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Badener Zeitung. Nr. 56, Baden (Niederösterreich), 13.07.1898.

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Nr. 56. Mittwoch Badener Zeitung 13. Juli 1898.

[Spaltenumbruch]

k. k. Hauptsteueramte Baden zur Dienstleistung zuge-
wiesen. -- Der k. k. Steueramts-Adjunct Johann
Ruß des letztgenannten Amtes wurde unter Belassung
auf seinem Dienstposten zum k. k. Steueramts-Official
ernannt.

-- Todesfälle.

Samstag vormittags ver-
schied hier im Alter von 75 Jahren die Mutter
des Gemeinderathes, Sparcassedirectors und Hof-
Specereihändlers, Herrn Carl Reich, Frau Marie
Reich, geb. Mitterer, nach längerem schmerzhaftem
Leiden. Das Leichenbegängnis fand Montag nach-
mittags unter ungemein zahlreicher Betheiligung seitens
der Badener Bürgerschaft und Geschäftswelt, sowie
seitens vieler auswärtiger Bekannter des Hauses statt.
Unter den Leidtragenden bemerkten wir: Die Gemeinde-
vertretung von Baden mit dem Bürgermeister
Rudolf Zöllner, die Gemeindevertretung von
Weikersdorf mit dem Bürgermeister Pötschner,
P. Sukup, em. Gymnasialdirector und Verwalter der
Melker Stiftsherrschaft Leesdorf, Herrn Vejvoda, k. k.
Steuer-Oberinspector, Herrn Dr. Fink, k. k. Bezirks-
gerichtsadjunct, der Lehrkörper des Real-Ober-
gymnasiums und der Volks- und Bürgerschule.
-- Verflossenen Freitag ist die Schwiegermutter des
hiesigen Cafetiers, Herrn Hanslofsky, Frau Katharina
Kermpotich, geb. Dietz, k u. k. Rittmeisterswitwe; --
und am 11. d. M. Herr Franz Wilhelm Domenego,
Oberinspector der Südbahn i. P., 86 Jahre alt,
gestorben.

-- Curliste.

Die Curliste Nr. 78 vom
11. Juli verzeichnet bis 7. Juli 3562 angekommene
Parteien mit 12.501 Personen.

-- Die Curmusik

concertiert täglich im
Stadtparke (eventuell Curhause) morgens von 8 bis
9 Uhr, mittags von 12 bis 1 Uhr und abends von
8 bis halb 10 Uhr. An Sonn- und Feiertagen mittags
von 12 bis halb 2 Uhr und abends von 6 bis
7 Uhr. -- Auf der Hauswiese wird von nun an die
Curcapelle jeden Mittwoch, im Falle ungünstiger
Witterung, jeden Donnerstag, von 5 bis 7 Uhr nach-
mittags, sowie an Sonntagen von 9 bis 10 Uhr
vormittags, concertieren.

-- Drittes Symphonie Concert.

Vorigen
Freitag veranstaltete Musikdirector Komzak das dritte
und zugleich letzte Symphonie-Concert in dieser
Saison. Wie die vorhergegangenen beiden gleich-
artigen Unternehmungen, war auch dieses Concert
zahlreich besucht und die Erschienenen hatten diesmal
vielleicht mehr als je Gelegenheit, sich von dem
künstlerischen Können unserer Curcapelle zu über-
zeugen. Weder der unermüdliche Dirigent, noch die
Mitglieder der Capelle haben Zeit und Mühe gescheut,
um den strengen Anforderungen, welche das gewählte
Programm an beide Theile in gleichem Maße stellte,
gerecht zu werden, und der erzielte glänzende Erfolg
mag den Künstlern denn auch zur frohen Genug-
thuung dienen. Der Abend wurde eröffnet mit der
Serenade für Streichinstrumente Nr. 3 in E-moll,
von Robert Fuchs, und schon diese erste Nummer
brachte den Künstlern zahlreichen Beifall infolge des
durchaus exquisiten Vortrages und der geradezu
virtuosen Handhabung der Instrumente. Die folgende
Nummer gehörte der bereits bestens bekannten Concert-
sängerin, Frl. Hedwig Salter, welche durch ihr
prächtiges Organ schon wiederholt der Gegenstand
allgemeiner Aufmerksamkeit gewesen ist und sich nun
auch diesmal durch den Vortrag der Lieder "An die
Musik" von Schubert, "Wiegenlied" und "Meine
Liebe ist grün" von Brahms, die ungetheilt günstige
allgemeine Anerkennung ihres reichen Talentes holte.
Nicht minder fällt ein großer Theil des Verdienstes
der virtuosen Clavierbegleitung des Capellmeisters
Herrn Wallner anheim, der ja übrigens schon zu
wiederholtenmalen bewiesen hat, dass er in dieser
Beziehung auch den schwierigsten Anforderungen
vollauf gewachsen ist. Den Schluss des Programmes
bildete Tschaikowsky's "Symphonie pathetique" Nr. 6,
in H-moll, op. 34, auf welche wir schon in voriger
Nummer ausdrücklich verwiesen haben, und die denn
auch ihren künstlerischen Ruf bei dieser Gelegenheit
vollauf bewahrheitete. Wie wir vorhergesagt, bildete
besonders der dritte Satz, das "Allegro con grazia"
mit seinem Fünfvierteltacte, den Gegenstand besonderer
Aufmerksamkeit und lebhaften Beifalles des Publicums,
und es muss gesagt werden, dass gerade diese letzte
Nummer des Programmes die Glanznummer des
Abendes bildete Selbstverständlich wurden sowohl
die Musiker als auch ihr wackerer Dirigent nach
jeder Programmnummer durch den lebhaftesten Beifall
ausgezeichnet, der den Künstlern auch voll und ganz
gebührte. Musikdirector Komzak verdient für die
Veranstaltung seiner Symphonie-Concerte alles Lob
und die zahlreiche Theilnahme, welche diese Concerte
[Spaltenumbruch] in allen Kreisen unseres Curpublicums finden, mag
ihm als Beweis gelten, dass man in künstlerisch
verständigen Schichten unserer Sommergäste den
Kunstgenuss wohl zu schätzen versteht, welchen Meister
Komzak mit nie rastendem Eifer uns zu bieten
bestrebt ist.

-- Abschiedsfeier.

Anlässlich des Scheidens
seines verdienstvollen Mitgliedes, des Herrn Professors
Dr. Gustav Mayer, veranstaltet der Gesangsverein
Baden heute Mittwoch, um 7 Uhr abends, am Rudolfs-
hofe eine solenne Abschiedsfeier, bei welcher das Er-
scheinen aller Vereinsmitglieder erwünscht ist.

