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Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 5, St. 2. Berlin, 1787.

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Zur Seelenkrankheitskunde
1. Auszug aus M. Adam Bernds eigener Lebensbeschreibung. Fortsetzung. (Siehe das vorhergehende Stück.)

Jch übergehe eine Menge von Begebenheiten in dem Leben dieses sonderbaren Mannes, welches den reichhaltigsten Stof zu einem psychologischen Romane in sich enthält. Sehr viele Zufälle seines Lebens, so sonderbar sie auch immer seyn mögen, haben eigentlich keinen Bezug, wenigstens keinen sichtbaren, auf seinen ausserordentlichen Gemüthszustand, und gehören daher auch nicht in dieses Magazin.

Wir haben schon im Vorhergehenden gesehen, welch eine Menge der schrecklichsten Bilder seine Phantasie durchlaufen mußte, ehe sich seine geängstete Seele wieder etwas erhohlen konnte, und wir haben ihn endlich bei einer völlig ruhigen Gemüthsstimmung verlassen; aber auch diesmahl war sie eigentlich nur eine Meeresstille, worauf einige Zeit


Zur Seelenkrankheitskunde
1. Auszug aus M. Adam Bernds eigener Lebensbeschreibung. Fortsetzung. (Siehe das vorhergehende Stuͤck.)

Jch uͤbergehe eine Menge von Begebenheiten in dem Leben dieses sonderbaren Mannes, welches den reichhaltigsten Stof zu einem psychologischen Romane in sich enthaͤlt. Sehr viele Zufaͤlle seines Lebens, so sonderbar sie auch immer seyn moͤgen, haben eigentlich keinen Bezug, wenigstens keinen sichtbaren, auf seinen ausserordentlichen Gemuͤthszustand, und gehoͤren daher auch nicht in dieses Magazin.

Wir haben schon im Vorhergehenden gesehen, welch eine Menge der schrecklichsten Bilder seine Phantasie durchlaufen mußte, ehe sich seine geaͤngstete Seele wieder etwas erhohlen konnte, und wir haben ihn endlich bei einer voͤllig ruhigen Gemuͤthsstimmung verlassen; aber auch diesmahl war sie eigentlich nur eine Meeresstille, worauf einige Zeit

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[17/0017] Zur Seelenkrankheitskunde 1. Auszug aus M. Adam Bernds eigener Lebensbeschreibung. Fortsetzung. (Siehe das vorhergehende Stuͤck.) Jch uͤbergehe eine Menge von Begebenheiten in dem Leben dieses sonderbaren Mannes, welches den reichhaltigsten Stof zu einem psychologischen Romane in sich enthaͤlt. Sehr viele Zufaͤlle seines Lebens, so sonderbar sie auch immer seyn moͤgen, haben eigentlich keinen Bezug, wenigstens keinen sichtbaren, auf seinen ausserordentlichen Gemuͤthszustand, und gehoͤren daher auch nicht in dieses Magazin. Wir haben schon im Vorhergehenden gesehen, welch eine Menge der schrecklichsten Bilder seine Phantasie durchlaufen mußte, ehe sich seine geaͤngstete Seele wieder etwas erhohlen konnte, und wir haben ihn endlich bei einer voͤllig ruhigen Gemuͤthsstimmung verlassen; aber auch diesmahl war sie eigentlich nur eine Meeresstille, worauf einige Zeit

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Zitationshilfe: Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 5, St. 2. Berlin, 1787, S. 17. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/moritz_erfahrungsseelenkunde0502_1787/17>, abgerufen am 01.03.2024.