nehmen, daß in
dieser Sache ich so weitläufftig falle, zumahl das grosse Praejudicium, und
dieses abzuwenden, eine etwaige Information erfodert, um so viel besser
dasjenige durch gnädigste Interposition effectuiren zu können, wofür die
Billichkeit und klares Recht selbst streiten, zumahl ich nicht zweifele, wenn
Ihro Hoheit dem Printzen von Oranien, und denen großmögenden Herren Staaten von
Holland dieses durch höhere repraesentiret wird, sie werden in sich gehen,
vergnüget seyn, und nachdem sie Familiae Brederodianae notorie so trefflich
genossen, den wenigen Rest denen Nachkommen von der Spill-Seite endlich gönnen,
als welches dieselbe nicht Gratiae ipsorum, sondern ihren klaren Rechten zu
tribuiren haben, und nur um nachbarlicher Freundschafft willen eine gütliche
Abstellung suchen, als welche beständigen Vorsatzes seyn, alle möglichste
Dienste denen uniirten Provincien, so viel an ihnen, iederzeit zu leisten, und
dero Wohlfahrt für ihre selbst eigene zu halten. In Hoffnung nun, daß von Euer
Fürstlichen Durchläuchtigkeit dieses also schrifftlich vorgestellet werde, bin
und versterbe ich
Euer Fürstlichen Durchläuchtigkeit
Vianen, den 11. Januarii, Anno 1687.
gehorsamer, Simon Heinrich, Graf von der Lippe.
CV.
Antwort Hertzog Georg Wilhelms zu Braunschweig-Lüneburg-Zell an Graf Simon
Heinrich zur Lippe, auf vorherstehendes Schreiben, de Anno 1687.
nehmen, daß in
dieser Sache ich so weitläufftig falle, zumahl das grosse Praejudicium, und
dieses abzuwenden, eine etwaige Information erfodert, um so viel besser
dasjenige durch gnädigste Interposition effectuiren zu können, wofür die
Billichkeit und klares Recht selbst streiten, zumahl ich nicht zweifele, wenn
Ihro Hoheit dem Printzen von Oranien, und denen großmögenden Herren Staaten von
Holland dieses durch höhere repraesentiret wird, sie werden in sich gehen,
vergnüget seyn, und nachdem sie Familiae Brederodianae notorie so trefflich
genossen, den wenigen Rest denen Nachkommen von der Spill-Seite endlich gönnen,
als welches dieselbe nicht Gratiae ipsorum, sondern ihren klaren Rechten zu
tribuiren haben, und nur um nachbarlicher Freundschafft willen eine gütliche
Abstellung suchen, als welche beständigen Vorsatzes seyn, alle möglichste
Dienste denen uniirten Provincien, so viel an ihnen, iederzeit zu leisten, und
dero Wohlfahrt für ihre selbst eigene zu halten. In Hoffnung nun, daß von Euer
Fürstlichen Durchläuchtigkeit dieses also schrifftlich vorgestellet werde, bin
und versterbe ich
Euer Fürstlichen Durchläuchtigkeit
Vianen, den 11. Januarii, Anno 1687.
gehorsamer, Simon Heinrich, Graf von der Lippe.
CV.
Antwort Hertzog Georg Wilhelms zu Braunschweig-Lüneburg-Zell an Graf Simon
Heinrich zur Lippe, auf vorherstehendes Schreiben, de Anno 1687.
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nehmen, daß in
dieser Sache ich so weitläufftig falle, zumahl das grosse Praejudicium, und
dieses abzuwenden, eine etwaige Information erfodert, um so viel besser
dasjenige durch gnädigste Interposition effectuiren zu können, wofür die
Billichkeit und klares Recht selbst streiten, zumahl ich nicht zweifele, wenn
Ihro Hoheit dem Printzen von Oranien, und denen großmögenden Herren Staaten von
Holland dieses durch höhere repraesentiret wird, sie werden in sich gehen,
vergnüget seyn, und nachdem sie Familiae Brederodianae notorie so trefflich
genossen, den wenigen Rest denen Nachkommen von der Spill-Seite endlich gönnen,
als welches dieselbe nicht Gratiae ipsorum, sondern ihren klaren Rechten zu
tribuiren haben, und nur um nachbarlicher Freundschafft willen eine gütliche
Abstellung suchen, als welche beständigen Vorsatzes seyn, alle möglichste
Dienste denen uniirten Provincien, so viel an ihnen, iederzeit zu leisten, und
dero Wohlfahrt für ihre selbst eigene zu halten. In Hoffnung nun, daß von Euer
Fürstlichen Durchläuchtigkeit dieses also schrifftlich vorgestellet werde, bin
und versterbe ich</p><p>Euer Fürstlichen Durchläuchtigkeit</p><p>Vianen, den 11. Januarii, Anno 1687.</p><p>gehorsamer, Simon Heinrich, Graf von der Lippe.</p></div><div><head>CV.<lb/></head><l>Antwort Hertzog Georg Wilhelms zu Braunschweig-Lüneburg-Zell an Graf Simon
Heinrich zur Lippe, auf vorherstehendes Schreiben, de Anno 1687.</l></div></body></text></TEI>
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nehmen, daß in dieser Sache ich so weitläufftig falle, zumahl das grosse Praejudicium, und dieses abzuwenden, eine etwaige Information erfodert, um so viel besser dasjenige durch gnädigste Interposition effectuiren zu können, wofür die Billichkeit und klares Recht selbst streiten, zumahl ich nicht zweifele, wenn Ihro Hoheit dem Printzen von Oranien, und denen großmögenden Herren Staaten von Holland dieses durch höhere repraesentiret wird, sie werden in sich gehen, vergnüget seyn, und nachdem sie Familiae Brederodianae notorie so trefflich genossen, den wenigen Rest denen Nachkommen von der Spill-Seite endlich gönnen, als welches dieselbe nicht Gratiae ipsorum, sondern ihren klaren Rechten zu tribuiren haben, und nur um nachbarlicher Freundschafft willen eine gütliche Abstellung suchen, als welche beständigen Vorsatzes seyn, alle möglichste Dienste denen uniirten Provincien, so viel an ihnen, iederzeit zu leisten, und dero Wohlfahrt für ihre selbst eigene zu halten. In Hoffnung nun, daß von Euer Fürstlichen Durchläuchtigkeit dieses also schrifftlich vorgestellet werde, bin und versterbe ich
Euer Fürstlichen Durchläuchtigkeit
Vianen, den 11. Januarii, Anno 1687.
gehorsamer, Simon Heinrich, Graf von der Lippe.
CV.
Antwort Hertzog Georg Wilhelms zu Braunschweig-Lüneburg-Zell an Graf Simon Heinrich zur Lippe, auf vorherstehendes Schreiben, de Anno 1687.
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Lünig, Johann Christian: Die Teutsche Reichs-Cantzley. Achter Theil. nebst zwey vollständigen Registern. Leipzig, 1714, S. 280. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luenig_reichscantzley_1714/316>, abgerufen am 24.11.2024.
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