-- Die Patronage Baden

beschloß
Sonntag, den 26. Juni, für heuer ihre Thätigkeit.
Der Verein, der in Baden am 15. November 1897
ins Leben getreten war, wurde am 2. Jänner d. J.
durch Canonicus Schöpfleitner feierlich eröffnet und
am 24. April d. J. fand im Beisein Ihrer kais.
Hoheit, der Frau Erzherzogin Maria Annunciata,
der Frau Gräfin Zichy-Metternich, der Frau Fürstin
Odescalcht, des Herrn Bezirkshauptmannes Sr. Erlaucht
Grafen zur Lippe-Weißenfels und seiner Gemalin,
sowie vieler anderer Festgäste, die erste feierliche
Aufnahme von 56 Schützlingen durch Canonicus
Schöpfleitner statt. Der Verein steht unter der
Leitung von 17 werkthätigen Patronessen, welche
sich abwechselnd Sonntag nachmittags dem Unter-
richte und der Beaufsichtigung der Schützlinge
widmen, während Sr. Hochw. Herr Cooperator
Gehbauer, als geistlicher Leiter die halbstündige
Christenlehre und Beantwortung des Fragekastens
abhält. Die Schützlinge werden im Nähen und Aus-
bessern, im Lesen, Rechnen und Schreiben, sowie in
Gesang und Turnen geübt und zum Schlusse wird
auch gespielt. Die Vereinsleitung ist auch nach
Kräften bemüht, für das leibliche Wohl ihrer Schütz-
linge zu sorgen; so wurden durch deren Vermittlung
2 scrophulöse Mädchen nach Bad Hall gebracht, 2
Herzkranken wird der Aufenthalt in einem stärkenden
Klima ermöglicht und mehrere andere Kranke werden
im Spitale behandelt. Der Verein erzielte im ver-
flossenen Jahre an Jahresbeiträgen 80 fl. und an
Spenden 508 fl., zusammen 588 fl.; hievon wurden
verausgabt: Saalmiethe an die Gemeinde 31 fl.,
Reinigung des Saales, sowie Ausbesserungen
46 fl. 97 kr., Beheizung und Beleuchtung 16 fl. 10 kr.,
Jause der Schützlinge 89 fl. 22 kr., Anschaffungen
an Tischen, Bänken, Kästen, Lampen, Besen, Kübeln,
Schalen, Gläsern etc. 165 fl. 56 kr., Lehr- und Lern-
mittel 105 fl. 59 kr., zusammen 454 fl. 44 kr.,
mithin verbleibt ein Rest von 133 fl. 56 kr. Indem
der Verein allen jenen dankt, welche seine Zwecke
in irgend einer Weise unterstützten und förderten,
empfiehlt er sich auch fernerhin dem Wohlwollen aller
derjenigen, welche der Veredlung unserer weiblichen
Jugend ein warmes Interesse entgegenbringen.
Sonntag, den 18. September d. J., beginnen neuer-
dings die regelmäßigen Versammlungen.

-- Auszug aus dem Sitzungsproto-
kolle des Bezirksschulrathes Baden

vom 30. Juni 1898. Zur Besetzung der Unterlehrer-
stelle in Traiskirchen werden Beschlüsse gefasst und
2 Disciplinarfälle der Erledigung zugeführt. Die
Inspectionsberichte über die Schulen Grillenberg,
Furth, Lindabrunn, Raisenmarkt, Vöslau, Berndorf,
Großau und Pottenstein wurden zur Kenntnis ge-
nommen. Vier Lehrkräften werden die normalmäßigen
Dienstalterszulagen zuerkannt. Einer Lehrers-Witwe
wurde vom hohen n.-ö. Landesausschusse eine Unter-
stützung bewilligt. In mehreren Gemeinden werden
Schulbauten in Aussicht genommen.

-- Zur Theaterfrage.

Wie verlautet,
hat sich Bürgermeister Zöllner Montag zum Statt-
halter begeben, um sich nach dem Schicksale der
Eingabe der Gemeinde wegen der Adaptierung des
Theaters zu erkundigen. Die Angelegenheit ist nunmehr
schon einige Wochen alt; die schöne Zeit, in welcher
Bauarbeiten am besten vorgenommen werden können,
verstreicht unaufhaltsam und außerdem ist es auch
aus Gründen, welche die Direction berühren, noth-
wendig, dass die Entscheidung endlich erfließe.
Bekanntlich will die Gemeinde im Einvernehmen mit
den Behörden im alten Theatergebäude jene
Adaptierungsarbeiten vornehmen lassen, welche ein
Weiterspielen gestatten und geht dafür die Bedingung
ein, dass sie binnen drei Jahren einen Neubau
herstellt. Die Adaptierungsarbeiten, zu welchen die
Pläne und Kostenüberschläge bereits fertig vorliegen,
so dass sofort nach Genehmigung mit den Arbeiten
begonnen werden kann, dürften Kosten in der Höhe
von etwa 20.000 fl. erfordern. Diesen Betrag hat
wenigstens seinerzeit der verstorbene Bürgermeister
Dr. Hora genannt und sich geäußert, dass es
[Spaltenumbruch] rationeller sei, das Geld auszugeben und während
der drei Jahre das Project des Neubaues ernstlich
zu studieren. Das Geld ist insofern nicht hinaus-
geworfen, als die Zinsen für ein Darlehen, wenn
gleich an den Neubau geschritten werden müsste,
mehr ausmachen würden. Gegen diese Anschauung
machen sich nunmehr im Schoße der Gemeindever-
tretung allerdings gewichtige Bedenken geltend, allein
es dürfte unter den gegebenen Umständen nichts
anderes übrig bleiben, umsomehr, als die Gemeinde
ja selbst es ist, welche diesen Vorschlag der Behörde
gemacht hat. Sofort nach Bekanntwerden des
Resultates, welches der Bürgermeister von Wien
nachhause bringen wird, soll eine öffentliche Aus-
schusssitzuug ausgeschrieben werden, in welcher über
den Stand der Angelegenheit referiert werden wird.

-- Parkfest.

Für das am Samstag, den
16. Juli, skattfindende Park- und Blumenfest werden
seitens des damit betrauten Comites des Ver-
gnügungsvereines, mit seinem rührigen Obmanne
Herrn Moriz Laschitz, die umfassendsten Vorbereitungen
getroffen werden, so dass dieses Fest nicht nur den
früheren abgehaltenen Festen nachstehen soll, vielmehr
in diesem Jubeljahre die früheren Feste überbieten
wird. Es sollen, wie bei allen ähnlichen Veran-
staltungen, auch diesmal Pavillons zum Verkaufe von
Blumen etc. errichtet werden, in denen Damen der
Curgäste und der Einheimischen als Verkäuferinnen
fungieren sollen. Die Musik bei dem Blumenfeste
besorgt die Regimentscapelle des k. u. k. Tiroler Kaiser-
jäger-Regiments Nr. 2 und unsere Curcapelle unter
der anerkannt bewährten Leitung Meisters Komzak.
Das ganze Reinerträgnis fließt dem Badener Theater-
baufonde zu. Der Anfang ist auf halb 8 Uhr
abends festgesetzt.

-- Radfahrerverein Baden.

