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Die Grenzboten. Jg. 67, 1908, Zweites Vierteljahr.

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Maßgebliches und Unmaßgebliches

man sich bei der Halsstarrigkeit des Abgeordneten Grober über das Unbehagliche
der Lage damit hinwegzuhelfen, daß man nun auch der Presse gegenüber eine über¬
mäßige Empfindlichkeit zeigte und sich wegen einzelner Zeitungsartikel, in denen dem
Reichstage -- natürlich hier und da auch in nicht eben taktvoller und gelinder
Form -- bittere Wahrheiten gesagt wurden, stark entrüstete. Das war verfehlt
und bedauerlich, weil dadurch die Beilegung des Zwists unnötig hingehalten
wurde, und es lag auch kein rechter Grund dazu vor, denn die Gesamthaltung der
Presse, die doch nur nach den großen, anständigen Blättern beurteilt werden kann,
war maßvoll. Nach unsrer Meinung war die merkwürdigste Erfahrung bei der
ganzen Sache, daß der Reichstag das Vorgefallne nur unter dem Gesichtspunkt zu
betrachten schien, die Vertretung des deutschen Volks kämpfe hier um ihr Ansehen
gegen eine außenstehende Macht, die ihr eine Demütigung bereiten wolle. Diese
Vorstellung schien das Haus wie eine fixe Idee zu beherrschen. Denn sonst kann
man sich gar nicht erklären, daß den Mitgliedern des Reichstags nicht sofort am
ersten Tage zum Bewußtsein kam, wie außerordentlich gleichgiltig es in solchem Falle
eigentlich war, wer von der Beleidigung eines Reichstagsabgeordneten getroffen
wurde. Mit dem Augenblick, wo sich der Reichstag auf den Standpunkt stellte,
es entspreche nicht der Würde des Hauses, daß überhaupt ein rüdes Schimpfwort
gegen dort beschäftigte Personen gefallen sei, hätte das Parlament als Körperschaft
das Spiel gewonnen gehabt. Das Haus hätte damit sein Ansehen gewahrt, und
die Genugtuung, die die Journalisten im Interesse einer mit ihrer Berufsehre
vereinbaren Wetterführung ihrer Arbeit zu fordern hatten, wäre darin eingeschlossen
gewesen. Denn den Journalisten konnte es nicht darum zu tun sein, ihre Arbeit
von den geregelten oder nicht geregelten Beziehungen zu einem einzelnen Reichstags¬
abgeordneten abhängig zu machen; sie wollten nur bei ihrer harten, aufreibenden
und undankbaren Arbeit die Sicherheit haben, daß die im Präsidium verkörperte
Polizeigewalt des Hauses in demselben Maße, wie sonst die Ordnung im Hause
gehandhabt wird, auch sie vor Beleidigungen schützt. Das ist auch in der Beendigung
des Streits zum Ausdruck gekommen. Der Abgeordnete Grober hat, wie die ihm
ergebne Presse sofort frohlockend feststellte, seine Entschuldigung nicht an die Be¬
leidigten, sondern an seine Kollege" im Hause gerichtet, und trotzdem haben sich die
Journalisten dadurch befriedigt erklärt, weil es für sie das Wesentliche war, daß eine
Entschuldigung überhaupt erfolgte, und daß die Fraktionen sie gefordert hatten.
Damit war für die Journalisten die Bedingung gegeben, unter der sie in diesem
Hause mit Ehren weiterarbeiten konnten, und es war richtig und logisch, daß sie
nun das Interesse der Öffentlichkeit, in deren Dienst sie standen, höher stellten als
den Wunsch, von einem einzelnen Mitgliede des Reichstags weitere Rechenschaft zu
fordern. Mit dem Abgeordneten Grober ist die anständige Presse ohnehin für alle
Zeiten fertig. Er hatte nach seiner Stellung und seinem öffentlichen Wirken doppelte
und dreifache Veranlassung, Beleidigungen sorgfältig zu vermeiden. Als ihm trotz¬
dem ein Schimpfwort entschlüpft war, hielt er es sechs Tage lang nicht für notwendig,
sich zu entschuldigen. Endlich dazu gedrängt, flüchtete er sich hinter den Kniff, sich
nicht denen gegenüber zu entschuldigen, die er beleidigt hatte, sondern seine Erklärung
an eine andre Stelle zu richten. Und dann duldet er es, daß seine Parteipresse
rühmend darauf hinweist, daß er mit seiner Erklärung seine Gegner übers Ohr
gehauen habe. Mit einem Manne, der so handelt, braucht man sich in Zukunft
nicht weiter zu beschäftigen.

