebde_1905/35
Zitationshilfe: Sturza, Marie Tihanyi: Das Gelübde einer dreißigjährigen Frau. Leipzig, 1905, S. 34. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/sturza_geluebde_1905/35>, abgerufen am 18.04.2024.