Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Ludwig, Carl: Lehrbuch der Physiologie des Menschen. Bd. 2. Heidelberg und Leipzig, 1856.

Bild:
<< vorherige Seite

Mittel zur Erhaltung der Normalwärme.
in mechanische Arbeit umsetzt und mit der Muskelzusammenziehung
zugleich der wärmebildende Stoffumsatz und die Mitteltemperatur und
somit auch der Wärmeverlust durch Abkühlung gesteigert wird. -- Man
behauptet endlich auch, dass mit den klimatischen Verhältnissen der
Stoffumsatz resp. die Wärmebildung veränderlich sei. Alle scharfen Be-
obachtungen, welche bis dahin vorliegen, lassen aber diese Annahme sehr
zweifelhaft erscheinen. Doch muss man eingestehen, dass die Unter-
suchungen auch noch mangelhaft genug sind. Denn da die Wärme,
welche die Gewichtseinheit des Nahrungsmittels leisten kann, sehr be-
trächtlich mit der Zusammensetzung wechselt (Fette liefern bekanntlich
am meisten), so ist es nicht genügend zu bestimmen, ob das Gewicht
der Nahrungsmittel in Island oder Westindien gleich gross gewesen sei,
sondern es ist nöthig auch zu wissen, ob sie in Island reicher oder
ärmer an Kohlenhydraten waren.


Mittel zur Erhaltung der Normalwärme.
in mechanische Arbeit umsetzt und mit der Muskelzusammenziehung
zugleich der wärmebildende Stoffumsatz und die Mitteltemperatur und
somit auch der Wärmeverlust durch Abkühlung gesteigert wird. — Man
behauptet endlich auch, dass mit den klimatischen Verhältnissen der
Stoffumsatz resp. die Wärmebildung veränderlich sei. Alle scharfen Be-
obachtungen, welche bis dahin vorliegen, lassen aber diese Annahme sehr
zweifelhaft erscheinen. Doch muss man eingestehen, dass die Unter-
suchungen auch noch mangelhaft genug sind. Denn da die Wärme,
welche die Gewichtseinheit des Nahrungsmittels leisten kann, sehr be-
trächtlich mit der Zusammensetzung wechselt (Fette liefern bekanntlich
am meisten), so ist es nicht genügend zu bestimmen, ob das Gewicht
der Nahrungsmittel in Island oder Westindien gleich gross gewesen sei,
sondern es ist nöthig auch zu wissen, ob sie in Island reicher oder
ärmer an Kohlenhydraten waren.


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0502" n="486"/><fw place="top" type="header">Mittel zur Erhaltung der Normalwärme.</fw><lb/>
in mechanische Arbeit umsetzt und mit der Muskelzusammenziehung<lb/>
zugleich der wärmebildende Stoffumsatz und die Mitteltemperatur und<lb/>
somit auch der Wärmeverlust durch Abkühlung gesteigert wird. &#x2014; Man<lb/>
behauptet endlich auch, dass mit den klimatischen Verhältnissen der<lb/>
Stoffumsatz resp. die Wärmebildung veränderlich sei. Alle scharfen Be-<lb/>
obachtungen, welche bis dahin vorliegen, lassen aber diese Annahme sehr<lb/>
zweifelhaft erscheinen. Doch muss man eingestehen, dass die Unter-<lb/>
suchungen auch noch mangelhaft genug sind. Denn da die Wärme,<lb/>
welche die Gewichtseinheit des Nahrungsmittels leisten kann, sehr be-<lb/>
trächtlich mit der Zusammensetzung wechselt (Fette liefern bekanntlich<lb/>
am meisten), so ist es nicht genügend zu bestimmen, ob das Gewicht<lb/>
der Nahrungsmittel in Island oder Westindien gleich gross gewesen sei,<lb/>
sondern es ist nöthig auch zu wissen, ob sie in Island reicher oder<lb/>
ärmer an Kohlenhydraten waren.</p>
        </div>
      </div><lb/>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
    </body>
    <back>
</back>
  </text>
</TEI>
[486/0502] Mittel zur Erhaltung der Normalwärme. in mechanische Arbeit umsetzt und mit der Muskelzusammenziehung zugleich der wärmebildende Stoffumsatz und die Mitteltemperatur und somit auch der Wärmeverlust durch Abkühlung gesteigert wird. — Man behauptet endlich auch, dass mit den klimatischen Verhältnissen der Stoffumsatz resp. die Wärmebildung veränderlich sei. Alle scharfen Be- obachtungen, welche bis dahin vorliegen, lassen aber diese Annahme sehr zweifelhaft erscheinen. Doch muss man eingestehen, dass die Unter- suchungen auch noch mangelhaft genug sind. Denn da die Wärme, welche die Gewichtseinheit des Nahrungsmittels leisten kann, sehr be- trächtlich mit der Zusammensetzung wechselt (Fette liefern bekanntlich am meisten), so ist es nicht genügend zu bestimmen, ob das Gewicht der Nahrungsmittel in Island oder Westindien gleich gross gewesen sei, sondern es ist nöthig auch zu wissen, ob sie in Island reicher oder ärmer an Kohlenhydraten waren.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/ludwig_physiologie02_1856
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/ludwig_physiologie02_1856/502
Zitationshilfe: Ludwig, Carl: Lehrbuch der Physiologie des Menschen. Bd. 2. Heidelberg und Leipzig, 1856, S. 486. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/ludwig_physiologie02_1856/502>, abgerufen am 21.06.2021.