Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Meyer, Franz Heinrich: Der in Erwegung göttlicher Wollthaten sich recht verhaltende Israeliter. Hildesheim, 1716.

Bild:
<< vorherige Seite

Und das ist es denn / daß uns dauren / und unsere Hertzen durchschneiden soll / daß wir einen solchen Mann / der nicht nur unterweiset war den Weg des HErrn / sondern die Ihm anvertraueten darinn auch treulich unterwiese; der da redete mit brünstigem Geiste / und lehrete mit Fleiß von dem HErrn / und der da mächtig war in der Schrifft / wie Apollo, Act. XVIII. 24. 25. der da hielte ob dem Worte / das gewiß ist / und mächtig war zu ermahnen / durch die heilsame Lehre / und zu straffen die Widersprecher / dazu Paulus Titum ermahnete / Tit. I. 9. der da geflissen war GOtt zu erzeigen einen unsträfflichen Arbeiter / der da recht theilete das Wort der Warheit / wie Timotheus sich also zu verhalten erinnert wurde / 2. Tim. II. 15. daß wir / sage ich / einen solchen Wächter und Hirten / einensolchen Vater und Beter / einen solchen Lehrer und Führer verlohren / und so verlohren / daß wir sein Angesicht hinfort nicht mehr sehen werden.

Ja! solte Euch solches nicht betrüben / alle die ihr Ihn recht gekannt / und seine Frömmigkeit und Heiligkeit / als folgsame Schäfflein dieses eures Hirtens / woll observiret? Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr lieben Obern? Ich bin versichert / Ihr werdet betrübt sagen: Wir haben einen frommen heiligen JOHANNEM, und einen mit dem Mose sich woll stallenden Aaronem verlohren. Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr nunmehr gleichsam verwäisete Glieder des Evangelischen Ministerii? Ich darff nicht zweifeln Ihr werdet mit bekennen; Wir haben einen frommen / heiligen / gelahrten und Fried-liebenden JOHANNEM verlohren / einen so theuren Eliam. Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr wehrten Schul-Lehrer und Praeceptores? Ich glaube gewiß / Ihr werdets bekümmert gestehen; Wir haben einen frommen / heiligen / fleissigen und exemplarischen JOHANNEM verlohren. Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr Christ-Evangelischen Stadt-Gemeinden? Ich traue es Euch zu / Ihr werdet traurig ausruffen: Wir haben einen frommen / heiligen / nicht die Ohren nur kitzelenden / sondern die Hertzen nachdrücklich rührenden gewaltigen Lehrer und JOHANNEM verlohren. Der Hoch-hertz-und schmertzlich-bekümmerten Frau Wittwen / Frauen und Jungfer Töchter / respective Herren Schwieger- und sonsten nachgebliebenen / sich woll-anlassenden Söhne hätte ich zuerst gedencken sollen; aber Derselben sonderliches Leyden ist ohne dem

Und das ist es denn / daß uns dauren / und unsere Hertzen durchschneiden soll / daß wir einen solchen Mann / der nicht nur unterweiset war den Weg des HErrn / sondern die Ihm anvertraueten darinn auch treulich unterwiese; der da redete mit brünstigem Geiste / und lehrete mit Fleiß von dem HErrn / und der da mächtig war in der Schrifft / wie Apollo, Act. XVIII. 24. 25. der da hielte ob dem Worte / das gewiß ist / und mächtig war zu ermahnen / durch die heilsame Lehre / und zu straffen die Widersprecher / dazu Paulus Titum ermahnete / Tit. I. 9. der da geflissen war GOtt zu erzeigen einen unsträfflichen Arbeiter / der da recht theilete das Wort der Warheit / wie Timotheus sich also zu verhalten erinnert wurde / 2. Tim. II. 15. daß wir / sage ich / einen solchen Wächter und Hirten / einensolchen Vater und Beter / einen solchen Lehrer und Führer verlohren / und so verlohren / daß wir sein Angesicht hinfort nicht mehr sehen werden.