Wie
bereits berichtet, veranstaltet dieser Verein am
Sonntag, den 31. d. M., auf der Rennbahn des
Trabrennvereines ein Radwettfahren, zu welchem
soeben folgende Propositionen ausgegeben werden:
1. Eröffnungsfahren. 2000 Meter = 2 Runden.
Offen für alle Herrenfahrer, welche ihren ständigen
Wohnsitz in Niederösterreich haben Nenngeld
5 Kronen, 3 Ehrenpreise. 2. Neulingsfahren,
1000 Meter = 1 Runde. Offen für alle Herren-
fahrer im Currayon Baden, die noch bei keinem
Bahnrennen gestartet sind. Nenngeld 5 Kronen,
3 Ehrenpreise. 3. Juniorfahren, 2000 Meter
= 2 Runden Offen nur für Mitglieder des Rad-
fahrvereines Baden, welche auf der Rennbahn noch
keinen ersten Preis errungen haben. Nenngeld
2 Kronen, 3 Ehrenpreise. 4. Fahren um die
Meisterschaft des Radfahrervereines Baden. (In
3 Läufen; Vertheidiger: Herr Ferdinand Hedrich.)
1000 Meter, 3000 Meter, 5000 Meter. Offen für
Mitglieder des Radfahrervereines Baden. Der erste
in mindestens 2 Läufen erwirbt nebst dem Damen-
preise und der Urkunde den Titel: "Meisterfahrer
des Radfahrervereines Baden für das Jahr 1898."
Nenngeld 4 Kronen; außer dem Damenpreise
2 Ehrenpreise und ein Führungspreis. 1. Lauf,
1000 Meter = 1 Runde. 5. Seniorfahren,
2000 Meter = 2 Runden. Offen für alle Herren-
fahrer über 30 Jahre, welche ihren ständigen
Wohnsitz in Baden haben. Nenngeld 4 Kronen,
3 Ehrenpreise. 6. Meisterschaftsfahren, 2. Lauf,
3000 Meter = 3 Runden 7. Langsamfahren,
250 Meter = 1/4 Runde. Offen für alle Herren-
fahrer. Nenngeld 4 Kronen, 3 Ehrenpreise.
8. Meisterschaftsfahren, 3. Lauf, 5000 Meter
= 5 Runden. 9. Gästefahren, 5000 Meter
= 5 Runden. Offen für alle Herrenfahrer Nieder-
österreichs. Nenngeld 4 Kronen, 3 Ehrenpreise.
10. Meisterschaftsfahren; eventueller Entscheidungs-
lauf, 1000 Meter = 1 Runde. 11. Vorgabefahren,
3000 Meter = 3 Runden. Offen für alle Herren-
fahrer. Nenngeld 4 Kronen, 3 Ehrenpreise. 12. Trost-
fahren, 2000 Meter = 2 Runden. Offen für jene
Herrenfahrer, welche bei den vorhergegangenen Rennen
keinen Preis errungen haben. Nenngeld 3 Kronen,
3 Ehrenpreise. -- Allgemeine Bestimmungen:
1. Nennungsschluss für sämmtliche Rennen Freitag,
den 29. l M., 12 Uhr mittags; später einlangende
Nennungen werden nicht berücksichtigt. 2 Die Rennen
werden nach den Wettfahrbestimmungen des Bundes
deutscher Radfahrer Österreichs gefahren. 3. Alle
Maschinen sind zulässig. 4 Die Reihenfolge der
Nennungen ist die Reihenfolge am Start. 5. Die
Nennungen sind mit Beischluss des Nenngeldes,
sowie unter Angabe der Rennfarbe (Tricot und
Schärpe) an die Buchdruckerei W. Philipp, Renn-
gasse Nr. 1, einzusenden. 6. Protestgebür 5 Kronen.
7. Über hier nicht vorhergesehene jedoch dringende

Nr. 56. Mittwoch Badener Zeitung 13. Juli 1898.

[Spaltenumbruch]

k. k. Hauptſteueramte Baden zur Dienſtleiſtung zuge-
wieſen. — Der k. k. Steueramts-Adjunct Johann
Ruß des letztgenannten Amtes wurde unter Belaſſung
auf ſeinem Dienſtpoſten zum k. k. Steueramts-Official
ernannt.

Todesfälle.

Samstag vormittags ver-
ſchied hier im Alter von 75 Jahren die Mutter
des Gemeinderathes, Sparcaſſedirectors und Hof-
Specereihändlers, Herrn Carl Reich, Frau Marie
Reich, geb. Mitterer, nach längerem ſchmerzhaftem
Leiden. Das Leichenbegängnis fand Montag nach-
mittags unter ungemein zahlreicher Betheiligung ſeitens
der Badener Bürgerſchaft und Geſchäftswelt, ſowie
ſeitens vieler auswärtiger Bekannter des Hauſes ſtatt.
Unter den Leidtragenden bemerkten wir: Die Gemeinde-
vertretung von Baden mit dem Bürgermeiſter
Rudolf Zöllner, die Gemeindevertretung von
Weikersdorf mit dem Bürgermeiſter Pötſchner,
P. Sukup, em. Gymnaſialdirector und Verwalter der
Melker Stiftsherrſchaft Leesdorf, Herrn Vejvoda, k. k.
Steuer-Oberinſpector, Herrn Dr. Fink, k. k. Bezirks-
gerichtsadjunct, der Lehrkörper des Real-Ober-
gymnaſiums und der Volks- und Bürgerſchule.
— Verfloſſenen Freitag iſt die Schwiegermutter des
hieſigen Cafétiers, Herrn Hanslofsky, Frau Katharina
Kermpotich, geb. Dietz, k u. k. Rittmeiſterswitwe; —
und am 11. d. M. Herr Franz Wilhelm Domenego,
Oberinſpector der Südbahn i. P., 86 Jahre alt,
geſtorben.

Curliſte.

Die Curliſte Nr. 78 vom
11. Juli verzeichnet bis 7. Juli 3562 angekommene
Parteien mit 12.501 Perſonen.

Die Curmuſik

concertiert täglich im
Stadtparke (eventuell Curhauſe) morgens von 8 bis
9 Uhr, mittags von 12 bis 1 Uhr und abends von
8 bis halb 10 Uhr. An Sonn- und Feiertagen mittags
von 12 bis halb 2 Uhr und abends von 6 bis
7 Uhr. — Auf der Hauswieſe wird von nun an die
Curcapelle jeden Mittwoch, im Falle ungünſtiger
Witterung, jeden Donnerstag, von 5 bis 7 Uhr nach-
mittags, ſowie an Sonntagen von 9 bis 10 Uhr
vormittags, concertieren.

Drittes Symphonie Concert.

