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Mährisches Tagblatt. Nr. 201, Olmütz, 04.09.1893.

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[Spaltenumbruch]

einer Durchschnittsstärke von je 500 Mann. Nun
werden 6 neue Bataillone errichtet, so daß die
Fußartillerie in 37 Bataillonen formirt sein
wird. Außerdem gelangen zwei neue Fußartillerie-
Inspectionen zur Aufstellung, so zwar, daß in
Berlin zwei, in Köln, Metz, Thorn und Straß-
burg je eine Fußartillerie-Inspection bestehen
wird. -- Oesterreich-Ungarn zählt 18 Festungs-
artillerie-Bataillone und 5 Cadres für mobile
Belagerungs-Batteriegruppen, sowie eine Festungs-
artillerie-Inspection in Wien, zu welcher demnächst
eine zweite in Budapest treten wird.

Die Pionniere bestanden bisher aus 20
preußischen, 3 bairischen und je einem sächsischen
und württembergischen, zusammen aus 25 Batail-
lonen. In dieser Zahl sind aber auch 5 Eisenbahn-
Bataillone und eine Luftschiffer-Abtheilung inbe-
griffen. Nun werden aber die Eisenbahntruppen
von den Pionnieren getrennt, so zwar, daß letztere
23 Bataillone und die Eisenbahntruppen 7 Ba-
taillone formiren. In Berlin, Mainz und Magde-
burg wird je eine Pionnier-Inspection bestehen,
welche der "Generalinspection des Ingenieur- und
Pionniercorps und der Festungen" untergeordnet
ist. Die dem Chef des Großen Generalstabs un-
mittelbar unterstehende Eisenbahn-Brigade in
Berlin, sowie die Unterstellung des bairischen
Eisenbahn-Bataillons unter die bairische Inspection
des Ingenieurcorps und der Festungen bleiben
unverändert.

Der Train wird um eine Compagnie ver-
mehrt. Da im Uebrigen die Anzahl der 20
deutschen Armeecorps -- 16 preußische, 2 bai-
rische, 1 sächsisches, 1 württembergisches Corps
-- der 44 Divisionen, sowie der 86 Infanterie-,
46 Cavallerie- und 20 Feldartillerie-Brigaden
unverändert bleibt, so bleiben es auch die 21
Trainbataillone; nur zählen diese in Zukunft
statt 62 Compagnien deren 63.

Bemerkenswerth ist der Umstand, daß eine
Ingenieur-Inspection und zwei Festungs-Inspec-
tionen aufgelassen werden. Es bestehen demnach
drei preußische und eine bairische Ingenieur-In-
spection; jeder derselben sind zwei oder drei
Festungs-Inspectionen, und jeder Festungs-In-
spection eine Anzahl fester Plätze zugewiesen.

Man sieht, das Deutsche Reich gibt sich wie
im politischen Leben, so auch militärisch nicht mit
Kleinigkeiten ab, sondern arbeitet im großen
Style, und schafft bei Reorganisationen keine
Halbheiten, kein Flickwerk. Die leitenden Männer
des Deutschen Reiches haben nicht nur die rich-
tige Erkenntniß in der Beurtheilung militärischer
Machtfactoren, sondern sie haben auch die sittliche
Stärke und den politischen Muth, für ihre Ansicht
einzutreten, sich nicht mit Halbheiten abfertigen zu
[Spaltenumbruch] lassen und mit Nachdruck und Ausdauer die Mittel
zu fordern, ohne welche ein hoher Zweck nicht
zu erreichen ist. Und da endlich die Mittel vom
Reichstage bewilligt wurden, sind nunmehr von
Seite der Regierung die Formen geschaffen wor-
den, welche dem deutschen Heere einen Friedens-
präsenzstand von 27.300 Officieren, Aerzten
und Beamten, 68.500 Unterofficieren, 479.229
Mann und 95.200 Pferden sichern. Das macht
rund 576.000 deutsche Männer, die in Wehr
und Waffen die Hochwacht des Weltfriedens
halten, und wenn dieser doch verletzt werden
sollte, zu dessen Wiederherstellung mit einem
Machtaufgebote von drei Millionen Soldaten
eintreten. Wie sich in der Wirklichkeit solche
grandiose Massen von Menschen, Pferden, Ge-
schützen, Fuhrwerken und Kriegsgütern aller Art
bewegen, verpflegen, verwenden und leiten lassen,
darüber sind allerdings nur Vermuthungen an-
zustellen. Denn seit die Menschheit besteht, ist
die Lösung der angedeuteten Probleme in der
Wirklichkeit nie versucht worden. Die praktische
Lösung bleibt also der Zukunft vorbehalten und
es wäre jetzt müßig, sich in Combinationen zu
ergehen, für welche die Erfahrung noch keine
sicheren Elemente geliefert hat.




Politische Nachrichten.
(Wiederzusammentritt des Reichsrathes.)

Wie aus Wien gemeldet wird, ist als Termin
für den Wiederzusammentritt des Reichsrathes
der 10. October in Aussicht genommen.

(Die Civilehe wird Gesetz.)

Eine hervor-
ragende geistliche Persönlichkeit äußerte sich
einem ungarischen Journalisten gegenüber dahin,
daß die Hoffnung auf ein Expediens in der kirchen-
politischen Angelegenheit Ungarns, welche die Kirche
befriedigen könnte, geschwunden sei. Die kirchen-
politische Vorlage über die Civilehe, meinte die
betreffende Persönlichkeit, wird zum Gesetz erhoben
werden, wie schlecht selbe auch immer sein möge,
ohne den Sturz Wekerle's herbeizuführen. Auch
habe der Minister bereits die Verständigung er-
halten, daß der Kaiser die Einreichung dieser
Vorlage genehmigt habe.

(Ein Trinkspruch des deutschen Kaisers.)