Ja! solte Euch solches nicht betrüben / alle die ihr Ihn recht gekannt / und seine Frömmigkeit und Heiligkeit / als folgsame Schäfflein dieses eures Hirtens / woll observiret? Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr lieben Obern? Ich bin versichert / Ihr werdet betrübt sagen: Wir haben einen frommen heiligen JOHANNEM, und einen mit dem Mose sich woll stallenden Aaronem verlohren. Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr nunmehr gleichsam verwäisete Glieder des Evangelischen Ministerii? Ich darff nicht zweifeln Ihr werdet mit bekennen; Wir haben einen frommen / heiligen / gelahrten und Fried-liebenden JOHANNEM verlohren / einen so theuren Eliam. Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr wehrten Schul-Lehrer und Praeceptores? Ich glaube gewiß / Ihr werdets bekümmert gestehen; Wir haben einen frommen / heiligen / fleissigen und exemplarischen JOHANNEM verlohren. Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr Christ-Evangelischen Stadt-Gemeinden? Ich traue es Euch zu / Ihr werdet traurig ausruffen: Wir haben einen frommen / heiligen / nicht die Ohren nur kitzelenden / sondern die Hertzen nachdrücklich rührenden gewaltigen Lehrer und JOHANNEM verlohren. Der Hoch-hertz-und schmertzlich-bekümmerten Frau Wittwen / Frauen und Jungfer Töchter / respectivè Herren Schwieger- und sonsten nachgebliebenen / sich woll-anlassenden Söhne hätte ich zuerst gedencken sollen; aber Derselben sonderliches Leyden ist ohne dem

