Die Grenzboten. Jg. 31, 1872, II. Semester. II. Band.Die erste Abtheilung von 50 Blatt liegt vor: die zweite soll binnen Das erste Blatt gehört streng genommen nicht in diese Folge, ist aber
Von besonderem Werthe ist die Einzeichnung Bismarck's. Er giebt "Ich wäg's, Gott walt's" eingezeichnet. General v. Hartmann schrieb eine Stelle aus seiner am "Thu immer das Rechte i" Deinen Sachen, Der Preußische Gesandte von Werther schrieb :
u. s. w. -- Wir können nicht Alles anführen. Ein Jeder findet etwas R. Vergau. Die erste Abtheilung von 50 Blatt liegt vor: die zweite soll binnen Das erste Blatt gehört streng genommen nicht in diese Folge, ist aber
Von besonderem Werthe ist die Einzeichnung Bismarck's. Er giebt „Ich wäg's, Gott walt's" eingezeichnet. General v. Hartmann schrieb eine Stelle aus seiner am „Thu immer das Rechte i» Deinen Sachen, Der Preußische Gesandte von Werther schrieb :
u. s. w. — Wir können nicht Alles anführen. Ein Jeder findet etwas R. Vergau. <TEI> <text> <body> <div> <div n="1"> <pb facs="#f0517" corresp="http://brema.suub.uni-bremen.de/grenzboten/periodical/pageview/128971"/> <p xml:id="ID_1691"> Die erste Abtheilung von 50 Blatt liegt vor: die zweite soll binnen<lb/> Kurzem folgen. Es ist ein sauber ausgestattetes Heft in groß Quart. Die<lb/> Nachbildungen der Handschriften in Lithographie sind ohne Zweifel getreu.<lb/> Wir blättern mit großem Interesse in dem Buche, betrachten die so überaus<lb/> verschiedenartigen.Züge, deren Manche uns befremdend genug erscheinen. Das<lb/> was diese hohen Herrn geschrieben, ist nicht weniger merkwürdig.</p><lb/> <p xml:id="ID_1692"> Das erste Blatt gehört streng genommen nicht in diese Folge, ist aber<lb/> von besonderem Interesse, denn es ist eine Abbildung jenes kleinen Blattes<lb/> aus Bismarck's Taschenbuche, auf welches der Fürst am Abende des<lb/> 18. August im Bivouak bei Rezonville jene vom Kaiser ihm dictirte und<lb/> eigenhändig unterschriebene Depesche an die Kaiserin schrieb, welche als<lb/> Ur. 23 der officiellen Kriegs-Depeschen allgemein bekannt ist. Der Kron¬<lb/> prinz schrieb:"</p><lb/> <quote> <p xml:id="ID_1693"> „Furchtlos und beharrlich</p> <p xml:id="ID_1694"> General v. der Tann:</p> <p xml:id="ID_1695"> „Auf das Wissen soll sogleich folgen das Können".</p> <p xml:id="ID_1696"> Graf Moltke:</p> <p xml:id="ID_1697"> „Alle Zeit, treu bereit,<lb/> Für des Reiches Herrlichkeit".</p> <p xml:id="ID_1698"> Minister Jolly:</p> <p xml:id="ID_1699"> „Im Großen entschieden,<lb/> Im Kleinen nachgiebig".</p> </quote><lb/> <p xml:id="ID_1700"> Von besonderem Werthe ist die Einzeichnung Bismarck's. Er giebt<lb/> mit seinen gewaltigen Schriftzügen seine eigene Biographie in Lapidarstil.<lb/> Kriegsminister v. Prankh schrieb: „Ein Staat, welcher sein Heer vernach¬<lb/> lässigt und dasselbe verkümmern läßt, geht trotz aller Civilisation dem sichern<lb/> Verfalle entgegen." Prinz Friedrich Carl hat den Wahlspruch:</p><lb/> <quote> „Ich wäg's, Gott walt's"</quote><lb/> <p xml:id="ID_1701"> eingezeichnet. General v. Hartmann schrieb eine Stelle aus seiner am<lb/> 28. September 1872 bei Gelegenheit der Grundsteinlegung zu den neuen Be¬<lb/> festigungen in Straßburg gehaltenen Rede. Prinz Leopold von Hohen-<lb/> zollern citirt den Spruch Goethe's:</p><lb/> <quote> „Thu immer das Rechte i» Deinen Sachen,<lb/> Das Andere wird sich von selber machen".