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Rein, Johann Justus: Japan nach Reisen und Studien. Bd. 2. Leipzig, 1886.

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1. Die japanische Landwirthschaft im Allgemeinen.
an den zur Pflanzenernährung wichtigsten Stoffen: Kalk, Kali und
Phosphorsäure, welche von der Oberfläche (wo Dünger das Verhält-
niss etwas günstiger gestaltet) nach der Tiefe noch zunimmt. Kinch
bestimmt den Durchschnittsgehalt aus 6 Proben nach Abzug des hy-
groskopischen Wassers, wie folgt:

Phosphorsäure 0,185 %, Kali 0,363 %, Kalk 0,475 %.

Seine und Korschelt's Untersuchungen sind dann vor einem Jahre
durch die Analysen von Kellner bestätigt und ansehnlich ergänzt wor-
den. Zwei derselben, der schon citirten Arbeit in Nobbe's Land-
wirthschaftlichen Versuchsstationen XXX. Bd. entnommen, folgen hier.
Die Bodenproben stammen, wie diejenigen, welche Kinch untersuchte,
aus dem Kuwanto.

Von dem bei 100°C. getrockneten Boden wurden durch kalte
Salzsäure von 1,15 sp. Gew. ausgezogen:

[Tabelle]

Diese Zusammenstellung zeigt, dass die Böden, ihrem Gehalt an
wässerigen Doppelsilicaten entsprechend, reich sind an chemisch gebun-
denem Wasser und leicht aufschliessbaren Basen. Bei der Digestion
mit Salzsäure wurden 38,9 % Krume und 40,8 % des Untergrundes
an Basen und Säuren in Lösung übergeführt, von dem Reisboden
etwas weniger, nämlich 33,6 % der Krume und 31,1 % des Unter-
grundes. Die Menge der aufgeschlossenen Bestandtheile stellt sich auf
circa 50 % der gesammten Mineralsubstanz des Bodens, d. h. auf
eine Höhe, die man gewöhnlich nur bei Kalk- und Serpentinboden
beobachtet. Die Böden sind reich an Thonerde- und Eisen-Verbin-
dungen, auffallend arm an Kalk und chemisch gebundener Kohlen-
säure. Die Unterschiede zwischen Hata und Ta sind hinsichtlich der
Bodenzusammensetzung nicht sehr bedeutend.

1. Die japanische Landwirthschaft im Allgemeinen.
an den zur Pflanzenernährung wichtigsten Stoffen: Kalk, Kali und
Phosphorsäure, welche von der Oberfläche (wo Dünger das Verhält-
niss etwas günstiger gestaltet) nach der Tiefe noch zunimmt. Kinch
bestimmt den Durchschnittsgehalt aus 6 Proben nach Abzug des hy-
groskopischen Wassers, wie folgt:

Phosphorsäure 0,185 %, Kali 0,363 %, Kalk 0,475 %.

Seine und Korschelt’s Untersuchungen sind dann vor einem Jahre
durch die Analysen von Kellner bestätigt und ansehnlich ergänzt wor-
den. Zwei derselben, der schon citirten Arbeit in Nobbe’s Land-
wirthschaftlichen Versuchsstationen XXX. Bd. entnommen, folgen hier.
Die Bodenproben stammen, wie diejenigen, welche Kinch untersuchte,
aus dem Kuwantô.

Von dem bei 100°C. getrockneten Boden wurden durch kalte
Salzsäure von 1,15 sp. Gew. ausgezogen:

[Tabelle]

Diese Zusammenstellung zeigt, dass die Böden, ihrem Gehalt an
wässerigen Doppelsilicaten entsprechend, reich sind an chemisch gebun-
denem Wasser und leicht aufschliessbaren Basen. Bei der Digestion
mit Salzsäure wurden 38,9 % Krume und 40,8 % des Untergrundes
an Basen und Säuren in Lösung übergeführt, von dem Reisboden
etwas weniger, nämlich 33,6 % der Krume und 31,1 % des Unter-
grundes. Die Menge der aufgeschlossenen Bestandtheile stellt sich auf
circa 50 % der gesammten Mineralsubstanz des Bodens, d. h. auf
eine Höhe, die man gewöhnlich nur bei Kalk- und Serpentinboden
beobachtet. Die Böden sind reich an Thonerde- und Eisen-Verbin-
dungen, auffallend arm an Kalk und chemisch gebundener Kohlen-
säure. Die Unterschiede zwischen Hata und Ta sind hinsichtlich der
Bodenzusammensetzung nicht sehr bedeutend.

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[27/0047] 1. Die japanische Landwirthschaft im Allgemeinen. an den zur Pflanzenernährung wichtigsten Stoffen: Kalk, Kali und Phosphorsäure, welche von der Oberfläche (wo Dünger das Verhält- niss etwas günstiger gestaltet) nach der Tiefe noch zunimmt. Kinch bestimmt den Durchschnittsgehalt aus 6 Proben nach Abzug des hy- groskopischen Wassers, wie folgt: Phosphorsäure 0,185 %, Kali 0,363 %, Kalk 0,475 %. Seine und Korschelt’s Untersuchungen sind dann vor einem Jahre durch die Analysen von Kellner bestätigt und ansehnlich ergänzt wor- den. Zwei derselben, der schon citirten Arbeit in Nobbe’s Land- wirthschaftlichen Versuchsstationen XXX. Bd. entnommen, folgen hier. Die Bodenproben stammen, wie diejenigen, welche Kinch untersuchte, aus dem Kuwantô. Von dem bei 100°C. getrockneten Boden wurden durch kalte Salzsäure von 1,15 sp. Gew. ausgezogen: Diese Zusammenstellung zeigt, dass die Böden, ihrem Gehalt an wässerigen Doppelsilicaten entsprechend, reich sind an chemisch gebun- denem Wasser und leicht aufschliessbaren Basen. Bei der Digestion mit Salzsäure wurden 38,9 % Krume und 40,8 % des Untergrundes an Basen und Säuren in Lösung übergeführt, von dem Reisboden etwas weniger, nämlich 33,6 % der Krume und 31,1 % des Unter- grundes. Die Menge der aufgeschlossenen Bestandtheile stellt sich auf circa 50 % der gesammten Mineralsubstanz des Bodens, d. h. auf eine Höhe, die man gewöhnlich nur bei Kalk- und Serpentinboden beobachtet. Die Böden sind reich an Thonerde- und Eisen-Verbin- dungen, auffallend arm an Kalk und chemisch gebundener Kohlen- säure. Die Unterschiede zwischen Hata und Ta sind hinsichtlich der Bodenzusammensetzung nicht sehr bedeutend.

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Zitationshilfe: Rein, Johann Justus: Japan nach Reisen und Studien. Bd. 2. Leipzig, 1886, S. 27. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/rein_japan02_1886/47>, abgerufen am 18.05.2021.