Bei dem am 1. d. von den Ständen der Rhein-
Provinz in Coblenz gegebenen Festmahle brachte
Kaiser Wilbelm folgenden Trinkspruch aus:
"Wenn dem Herrscher von treuen Unterthanen
ein jubelnder Empfang bereitet wird, so geht das
stets zu Herzen. Manchen Provinzempfang habe
ich schon durchlebt, ganz besonders aber spricht
der Empfang der Rheinländer zu meinem Herzen.
An diesen Gestaden des Rheines, sagenumwoben,
[Spaltenumbruch] von der Geschichte begleitet, wo jeder Berg zu
uns redet und jedes Gotteshaus seine hohe
Sprache spricht, muß jeder Empfang, muß jedes
gesprochene Wort einen besonderen Zauber auf
das Menschenherz üben. Der Reiz der Poesie
verschönt hier Alles, vor Allem aber gilt dies
von der Stadt Coblenz, die so besonders reich
ist an Andenken geschichtlicher und persönlicher
Natur. So danke ich denn den Coblenzern und
mit ihnen allen meinen treuen Rheinländern für
den der Kaiserin und mir am heutigen Tage ge-
wordenen Empfang. Tief bewegten Herzens rede
ich zu Ihnen an dieser Stelle in diesem Hause,
das so eng verknüpft ist mit der Geschichte meines
dahingegangenen Großvaters und mit der Per-
sönlichkeit meiner verstorbenen Großmutter. Er-
innerungen feierlicher und ernster, schöner und
lieblicher Natur sind es, die unsere Herzen
durchziehen. Jedoch das Gesammtbild, vor un-
seren rückblickenden Augen entwickelt, zeigt uns
ein Leben voller Segen, eine Thätigkeit, reich
gekrönt wie kaum je ein Menschenleben. Wir
fühlen das Walten der hohen Frau, die in die-
sen Ränmen einst gewohnt, und spüren noch setzt
die segnende Hand der Kaiserin Augusta in allen
Theilen der Provinz. Dieselbe Liebe, dieselbe An-
hänglichkeit, welche die Provinz für meine Groß-
eltern empfand und welche diese für die Provinz
hegten, verbindet auch uns. Mir ist es gleich
meinem hochseligen Vater vergönnt gewesen, zwei
herrliche Jugendjahre an der Alma mater in
Ihrer Mitte zu verbringen, unvergeßliche Zeiten!
So fasse ich denn Alles, was ich fühle und denke,
in einen Segenswunsch für das Gedeihen der
Provinz zusammen, zu gleicher Zeit auch aus dem
Rückblicke die Lehre schöpfend, daß durch das feste
Zusammenhalten von Volk und Herrscher die
größten Thaten geschehen sind, daß auch die
Rhein-Provinz das Ihrige that, meinem Groß-
vater zur Seite zu stehen, als er den Nibelungen-
Hort der deutschen Einheit unserem Reiche wieder-
gewann. So hoffe ich denn, daß in der festen
Treue der Rheinlande zu mir und in der treueu
Gesinnung meinerseits zu meinen Rheinländern
es uns vergönnt sein möge, unsere Wege zu
wandeln zum Wohle der Rheinlande und zum
Wohle unseres geeinten, großen, theuren, deutschen
Vaterlandes. Ich erhebe das Glas und trinke auf
das Wohl der Rheinlande und ihrer Bewohner.
Sie leben hoch, nochmals hoch und zum dritten
Mal hoch!"

(Die französischen Spione.)

Nach neueren
Meldungen will es fast scheinen, als ob die
Kieler Spionen-Affaire eine andere Wendung
nehmen solle. Einige Blätter behaupten zwar
noch immer, man sei seiner Sache ganz gewiß,




[Spaltenumbruch]

er ersehnt, hat ein tückischer Zufall lange schon
vereitelt. In die Ferne sinnt er, nach Gründen
grübelt er, in aufregenden Erwägungen verbringt
er elende Tage, während das Papierchen, das
ihn glücklich machen könnte, unter Placaten und
Büchern vergraben liegt. Oft fällt ihn die Ver-
suchung an, noch einmal zu schreiben -- vielleicht
ist sein Brief nicht angekommen, aber das läßt
sein Stolz nicht zu. Er beugt sich nicht ein
zweitesmal. Verschlossener wird er und welt- und
menschenscheuer mit jedem Tage, in stiller Ein-
samkeit verbringt er seine Abende unter Büchern
der Belehrung und Unterhaltung, wird grau und
alt und legt sich nach fünfzig Jahren hin und
stirbt. -- So mochte es gewesen sein. -- Das
ganze absonderliche Wesen des alten Kaufmannes,
der mir immer so komisch erschien, sah sich jetzt
so tragisch an. Die höhnende Herrschaft des Zu-
falles hatte hier grausam gewaltet und ein junges
hoffnungsreiches Leben im Anfange verflort und
umnachtet. Zufall und Irrthum, die beiden
Herrscher der Welt, mit ihrer fast den Schein
der Absichtlichkeit tragenden Bosheit, gemeinhin
Schicksal genannt, hatten da einen tüchtigen Coup
ausgeführt, und fast wollte es mich bedünken,
als grinse aus den Seiten der vergilbten Zeit-
schrift der Hohn, die Satansfratze des tragischen
Geschickes. -- Und wie ich das Briefchen noch-
mals überlas und dann in mein Notizbuch legte
dachte ich an die Schreiberin. Die mochte wohl
gewartet haben lange Wochen und als er dann
nicht kam, dann --? Dann wird sie schon Trost
gefunden haben an eines anderen Brust. Aus
den veralteten, aber eleganten Schriftzügen er-
sann ich mir die Person der Schreiberin. Sie
mochte wohl zwanzig Jahre alt sein, schlank ge-
[Spaltenumbruch] wachsen, weiß und rosig, mit seidenweichen, asch-
blondem Haare, das sich sanft an ihre Wangen
legt. Große, goldene Wimpern verschleiern die
blaue Tiefe ihres Blickes und im Kinn hat sie ein
Grübchen. Stets in Kaschmir gekleidet, licht oder
dunkel, immer aber rein. Ihren schönen Hals
und Nacken trägt sie immer bloß. So sehe ich
sie an hellem Abend unter einer Linde sitzen, im
Schoße einen Gedichtband von Chamisso, die
blauen Augen weithin in die Ferne gerichtet, in
Sehnsucht und Erwartung.

-- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- --

Es war im Curparke von Roznau. Aus
dem Musikpavillon tönte der Fiorawalzer und
ich saß auf einer Bank der Fichtenallee und
durchlas die neueste Curliste. Lauter fremde Na-
men, meist Polen und Russen, aber plötzlich blieb
mein Blick wie gebannt auf einem Namen haf-
ten: Clara Stadtmüller aus Pilsen. Ich hatte
den Brief noch immer nicht vergessen, ich trug
ihn stets bei mir, ihn oft lesend und zum Lesen
gebend. Sollte es möglich sein, daß die Schrei-
berin dieses Briefes mit der eben angekommenen
Dame identisch ist? Die Neuigkeit ließ mir keine
Ruhe, ich mußte die Dame kennen lernen. Zu-
fällig kam ein Curgast die Allee daher, in einem
Leitartikel der "Neuen Freien Presse" vertieft.
Ich bat ihn um Auskunft und er meinte, die
Dame komme eben dieselbe Allee her, in Be-
gleitung ihrer Gesellschafterin, eines ältlichen
Mädchens. Thatsächlich schlich ein gebeugtes,
mageres Mütterchen, gestützt von einem schlanken
Mädchen, daher. Ueber den Augen trug sie einen
Schirmschild, der, da sie den Kopf mit dem klei-
nen Strohhut gesenkt trug, das ganze Gesicht
verdeckte. Sollte das das Mädchen sein, das in
[Spaltenumbruch] meiner Vorstellung lebte? So sah ich sie nun
täglich dahinschlottern, verschrumpft und sterbens-
krank. Um endlich Gewißheit zu bekommen, setzte
ich mich eines schönen Junimorgens auf eine
Bank, auf der sie mit ihrer Gesellschafterin Platz
genommen hatte. Ich konnte sie nun genauer be-
trachten und sah, trotzdem dieses Gesicht verrun-
zelt und trocken war wie ein altes Pergament,
gewisse Linien, die an einstige Schönheit mahn-
ten. Die kranken, wimperlosen Augen hielt sie
stets geschlossen, und wenn sie den Mund zum
Sprechen öffnete, oder einen Hoff'schen Malz-
bonbon hineinschob, schimmerte ihr falsches Gebiß.
Die mageren, zitternden Hände waren voll blauer,
dicker Adern, und unter dem falschen Chignon
wucherten spärliche graue Haare. Lange suchte ich
nach einer Anknüpfungsphrase, bis sie mir zuvor
kam. Mit einer schwachen, brustkranken Stimme
fragte sie mich nach der Uhr, worauf ich mich
nach einigen Sätzen über Wetter und Gesundheit
vorstellte. Ich nannte auch den Namen der Stadt
und sah ihr dabei scharf ins Gesicht. Sie schlug
die Augen auf und sah mich groß an. Dann
fragte sie -- ich hatte die Frage ja erwartet. --
ob ich daselbst einen Kaufmann, Namens Habin-
ger, kenne. Ich sagte, daß er vor einem Jahre
gestorben sei. Wieder traf mich ein Blick aus
glanzlosen, erloschenen Augen. Ob er ein Ver-
mögen hinterlassen habe, fragte sie und ihre
Stimme zitterte ein wenig. Es sei dem Waisen-
fond verblieben, meinte ich. Darauf erzählte ich,
daß ich unter alten Papieren ein Schreiben ge-
funden hätte, das von einer Clara Stadtmüller
aus Pilsen abgeschickt worden wäre. Wieder traf
mich der starre Blick, aber die Pupillen schienen
größer. "Was für ein Schreiben?" fragte sie


[Spaltenumbruch]

einer Durchſchnittsſtärke von je 500 Mann. Nun
werden 6 neue Bataillone errichtet, ſo daß die
Fußartillerie in 37 Bataillonen formirt ſein
wird. Außerdem gelangen zwei neue Fußartillerie-
Inſpectionen zur Aufſtellung, ſo zwar, daß in
Berlin zwei, in Köln, Metz, Thorn und Straß-
burg je eine Fußartillerie-Inſpection beſtehen
wird. — Oeſterreich-Ungarn zählt 18 Feſtungs-
artillerie-Bataillone und 5 Cadres für mobile
Belagerungs-Batteriegruppen, ſowie eine Feſtungs-
artillerie-Inſpection in Wien, zu welcher demnächſt
eine zweite in Budapeſt treten wird.

Die Pionniere beſtanden bisher aus 20
preußiſchen, 3 bairiſchen und je einem ſächſiſchen
und württembergiſchen, zuſammen aus 25 Batail-
lonen. In dieſer Zahl ſind aber auch 5 Eiſenbahn-
Bataillone und eine Luftſchiffer-Abtheilung inbe-
griffen. Nun werden aber die Eiſenbahntruppen
von den Pionnieren getrennt, ſo zwar, daß letztere
23 Bataillone und die Eiſenbahntruppen 7 Ba-
taillone formiren. In Berlin, Mainz und Magde-
burg wird je eine Pionnier-Inſpection beſtehen,
welche der „Generalinſpection des Ingenieur- und
Pionniercorps und der Feſtungen“ untergeordnet
iſt. Die dem Chef des Großen Generalſtabs un-
mittelbar unterſtehende Eiſenbahn-Brigade in
Berlin, ſowie die Unterſtellung des bairiſchen
Eiſenbahn-Bataillons unter die bairiſche Inſpection
des Ingenieurcorps und der Feſtungen bleiben
unverändert.

Der Train wird um eine Compagnie ver-
mehrt. Da im Uebrigen die Anzahl der 20
deutſchen Armeecorps — 16 preußiſche, 2 bai-
riſche, 1 ſächſiſches, 1 württembergiſches Corps
— der 44 Diviſionen, ſowie der 86 Infanterie-,
46 Cavallerie- und 20 Feldartillerie-Brigaden
unverändert bleibt, ſo bleiben es auch die 21
Trainbataillone; nur zählen dieſe in Zukunft
ſtatt 62 Compagnien deren 63.