Vorigen
Freitag veranſtaltete Muſikdirector Komzák das dritte
und zugleich letzte Symphonie-Concert in dieſer
Saiſon. Wie die vorhergegangenen beiden gleich-
artigen Unternehmungen, war auch dieſes Concert
zahlreich beſucht und die Erſchienenen hatten diesmal
vielleicht mehr als je Gelegenheit, ſich von dem
künſtleriſchen Können unſerer Curcapelle zu über-
zeugen. Weder der unermüdliche Dirigent, noch die
Mitglieder der Capelle haben Zeit und Mühe geſcheut,
um den ſtrengen Anforderungen, welche das gewählte
Programm an beide Theile in gleichem Maße ſtellte,
gerecht zu werden, und der erzielte glänzende Erfolg
mag den Künſtlern denn auch zur frohen Genug-
thuung dienen. Der Abend wurde eröffnet mit der
Serenade für Streichinſtrumente Nr. 3 in E-moll,
von Robert Fuchs, und ſchon dieſe erſte Nummer
brachte den Künſtlern zahlreichen Beifall infolge des
durchaus exquiſiten Vortrages und der geradezu
virtuoſen Handhabung der Inſtrumente. Die folgende
Nummer gehörte der bereits beſtens bekannten Concert-
ſängerin, Frl. Hedwig Salter, welche durch ihr
prächtiges Organ ſchon wiederholt der Gegenſtand
allgemeiner Aufmerkſamkeit geweſen iſt und ſich nun
auch diesmal durch den Vortrag der Lieder „An die
Muſik“ von Schubert, „Wiegenlied“ und „Meine
Liebe iſt grün“ von Brahms, die ungetheilt günſtige
allgemeine Anerkennung ihres reichen Talentes holte.
Nicht minder fällt ein großer Theil des Verdienſtes
der virtuoſen Clavierbegleitung des Capellmeiſters
Herrn Wallner anheim, der ja übrigens ſchon zu
wiederholtenmalen bewieſen hat, daſs er in dieſer
Beziehung auch den ſchwierigſten Anforderungen
vollauf gewachſen iſt. Den Schluſs des Programmes
bildete Tſchaikowsky’s „Symphonie pathetique“ Nr. 6,
in H-moll, op. 34, auf welche wir ſchon in voriger
Nummer ausdrücklich verwieſen haben, und die denn
auch ihren künſtleriſchen Ruf bei dieſer Gelegenheit
vollauf bewahrheitete. Wie wir vorhergeſagt, bildete
beſonders der dritte Satz, das „Allegro con grazia“
mit ſeinem Fünfvierteltacte, den Gegenſtand beſonderer
Aufmerkſamkeit und lebhaften Beifalles des Publicums,
und es muſs geſagt werden, daſs gerade dieſe letzte
Nummer des Programmes die Glanznummer des
Abendes bildete Selbſtverſtändlich wurden ſowohl
die Muſiker als auch ihr wackerer Dirigent nach
jeder Programmnummer durch den lebhafteſten Beifall
ausgezeichnet, der den Künſtlern auch voll und ganz
gebührte. Muſikdirector Komzák verdient für die
Veranſtaltung ſeiner Symphonie-Concerte alles Lob
und die zahlreiche Theilnahme, welche dieſe Concerte
[Spaltenumbruch] in allen Kreiſen unſeres Curpublicums finden, mag
ihm als Beweis gelten, daſs man in künſtleriſch
verſtändigen Schichten unſerer Sommergäſte den
Kunſtgenuſs wohl zu ſchätzen verſteht, welchen Meiſter
Komzák mit nie raſtendem Eifer uns zu bieten
beſtrebt iſt.

Abſchiedsfeier.

Anläſslich des Scheidens
ſeines verdienſtvollen Mitgliedes, des Herrn Profeſſors
Dr. Guſtav Mayer, veranſtaltet der Geſangsverein
Baden heute Mittwoch, um 7 Uhr abends, am Rudolfs-
hofe eine ſolenne Abſchiedsfeier, bei welcher das Er-
ſcheinen aller Vereinsmitglieder erwünſcht iſt.

Die Patronage Baden

beſchloß
Sonntag, den 26. Juni, für heuer ihre Thätigkeit.
Der Verein, der in Baden am 15. November 1897
ins Leben getreten war, wurde am 2. Jänner d. J.
durch Canonicus Schöpfleitner feierlich eröffnet und
am 24. April d. J. fand im Beiſein Ihrer kaiſ.
Hoheit, der Frau Erzherzogin Maria Annunciata,
der Frau Gräfin Zichy-Metternich, der Frau Fürſtin
Odescalcht, des Herrn Bezirkshauptmannes Sr. Erlaucht
Grafen zur Lippe-Weißenfels und ſeiner Gemalin,
ſowie vieler anderer Feſtgäſte, die erſte feierliche
Aufnahme von 56 Schützlingen durch Canonicus
Schöpfleitner ſtatt. Der Verein ſteht unter der
Leitung von 17 werkthätigen Patroneſſen, welche
ſich abwechſelnd Sonntag nachmittags dem Unter-
richte und der Beaufſichtigung der Schützlinge
widmen, während Sr. Hochw. Herr Cooperator
Gehbauer, als geiſtlicher Leiter die halbſtündige
Chriſtenlehre und Beantwortung des Fragekaſtens
abhält. Die Schützlinge werden im Nähen und Aus-
beſſern, im Leſen, Rechnen und Schreiben, ſowie in
Geſang und Turnen geübt und zum Schluſſe wird
auch geſpielt. Die Vereinsleitung iſt auch nach
Kräften bemüht, für das leibliche Wohl ihrer Schütz-
linge zu ſorgen; ſo wurden durch deren Vermittlung
2 ſcrophulöſe Mädchen nach Bad Hall gebracht, 2
Herzkranken wird der Aufenthalt in einem ſtärkenden
Klima ermöglicht und mehrere andere Kranke werden
im Spitale behandelt. Der Verein erzielte im ver-
floſſenen Jahre an Jahresbeiträgen 80 fl. und an
Spenden 508 fl., zuſammen 588 fl.; hievon wurden
verausgabt: Saalmiethe an die Gemeinde 31 fl.,
Reinigung des Saales, ſowie Ausbeſſerungen
46 fl. 97 kr., Beheizung und Beleuchtung 16 fl. 10 kr.,
Jauſe der Schützlinge 89 fl. 22 kr., Anſchaffungen
an Tiſchen, Bänken, Käſten, Lampen, Beſen, Kübeln,
Schalen, Gläſern ꝛc. 165 fl. 56 kr., Lehr- und Lern-
mittel 105 fl. 59 kr., zuſammen 454 fl. 44 kr.,
mithin verbleibt ein Reſt von 133 fl. 56 kr. Indem
der Verein allen jenen dankt, welche ſeine Zwecke
in irgend einer Weiſe unterſtützten und förderten,
empfiehlt er ſich auch fernerhin dem Wohlwollen aller
derjenigen, welche der Veredlung unſerer weiblichen
Jugend ein warmes Intereſſe entgegenbringen.
Sonntag, den 18. September d. J., beginnen neuer-
dings die regelmäßigen Verſammlungen.

