Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Goethe, Johann Wolfgang von: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. [s. l.], 1773.

Bild:
<< vorherige Seite


Lerse. Er wird zurück kehren.
Elisabeth. Es ist nicht das. Wenn er auszog
rühmlichen Sieg zu erwerben, da war mir's nicht
weh ums Herz. Jch freute mich auf seine Rück-
kunft vor der mir jetzt bang ist.
Lerse. Ein so edler Mann. --
Elisabeth. Nenn ihn nicht so, das macht neu
Elend. Die Bösewichter. Sie drohten ihn zu ermor-
den und sein Schloß anzuzünden. Wenn er wie-
der kommen wird. Jch seh ihn finster finster. Sei-
ne Feinde werden lügenhafte Klagartickel schmieden
und er wird nicht sagen können: nein!
Lerse. Er wird und kann.
Elisabeth. Er hat seinen Bann gebrochen. Sag
nein!
Lerse. Nein, er ward gezwungen, wo ist der
Grund ihn zu verdammen.
Elisabeth. Die Bosheit sucht keine Gründe, nur
Ursachen. Er hat sich zu Rebellen, Missethätern,
Mördern gesellt, an ihrer Spitze gezogen. Sage
nein!
Lerse. Laßt ab euch zu quälen, und mich. Ha-
ben sie ihm nicht selbst feyerlich zugesagt keine
Thathandlung mehr zu unternehmen, wie die bey
Weins-
M 2


Lerſe. Er wird zuruͤck kehren.
Eliſabeth. Es iſt nicht das. Wenn er auszog
ruͤhmlichen Sieg zu erwerben, da war mir’s nicht
weh ums Herz. Jch freute mich auf ſeine Ruͤck-
kunft vor der mir jetzt bang iſt.
Lerſe. Ein ſo edler Mann. —
Eliſabeth. Nenn ihn nicht ſo, das macht neu
Elend. Die Boͤſewichter. Sie drohten ihn zu ermor-
den und ſein Schloß anzuzuͤnden. Wenn er wie-
der kommen wird. Jch ſeh ihn finſter finſter. Sei-
ne Feinde werden luͤgenhafte Klagartickel ſchmieden
und er wird nicht ſagen koͤnnen: nein!
Lerſe. Er wird und kann.
Eliſabeth. Er hat ſeinen Bann gebrochen. Sag
nein!
Lerſe. Nein, er ward gezwungen, wo iſt der
Grund ihn zu verdammen.
Eliſabeth. Die Bosheit ſucht keine Gruͤnde, nur
Urſachen. Er hat ſich zu Rebellen, Miſſethaͤtern,
Moͤrdern geſellt, an ihrer Spitze gezogen. Sage
nein!
Lerſe. Laßt ab euch zu quaͤlen, und mich. Ha-
ben ſie ihm nicht ſelbſt feyerlich zugeſagt keine
Thathandlung mehr zu unternehmen, wie die bey
Weins-
M 2
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <sp who="#ELI">
          <pb facs="#f0183" n="179"/>
          <fw place="top" type="header">
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          </fw>
        </sp>
        <sp who="#LER">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Ler&#x017F;e.</hi> </speaker>
          <p>Er wird zuru&#x0364;ck kehren.</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#ELI">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Eli&#x017F;abeth.</hi> </speaker>
          <p>Es i&#x017F;t nicht das. Wenn er auszog<lb/>
ru&#x0364;hmlichen Sieg zu erwerben, da war mir&#x2019;s nicht<lb/>
weh ums Herz. Jch freute mich auf &#x017F;eine Ru&#x0364;ck-<lb/>
kunft vor der mir jetzt bang i&#x017F;t.</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#LER">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Ler&#x017F;e.</hi> </speaker>
          <p>Ein &#x017F;o edler Mann. &#x2014;</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#ELI">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Eli&#x017F;abeth.</hi> </speaker>
          <p>Nenn ihn nicht &#x017F;o, das macht neu<lb/>
Elend. Die Bo&#x0364;&#x017F;ewichter. Sie drohten ihn zu ermor-<lb/>
den und &#x017F;ein Schloß anzuzu&#x0364;nden. Wenn er wie-<lb/>
der kommen wird. Jch &#x017F;eh ihn fin&#x017F;ter fin&#x017F;ter. Sei-<lb/>
ne Feinde werden lu&#x0364;genhafte Klagartickel &#x017F;chmieden<lb/>
und er wird nicht &#x017F;agen ko&#x0364;nnen: nein!</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#LER">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Ler&#x017F;e.</hi> </speaker>
          <p>Er wird und kann.</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#ELI">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Eli&#x017F;abeth.</hi> </speaker>
          <p>Er hat &#x017F;einen Bann gebrochen. Sag<lb/>
nein!</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#LER">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Ler&#x017F;e.</hi> </speaker>
          <p>Nein, er ward gezwungen, wo i&#x017F;t der<lb/>
Grund ihn zu verdammen.</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#ELI">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Eli&#x017F;abeth.</hi> </speaker>
          <p>Die Bosheit &#x017F;ucht keine Gru&#x0364;nde, nur<lb/>
Ur&#x017F;achen. Er hat &#x017F;ich zu Rebellen, Mi&#x017F;&#x017F;etha&#x0364;tern,<lb/>
Mo&#x0364;rdern ge&#x017F;ellt, an ihrer Spitze gezogen. Sage<lb/>
nein!</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#LER">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Ler&#x017F;e.</hi> </speaker>
          <p>Laßt ab euch zu qua&#x0364;len, und mich. Ha-<lb/>
ben &#x017F;ie ihm nicht &#x017F;elb&#x017F;t feyerlich zuge&#x017F;agt keine<lb/>
Thathandlung mehr zu unternehmen, wie die bey<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">M 2</fw><fw place="bottom" type="catch">Weins-</fw><lb/></p>
        </sp>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[179/0183] Lerſe. Er wird zuruͤck kehren. Eliſabeth. Es iſt nicht das. Wenn er auszog ruͤhmlichen Sieg zu erwerben, da war mir’s nicht weh ums Herz. Jch freute mich auf ſeine Ruͤck- kunft vor der mir jetzt bang iſt. Lerſe. Ein ſo edler Mann. — Eliſabeth. Nenn ihn nicht ſo, das macht neu Elend. Die Boͤſewichter. Sie drohten ihn zu ermor- den und ſein Schloß anzuzuͤnden. Wenn er wie- der kommen wird. Jch ſeh ihn finſter finſter. Sei- ne Feinde werden luͤgenhafte Klagartickel ſchmieden und er wird nicht ſagen koͤnnen: nein! Lerſe. Er wird und kann. Eliſabeth. Er hat ſeinen Bann gebrochen. Sag nein! Lerſe. Nein, er ward gezwungen, wo iſt der Grund ihn zu verdammen. Eliſabeth. Die Bosheit ſucht keine Gruͤnde, nur Urſachen. Er hat ſich zu Rebellen, Miſſethaͤtern, Moͤrdern geſellt, an ihrer Spitze gezogen. Sage nein! Lerſe. Laßt ab euch zu quaͤlen, und mich. Ha- ben ſie ihm nicht ſelbſt feyerlich zugeſagt keine Thathandlung mehr zu unternehmen, wie die bey Weins- M 2

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_goetz_1773
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_goetz_1773/183
Zitationshilfe: Goethe, Johann Wolfgang von: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. [s. l.], 1773, S. 179. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_goetz_1773/183>, abgerufen am 16.04.2024.