Die Grenzboten. Jg. 72, 1913, Erstes Vierteljahr.Stützpunkte und Übersoetelegraphen Reparaturwesens entspricht. Der Grad, in dem ein militärischer Platz den Also eine der Hauptförderungen an einen solchen Platz ist, daß er den Nimmt man nun eine Karte zur Hand, auf der die vorhandenen Kabel Es wäre dann also in dem afrikanischen Landungspunkt dieses Kabels, Betrachtet man nun Ostafrika weiter in seinen Beziehungen zu dem Welt¬ Man bedenke weiter, daß für den Indischen und Stillen Ozean mit der Stützpunkte und Übersoetelegraphen Reparaturwesens entspricht. Der Grad, in dem ein militärischer Platz den Also eine der Hauptförderungen an einen solchen Platz ist, daß er den Nimmt man nun eine Karte zur Hand, auf der die vorhandenen Kabel Es wäre dann also in dem afrikanischen Landungspunkt dieses Kabels, Betrachtet man nun Ostafrika weiter in seinen Beziehungen zu dem Welt¬ Man bedenke weiter, daß für den Indischen und Stillen Ozean mit der <TEI> <text> <body> <div> <div n="1"> <pb facs="#f0395" corresp="http://brema.suub.uni-bremen.de/grenzboten/periodical/pageview/325265"/> <fw type="header" place="top"> Stützpunkte und Übersoetelegraphen</fw><lb/> <p xml:id="ID_1749" prev="#ID_1748"> Reparaturwesens entspricht. Der Grad, in dem ein militärischer Platz den<lb/> Anforderungen der Strategie gerecht zu werden vermag, entscheidet darüber, ob<lb/> er als Hauptstützpunkt oder Nebenstützpunkt zu bezeichnen ist."</p><lb/> <p xml:id="ID_1750"> Also eine der Hauptförderungen an einen solchen Platz ist, daß er den<lb/> Ansprüchen des Nachrichtenwesens genügt, sie muß deswegen hier hervorgehoben<lb/> werden, weil sie am besten geeignet ist, die richtige Örtlichkeit für eine solche<lb/> Anlage ausfindig zu machen. Sie stützt sich, im Grunde genommen, nicht auf<lb/> die Natur des Platzes selbst, sondern auf seine Beziehungen zu seiner weiteren<lb/> Umgebung, auf geographische Verhältnisse, wie sie von der Natur geschaffen sind,<lb/> und auf künstliche Anlagen, die Verkehrswege.</p><lb/> <p xml:id="ID_1751"> Nimmt man nun eine Karte zur Hand, auf der die vorhandenen Kabel<lb/> und F. T.-Stationen eingezeichnet sind, steht man sehr bald, daß voraussichtlich<lb/> der Anschluß unserer afrikanischen Kolonien an die heimischen F. T.-Stationen<lb/> in der geplanten F. T.-Großstation Kamerun erreicht werden soll. Wenn diese<lb/> Station mit den heimischen Anstalten wirklich guten Verkehr erreicht — und<lb/> hierzu besteht nach den vor mehreren Jahren bekannt gewordenen Versuchen<lb/> alle Aussicht —, so ist hierdurch die Schwäche unserer Südamerika- und West¬<lb/> afrikakabel zum Teil wieder ausgeglichen, soweit dieses durch F. T. eben geschehen<lb/> kann. Von Kamerun aus wird sodann Verbindung mit Qstafrika und Süd¬<lb/> westafrika unschwer zu erhalten sein. Es wurde nun schon gesagt, daß, wenn<lb/> in dieser Art eine ausgedehnte Zone deutscher F. T.-Verbindung auf der west¬<lb/> lichen Halbkugel geschaffen ist, eine Verbindung dieses Gebietes durch Kabel an<lb/> den Südseebesitz das Gegebene sein würde.</p><lb/> <p xml:id="ID_1752"> Es wäre dann also in dem afrikanischen Landungspunkt dieses Kabels,<lb/> sagen wir in Dar es Salaam, ein Verbindungspunkt geschaffen für die bisher<lb/> getrennten Gebiete beider Halbkugeln. Hiermit hätte dieser Platz tatsächlich die<lb/> wesentlichste Eigenschaft eines Stützpunktes.</p><lb/> <p xml:id="ID_1753"> Betrachtet man nun Ostafrika weiter in seinen Beziehungen zu dem Welt¬<lb/> verkehr, so findet man, daß es in nicht allzugroßer Entfernung von dem süd¬<lb/> lichen Ausgang des Roten Meeres liegt, also einer der belebtesten Handelsstraßen<lb/> der Welt, der von Europa nach Ostindien, Ostasien und Ostafrika. Es liegt<lb/> auch nicht ungünstig zu dem Wege Kap der guten Hoffnung — Ostindien, der<lb/> bei einer etwaigen Sperrung des Suezkanals außerordentlich belebt sein würde.<lb/> Ein ostafrikanischer Stützpunkt würde demnach nicht nur ein guter Verbindungs¬<lb/> punkt in der strategischen Operationslinie Europa — Tstngtau sein, sondern er<lb/> würde auch schon an sich eine gute Operationsbasts für Seestreitkräfte bilden,<lb/> die von ihm aus diese wichtigen Verkehrslinien beeinflussen sollen, sei es in<lb/> Verteidigung der deutschen Schiffahrt, sei es im Angriff auf die feindliche.</p><lb/> <p xml:id="ID_1754" next="#ID_1755"> Man bedenke weiter, daß für den Indischen und Stillen Ozean mit der<lb/> Eröffnung des Panamakanals von vielen Seiten eine ganz bedeutende Steigung<lb/> des Verkehrs erwartet wird, sowie ferner, daß es. diese Gestade sind, denen<lb/> gegenüber das in schweren Entwicklungskämpfen liegende China, das auf-</p><lb/> </div> </div> </body> </text> </TEI> [0395]
Stützpunkte und Übersoetelegraphen
Reparaturwesens entspricht. Der Grad, in dem ein militärischer Platz den
Anforderungen der Strategie gerecht zu werden vermag, entscheidet darüber, ob
er als Hauptstützpunkt oder Nebenstützpunkt zu bezeichnen ist."