Auszug aus dem Sitzungsproto-
kolle des Bezirksſchulrathes Baden

vom 30. Juni 1898. Zur Beſetzung der Unterlehrer-
ſtelle in Traiskirchen werden Beſchlüſſe gefaſst und
2 Diſciplinarfälle der Erledigung zugeführt. Die
Inſpectionsberichte über die Schulen Grillenberg,
Furth, Lindabrunn, Raiſenmarkt, Vöslau, Berndorf,
Großau und Pottenſtein wurden zur Kenntnis ge-
nommen. Vier Lehrkräften werden die normalmäßigen
Dienſtalterszulagen zuerkannt. Einer Lehrers-Witwe
wurde vom hohen n.-ö. Landesausſchuſſe eine Unter-
ſtützung bewilligt. In mehreren Gemeinden werden
Schulbauten in Ausſicht genommen.

Zur Theaterfrage.

Wie verlautet,
hat ſich Bürgermeiſter Zöllner Montag zum Statt-
halter begeben, um ſich nach dem Schickſale der
Eingabe der Gemeinde wegen der Adaptierung des
Theaters zu erkundigen. Die Angelegenheit iſt nunmehr
ſchon einige Wochen alt; die ſchöne Zeit, in welcher
Bauarbeiten am beſten vorgenommen werden können,
verſtreicht unaufhaltſam und außerdem iſt es auch
aus Gründen, welche die Direction berühren, noth-
wendig, daſs die Entſcheidung endlich erfließe.
Bekanntlich will die Gemeinde im Einvernehmen mit
den Behörden im alten Theatergebäude jene
Adaptierungsarbeiten vornehmen laſſen, welche ein
Weiterſpielen geſtatten und geht dafür die Bedingung
ein, daſs ſie binnen drei Jahren einen Neubau
herſtellt. Die Adaptierungsarbeiten, zu welchen die
Pläne und Koſtenüberſchläge bereits fertig vorliegen,
ſo daſs ſofort nach Genehmigung mit den Arbeiten
begonnen werden kann, dürften Koſten in der Höhe
von etwa 20.000 fl. erfordern. Dieſen Betrag hat
wenigſtens ſeinerzeit der verſtorbene Bürgermeiſter
Dr. Hora genannt und ſich geäußert, daſs es
[Spaltenumbruch] rationeller ſei, das Geld auszugeben und während
der drei Jahre das Project des Neubaues ernſtlich
zu ſtudieren. Das Geld iſt inſofern nicht hinaus-
geworfen, als die Zinſen für ein Darlehen, wenn
gleich an den Neubau geſchritten werden müſste,
mehr ausmachen würden. Gegen dieſe Anſchauung
machen ſich nunmehr im Schoße der Gemeindever-
tretung allerdings gewichtige Bedenken geltend, allein
es dürfte unter den gegebenen Umſtänden nichts
anderes übrig bleiben, umſomehr, als die Gemeinde
ja ſelbſt es iſt, welche dieſen Vorſchlag der Behörde
gemacht hat. Sofort nach Bekanntwerden des
Reſultates, welches der Bürgermeiſter von Wien
nachhauſe bringen wird, ſoll eine öffentliche Aus-
ſchuſsſitzuug ausgeſchrieben werden, in welcher über
den Stand der Angelegenheit referiert werden wird.

Parkfeſt.

Für das am Samstag, den
16. Juli, ſkattfindende Park- und Blumenfeſt werden
ſeitens des damit betrauten Comités des Ver-
gnügungsvereines, mit ſeinem rührigen Obmanne
Herrn Moriz Laſchitz, die umfaſſendſten Vorbereitungen
getroffen werden, ſo daſs dieſes Feſt nicht nur den
früheren abgehaltenen Feſten nachſtehen ſoll, vielmehr
in dieſem Jubeljahre die früheren Feſte überbieten
wird. Es ſollen, wie bei allen ähnlichen Veran-
ſtaltungen, auch diesmal Pavillons zum Verkaufe von
Blumen ꝛc. errichtet werden, in denen Damen der
Curgäſte und der Einheimiſchen als Verkäuferinnen
fungieren ſollen. Die Muſik bei dem Blumenfeſte
beſorgt die Regimentscapelle des k. u. k. Tiroler Kaiſer-
jäger-Regiments Nr. 2 und unſere Curcapelle unter
der anerkannt bewährten Leitung Meiſters Komzák.
Das ganze Reinerträgnis fließt dem Badener Theater-
baufonde zu. Der Anfang iſt auf halb 8 Uhr
abends feſtgeſetzt.

Radfahrerverein Baden.

Wie
bereits berichtet, veranſtaltet dieſer Verein am
Sonntag, den 31. d. M., auf der Rennbahn des
Trabrennvereines ein Radwettfahren, zu welchem
ſoeben folgende Propoſitionen ausgegeben werden:
1. Eröffnungsfahren. 2000 Meter = 2 Runden.
Offen für alle Herrenfahrer, welche ihren ſtändigen
Wohnſitz in Niederöſterreich haben Nenngeld
5 Kronen, 3 Ehrenpreiſe. 2. Neulingsfahren,
1000 Meter = 1 Runde. Offen für alle Herren-
fahrer im Currayon Baden, die noch bei keinem
Bahnrennen geſtartet ſind. Nenngeld 5 Kronen,
3 Ehrenpreiſe. 3. Juniorfahren, 2000 Meter
= 2 Runden Offen nur für Mitglieder des Rad-
fahrvereines Baden, welche auf der Rennbahn noch
keinen erſten Preis errungen haben. Nenngeld
2 Kronen, 3 Ehrenpreiſe. 4. Fahren um die
Meiſterſchaft des Radfahrervereines Baden. (In
3 Läufen; Vertheidiger: Herr Ferdinand Hedrich.)
1000 Meter, 3000 Meter, 5000 Meter. Offen für
Mitglieder des Radfahrervereines Baden. Der erſte
in mindeſtens 2 Läufen erwirbt nebſt dem Damen-
preiſe und der Urkunde den Titel: „Meiſterfahrer
des Radfahrervereines Baden für das Jahr 1898.“
Nenngeld 4 Kronen; außer dem Damenpreiſe
2 Ehrenpreiſe und ein Führungspreis. 1. Lauf,
1000 Meter = 1 Runde. 5. Seniorfahren,
2000 Meter = 2 Runden. Offen für alle Herren-
fahrer über 30 Jahre, welche ihren ſtändigen
Wohnſitz in Baden haben. Nenngeld 4 Kronen,
3 Ehrenpreiſe. 6. Meiſterſchaftsfahren, 2. Lauf,
3000 Meter = 3 Runden 7. Langſamfahren,
250 Meter = ¼ Runde. Offen für alle Herren-
fahrer. Nenngeld 4 Kronen, 3 Ehrenpreiſe.
8. Meiſterſchaftsfahren, 3. Lauf, 5000 Meter
= 5 Runden. 9. Gäſtefahren, 5000 Meter
= 5 Runden. Offen für alle Herrenfahrer Nieder-
öſterreichs. Nenngeld 4 Kronen, 3 Ehrenpreiſe.
10. Meiſterſchaftsfahren; eventueller Entſcheidungs-
lauf, 1000 Meter = 1 Runde. 11. Vorgabefahren,
3000 Meter = 3 Runden. Offen für alle Herren-
fahrer. Nenngeld 4 Kronen, 3 Ehrenpreiſe. 12. Troſt-
fahren, 2000 Meter = 2 Runden. Offen für jene
Herrenfahrer, welche bei den vorhergegangenen Rennen
keinen Preis errungen haben. Nenngeld 3 Kronen,
3 Ehrenpreiſe. — Allgemeine Beſtimmungen:
1. Nennungsſchluſs für ſämmtliche Rennen Freitag,
den 29. l M., 12 Uhr mittags; ſpäter einlangende
Nennungen werden nicht berückſichtigt. 2 Die Rennen
werden nach den Wettfahrbeſtimmungen des Bundes
deutſcher Radfahrer Öſterreichs gefahren. 3. Alle
Maſchinen ſind zuläſſig. 4 Die Reihenfolge der
Nennungen iſt die Reihenfolge am Start. 5. Die
Nennungen ſind mit Beiſchluſs des Nenngeldes,
ſowie unter Angabe der Rennfarbe (Tricot und
Schärpe) an die Buchdruckerei W. Philipp, Renn-
gaſſe Nr. 1, einzuſenden. 6. Proteſtgebür 5 Kronen.
7. Über hier nicht vorhergeſehene jedoch dringende