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb facs="#f0010" n="8"/>
        <p>Und das ist es denn / daß uns dauren / und unsere Hertzen durchschneiden soll /                      daß wir einen solchen Mann / der nicht nur unterweiset war den Weg des HErrn /                      sondern die Ihm anvertraueten darinn auch treulich unterwiese; der da redete mit                      brünstigem Geiste / und lehrete mit Fleiß von dem HErrn / und der da mächtig war                      in der Schrifft / wie Apollo, <note place="left">Act. XVIII. 24.                          25.</note> der da hielte ob dem Worte / das gewiß ist / und mächtig war zu                      ermahnen / durch die heilsame Lehre / und zu straffen die Widersprecher / dazu                      Paulus Titum ermahnete / <note place="left">Tit. I. 9.</note> der da                      geflissen war GOtt zu erzeigen einen unsträfflichen Arbeiter / der da recht                      theilete das Wort der Warheit / wie Timotheus sich also zu verhalten erinnert                      wurde / <note place="left">2. Tim. II. 15.</note> daß wir / sage ich /                      einen solchen Wächter und Hirten / einensolchen Vater und Beter / einen solchen                      Lehrer und Führer verlohren / und so verlohren / daß wir sein Angesicht hinfort                      nicht mehr sehen werden.</p>
        <p>Ja! solte Euch solches nicht betrüben / alle die ihr Ihn recht gekannt / und                      seine Frömmigkeit und Heiligkeit / als folgsame Schäfflein dieses eures Hirtens                      / woll observiret? Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr lieben Obern? Ich bin                      versichert / Ihr werdet betrübt sagen: Wir haben einen frommen heiligen                      JOHANNEM, und einen mit dem Mose sich woll stallenden Aaronem verlohren. Solte                      Euch solches nicht betrüben / Ihr nunmehr gleichsam verwäisete Glieder des                      Evangelischen Ministerii? Ich darff nicht zweifeln Ihr werdet mit bekennen; Wir                      haben einen frommen / heiligen / gelahrten und Fried-liebenden JOHANNEM                      verlohren / einen so theuren Eliam. Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr                      wehrten Schul-Lehrer und Praeceptores? Ich glaube gewiß / Ihr werdets bekümmert                      gestehen; Wir haben einen frommen / heiligen / fleissigen und exemplarischen                      JOHANNEM verlohren. Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr Christ-Evangelischen                      Stadt-Gemeinden? Ich traue es Euch zu / Ihr werdet traurig ausruffen: Wir haben                      einen frommen / heiligen / nicht die Ohren nur kitzelenden / sondern die Hertzen                      nachdrücklich rührenden gewaltigen Lehrer und JOHANNEM verlohren. Der                      Hoch-hertz-und schmertzlich-bekümmerten Frau Wittwen / Frauen und Jungfer                      Töchter / respectivè Herren Schwieger- und sonsten nachgebliebenen / sich                      woll-anlassenden Söhne hätte ich zuerst gedencken sollen; aber Derselben                      sonderliches Leyden ist ohne dem
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[8/0010] Und das ist es denn / daß uns dauren / und unsere Hertzen durchschneiden soll / daß wir einen solchen Mann / der nicht nur unterweiset war den Weg des HErrn / sondern die Ihm anvertraueten darinn auch treulich unterwiese; der da redete mit brünstigem Geiste / und lehrete mit Fleiß von dem HErrn / und der da mächtig war in der Schrifft / wie Apollo, der da hielte ob dem Worte / das gewiß ist / und mächtig war zu ermahnen / durch die heilsame Lehre / und zu straffen die Widersprecher / dazu Paulus Titum ermahnete / der da geflissen war GOtt zu erzeigen einen unsträfflichen Arbeiter / der da recht theilete das Wort der Warheit / wie Timotheus sich also zu verhalten erinnert wurde / daß wir / sage ich / einen solchen Wächter und Hirten / einensolchen Vater und Beter / einen solchen Lehrer und Führer verlohren / und so verlohren / daß wir sein Angesicht hinfort nicht mehr sehen werden. Act. XVIII. 24. 25. Tit. I. 9. 2. Tim. II. 15. Ja! solte Euch solches nicht betrüben / alle die ihr Ihn recht gekannt / und seine Frömmigkeit und Heiligkeit / als folgsame Schäfflein dieses eures Hirtens / woll observiret? Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr lieben Obern? Ich bin versichert / Ihr werdet betrübt sagen: Wir haben einen frommen heiligen JOHANNEM, und einen mit dem Mose sich woll stallenden Aaronem verlohren. Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr nunmehr gleichsam verwäisete Glieder des Evangelischen Ministerii? Ich darff nicht zweifeln Ihr werdet mit bekennen; Wir haben einen frommen / heiligen / gelahrten und Fried-liebenden JOHANNEM verlohren / einen so theuren Eliam. Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr wehrten Schul-Lehrer und Praeceptores? Ich glaube gewiß / Ihr werdets bekümmert gestehen; Wir haben einen frommen / heiligen / fleissigen und exemplarischen JOHANNEM verlohren. Solte Euch solches nicht betrüben / Ihr Christ-Evangelischen Stadt-Gemeinden? Ich traue es Euch zu / Ihr werdet traurig ausruffen: Wir haben einen frommen / heiligen / nicht die Ohren nur kitzelenden / sondern die Hertzen nachdrücklich rührenden gewaltigen Lehrer und JOHANNEM verlohren. Der Hoch-hertz-und schmertzlich-bekümmerten Frau Wittwen / Frauen und Jungfer Töchter / respectivè Herren Schwieger- und sonsten nachgebliebenen / sich woll-anlassenden Söhne hätte ich zuerst gedencken sollen; aber Derselben sonderliches Leyden ist ohne dem

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/meyer_israeliter_1716
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/meyer_israeliter_1716/10
Zitationshilfe: Meyer, Franz Heinrich: Der in Erwegung göttlicher Wollthaten sich recht verhaltende Israeliter. Hildesheim, 1716, S. 8. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/meyer_israeliter_1716/10>, abgerufen am 06.05.2021.