Bemerkenswerth iſt der Umſtand, daß eine
Ingenieur-Inſpection und zwei Feſtungs-Inſpec-
tionen aufgelaſſen werden. Es beſtehen demnach
drei preußiſche und eine bairiſche Ingenieur-In-
ſpection; jeder derſelben ſind zwei oder drei
Feſtungs-Inſpectionen, und jeder Feſtungs-In-
ſpection eine Anzahl feſter Plätze zugewieſen.

Man ſieht, das Deutſche Reich gibt ſich wie
im politiſchen Leben, ſo auch militäriſch nicht mit
Kleinigkeiten ab, ſondern arbeitet im großen
Style, und ſchafft bei Reorganiſationen keine
Halbheiten, kein Flickwerk. Die leitenden Männer
des Deutſchen Reiches haben nicht nur die rich-
tige Erkenntniß in der Beurtheilung militäriſcher
Machtfactoren, ſondern ſie haben auch die ſittliche
Stärke und den politiſchen Muth, für ihre Anſicht
einzutreten, ſich nicht mit Halbheiten abfertigen zu
[Spaltenumbruch] laſſen und mit Nachdruck und Ausdauer die Mittel
zu fordern, ohne welche ein hoher Zweck nicht
zu erreichen iſt. Und da endlich die Mittel vom
Reichstage bewilligt wurden, ſind nunmehr von
Seite der Regierung die Formen geſchaffen wor-
den, welche dem deutſchen Heere einen Friedens-
präſenzſtand von 27.300 Officieren, Aerzten
und Beamten, 68.500 Unterofficieren, 479.229
Mann und 95.200 Pferden ſichern. Das macht
rund 576.000 deutſche Männer, die in Wehr
und Waffen die Hochwacht des Weltfriedens
halten, und wenn dieſer doch verletzt werden
ſollte, zu deſſen Wiederherſtellung mit einem
Machtaufgebote von drei Millionen Soldaten
eintreten. Wie ſich in der Wirklichkeit ſolche
grandioſe Maſſen von Menſchen, Pferden, Ge-
ſchützen, Fuhrwerken und Kriegsgütern aller Art
bewegen, verpflegen, verwenden und leiten laſſen,
darüber ſind allerdings nur Vermuthungen an-
zuſtellen. Denn ſeit die Menſchheit beſteht, iſt
die Löſung der angedeuteten Probleme in der
Wirklichkeit nie verſucht worden. Die praktiſche
Löſung bleibt alſo der Zukunft vorbehalten und
es wäre jetzt müßig, ſich in Combinationen zu
ergehen, für welche die Erfahrung noch keine
ſicheren Elemente geliefert hat.




Politiſche Nachrichten.
(Wiederzuſammentritt des Reichsrathes.)

Wie aus Wien gemeldet wird, iſt als Termin
für den Wiederzuſammentritt des Reichsrathes
der 10. October in Ausſicht genommen.

(Die Civilehe wird Geſetz.)

Eine hervor-
ragende geiſtliche Perſönlichkeit äußerte ſich
einem ungariſchen Journaliſten gegenüber dahin,
daß die Hoffnung auf ein Expediens in der kirchen-
politiſchen Angelegenheit Ungarns, welche die Kirche
befriedigen könnte, geſchwunden ſei. Die kirchen-
politiſche Vorlage über die Civilehe, meinte die
betreffende Perſönlichkeit, wird zum Geſetz erhoben
werden, wie ſchlecht ſelbe auch immer ſein möge,
ohne den Sturz Wekerle’s herbeizuführen. Auch
habe der Miniſter bereits die Verſtändigung er-
halten, daß der Kaiſer die Einreichung dieſer
Vorlage genehmigt habe.

(Ein Trinkſpruch des deutſchen Kaiſers.)

Bei dem am 1. d. von den Ständen der Rhein-
Provinz in Coblenz gegebenen Feſtmahle brachte
Kaiſer Wilbelm folgenden Trinkſpruch aus:
„Wenn dem Herrſcher von treuen Unterthanen
ein jubelnder Empfang bereitet wird, ſo geht das
ſtets zu Herzen. Manchen Provinzempfang habe
ich ſchon durchlebt, ganz beſonders aber ſpricht
der Empfang der Rheinländer zu meinem Herzen.
An dieſen Geſtaden des Rheines, ſagenumwoben,
[Spaltenumbruch] von der Geſchichte begleitet, wo jeder Berg zu
uns redet und jedes Gotteshaus ſeine hohe
Sprache ſpricht, muß jeder Empfang, muß jedes
geſprochene Wort einen beſonderen Zauber auf
das Menſchenherz üben. Der Reiz der Poeſie
verſchönt hier Alles, vor Allem aber gilt dies
von der Stadt Coblenz, die ſo beſonders reich
iſt an Andenken geſchichtlicher und perſönlicher
Natur. So danke ich denn den Coblenzern und
mit ihnen allen meinen treuen Rheinländern für
den der Kaiſerin und mir am heutigen Tage ge-
wordenen Empfang. Tief bewegten Herzens rede
ich zu Ihnen an dieſer Stelle in dieſem Hauſe,
das ſo eng verknüpft iſt mit der Geſchichte meines
dahingegangenen Großvaters und mit der Per-
ſönlichkeit meiner verſtorbenen Großmutter. Er-
innerungen feierlicher und ernſter, ſchöner und
lieblicher Natur ſind es, die unſere Herzen
durchziehen. Jedoch das Geſammtbild, vor un-
ſeren rückblickenden Augen entwickelt, zeigt uns
ein Leben voller Segen, eine Thätigkeit, reich
gekrönt wie kaum je ein Menſchenleben. Wir
fühlen das Walten der hohen Frau, die in die-
ſen Ränmen einſt gewohnt, und ſpüren noch ſetzt
die ſegnende Hand der Kaiſerin Auguſta in allen
Theilen der Provinz. Dieſelbe Liebe, dieſelbe An-
hänglichkeit, welche die Provinz für meine Groß-
eltern empfand und welche dieſe für die Provinz
hegten, verbindet auch uns. Mir iſt es gleich
meinem hochſeligen Vater vergönnt geweſen, zwei
herrliche Jugendjahre an der Alma mater in
Ihrer Mitte zu verbringen, unvergeßliche Zeiten!
So faſſe ich denn Alles, was ich fühle und denke,
in einen Segenswunſch für das Gedeihen der
Provinz zuſammen, zu gleicher Zeit auch aus dem
Rückblicke die Lehre ſchöpfend, daß durch das feſte
Zuſammenhalten von Volk und Herrſcher die
größten Thaten geſchehen ſind, daß auch die
Rhein-Provinz das Ihrige that, meinem Groß-
vater zur Seite zu ſtehen, als er den Nibelungen-
Hort der deutſchen Einheit unſerem Reiche wieder-
gewann. So hoffe ich denn, daß in der feſten
Treue der Rheinlande zu mir und in der treueu
Geſinnung meinerſeits zu meinen Rheinländern
es uns vergönnt ſein möge, unſere Wege zu
wandeln zum Wohle der Rheinlande und zum
Wohle unſeres geeinten, großen, theuren, deutſchen
Vaterlandes. Ich erhebe das Glas und trinke auf
das Wohl der Rheinlande und ihrer Bewohner.
Sie leben hoch, nochmals hoch und zum dritten
Mal hoch!“

