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Glück, Christian Friedrich von: Berichtigungen und Zusätze zum zweyten Bande des Glückischen Commentars über die Pandecten. Für die Besitzer der ersten Ausgabe. Erlangen, 1800.

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Ebendas. ist Z. 21. ist statt: in einem Schedel aber etc.
so zu lesen: und im Gegentheil mit dem Hirnschedel eines unver-
nünftigen Thiers eine dem Denken ungünstige Organisation des
Hirns verknüpft sey 5).

S. 71. Not. 79. Z. 17. ist statt: Dies läugnet Paulus etc.
so zu lesen: Paulus sagt, wenn man bey der strengen Bedeu-
tung des Worts gebären stehn bleibt, so läßt sich nicht be-
haupten, daß eine solche Mutter drey Kinder gebohren habe,
der das dritte erst nach ihrem Tode aus dem Leibe geschnitten
worden ist. Allein der Billigkeit nach läßt sich doch nicht läug-
nen, daß sie drey Kinder gehabt habe.

Ferner ebend. Z. 21. ist nach heineccius zu ergänzen: Ios.
finestres Praelection. Cervariens. ad Tit. Pandect. de liberis et
postumis P. I. Cap. I. §. 6. et
7.

Ebens. Z. 24. ist nach den Worten: si pepererit: hinzuzu-
setzen: Man vergleiche noch vorzüglich carranza Tr. de partu
naturali et legitimo Cap. VI. Sect. I. pag. 417. sqq.

S. 74. Z. 3. ist bey den Worten: Zeichen des Lebens
von sich gegeben hat
: Not. 25. hinzugekommen, folgenden
Inhalts: Nach den teutschen Rechten des Mittelalters war es
zwar durchaus nöthig, daß man des Kindes Stimme gehört,
oder, wie es in den Rechtsbüchern des Mittelalters heißt, daß
es die vier Wände des Hauses beschrien habe. Man
sehe den Sachsenspiegel B. I. Art. 33. und Landrecht
Kap. 21. Schwabenspiel Kap. 92. Alemannisches
Lehnrecht
Kap. 14. Allein seit der Einführung des röm.
Rechts wird auch jedes andere Lebenskennzeichen für hinreichend
gehalten, wofern nicht die besondern Landes- und Stadtgesetze je-
nes allteutsche Recht beybehalten haben. S. Runde Grund-
sätze des allgemeinen teutschen Privatrechts §. 288. und Danz
Handbuch des heutigen teutschen Privatrechts. 3. Band §. 288.
Das Preuß. Landrecht I. Th. I. Tit. §. 13. erfordert, das

unver-
5) Ploucquets angef. Abhndl. über die gewaltsamen Todes-
arten 2. Abschn. 1. Kap. §. 54.

Ebendaſ. iſt Z. 21. iſt ſtatt: in einem Schedel aber ꝛc.
ſo zu leſen: und im Gegentheil mit dem Hirnſchedel eines unver-
nuͤnftigen Thiers eine dem Denken unguͤnſtige Organiſation des
Hirns verknuͤpft ſey 5).

S. 71. Not. 79. Z. 17. iſt ſtatt: Dies laͤugnet Paulus ꝛc.
ſo zu leſen: Paulus ſagt, wenn man bey der ſtrengen Bedeu-
tung des Worts gebaͤren ſtehn bleibt, ſo laͤßt ſich nicht be-
haupten, daß eine ſolche Mutter drey Kinder gebohren habe,
der das dritte erſt nach ihrem Tode aus dem Leibe geſchnitten
worden iſt. Allein der Billigkeit nach laͤßt ſich doch nicht laͤug-
nen, daß ſie drey Kinder gehabt habe.

Ferner ebend. Z. 21. iſt nach heineccius zu ergaͤnzen: Ioſ.
finestres Praelection. Cervarienſ. ad Tit. Pandect. de liberis et
poſtumis P. I. Cap. I. §. 6. et
7.

Ebenſ. Z. 24. iſt nach den Worten: ſi pepererit: hinzuzu-
ſetzen: Man vergleiche noch vorzuͤglich carranza Tr. de partu
naturali et legitimo Cap. VI. Sect. I. pag. 417. ſqq.

