Gutzkow, Karl: Die neuen Serapionsbrüder. Bd. 1. Breslau, 1877.wie bestellt! Eben wollte ich zu Ihnen! Die Zeitungen sind voll von dem neuen Rumor Ihrer Arbeiter! Ist denn wirklich dieser Ehlerdt so nichtswürdig und zettelt alle diese Dinge an? Wolny zuckte die Achseln. Ich wollte zu Ihnen, um Ihnen mein Beileid auszusprechen. Hat denn Fräulein Martha keinen Einfluß auf ihren Bruder? Mein alter Buchhalter Wehlisch, der uns die beiden Geschwister als Waisen in's Haus gebracht, war bis jetzt der Einzige, der noch ein Wetter über ihn loslassen konnte. Jetzt hört er auch auf diesen alten Freund seiner frühverstorbenen Eltern nicht mehr. Aber die Schwester - warf Ottomar Althing ein. Mit der rede ich nur, was nothwendig ist. Sie kennen die krankhafte Eifersucht meiner Frau und die förmlich polizeiliche Controle, unter der ich stehe! Er meinte das Herumschleichen einer alten Schwester seiner Frau im Hause. Schade! Schade! Ich muß Fräulein Martha sprechen! fuhr Ottomar lebhaft fort. Einigen Einfluß auf ihren Bruder wird sie doch noch haben. Wenn sich der Mensch unterstünde, je wieder unsre Schwelle zu betreten - wie bestellt! Eben wollte ich zu Ihnen! Die Zeitungen sind voll von dem neuen Rumor Ihrer Arbeiter! Ist denn wirklich dieser Ehlerdt so nichtswürdig und zettelt alle diese Dinge an? Wolny zuckte die Achseln. Ich wollte zu Ihnen, um Ihnen mein Beileid auszusprechen. Hat denn Fräulein Martha keinen Einfluß auf ihren Bruder? Mein alter Buchhalter Wehlisch, der uns die beiden Geschwister als Waisen in’s Haus gebracht, war bis jetzt der Einzige, der noch ein Wetter über ihn loslassen konnte. Jetzt hört er auch auf diesen alten Freund seiner frühverstorbenen Eltern nicht mehr. Aber die Schwester – warf Ottomar Althing ein. Mit der rede ich nur, was nothwendig ist. Sie kennen die krankhafte Eifersucht meiner Frau und die förmlich polizeiliche Controle, unter der ich stehe! Er meinte das Herumschleichen einer alten Schwester seiner Frau im Hause. Schade! Schade! Ich muß Fräulein Martha sprechen! fuhr Ottomar lebhaft fort. Einigen Einfluß auf ihren Bruder wird sie doch noch haben. Wenn sich der Mensch unterstünde, je wieder unsre Schwelle zu betreten – <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p><pb facs="#f0139" n="133"/> wie bestellt! Eben wollte ich zu Ihnen! Die Zeitungen sind voll von dem neuen Rumor Ihrer Arbeiter! Ist denn wirklich dieser Ehlerdt so nichtswürdig und zettelt alle diese Dinge an? </p> <p>Wolny zuckte die Achseln. </p> <p>Ich wollte zu Ihnen, um Ihnen mein Beileid auszusprechen. Hat denn Fräulein Martha keinen Einfluß auf ihren Bruder? </p> <p>Mein alter Buchhalter Wehlisch, der uns die beiden Geschwister als Waisen in’s Haus gebracht, war bis jetzt der Einzige, der noch ein Wetter über ihn loslassen konnte. Jetzt hört er auch auf diesen alten Freund seiner frühverstorbenen Eltern nicht mehr. </p> <p>Aber die Schwester – warf Ottomar Althing ein. </p> <p>Mit der rede ich nur, was nothwendig ist. Sie kennen die krankhafte Eifersucht meiner Frau und die förmlich polizeiliche Controle, unter der ich stehe! </p> <p>Er meinte das Herumschleichen einer alten Schwester seiner Frau im Hause. </p> <p>Schade! Schade! Ich muß Fräulein Martha sprechen! fuhr Ottomar lebhaft fort. Einigen Einfluß auf ihren Bruder wird sie doch noch haben. Wenn sich der Mensch unterstünde, je wieder unsre Schwelle zu betreten –</p> <p> </p> </div> </body> </text> </TEI> [133/0139]
wie bestellt! Eben wollte ich zu Ihnen! Die Zeitungen sind voll von dem neuen Rumor Ihrer Arbeiter! Ist denn wirklich dieser Ehlerdt so nichtswürdig und zettelt alle diese Dinge an?
Wolny zuckte die Achseln.
Ich wollte zu Ihnen, um Ihnen mein Beileid auszusprechen. Hat denn Fräulein Martha keinen Einfluß auf ihren Bruder?
Mein alter Buchhalter Wehlisch, der uns die beiden Geschwister als Waisen in’s Haus gebracht, war bis jetzt der Einzige, der noch ein Wetter über ihn loslassen konnte. Jetzt hört er auch auf diesen alten Freund seiner frühverstorbenen Eltern nicht mehr.
Aber die Schwester – warf Ottomar Althing ein.
Mit der rede ich nur, was nothwendig ist. Sie kennen die krankhafte Eifersucht meiner Frau und die förmlich polizeiliche Controle, unter der ich stehe!
Er meinte das Herumschleichen einer alten Schwester seiner Frau im Hause.
Schade! Schade! Ich muß Fräulein Martha sprechen! fuhr Ottomar lebhaft fort. Einigen Einfluß auf ihren Bruder wird sie doch noch haben. Wenn sich der Mensch unterstünde, je wieder unsre Schwelle zu betreten –
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