(Die franzöſiſchen Spione.)

Nach neueren
Meldungen will es faſt ſcheinen, als ob die
Kieler Spionen-Affaire eine andere Wendung
nehmen ſolle. Einige Blätter behaupten zwar
noch immer, man ſei ſeiner Sache ganz gewiß,




[Spaltenumbruch]

er erſehnt, hat ein tückiſcher Zufall lange ſchon
vereitelt. In die Ferne ſinnt er, nach Gründen
grübelt er, in aufregenden Erwägungen verbringt
er elende Tage, während das Papierchen, das
ihn glücklich machen könnte, unter Placaten und
Büchern vergraben liegt. Oft fällt ihn die Ver-
ſuchung an, noch einmal zu ſchreiben — vielleicht
iſt ſein Brief nicht angekommen, aber das läßt
ſein Stolz nicht zu. Er beugt ſich nicht ein
zweitesmal. Verſchloſſener wird er und welt- und
menſchenſcheuer mit jedem Tage, in ſtiller Ein-
ſamkeit verbringt er ſeine Abende unter Büchern
der Belehrung und Unterhaltung, wird grau und
alt und legt ſich nach fünfzig Jahren hin und
ſtirbt. — So mochte es geweſen ſein. — Das
ganze abſonderliche Weſen des alten Kaufmannes,
der mir immer ſo komiſch erſchien, ſah ſich jetzt
ſo tragiſch an. Die höhnende Herrſchaft des Zu-
falles hatte hier grauſam gewaltet und ein junges
hoffnungsreiches Leben im Anfange verflort und
umnachtet. Zufall und Irrthum, die beiden
Herrſcher der Welt, mit ihrer faſt den Schein
der Abſichtlichkeit tragenden Bosheit, gemeinhin
Schickſal genannt, hatten da einen tüchtigen Coup
ausgeführt, und faſt wollte es mich bedünken,
als grinſe aus den Seiten der vergilbten Zeit-
ſchrift der Hohn, die Satansfratze des tragiſchen
Geſchickes. — Und wie ich das Briefchen noch-
mals überlas und dann in mein Notizbuch legte
dachte ich an die Schreiberin. Die mochte wohl
gewartet haben lange Wochen und als er dann
nicht kam, dann —? Dann wird ſie ſchon Troſt
gefunden haben an eines anderen Bruſt. Aus
den veralteten, aber eleganten Schriftzügen er-
ſann ich mir die Perſon der Schreiberin. Sie
mochte wohl zwanzig Jahre alt ſein, ſchlank ge-
[Spaltenumbruch] wachſen, weiß und roſig, mit ſeidenweichen, aſch-
blondem Haare, das ſich ſanft an ihre Wangen
legt. Große, goldene Wimpern verſchleiern die
blaue Tiefe ihres Blickes und im Kinn hat ſie ein
Grübchen. Stets in Kaſchmir gekleidet, licht oder
dunkel, immer aber rein. Ihren ſchönen Hals
und Nacken trägt ſie immer bloß. So ſehe ich
ſie an hellem Abend unter einer Linde ſitzen, im
Schoße einen Gedichtband von Chamiſſo, die
blauen Augen weithin in die Ferne gerichtet, in
Sehnſucht und Erwartung.