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&#x017F;chied hier im Alter von 75 Jahren die Mutter<lb/>
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Specereihändlers, Herrn Carl Reich, Frau Marie<lb/>
Reich, geb. Mitterer, nach längerem &#x017F;chmerzhaftem<lb/>
Leiden. Das Leichenbegängnis fand Montag nach-<lb/>
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&#x017F;eitens vieler auswärtiger Bekannter des Hau&#x017F;es &#x017F;tatt.<lb/>
Unter den Leidtragenden bemerkten wir: Die Gemeinde-<lb/>
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Rudolf Zöllner, die Gemeindevertretung von<lb/>
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          <p>Die Curli&#x017F;te Nr. 78 vom<lb/>
11. Juli verzeichnet bis 7. Juli 3562 angekommene<lb/>
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&#x017F;eines verdien&#x017F;tvollen Mitgliedes, des Herrn Profe&#x017F;&#x017F;ors<lb/>
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Herzkranken wird der Aufenthalt in einem &#x017F;tärkenden<lb/>
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[3/0003] Nr. 56. Mittwoch Badener Zeitung 13. Juli 1898. k. k. Hauptſteueramte Baden zur Dienſtleiſtung zuge- wieſen. — Der k. k. Steueramts-Adjunct Johann Ruß des letztgenannten Amtes wurde unter Belaſſung auf ſeinem Dienſtpoſten zum k. k. Steueramts-Official ernannt. — Todesfälle. Samstag vormittags ver- ſchied hier im Alter von 75 Jahren die Mutter des Gemeinderathes, Sparcaſſedirectors und Hof- Specereihändlers, Herrn Carl Reich, Frau Marie Reich, geb. Mitterer, nach längerem ſchmerzhaftem Leiden. Das Leichenbegängnis fand Montag nach- mittags unter ungemein zahlreicher Betheiligung ſeitens der Badener Bürgerſchaft und Geſchäftswelt, ſowie ſeitens vieler auswärtiger Bekannter des Hauſes ſtatt. Unter den Leidtragenden bemerkten wir: Die Gemeinde- vertretung von Baden mit dem Bürgermeiſter Rudolf Zöllner, die Gemeindevertretung von Weikersdorf mit dem Bürgermeiſter Pötſchner, P. Sukup, em. Gymnaſialdirector und Verwalter der Melker Stiftsherrſchaft Leesdorf, Herrn Vejvoda, k. k. Steuer-Oberinſpector, Herrn Dr. Fink, k. k. Bezirks- gerichtsadjunct, der Lehrkörper des Real-Ober- gymnaſiums und der Volks- und Bürgerſchule. — Verfloſſenen Freitag iſt die Schwiegermutter des hieſigen Cafétiers, Herrn Hanslofsky, Frau Katharina Kermpotich, geb. Dietz, k u. k. Rittmeiſterswitwe; — und am 11. d. M. Herr Franz Wilhelm Domenego, Oberinſpector der Südbahn i. P., 86 Jahre alt, geſtorben. — Curliſte. Die Curliſte Nr. 78 vom 11. Juli verzeichnet bis 7. Juli 3562 angekommene Parteien mit 12.501 Perſonen. — Die Curmuſik concertiert täglich im Stadtparke (eventuell Curhauſe) morgens von 8 bis 9 Uhr, mittags von 12 bis 1 Uhr und abends von 8 bis halb 10 Uhr. An Sonn- und Feiertagen mittags von 12 bis halb 2 Uhr und abends von 6 bis 7 Uhr. — Auf der Hauswieſe wird von nun an die Curcapelle jeden Mittwoch, im Falle ungünſtiger Witterung, jeden Donnerstag, von 5 bis 7 Uhr nach- mittags, ſowie an Sonntagen von 9 bis 10 Uhr vormittags, concertieren. — Drittes Symphonie Concert. Vorigen Freitag veranſtaltete Muſikdirector Komzák das dritte und zugleich letzte Symphonie-Concert in dieſer Saiſon. Wie die vorhergegangenen beiden gleich- artigen Unternehmungen, war auch dieſes Concert zahlreich beſucht und die Erſchienenen hatten diesmal vielleicht mehr als je Gelegenheit, ſich von dem künſtleriſchen Können unſerer Curcapelle zu über- zeugen. Weder der unermüdliche Dirigent, noch die Mitglieder der Capelle haben Zeit und Mühe geſcheut, um den ſtrengen Anforderungen, welche das gewählte Programm an beide Theile in gleichem Maße ſtellte, gerecht zu werden, und der erzielte glänzende Erfolg mag den Künſtlern denn auch zur frohen Genug- thuung dienen. Der Abend wurde eröffnet mit der Serenade für Streichinſtrumente Nr. 3 in E-moll, von Robert Fuchs, und ſchon dieſe erſte Nummer brachte den Künſtlern zahlreichen Beifall infolge des durchaus exquiſiten Vortrages und der geradezu virtuoſen Handhabung der Inſtrumente. Die folgende Nummer gehörte der bereits beſtens bekannten Concert- ſängerin, Frl. Hedwig Salter, welche durch ihr prächtiges Organ ſchon wiederholt der Gegenſtand allgemeiner Aufmerkſamkeit geweſen iſt und ſich nun auch diesmal durch den Vortrag der Lieder „An die Muſik“ von Schubert, „Wiegenlied“ und „Meine Liebe iſt grün“ von Brahms, die ungetheilt günſtige allgemeine Anerkennung ihres reichen Talentes holte. Nicht minder fällt ein großer Theil des Verdienſtes der virtuoſen Clavierbegleitung des Capellmeiſters Herrn Wallner anheim, der ja übrigens ſchon zu wiederholtenmalen bewieſen hat, daſs er in dieſer Beziehung auch den ſchwierigſten Anforderungen vollauf gewachſen iſt. Den Schluſs des Programmes bildete Tſchaikowsky’s „Symphonie pathetique“ Nr. 6, in H-moll, op. 34, auf welche wir ſchon in voriger Nummer ausdrücklich verwieſen haben, und die denn auch