S. 74. Z. 3. iſt bey den Worten: Zeichen des Lebens
von ſich gegeben hat
: Not. 25. hinzugekommen, folgenden
Inhalts: Nach den teutſchen Rechten des Mittelalters war es
zwar durchaus noͤthig, daß man des Kindes Stimme gehoͤrt,
oder, wie es in den Rechtsbuͤchern des Mittelalters heißt, daß
es die vier Waͤnde des Hauſes beſchrien habe. Man
ſehe den Sachſenſpiegel B. I. Art. 33. und Landrecht
Kap. 21. Schwabenſpiel Kap. 92. Alemanniſches
Lehnrecht
Kap. 14. Allein ſeit der Einfuͤhrung des roͤm.
Rechts wird auch jedes andere Lebenskennzeichen fuͤr hinreichend
gehalten, wofern nicht die beſondern Landes- und Stadtgeſetze je-
nes allteutſche Recht beybehalten haben. S. Runde Grund-
ſaͤtze des allgemeinen teutſchen Privatrechts §. 288. und Danz
Handbuch des heutigen teutſchen Privatrechts. 3. Band §. 288.
Das Preuß. Landrecht I. Th. I. Tit. §. 13. erfordert, das

unver-
5) Ploucquets angef. Abhndl. uͤber die gewaltſamen Todes-
arten 2. Abſchn. 1. Kap. §. 54.
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[20/0026] Ebendaſ. iſt Z. 21. iſt ſtatt: in einem Schedel aber ꝛc. ſo zu leſen: und im Gegentheil mit dem Hirnſchedel eines unver- nuͤnftigen Thiers eine dem Denken unguͤnſtige Organiſation des Hirns verknuͤpft ſey 5). S. 71. Not. 79. Z. 17. iſt ſtatt: Dies laͤugnet Paulus ꝛc. ſo zu leſen: Paulus ſagt, wenn man bey der ſtrengen Bedeu- tung des Worts gebaͤren ſtehn bleibt, ſo laͤßt ſich nicht be- haupten, daß eine ſolche Mutter drey Kinder gebohren habe, der das dritte erſt nach ihrem Tode aus dem Leibe geſchnitten worden iſt. Allein der Billigkeit nach laͤßt ſich doch nicht laͤug- nen, daß ſie drey Kinder gehabt habe. Ferner ebend. Z. 21. iſt nach heineccius zu ergaͤnzen: Ioſ. finestres Praelection. Cervarienſ. ad Tit. Pandect. de liberis et poſtumis P. I. Cap. I. §. 6. et 7. Ebenſ. Z. 24. iſt nach den Worten: ſi pepererit: hinzuzu- ſetzen: Man vergleiche noch vorzuͤglich carranza Tr. de partu naturali et legitimo Cap. VI. Sect. I. pag. 417. ſqq. S. 74. Z. 3. iſt bey den Worten: Zeichen des Lebens von ſich gegeben hat: Not. 25. hinzugekommen, folgenden Inhalts: Nach den teutſchen Rechten des Mittelalters war es zwar durchaus noͤthig, daß man des Kindes Stimme gehoͤrt, oder, wie es in den Rechtsbuͤchern des Mittelalters heißt, daß es die vier Waͤnde des Hauſes beſchrien habe. Man ſehe den Sachſenſpiegel B. I. Art. 33. und Landrecht Kap. 21. Schwabenſpiel Kap. 92. Alemanniſches Lehnrecht Kap. 14. Allein ſeit der Einfuͤhrung des roͤm. Rechts wird auch jedes andere Lebenskennzeichen fuͤr hinreichend gehalten, wofern nicht die beſondern Landes- und Stadtgeſetze je- nes allteutſche Recht beybehalten haben. S. Runde Grund- ſaͤtze des allgemeinen teutſchen Privatrechts §. 288. und Danz Handbuch des heutigen teutſchen Privatrechts. 3. Band §. 288. Das Preuß. Landrecht I. Th. I. Tit. §. 13. erfordert, das unver- 5) Ploucquets angef. Abhndl. uͤber die gewaltſamen Todes- arten 2. Abſchn. 1. Kap. §. 54.

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Zitationshilfe: Glück, Christian Friedrich von: Berichtigungen und Zusätze zum zweyten Bande des Glückischen Commentars über die Pandecten. Für die Besitzer der ersten Ausgabe. Erlangen, 1800, S. 20. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/glueck_pandecten02verbesserungen_1800/26>, abgerufen am 02.03.2024.