— — — — — — — — — — — — —

Es war im Curparke von Rožnau. Aus
dem Muſikpavillon tönte der Fiorawalzer und
ich ſaß auf einer Bank der Fichtenallee und
durchlas die neueſte Curliſte. Lauter fremde Na-
men, meiſt Polen und Ruſſen, aber plötzlich blieb
mein Blick wie gebannt auf einem Namen haf-
ten: Clara Stadtmüller aus Pilſen. Ich hatte
den Brief noch immer nicht vergeſſen, ich trug
ihn ſtets bei mir, ihn oft leſend und zum Leſen
gebend. Sollte es möglich ſein, daß die Schrei-
berin dieſes Briefes mit der eben angekommenen
Dame identiſch iſt? Die Neuigkeit ließ mir keine
Ruhe, ich mußte die Dame kennen lernen. Zu-
fällig kam ein Curgaſt die Allee daher, in einem
Leitartikel der „Neuen Freien Preſſe“ vertieft.
Ich bat ihn um Auskunft und er meinte, die
Dame komme eben dieſelbe Allee her, in Be-
gleitung ihrer Geſellſchafterin, eines ältlichen
Mädchens. Thatſächlich ſchlich ein gebeugtes,
mageres Mütterchen, geſtützt von einem ſchlanken
Mädchen, daher. Ueber den Augen trug ſie einen
Schirmſchild, der, da ſie den Kopf mit dem klei-
nen Strohhut geſenkt trug, das ganze Geſicht
verdeckte. Sollte das das Mädchen ſein, das in
[Spaltenumbruch] meiner Vorſtellung lebte? So ſah ich ſie nun
täglich dahinſchlottern, verſchrumpft und ſterbens-
krank. Um endlich Gewißheit zu bekommen, ſetzte
ich mich eines ſchönen Junimorgens auf eine
Bank, auf der ſie mit ihrer Geſellſchafterin Platz
genommen hatte. Ich konnte ſie nun genauer be-
trachten und ſah, trotzdem dieſes Geſicht verrun-
zelt und trocken war wie ein altes Pergament,
gewiſſe Linien, die an einſtige Schönheit mahn-
ten. Die kranken, wimperloſen Augen hielt ſie
ſtets geſchloſſen, und wenn ſie den Mund zum
Sprechen öffnete, oder einen Hoff’ſchen Malz-
bonbon hineinſchob, ſchimmerte ihr falſches Gebiß.
Die mageren, zitternden Hände waren voll blauer,
dicker Adern, und unter dem falſchen Chignon
wucherten ſpärliche graue Haare. Lange ſuchte ich
nach einer Anknüpfungsphraſe, bis ſie mir zuvor
kam. Mit einer ſchwachen, bruſtkranken Stimme
fragte ſie mich nach der Uhr, worauf ich mich
nach einigen Sätzen über Wetter und Geſundheit
vorſtellte. Ich nannte auch den Namen der Stadt
und ſah ihr dabei ſcharf ins Geſicht. Sie ſchlug
die Augen auf und ſah mich groß an. Dann
fragte ſie — ich hatte die Frage ja erwartet. —
ob ich daſelbſt einen Kaufmann, Namens Habin-
ger, kenne. Ich ſagte, daß er vor einem Jahre
geſtorben ſei. Wieder traf mich ein Blick aus
glanzloſen, erloſchenen Augen. Ob er ein Ver-
mögen hinterlaſſen habe, fragte ſie und ihre
Stimme zitterte ein wenig. Es ſei dem Waiſen-
fond verblieben, meinte ich. Darauf erzählte ich,
daß ich unter alten Papieren ein Schreiben ge-
funden hätte, das von einer Clara Stadtmüller
aus Pilſen abgeſchickt worden wäre. Wieder traf
mich der ſtarre Blick, aber die Pupillen ſchienen
größer. „Was für ein Schreiben?“ fragte ſie