ihren künſtleriſchen Ruf bei dieſer Gelegenheit vollauf bewahrheitete. Wie wir vorhergeſagt, bildete beſonders der dritte Satz, das „Allegro con grazia“ mit ſeinem Fünfvierteltacte, den Gegenſtand beſonderer Aufmerkſamkeit und lebhaften Beifalles des Publicums, und es muſs geſagt werden, daſs gerade dieſe letzte Nummer des Programmes die Glanznummer des Abendes bildete Selbſtverſtändlich wurden ſowohl die Muſiker als auch ihr wackerer Dirigent nach jeder Programmnummer durch den lebhafteſten Beifall ausgezeichnet, der den Künſtlern auch voll und ganz gebührte. Muſikdirector Komzák verdient für die Veranſtaltung ſeiner Symphonie-Concerte alles Lob und die zahlreiche Theilnahme, welche dieſe Concerte in allen Kreiſen unſeres Curpublicums finden, mag ihm als Beweis gelten, daſs man in künſtleriſch verſtändigen Schichten unſerer Sommergäſte den Kunſtgenuſs wohl zu ſchätzen verſteht, welchen Meiſter Komzák mit nie raſtendem Eifer uns zu bieten beſtrebt iſt. — Abſchiedsfeier. Anläſslich des Scheidens ſeines verdienſtvollen Mitgliedes, des Herrn Profeſſors Dr. Guſtav Mayer, veranſtaltet der Geſangsverein Baden heute Mittwoch, um 7 Uhr abends, am Rudolfs- hofe eine ſolenne Abſchiedsfeier, bei welcher das Er- ſcheinen aller Vereinsmitglieder erwünſcht iſt. — Die Patronage Baden beſchloß Sonntag, den 26. Juni, für heuer ihre Thätigkeit. Der Verein, der in Baden am 15. November 1897 ins Leben getreten war, wurde am 2. Jänner d. J. durch Canonicus Schöpfleitner feierlich eröffnet und am 24. April d. J. fand im Beiſein Ihrer kaiſ. Hoheit, der Frau Erzherzogin Maria Annunciata, der Frau Gräfin Zichy-Metternich, der Frau Fürſtin Odescalcht, des Herrn Bezirkshauptmannes Sr. Erlaucht Grafen zur Lippe-Weißenfels und ſeiner Gemalin, ſowie vieler anderer Feſtgäſte, die erſte feierliche Aufnahme von 56 Schützlingen durch Canonicus Schöpfleitner ſtatt. Der Verein ſteht unter der Leitung von 17 werkthätigen Patroneſſen, welche ſich abwechſelnd Sonntag nachmittags dem Unter- richte und der Beaufſichtigung der Schützlinge widmen, während Sr. Hochw. Herr Cooperator Gehbauer, als geiſtlicher Leiter die halbſtündige Chriſtenlehre und Beantwortung des Fragekaſtens abhält. Die Schützlinge werden im Nähen und Aus- beſſern, im Leſen, Rechnen und Schreiben, ſowie in Geſang und Turnen geübt und zum Schluſſe wird auch geſpielt. Die Vereinsleitung iſt auch nach Kräften bemüht, für das leibliche Wohl ihrer Schütz- linge zu ſorgen; ſo wurden durch deren Vermittlung 2 ſcrophulöſe Mädchen nach Bad Hall gebracht, 2 Herzkranken wird der Aufenthalt in einem ſtärkenden Klima ermöglicht und mehrere andere Kranke werden im Spitale behandelt. Der Verein erzielte im ver- floſſenen Jahre an Jahresbeiträgen 80 fl. und an Spenden 508 fl., zuſammen 588 fl.; hievon wurden verausgabt: Saalmiethe an die Gemeinde 31 fl., Reinigung des Saales, ſowie Ausbeſſerungen 46 fl. 97 kr., Beheizung und Beleuchtung 16 fl. 10 kr., Jauſe der Schützlinge 89 fl. 22 kr., Anſchaffungen an Tiſchen, Bänken, Käſten, Lampen, Beſen, Kübeln, Schalen, Gläſern ꝛc. 165 fl. 56 kr., Lehr- und Lern- mittel 105 fl. 59 kr., zuſammen 454 fl. 44 kr., mithin verbleibt ein Reſt von 133 fl. 56 kr. Indem der Verein allen jenen dankt, welche ſeine Zwecke in irgend einer Weiſe unterſtützten und förderten, empfiehlt er ſich auch fernerhin dem Wohlwollen aller derjenigen, welche der Veredlung unſerer weiblichen Jugend ein warmes Intereſſe entgegenbringen. Sonntag, den 18. September d. J., beginnen neuer- dings die regelmäßigen Verſammlungen. — Auszug aus dem Sitzungsproto- kolle des Bezirksſchulrathes Baden vom 30. Juni 1898. Zur Beſetzung der Unterlehrer- ſtelle in Traiskirchen werden Beſchlüſſe gefaſst und 2 Diſciplinarfälle der Erledigung zugeführt. Die Inſpectionsberichte über die Schulen Grillenberg, Furth, Lindabrunn, Raiſenmarkt, Vöslau, Berndorf, Großau und Pottenſtein wurden zur Kenntnis ge- nommen. Vier Lehrkräften werden die normalmäßigen Dienſtalterszulagen zuerkannt. Einer Lehrers-Witwe wurde vom hohen n.-ö. Landesausſchuſſe eine Unter- ſtützung bewilligt. In mehreren Gemeinden werden Schulbauten in Ausſicht genommen. — Zur Theaterfrage. Wie verlautet, hat ſich Bürgermeiſter Zöllner Montag zum Statt- halter begeben, um ſich nach dem Schickſale der Eingabe der Gemeinde wegen der Adaptierung des Theaters zu erkundigen. Die Angelegenheit iſt nunmehr ſchon einige Wochen alt; die ſchöne Zeit, in welcher Bauarbeiten am beſten vorgenommen werden können, verſtreicht unaufhaltſam und außerdem iſt es auch aus Gründen, welche die Direction berühren, noth- wendig, daſs die Entſcheidung endlich erfließe. Bekanntlich will die Gemeinde im Einvernehmen mit den Behörden im alten Theatergebäude jene Adaptierungsarbeiten vornehmen laſſen, welche ein Weiterſpielen geſtatten und geht dafür die Bedingung ein, daſs ſie binnen drei Jahren einen Neubau herſtellt. Die Adaptierungsarbeiten, zu welchen die Pläne und