Also eine der Hauptförderungen an einen solchen Platz ist, daß er den
Ansprüchen des Nachrichtenwesens genügt, sie muß deswegen hier hervorgehoben
werden, weil sie am besten geeignet ist, die richtige Örtlichkeit für eine solche
Anlage ausfindig zu machen. Sie stützt sich, im Grunde genommen, nicht auf
die Natur des Platzes selbst, sondern auf seine Beziehungen zu seiner weiteren
Umgebung, auf geographische Verhältnisse, wie sie von der Natur geschaffen sind,
und auf künstliche Anlagen, die Verkehrswege.
Nimmt man nun eine Karte zur Hand, auf der die vorhandenen Kabel
und F. T.-Stationen eingezeichnet sind, steht man sehr bald, daß voraussichtlich
der Anschluß unserer afrikanischen Kolonien an die heimischen F. T.-Stationen
in der geplanten F. T.-Großstation Kamerun erreicht werden soll. Wenn diese
Station mit den heimischen Anstalten wirklich guten Verkehr erreicht — und
hierzu besteht nach den vor mehreren Jahren bekannt gewordenen Versuchen
alle Aussicht —, so ist hierdurch die Schwäche unserer Südamerika- und West¬
afrikakabel zum Teil wieder ausgeglichen, soweit dieses durch F. T. eben geschehen
kann. Von Kamerun aus wird sodann Verbindung mit Qstafrika und Süd¬
westafrika unschwer zu erhalten sein. Es wurde nun schon gesagt, daß, wenn
in dieser Art eine ausgedehnte Zone deutscher F. T.-Verbindung auf der west¬
lichen Halbkugel geschaffen ist, eine Verbindung dieses Gebietes durch Kabel an
den Südseebesitz das Gegebene sein würde.
Es wäre dann also in dem afrikanischen Landungspunkt dieses Kabels,
sagen wir in Dar es Salaam, ein Verbindungspunkt geschaffen für die bisher
getrennten Gebiete beider Halbkugeln. Hiermit hätte dieser Platz tatsächlich die
wesentlichste Eigenschaft eines Stützpunktes.
Betrachtet man nun Ostafrika weiter in seinen Beziehungen zu dem Welt¬
verkehr, so findet man, daß es in nicht allzugroßer Entfernung von dem süd¬
lichen Ausgang des Roten Meeres liegt, also einer der belebtesten Handelsstraßen
der Welt, der von Europa nach Ostindien, Ostasien und Ostafrika. Es liegt
auch nicht ungünstig zu dem Wege Kap der guten Hoffnung — Ostindien, der
bei einer etwaigen Sperrung des Suezkanals außerordentlich belebt sein würde.
Ein ostafrikanischer Stützpunkt würde demnach nicht nur ein guter Verbindungs¬
punkt in der strategischen Operationslinie Europa — Tstngtau sein, sondern er
würde auch schon an sich eine gute Operationsbasts für Seestreitkräfte bilden,
die von ihm aus diese wichtigen Verkehrslinien beeinflussen sollen, sei es in
Verteidigung der deutschen Schiffahrt, sei es im Angriff auf die feindliche.
Man bedenke weiter, daß für den Indischen und Stillen Ozean mit der
Eröffnung des Panamakanals von vielen Seiten eine ganz bedeutende Steigung
des Verkehrs erwartet wird, sowie ferner, daß es. diese Gestade sind, denen
gegenüber das in schweren Entwicklungskämpfen liegende China, das auf-
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