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Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.

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scheel / daß ich so gütig bin? Nimb was dein ist / vnd packe dich damit zur Höllen hinein. Das ist / darauff der H. Geist deutet zun Rom. 9, 14.Römern am 9. Cap. Ist denn GOtt vngerecht / wenn er den einen auffnimpt / den andern verwirffet? Das sey ferne. Denn er spricht zu Mose: Welchem ich gnädig bin / dem bin ich gnädig / vnd welches ich mich erbarme / deß erbarm ich mich. Ich lasse mir hie kein Gesetz geben. So erbarmet er sich nun / wes er will / vnd verstocket / welchen er will. So sagstu: Was schuldiget er denn vns? Wer kan seinem Willen widerstehen? Ja / lieber Mensch / wer bistu denn / daß du mit GOTT rechten wilt? Spricht auch ein Werck zu seinem Meister / warumb machstu mich also? Hat nicht ein Töpffer Macht / auß einem Klumpen zu machen ein Faß zu Ehren / vnd das ander zu Vnehren? Weil nun alle Menschen auß einem gemeinen sündlichen Klumpen zugerichtet seyn / hat er seinen Zorn vnd Macht wol können erzeigen / vnd von aller Gnade außschliessen die Gefäß deß Zorns; vnd kund thun den Reichthumb seiner Herrligkeit allein an den Gefässen der Barmhertzigkeit / die er bereitet hat zur Herrligkeit. Solche Freyheit hat GOtt in der that bewiesen an den gefallenen Engeln.

Ob nun GOtt hierin niemand etwas schuldig ist / so ist doch ferner gewiß / daß GOtt nicht wolle den Todt eines Sünders / sondern daß er sich bekehre / vnd lebe / wie er denn thewer bezeuget Ezech. 18, 23.durch den Propheten Ezechiel am 18. Cap. Meynestu / daß ich gefallen habe am Tode deß Gottlosen / vnd nicht vielmehr / daß er sich bekehre von seinem Wesen / vnd lebe. Damit setzet GOtt gegen einander das Wolgefallen / das GOtt hat an dem Leben deß Sünders / der sich bekehret; vnd das Wolge-

scheel / daß ich so gütig bin? Nimb was dein ist / vnd packe dich damit zur Höllen hinein. Das ist / darauff der H. Geist deutet zun Rom. 9, 14.Römern am 9. Cap. Ist denn GOtt vngerecht / wenn er den einen auffnimpt / den andern verwirffet? Das sey ferne. Denn er spricht zu Mose: Welchem ich gnädig bin / dem bin ich gnädig / vnd welches ich mich erbarme / deß erbarm ich mich. Ich lasse mir hie kein Gesetz geben. So erbarmet er sich nun / wes er will / vnd verstocket / welchen er will. So sagstu: Was schuldiget er denn vns? Wer kan seinem Willen widerstehen? Ja / lieber Mensch / wer bistu denn / daß du mit GOTT rechten wilt? Spricht auch ein Werck zu seinem Meister / warumb machstu mich also? Hat nicht ein Töpffer Macht / auß einem Klumpen zu machen ein Faß zu Ehren / vnd das ander zu Vnehren? Weil nun alle Menschen auß einem gemeinen sündlichen Klumpen zugerichtet seyn / hat er seinen Zorn vnd Macht wol können erzeigen / vnd von aller Gnade außschliessen die Gefäß deß Zorns; vnd kund thun den Reichthumb seiner Herrligkeit allein an den Gefässen der Barmhertzigkeit / die er bereitet hat zur Herrligkeit. Solche Freyheit hat GOtt in der that bewiesen an den gefallenen Engeln.

Ob nun GOtt hierin niemand etwas schuldig ist / so ist doch ferner gewiß / daß GOtt nicht wolle den Todt eines Sünders / sondern daß er sich bekehre / vnd lebe / wie er denn thewer bezeuget Ezech. 18, 23.durch den Propheten Ezechiel am 18. Cap. Meynestu / daß ich gefallen habe am Tode deß Gottlosen / vnd nicht vielmehr / daß er sich bekehre von seinem Wesen / vnd lebe. Damit setzet GOtt gegen einander das Wolgefallen / das GOtt hat an dem Leben deß Sünders / der sich bekehret; vnd das Wolge-

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[14/0030] scheel / daß ich so gütig bin? Nimb was dein ist / vnd packe dich damit zur Höllen hinein. Das ist / darauff der H. Geist deutet zun Römern am 9. Cap. Ist denn GOtt vngerecht / wenn er den einen auffnimpt / den andern verwirffet? Das sey ferne. Denn er spricht zu Mose: Welchem ich gnädig bin / dem bin ich gnädig / vnd welches ich mich erbarme / deß erbarm ich mich. Ich lasse mir hie kein Gesetz geben. So erbarmet er sich nun / wes er will / vnd verstocket / welchen er will. So sagstu: Was schuldiget er denn vns? Wer kan seinem Willen widerstehen? Ja / lieber Mensch / wer bistu denn / daß du mit GOTT rechten wilt? Spricht auch ein Werck zu seinem Meister / warumb machstu mich also? Hat nicht ein Töpffer Macht / auß einem Klumpen zu machen ein Faß zu Ehren / vnd das ander zu Vnehren? Weil nun alle Menschen auß einem gemeinen sündlichen Klumpen zugerichtet seyn / hat er seinen Zorn vnd Macht wol können erzeigen / vnd von aller Gnade außschliessen die Gefäß deß Zorns; vnd kund thun den Reichthumb seiner Herrligkeit allein an den Gefässen der Barmhertzigkeit / die er bereitet hat zur Herrligkeit. Solche Freyheit hat GOtt in der that bewiesen an den gefallenen Engeln. Rom. 9, 14. Ob nun GOtt hierin niemand etwas schuldig ist / so ist doch ferner gewiß / daß GOtt nicht wolle den Todt eines Sünders / sondern daß er sich bekehre / vnd lebe / wie er denn thewer bezeuget durch den Propheten Ezechiel am 18. Cap. Meynestu / daß ich gefallen habe am Tode deß Gottlosen / vnd nicht vielmehr / daß er sich bekehre von seinem Wesen / vnd lebe. Damit setzet GOtt gegen einander das Wolgefallen / das GOtt hat an dem Leben deß Sünders / der sich bekehret; vnd das Wolge- Ezech. 18, 23.

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Zitationshilfe: Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 14. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/30>, abgerufen am 14.05.2021.