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Schiller, Friedrich: Dom Karlos, Infant von Spanien. Leipzig, 1787.

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Erster Akt.
Olivarez.
Ich bin
der Meinung, Ihro Majestät, daß es
so Sitte war, den einen Monat hier,
den andern in dem Pardo auszuhalten,
den Winter in der Residenz, so lange
es Könige in Spanien gegeben.
Königinn.
Ja, Herzoginn, das wissen Sie, mit Ihnen
hab' ich auf immer mich des Streits begeben.
Mondekar.
Und wie lebendig es mit nächstem in
Madrid sein wird. Zu einem Stiergefechte
wird schon die Plaza Mayor zugerichtet,
und ein Auto da Fe hat man uns auch
versprochen --
Königinn.
Uns versprochen! Hör' ich das
von meiner sanften Mondekar?
Mondekar.
Warum nicht?
Es sind ja Ketzer, die man brennen sieht.
Erſter Akt.
Olivarez.
Ich bin
der Meinung, Ihro Majeſtät, daß es
ſo Sitte war, den einen Monat hier,
den andern in dem Pardo auszuhalten,
den Winter in der Reſidenz, ſo lange
es Könige in Spanien gegeben.
Königinn.
Ja, Herzoginn, das wiſſen Sie, mit Ihnen
hab’ ich auf immer mich des Streits begeben.
Mondekar.
Und wie lebendig es mit nächſtem in
Madrid ſein wird. Zu einem Stiergefechte
wird ſchon die Plaza Mayor zugerichtet,
und ein Auto da Fe hat man uns auch
verſprochen —
Königinn.
Uns verſprochen! Hör’ ich das
von meiner ſanften Mondekar?
Mondekar.
Warum nicht?
Es ſind ja Ketzer, die man brennen ſieht.
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[31/0041] Erſter Akt. Olivarez. Ich bin der Meinung, Ihro Majeſtät, daß es ſo Sitte war, den einen Monat hier, den andern in dem Pardo auszuhalten, den Winter in der Reſidenz, ſo lange es Könige in Spanien gegeben. Königinn. Ja, Herzoginn, das wiſſen Sie, mit Ihnen hab’ ich auf immer mich des Streits begeben. Mondekar. Und wie lebendig es mit nächſtem in Madrid ſein wird. Zu einem Stiergefechte wird ſchon die Plaza Mayor zugerichtet, und ein Auto da Fe hat man uns auch verſprochen — Königinn. Uns verſprochen! Hör’ ich das von meiner ſanften Mondekar? Mondekar. Warum nicht? Es ſind ja Ketzer, die man brennen ſieht.

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Zitationshilfe: Schiller, Friedrich: Dom Karlos, Infant von Spanien. Leipzig, 1787, S. 31. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schiller_domkarlos_1787/41>, abgerufen am 12.05.2021.