Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Lessing, Gotthold Ephraim: Nathan der Weise. Berlin, 1779.

Bild:
<< vorherige Seite
Nach dieser Veste sich, nur kaum begleitet. --
Jhr merkt doch?
Tempelherr.
Nimmermehr!
Klosterbruder.
Was wäre da
Wohl leichter, als des Saladins sich zu
Bemächtigen? den Garaus ihm zu machen? --
Jhr schaudert? -- O es haben schon ein Paar
Gottsfürchtge Maroniten sich erbothen,
Wenn nur ein wackrer Mann sie führen wolle,
Das Stück zu wagen.
Tempelherr.
Und der Patriarch
Hätt' auch zu diesem wackern Manne mich
Ersehn?
Klosterbruder.
Er glaubt, daß König Philipp wohl
Von Ptolemais aus die Hand hierzu
Am besten bieten könne.
Tempelherr.
Mir? mir, Bruder?
Mir? Habt Jhr nicht gehört? nur erst gehört,
Was für Verbindlichkeit dem Saladin
Jch habe?
Klosterbruder.
Wohl hab ichs gehört.
Tempel-
Nach dieſer Veſte ſich, nur kaum begleitet. —
Jhr merkt doch?
Tempelherr.
Nimmermehr!
Kloſterbruder.
Was waͤre da
Wohl leichter, als des Saladins ſich zu
Bemaͤchtigen? den Garaus ihm zu machen? —
Jhr ſchaudert? — O es haben ſchon ein Paar
Gottsfuͤrchtge Maroniten ſich erbothen,
Wenn nur ein wackrer Mann ſie fuͤhren wolle,
Das Stuͤck zu wagen.
Tempelherr.
Und der Patriarch
Haͤtt’ auch zu dieſem wackern Manne mich
Erſehn?
Kloſterbruder.
Er glaubt, daß Koͤnig Philipp wohl
Von Ptolemais aus die Hand hierzu
Am beſten bieten koͤnne.
Tempelherr.
Mir? mir, Bruder?
Mir? Habt Jhr nicht gehoͤrt? nur erſt gehoͤrt,
Was fuͤr Verbindlichkeit dem Saladin
Jch habe?
Kloſterbruder.
Wohl hab ichs gehoͤrt.
Tempel-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <sp who="#KLO">
              <p><pb facs="#f0050" n="42"/>
Nach die&#x017F;er Ve&#x017F;te &#x017F;ich, nur kaum begleitet. &#x2014;<lb/>
Jhr merkt doch?</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#TEM">
              <speaker> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#g">Tempelherr.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p> <hi rendition="#c">Nimmermehr!</hi> </p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#KLO">
              <speaker> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#g">Klo&#x017F;terbruder.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p><hi rendition="#et">Was wa&#x0364;re da</hi><lb/>
Wohl leichter, als des Saladins &#x017F;ich zu<lb/>
Bema&#x0364;chtigen? den Garaus ihm zu machen? &#x2014;<lb/>
Jhr &#x017F;chaudert? &#x2014; O es haben &#x017F;chon ein Paar<lb/>
Gottsfu&#x0364;rchtge Maroniten &#x017F;ich erbothen,<lb/>
Wenn nur ein wackrer Mann &#x017F;ie fu&#x0364;hren wolle,<lb/>
Das Stu&#x0364;ck zu wagen.</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#TEM">
              <speaker> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#g">Tempelherr.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p><hi rendition="#et">Und der Patriarch</hi><lb/>
Ha&#x0364;tt&#x2019; auch zu die&#x017F;em wackern Manne mich<lb/>
Er&#x017F;ehn?</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#KLO">
              <speaker> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#g">Klo&#x017F;terbruder.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p><hi rendition="#et">Er glaubt, daß Ko&#x0364;nig Philipp wohl</hi><lb/>
Von Ptolemais aus die Hand hierzu<lb/>
Am be&#x017F;ten bieten ko&#x0364;nne.</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#TEM">
              <speaker> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#g">Tempelherr.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p><hi rendition="#et">Mir? mir, Bruder?</hi><lb/>
Mir? Habt Jhr nicht geho&#x0364;rt? nur er&#x017F;t geho&#x0364;rt,<lb/>
Was fu&#x0364;r Verbindlichkeit dem Saladin<lb/>
Jch habe?</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#KLO">
              <speaker> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#g">Klo&#x017F;terbruder.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p> <hi rendition="#c">Wohl hab ichs geho&#x0364;rt.</hi> </p><lb/>
              <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#b">Tempel-</hi> </fw><lb/>
            </sp>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[42/0050] Nach dieſer Veſte ſich, nur kaum begleitet. — Jhr merkt doch? Tempelherr. Nimmermehr! Kloſterbruder. Was waͤre da Wohl leichter, als des Saladins ſich zu Bemaͤchtigen? den Garaus ihm zu machen? — Jhr ſchaudert? — O es haben ſchon ein Paar Gottsfuͤrchtge Maroniten ſich erbothen, Wenn nur ein wackrer Mann ſie fuͤhren wolle, Das Stuͤck zu wagen. Tempelherr. Und der Patriarch Haͤtt’ auch zu dieſem wackern Manne mich Erſehn? Kloſterbruder. Er glaubt, daß Koͤnig Philipp wohl Von Ptolemais aus die Hand hierzu Am beſten bieten koͤnne. Tempelherr. Mir? mir, Bruder? Mir? Habt Jhr nicht gehoͤrt? nur erſt gehoͤrt, Was fuͤr Verbindlichkeit dem Saladin Jch habe? Kloſterbruder. Wohl hab ichs gehoͤrt. Tempel-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/lessing_nathan_1779
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/lessing_nathan_1779/50
Zitationshilfe: Lessing, Gotthold Ephraim: Nathan der Weise. Berlin, 1779, S. 42. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lessing_nathan_1779/50>, abgerufen am 16.05.2021.