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ge&#x017F;prochene Wort einen be&#x017F;onderen Zauber auf<lb/>
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</TEI>
[[2]/0002] einer Durchſchnittsſtärke von je 500 Mann. Nun werden 6 neue Bataillone errichtet, ſo daß die Fußartillerie in 37 Bataillonen formirt ſein wird. Außerdem gelangen zwei neue Fußartillerie- Inſpectionen zur Aufſtellung, ſo zwar, daß in Berlin zwei, in Köln, Metz, Thorn und Straß- burg je eine Fußartillerie-Inſpection beſtehen wird. — Oeſterreich-Ungarn zählt 18 Feſtungs- artillerie-Bataillone und 5 Cadres für mobile Belagerungs-Batteriegruppen, ſowie eine Feſtungs- artillerie-Inſpection in Wien, zu welcher demnächſt eine zweite in Budapeſt treten wird. Die Pionniere beſtanden bisher aus 20 preußiſchen, 3 bairiſchen und je einem ſächſiſchen und württembergiſchen, zuſammen aus 25 Batail- lonen. In dieſer Zahl ſind aber auch 5 Eiſenbahn- Bataillone und eine Luftſchiffer-Abtheilung inbe- griffen. Nun werden aber die Eiſenbahntruppen von den Pionnieren getrennt, ſo zwar, daß letztere 23 Bataillone und die Eiſenbahntruppen 7 Ba- taillone formiren. In Berlin, Mainz und Magde- burg wird je eine Pionnier-Inſpection beſtehen, welche der „Generalinſpection des Ingenieur- und Pionniercorps und der Feſtungen“ untergeordnet iſt. Die dem Chef des Großen Generalſtabs un- mittelbar unterſtehende Eiſenbahn-Brigade in Berlin, ſowie die Unterſtellung des bairiſchen Eiſenbahn-Bataillons unter die bairiſche Inſpection des Ingenieurcorps und der Feſtungen bleiben unverändert. Der Train wird um eine Compagnie ver- mehrt. Da im Uebrigen die Anzahl der 20 deutſchen Armeecorps — 16 preußiſche, 2 bai- riſche, 1 ſächſiſches, 1 württembergiſches Corps — der 44 Diviſionen, ſowie der 86 Infanterie-, 46 Cavallerie- und 20 Feldartillerie-Brigaden unverändert bleibt, ſo bleiben es auch die 21 Trainbataillone; nur zählen dieſe in Zukunft ſtatt 62 Compagnien deren 63. Bemerkenswerth iſt der Umſtand, daß eine Ingenieur-Inſpection und zwei Feſtungs-Inſpec- tionen aufgelaſſen werden. Es beſtehen demnach drei preußiſche und eine bairiſche Ingenieur-In- ſpection; jeder derſelben ſind zwei oder drei Feſtungs-Inſpectionen, und jeder Feſtungs-In- ſpection eine Anzahl feſter Plätze zugewieſen. Man ſieht, das Deutſche Reich gibt ſich wie im politiſchen Leben, ſo auch militäriſch nicht mit Kleinigkeiten ab, ſondern arbeitet im großen Style, und ſchafft bei Reorganiſationen keine Halbheiten, kein Flickwerk. Die leitenden Männer des Deutſchen Reiches haben nicht nur die rich- tige Erkenntniß in der Beurtheilung militäriſcher Machtfactoren, ſondern ſie haben auch die ſittliche Stärke und den politiſchen Muth, für ihre Anſicht einzutreten, ſich nicht mit Halbheiten abfertigen zu laſſen und mit Nachdruck und Ausdauer die Mittel zu fordern, ohne welche ein hoher Zweck nicht zu erreichen iſt. Und da endlich die Mittel vom Reichstage bewilligt wurden, ſind nunmehr von Seite der Regierung die Formen geſchaffen wor- den, welche dem deutſchen Heere einen Friedens- präſenzſtand von 27.300 Officieren, Aerzten und Beamten, 68.500 Unterofficieren, 479.229 Mann und 95.200 Pferden ſichern. Das macht rund 576.000 deutſche Männer, die in Wehr und Waffen die Hochwacht des Weltfriedens halten, und wenn dieſer doch verletzt werden ſollte, zu deſſen Wiederherſtellung mit einem Machtaufgebote von drei Millionen Soldaten eintreten. Wie ſich in der Wirklichkeit ſolche grandioſe Maſſen von Menſchen, Pferden, Ge- ſchützen, Fuhrwerken und Kriegsgütern aller Art bewegen, verpflegen, verwenden und leiten laſſen, darüber ſind allerdings nur Vermuthungen an- zuſtellen. Denn ſeit die Menſchheit beſteht, iſt die Löſung der angedeuteten Probleme in der Wirklichkeit nie verſucht worden. Die praktiſche Löſung bleibt alſo der Zukunft vorbehalten und es wäre jetzt müßig, ſich in Combinationen zu ergehen, für welche die Erfahrung noch keine ſicheren Elemente geliefert hat. Politiſche Nachrichten. (Wiederzuſammentritt des Reichsrathes.) Wie aus Wien gemeldet wird, iſt als Termin für den Wiederzuſammentritt des Reichsrathes der 10. October in Ausſicht genommen. (Die Civilehe wird Geſetz.) Eine hervor- ragende geiſtliche Perſönlichkeit äußerte ſich einem ungariſchen Journaliſten gegenüber dahin, daß die Hoffnung auf ein Expediens in der kirchen- politiſchen Angelegenheit Ungarns, welche die Kirche befriedigen könnte, geſchwunden ſei. Die kirchen- politiſche Vorlage über die Civilehe, meinte die betreffende Perſönlichkeit, wird zum Geſetz erhoben werden, wie ſchlecht ſelbe auch immer ſein möge, ohne den Sturz Wekerle’s herbeizuführen. Auch habe der Miniſter bereits die Verſtändigung er- halten, daß der Kaiſer die Einreichung dieſer Vorlage genehmigt habe. (Ein Trinkſpruch des deutſchen Kaiſers.) Bei dem am 1. d. von den Ständen der Rhein- Provinz in Coblenz gegebenen Feſtmahle brachte Kaiſer Wilbelm folgenden Trinkſpruch aus: „Wenn dem Herrſcher von treuen Unterthanen ein jubelnder Empfang bereitet wird, ſo geht das ſtets zu Herzen. Manchen Provinzempfang habe ich ſchon durchlebt, ganz beſonders aber ſpricht der Empfang der Rheinländer zu meinem Herzen. An dieſen Geſtaden des Rheines, ſagenumwoben, von der Geſchichte begleitet, wo jeder Berg zu uns redet und jedes Gotteshaus ſeine hohe Sprache ſpricht, muß jeder Empfang, muß jedes geſprochene Wort einen beſonderen Zauber auf das Menſchenherz üben. Der Reiz der Poeſie verſchönt hier Alles, vor Allem aber gilt dies von der Stadt Coblenz, die ſo beſonders reich iſt an Andenken geſchichtlicher und perſönlicher Natur. So danke ich denn den Coblenzern und mit ihnen allen meinen treuen Rheinländern für den der Kaiſerin und mir am heutigen Tage ge- wordenen Empfang. Tief bewegten Herzens rede ich zu Ihnen an dieſer Stelle in dieſem Hauſe, das ſo eng verknüpft iſt mit der Geſchichte meines dahingegangenen Großvaters und mit der Per- ſönlichkeit meiner verſtorbenen Großmutter. Er- innerungen feierlicher und ernſter, ſchöner und lieblicher Natur ſind es, die unſere Herzen durchziehen. Jedoch das Geſammtbild, vor un- ſeren rückblickenden Augen entwickelt, zeigt uns ein Leben voller Segen, eine Thätigkeit, reich gekrönt wie kaum je ein Menſchenleben. Wir fühlen das Walten der hohen Frau, die in die- ſen Ränmen einſt gewohnt, und ſpüren noch ſetzt die ſegnende Hand der Kaiſerin Auguſta in allen Theilen der Provinz. Dieſelbe Liebe, dieſelbe An- hänglichkeit, welche die Provinz für meine Groß- eltern empfand und welche dieſe für die Provinz