Sehr bemerkenswert ist die moralische Unterstützung, die die beleidigten Journa¬
listen beim Publikum gefunden haben. Fast allgemein wurde es selbstverständlich
gefunden, daß sie die Berichterstattung einstellten, obwohl doch gewiß vielen Menschen


Maßgebliches und Unmaßgebliches

man sich bei der Halsstarrigkeit des Abgeordneten Grober über das Unbehagliche
der Lage damit hinwegzuhelfen, daß man nun auch der Presse gegenüber eine über¬
mäßige Empfindlichkeit zeigte und sich wegen einzelner Zeitungsartikel, in denen dem
Reichstage — natürlich hier und da auch in nicht eben taktvoller und gelinder
Form — bittere Wahrheiten gesagt wurden, stark entrüstete. Das war verfehlt
und bedauerlich, weil dadurch die Beilegung des Zwists unnötig hingehalten
wurde, und es lag auch kein rechter Grund dazu vor, denn die Gesamthaltung der
Presse, die doch nur nach den großen, anständigen Blättern beurteilt werden kann,
war maßvoll. Nach unsrer Meinung war die merkwürdigste Erfahrung bei der
ganzen Sache, daß der Reichstag das Vorgefallne nur unter dem Gesichtspunkt zu
betrachten schien, die Vertretung des deutschen Volks kämpfe hier um ihr Ansehen
gegen eine außenstehende Macht, die ihr eine Demütigung bereiten wolle. Diese
Vorstellung schien das Haus wie eine fixe Idee zu beherrschen. Denn sonst kann
man sich gar nicht erklären, daß den Mitgliedern des Reichstags nicht sofort am
ersten Tage zum Bewußtsein kam, wie außerordentlich gleichgiltig es in solchem Falle
eigentlich war, wer von der Beleidigung eines Reichstagsabgeordneten getroffen
wurde. Mit dem Augenblick, wo sich der Reichstag auf den Standpunkt stellte,
es entspreche nicht der Würde des Hauses, daß überhaupt ein rüdes Schimpfwort
gegen dort beschäftigte Personen gefallen sei, hätte das Parlament als Körperschaft
das Spiel gewonnen gehabt. Das Haus hätte damit sein Ansehen gewahrt, und
die Genugtuung, die die Journalisten im Interesse einer mit ihrer Berufsehre
vereinbaren Wetterführung ihrer Arbeit zu fordern hatten, wäre darin eingeschlossen
gewesen. Denn den Journalisten konnte es nicht darum zu tun sein, ihre Arbeit
von den geregelten oder nicht geregelten Beziehungen zu einem einzelnen Reichstags¬
abgeordneten abhängig zu machen; sie wollten nur bei ihrer harten, aufreibenden
und undankbaren Arbeit die Sicherheit haben, daß die im Präsidium verkörperte
Polizeigewalt des Hauses in demselben Maße, wie sonst die Ordnung im Hause
gehandhabt wird, auch sie vor Beleidigungen schützt. Das ist auch in der Beendigung
des Streits zum Ausdruck gekommen. Der Abgeordnete Grober hat, wie die ihm
ergebne Presse sofort frohlockend feststellte, seine Entschuldigung nicht an die Be¬
leidigten, sondern an seine Kollege» im Hause gerichtet, und trotzdem haben sich die
Journalisten dadurch befriedigt erklärt, weil es für sie das Wesentliche war, daß eine
Entschuldigung überhaupt erfolgte, und daß die Fraktionen sie gefordert hatten.
Damit war für die Journalisten die Bedingung gegeben, unter der sie in diesem
Hause mit Ehren weiterarbeiten konnten, und es war richtig und logisch, daß sie
nun das Interesse der Öffentlichkeit, in deren Dienst sie standen, höher stellten als
den Wunsch, von einem einzelnen Mitgliede des Reichstags weitere Rechenschaft zu
fordern. Mit dem Abgeordneten Grober ist die anständige Presse ohnehin für alle
Zeiten fertig. Er hatte nach seiner Stellung und seinem öffentlichen Wirken doppelte
und dreifache Veranlassung, Beleidigungen sorgfältig zu vermeiden. Als ihm trotz¬
dem ein Schimpfwort entschlüpft war, hielt er es sechs Tage lang nicht für notwendig,
sich zu entschuldigen. Endlich dazu gedrängt, flüchtete er sich hinter den Kniff, sich
nicht denen gegenüber zu entschuldigen, die er beleidigt hatte, sondern seine Erklärung
an eine andre Stelle zu richten. Und dann duldet er es, daß seine Parteipresse
rühmend darauf hinweist, daß er mit seiner Erklärung seine Gegner übers Ohr
gehauen habe. Mit einem Manne, der so handelt, braucht man sich in Zukunft
nicht weiter zu beschäftigen.

Sehr bemerkenswert ist die moralische Unterstützung, die die beleidigten Journa¬
listen beim Publikum gefunden haben. Fast allgemein wurde es selbstverständlich
gefunden, daß sie die Berichterstattung einstellten, obwohl doch gewiß vielen Menschen


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Zitationshilfe: Die Grenzboten. Jg. 67, 1908, Zweites Vierteljahr, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/grenzboten_341887_311740/58>, abgerufen am 24.07.2024.