</quote><lb/> <p xml:id="ID_1702"> Der Preußische Gesandte von Werther schrieb :</p><lb/> <quote> <lg xml:id="POEMID_1" type="poem"> <l> „Der Du betrachtest dieses Blatt,<lb/> Wenn ich schon längst gestorben,<lb/> Denk': „war Er auch ein Diplomat,<lb/> Hat Er doch nichts verdorben",</l> </lg> </quote><lb/> <p xml:id="ID_1703"> u. s. w. — Wir können nicht Alles anführen. Ein Jeder findet etwas<lb/> Anderes, das ihm besonders gefällt. — Wohl kein Deutscher wird das in¬<lb/> teressante „Gedenkbuch" ohne Befriedigung aus der Hand legen.</p><lb/> <note type="byline"> R. Vergau.</note><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> </div> </div> </body> </text> </TEI> [0517]
Die erste Abtheilung von 50 Blatt liegt vor: die zweite soll binnen
Kurzem folgen. Es ist ein sauber ausgestattetes Heft in groß Quart. Die
Nachbildungen der Handschriften in Lithographie sind ohne Zweifel getreu.
Wir blättern mit großem Interesse in dem Buche, betrachten die so überaus
verschiedenartigen.Züge, deren Manche uns befremdend genug erscheinen. Das
was diese hohen Herrn geschrieben, ist nicht weniger merkwürdig.
Das erste Blatt gehört streng genommen nicht in diese Folge, ist aber
von besonderem Interesse, denn es ist eine Abbildung jenes kleinen Blattes
aus Bismarck's Taschenbuche, auf welches der Fürst am Abende des
18. August im Bivouak bei Rezonville jene vom Kaiser ihm dictirte und
eigenhändig unterschriebene Depesche an die Kaiserin schrieb, welche als
Ur. 23 der officiellen Kriegs-Depeschen allgemein bekannt ist. Der Kron¬
prinz schrieb:"
„Furchtlos und beharrlich
General v. der Tann:
„Auf das Wissen soll sogleich folgen das Können".
Graf Moltke:
„Alle Zeit, treu bereit,
Für des Reiches Herrlichkeit".
Minister Jolly:
„Im Großen entschieden,
Im Kleinen nachgiebig".
Von besonderem Werthe ist die Einzeichnung Bismarck's. Er giebt
mit seinen gewaltigen Schriftzügen seine eigene Biographie in Lapidarstil.
Kriegsminister v. Prankh schrieb: „Ein Staat, welcher sein Heer vernach¬
lässigt und dasselbe verkümmern läßt, geht trotz aller Civilisation dem sichern
Verfalle entgegen." Prinz Friedrich Carl hat den Wahlspruch:
„Ich wäg's, Gott walt's"
eingezeichnet. General v. Hartmann schrieb eine Stelle aus seiner am
28. September 1872 bei Gelegenheit der Grundsteinlegung zu den neuen Be¬
festigungen in Straßburg gehaltenen Rede. Prinz Leopold von Hohen-
zollern citirt den Spruch Goethe's:
„Thu immer das Rechte i» Deinen Sachen,
Das Andere wird sich von selber machen".
Der Preußische Gesandte von Werther schrieb :
„Der Du betrachtest dieses Blatt,
Wenn ich schon längst gestorben,
Denk': „war Er auch ein Diplomat,
Hat Er doch nichts verdorben",
u. s. w. — Wir können nicht Alles anführen. Ein Jeder findet etwas
Anderes, das ihm besonders gefällt. — Wohl kein Deutscher wird das in¬
teressante „Gedenkbuch" ohne Befriedigung aus der Hand legen.
R. Vergau.
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