hegten, verbindet auch uns. Mir iſt es gleich meinem hochſeligen Vater vergönnt geweſen, zwei herrliche Jugendjahre an der Alma mater in Ihrer Mitte zu verbringen, unvergeßliche Zeiten! So faſſe ich denn Alles, was ich fühle und denke, in einen Segenswunſch für das Gedeihen der Provinz zuſammen, zu gleicher Zeit auch aus dem Rückblicke die Lehre ſchöpfend, daß durch das feſte Zuſammenhalten von Volk und Herrſcher die größten Thaten geſchehen ſind, daß auch die Rhein-Provinz das Ihrige that, meinem Groß- vater zur Seite zu ſtehen, als er den Nibelungen- Hort der deutſchen Einheit unſerem Reiche wieder- gewann. So hoffe ich denn, daß in der feſten Treue der Rheinlande zu mir und in der treueu Geſinnung meinerſeits zu meinen Rheinländern es uns vergönnt ſein möge, unſere Wege zu wandeln zum Wohle der Rheinlande und zum Wohle unſeres geeinten, großen, theuren, deutſchen Vaterlandes. Ich erhebe das Glas und trinke auf das Wohl der Rheinlande und ihrer Bewohner. Sie leben hoch, nochmals hoch und zum dritten Mal hoch!“ (Die franzöſiſchen Spione.) Nach neueren Meldungen will es faſt ſcheinen, als ob die Kieler Spionen-Affaire eine andere Wendung nehmen ſolle. Einige Blätter behaupten zwar noch immer, man ſei ſeiner Sache ganz gewiß, er erſehnt, hat ein tückiſcher Zufall lange ſchon vereitelt. In die Ferne ſinnt er, nach Gründen grübelt er, in aufregenden Erwägungen verbringt er elende Tage, während das Papierchen, das ihn glücklich machen könnte, unter Placaten und Büchern vergraben liegt. Oft fällt ihn die Ver- ſuchung an, noch einmal zu ſchreiben — vielleicht iſt ſein Brief nicht angekommen, aber das läßt ſein Stolz nicht zu. Er beugt ſich nicht ein zweitesmal. Verſchloſſener wird er und welt- und menſchenſcheuer mit jedem Tage, in ſtiller Ein- ſamkeit verbringt er ſeine Abende unter Büchern der Belehrung und Unterhaltung, wird grau und alt und legt ſich nach fünfzig Jahren hin und ſtirbt. — So mochte es geweſen ſein. — Das ganze abſonderliche Weſen des alten Kaufmannes, der mir immer ſo komiſch erſchien, ſah ſich jetzt ſo tragiſch an. Die höhnende Herrſchaft des Zu- falles hatte hier grauſam gewaltet und ein junges hoffnungsreiches Leben im Anfange verflort und umnachtet. Zufall und Irrthum, die beiden Herrſcher der Welt, mit ihrer faſt den Schein der Abſichtlichkeit tragenden Bosheit, gemeinhin Schickſal genannt, hatten da einen tüchtigen Coup ausgeführt, und faſt wollte es mich bedünken, als grinſe aus den Seiten der vergilbten Zeit- ſchrift der Hohn, die Satansfratze des tragiſchen Geſchickes. — Und wie ich das Briefchen noch- mals überlas und dann in mein Notizbuch legte dachte ich an die Schreiberin. Die mochte wohl gewartet haben lange Wochen und als er dann nicht kam, dann —? Dann wird ſie ſchon Troſt gefunden haben an eines anderen Bruſt. Aus den veralteten, aber eleganten Schriftzügen er- ſann ich mir die Perſon der Schreiberin. Sie mochte wohl zwanzig Jahre alt ſein, ſchlank ge- wachſen, weiß und roſig, mit ſeidenweichen, aſch- blondem Haare, das ſich ſanft an ihre Wangen legt. Große, goldene Wimpern verſchleiern die blaue Tiefe ihres Blickes und im Kinn hat ſie ein Grübchen. Stets in Kaſchmir gekleidet, licht oder dunkel, immer aber rein. Ihren ſchönen Hals und Nacken trägt ſie immer bloß. So ſehe ich ſie an hellem Abend unter einer Linde ſitzen, im Schoße einen Gedichtband von Chamiſſo, die blauen Augen weithin in die Ferne gerichtet, in Sehnſucht und Erwartung. — — — — — — — — — — — — — Es war im Curparke von Rožnau. Aus dem Muſikpavillon tönte der Fiorawalzer und ich ſaß auf einer Bank der Fichtenallee und durchlas die neueſte Curliſte. Lauter fremde Na- men, meiſt Polen und Ruſſen, aber plötzlich blieb mein Blick wie gebannt auf einem Namen haf- ten: Clara Stadtmüller aus Pilſen. Ich hatte den Brief noch immer nicht vergeſſen, ich trug ihn ſtets bei mir, ihn oft leſend und zum Leſen gebend. Sollte es möglich ſein, daß die Schrei- berin dieſes Briefes mit der eben angekommenen Dame identiſch iſt? Die Neuigkeit ließ mir keine Ruhe, ich mußte die Dame kennen lernen. Zu- fällig kam ein Curgaſt die Allee daher, in einem Leitartikel der „Neuen Freien Preſſe“ vertieft. Ich bat ihn um Auskunft und er meinte, die Dame komme eben dieſelbe Allee her, in Be- gleitung ihrer Geſellſchafterin, eines ältlichen Mädchens. Thatſächlich ſchlich ein gebeugtes, mageres Mütterchen, geſtützt von einem ſchlanken Mädchen, daher. Ueber den Augen trug ſie einen Schirmſchild, der, da ſie den Kopf mit dem klei- nen Strohhut geſenkt trug, das ganze Geſicht verdeckte. Sollte das das Mädchen ſein, das in meiner Vorſtellung lebte? So ſah ich ſie nun täglich dahinſchlottern, verſchrumpft und ſterbens- krank. Um endlich Gewißheit zu bekommen, ſetzte ich mich eines ſchönen Junimorgens auf eine Bank, auf der ſie mit ihrer Geſellſchafterin Platz genommen hatte. Ich konnte ſie nun genauer be- trachten und ſah, trotzdem dieſes Geſicht verrun- zelt und trocken war wie ein altes Pergament, gewiſſe Linien, die an einſtige Schönheit mahn- ten. Die kranken, wimperloſen Augen hielt ſie ſtets geſchloſſen, und wenn ſie den Mund zum Sprechen öffnete, oder einen Hoff’ſchen Malz- bonbon hineinſchob, ſchimmerte ihr falſches Gebiß. Die mageren, zitternden Hände waren voll blauer, dicker Adern, und unter dem falſchen Chignon wucherten ſpärliche graue Haare. Lange ſuchte ich nach einer Anknüpfungsphraſe, bis ſie mir zuvor kam. Mit einer ſchwachen, bruſtkranken Stimme fragte ſie mich nach der Uhr, worauf ich mich nach einigen Sätzen über Wetter und Geſundheit vorſtellte. Ich nannte auch den Namen der Stadt und ſah ihr dabei ſcharf ins Geſicht. Sie ſchlug die Augen auf und ſah mich groß an. Dann fragte ſie — ich hatte die Frage ja erwartet. — ob ich daſelbſt einen Kaufmann, Namens Habin- ger, kenne. Ich ſagte, daß er vor einem Jahre geſtorben ſei. Wieder traf mich ein Blick aus glanzloſen, erloſchenen Augen. Ob er ein Ver- mögen hinterlaſſen habe, fragte ſie und ihre Stimme zitterte ein wenig. Es ſei dem Waiſen- fond verblieben, meinte ich. Darauf erzählte ich, daß ich unter alten Papieren ein Schreiben ge- funden hätte, das von einer Clara Stadtmüller aus Pilſen abgeſchickt worden wäre. Wieder traf mich der ſtarre Blick, aber die Pupillen ſchienen größer. „Was für ein Schreiben?“ fragte ſie

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Zitationshilfe: Mährisches Tagblatt. Nr. 201, Olmütz, 04.09.1893, S. [2]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_maehrisches201_1893/2>, abgerufen am 09.08.2022.