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Luther, Martin: Betbüchlein sampt einem Passional. Auffs new wiederumb auffgelegt ... und mit schönen Figuren gezieret. Beneben einer Vorrede D. Basilij Satlers. Helmstedt, 1604.

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mirs / du gibst dich mir so reichlich vnnd vberflüssig / Ich kan aber nicht widerumb also thun gegen meinem Nehesten / das klage ich dir vnnd bitte / Las mich doch so reich / so krefftig werden / daß ichs auch thun könne. Vnnd ob es wol vnmüglich ist / daß wir so vollkommen mügen werden / so sollen wir dennoch darnach seufftzen / vnd ob es vns mangelt / nicht verzweyffelen / so ferne solche Begierde in vns bleibet / daß wirs gern thun wolten.

Dis ist aber nicht das geringste stück der Liebe oder hingebens / wenn ich kan meinen dünckel hinweg geben. Meinem Nehesten kan ich wol zeitlich Gut vnnd Leiblichen dienst geben / mit meiner mühe vnnd arbeit / ich kan jhm auch dienen mit der Lehre vnd Fürbit. Item daß ich jhn heimsuche vnd tröste / wenn er kranck oder betrübt ist / speise / wenn jhn hungert / löse / so er gefangen ist etc.

Aber das ist das aller gröste / wenn ich des Nehesten schwachheit tragen kan.

mirs / du gibst dich mir so reichlich vnnd vberflüssig / Ich kan aber nicht widerumb also thun gegen meinem Nehesten / das klage ich dir vnnd bitte / Las mich doch so reich / so krefftig werden / daß ichs auch thun könne. Vnnd ob es wol vnmüglich ist / daß wir so vollkommen mügen werden / so sollen wir dennoch darnach seufftzen / vnd ob es vns mangelt / nicht verzweyffelen / so ferne solche Begierde in vns bleibet / daß wirs gern thun wolten.

Dis ist aber nicht das geringste stück der Liebe oder hingebens / wenn ich kan meinen dünckel hinweg geben. Meinem Nehesten kan ich wol zeitlich Gut vnnd Leiblichen dienst geben / mit meiner mühe vnnd arbeit / ich kan jhm auch dienen mit der Lehre vnd Fürbit. Item daß ich jhn heimsuche vnd tröste / wenn er kranck oder betrübt ist / speise / wenn jhn hungert / löse / so er gefangen ist etc.

Aber das ist das aller gröste / wenn ich des Nehesten schwachheit tragen kan.

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[0222] mirs / du gibst dich mir so reichlich vnnd vberflüssig / Ich kan aber nicht widerumb also thun gegen meinem Nehesten / das klage ich dir vnnd bitte / Las mich doch so reich / so krefftig werden / daß ichs auch thun könne. Vnnd ob es wol vnmüglich ist / daß wir so vollkommen mügen werden / so sollen wir dennoch darnach seufftzen / vnd ob es vns mangelt / nicht verzweyffelen / so ferne solche Begierde in vns bleibet / daß wirs gern thun wolten. Dis ist aber nicht das geringste stück der Liebe oder hingebens / wenn ich kan meinen dünckel hinweg geben. Meinem Nehesten kan ich wol zeitlich Gut vnnd Leiblichen dienst geben / mit meiner mühe vnnd arbeit / ich kan jhm auch dienen mit der Lehre vnd Fürbit. Item daß ich jhn heimsuche vnd tröste / wenn er kranck oder betrübt ist / speise / wenn jhn hungert / löse / so er gefangen ist etc. Aber das ist das aller gröste / wenn ich des Nehesten schwachheit tragen kan.

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Zitationshilfe: Luther, Martin: Betbüchlein sampt einem Passional. Auffs new wiederumb auffgelegt ... und mit schönen Figuren gezieret. Beneben einer Vorrede D. Basilij Satlers. Helmstedt, 1604, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luther_betbuechlein_1604/222>, abgerufen am 18.05.2024.