Koſtenüberſchläge bereits fertig vorliegen, ſo daſs ſofort nach Genehmigung mit den Arbeiten begonnen werden kann, dürften Koſten in der Höhe von etwa 20.000 fl. erfordern. Dieſen Betrag hat wenigſtens ſeinerzeit der verſtorbene Bürgermeiſter Dr. Hora genannt und ſich geäußert, daſs es rationeller ſei, das Geld auszugeben und während der drei Jahre das Project des Neubaues ernſtlich zu ſtudieren. Das Geld iſt inſofern nicht hinaus- geworfen, als die Zinſen für ein Darlehen, wenn gleich an den Neubau geſchritten werden müſste, mehr ausmachen würden. Gegen dieſe Anſchauung machen ſich nunmehr im Schoße der Gemeindever- tretung allerdings gewichtige Bedenken geltend, allein es dürfte unter den gegebenen Umſtänden nichts anderes übrig bleiben, umſomehr, als die Gemeinde ja ſelbſt es iſt, welche dieſen Vorſchlag der Behörde gemacht hat. Sofort nach Bekanntwerden des Reſultates, welches der Bürgermeiſter von Wien nachhauſe bringen wird, ſoll eine öffentliche Aus- ſchuſsſitzuug ausgeſchrieben werden, in welcher über den Stand der Angelegenheit referiert werden wird. — Parkfeſt. Für das am Samstag, den 16. Juli, ſkattfindende Park- und Blumenfeſt werden ſeitens des damit betrauten Comités des Ver- gnügungsvereines, mit ſeinem rührigen Obmanne Herrn Moriz Laſchitz, die umfaſſendſten Vorbereitungen getroffen werden, ſo daſs dieſes Feſt nicht nur den früheren abgehaltenen Feſten nachſtehen ſoll, vielmehr in dieſem Jubeljahre die früheren Feſte überbieten wird. Es ſollen, wie bei allen ähnlichen Veran- ſtaltungen, auch diesmal Pavillons zum Verkaufe von Blumen ꝛc. errichtet werden, in denen Damen der Curgäſte und der Einheimiſchen als Verkäuferinnen fungieren ſollen. Die Muſik bei dem Blumenfeſte beſorgt die Regimentscapelle des k. u. k. Tiroler Kaiſer- jäger-Regiments Nr. 2 und unſere Curcapelle unter der anerkannt bewährten Leitung Meiſters Komzák. Das ganze Reinerträgnis fließt dem Badener Theater- baufonde zu. Der Anfang iſt auf halb 8 Uhr abends feſtgeſetzt. — Radfahrerverein Baden. Wie bereits berichtet, veranſtaltet dieſer Verein am Sonntag, den 31. d. M., auf der Rennbahn des Trabrennvereines ein Radwettfahren, zu welchem ſoeben folgende Propoſitionen ausgegeben werden: 1. Eröffnungsfahren. 2000 Meter = 2 Runden. Offen für alle Herrenfahrer, welche ihren ſtändigen Wohnſitz in Niederöſterreich haben Nenngeld 5 Kronen, 3 Ehrenpreiſe. 2. Neulingsfahren, 1000 Meter = 1 Runde. Offen für alle Herren- fahrer im Currayon Baden, die noch bei keinem Bahnrennen geſtartet ſind. Nenngeld 5 Kronen, 3 Ehrenpreiſe. 3. Juniorfahren, 2000 Meter = 2 Runden Offen nur für Mitglieder des Rad- fahrvereines Baden, welche auf der Rennbahn noch keinen erſten Preis errungen haben. Nenngeld 2 Kronen, 3 Ehrenpreiſe. 4. Fahren um die Meiſterſchaft des Radfahrervereines Baden. (In 3 Läufen; Vertheidiger: Herr Ferdinand Hedrich.) 1000 Meter, 3000 Meter, 5000 Meter. Offen für Mitglieder des Radfahrervereines Baden. Der erſte in mindeſtens 2 Läufen erwirbt nebſt dem Damen- preiſe und der Urkunde den Titel: „Meiſterfahrer des Radfahrervereines Baden für das Jahr 1898.“ Nenngeld 4 Kronen; außer dem Damenpreiſe 2 Ehrenpreiſe und ein Führungspreis. 1. Lauf, 1000 Meter = 1 Runde. 5. Seniorfahren, 2000 Meter = 2 Runden. Offen für alle Herren- fahrer über 30 Jahre, welche ihren ſtändigen Wohnſitz in Baden haben. Nenngeld 4 Kronen, 3 Ehrenpreiſe. 6. Meiſterſchaftsfahren, 2. Lauf, 3000 Meter = 3 Runden 7. Langſamfahren, 250 Meter = ¼ Runde. Offen für alle Herren- fahrer. Nenngeld 4 Kronen, 3 Ehrenpreiſe. 8. Meiſterſchaftsfahren, 3. Lauf, 5000 Meter = 5 Runden. 9. Gäſtefahren, 5000 Meter = 5 Runden. Offen für alle Herrenfahrer Nieder- öſterreichs. Nenngeld 4 Kronen, 3 Ehrenpreiſe. 10. Meiſterſchaftsfahren; eventueller Entſcheidungs- lauf, 1000 Meter = 1 Runde. 11. Vorgabefahren, 3000 Meter = 3 Runden. Offen für alle Herren- fahrer. Nenngeld 4 Kronen, 3 Ehrenpreiſe. 12. Troſt- fahren, 2000 Meter = 2 Runden. Offen für jene Herrenfahrer, welche bei den vorhergegangenen Rennen keinen Preis errungen haben. Nenngeld 3 Kronen, 3 Ehrenpreiſe. — Allgemeine Beſtimmungen: 1. Nennungsſchluſs für ſämmtliche Rennen Freitag, den 29. l M., 12 Uhr mittags; ſpäter einlangende Nennungen werden nicht berückſichtigt. 2 Die Rennen werden nach den Wettfahrbeſtimmungen des Bundes deutſcher Radfahrer Öſterreichs gefahren. 3. Alle Maſchinen ſind zuläſſig. 4 Die Reihenfolge der Nennungen iſt die Reihenfolge am Start. 5. Die Nennungen ſind mit Beiſchluſs des Nenngeldes, ſowie unter Angabe der Rennfarbe (Tricot und Schärpe) an die Buchdruckerei W. Philipp, Renn- gaſſe Nr. 1, einzuſenden. 6. Proteſtgebür 5 Kronen. 7. Über hier nicht vorhergeſehene jedoch dringende

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Zitationshilfe: Badener Zeitung. Nr. 56, Baden (Niederösterreich), 13.07.1898, S. 3. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_badener056_1898/3>, abgerufen am 08.12.2022.