Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Glaßbrenner, Adolf: Der Weihnachtsmarkt. Aus: Berliner Volksleben. Band 1, S. 233–272. Leipzig, 1847.

Bild:
<< vorherige Seite
hat er auch hier den richtijen Tick wech, denn es is doch am Ende Allens verjänglich, un wenn man des Jrößte nimmt. Nich wahr, Jevatter Bremse?
Bremse. Es ist Allens verjänglich, Frau Jevattern.
Mad. Kubalsky. Na sehen Se wohl, Jevatter Bremse, Sie sind darin meiner Meinung. Aber, des is wahr, mein Mann dreibt seine Jrundsätze manchmal zu weit, un Des nich etwa von jestern, i Jott bewahre, vor siebzehn Jahren noch doller als anjetzt. Sehn Sie, Herr Jevatter, wenn er mir durch de janze Brautzeit durch mehr als eene Tiete jebrennte Mandeln von Schaußens jeschenkt hat, so will ick nich ehrlich sind. Des war jrade an dem Dage, wo mein Mann, des heißt, mein darzumaljer Bräutjam, zweedausend Thaler in die Lottrie jewonnen hatte, was den Jrundstein zu unser Vermöjen jelegt hat, denn nachher konnte sich mein Mann ausbreiten, wie wir uns verheiratht hatten und unser Jeschäft führten. Jevatter Bremse, nich deß ich etwa damit prahle, aber wir haben en paar Jroschen vor unser Alter, des können Sie mir jlooben.
Kubalsky. Mutter, diese Zustände jehören hier nich her.
Bremse. Sie sind wohlhabend, Frau Jevattern Kubalsky; Sie haben sich damals was jeschafft.
Mad. Kubalsky. Na ja, jut; aber nu sagen Se selbst, ob es bei uns nich janz knapp herjeht, Jevatter Bremse? Sie sind doch nu manchmal den janzen Tag bei uns, so lange wie Se in Berlin sind; Sie müssen uns Des doch nu zujeben. Finden Sie es, des wir irgend wo was verschwenden?
hat er auch hier den richtijen Tick wech, denn es is doch am Ende Allens verjänglich, un wenn man des Jrößte nimmt. Nich wahr, Jevatter Bremse?
Bremse. Es ist Allens verjänglich, Frau Jevattern.
Mad. Kubalsky. Na sehen Se wohl, Jevatter Bremse, Sie sind darin meiner Meinung. Aber, des is wahr, mein Mann dreibt seine Jrundsätze manchmal zu weit, un Des nich etwa von jestern, i Jott bewahre, vor siebzehn Jahren noch doller als anjetzt. Sehn Sie, Herr Jevatter, wenn er mir durch de janze Brautzeit durch mehr als eene Tiete jebrennte Mandeln von Schaußens jeschenkt hat, so will ick nich ehrlich sind. Des war jrade an dem Dage, wo mein Mann, des heißt, mein darzumaljer Bräutjam, zweedausend Thaler in die Lottrie jewonnen hatte, was den Jrundstein zu unser Vermöjen jelegt hat, denn nachher konnte sich mein Mann ausbreiten, wie wir uns verheiratht hatten und unser Jeschäft führten. Jevatter Bremse, nich deß ich etwa damit prahle, aber wir haben en paar Jroschen vor unser Alter, des können Sie mir jlooben.
Kubalsky. Mutter, diese Zustände jehören hier nich her.
Bremse. Sie sind wohlhabend, Frau Jevattern Kubalsky; Sie haben sich damals was jeschafft.
Mad. Kubalsky. Na ja, jut; aber nu sagen Se selbst, ob es bei uns nich janz knapp herjeht, Jevatter Bremse? Sie sind doch nu manchmal den janzen Tag bei uns, so lange wie Se in Berlin sind; Sie müssen uns Des doch nu zujeben. Finden Sie es, des wir irgend wo was verschwenden?
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <sp>
          <p><pb facs="#f0009" n="239"/>
hat er auch hier den richtijen Tick wech, denn es is doch am Ende Allens verjänglich, un wenn man des Jrößte nimmt. Nich wahr, Jevatter Bremse?</p>
        </sp>
        <sp>
          <speaker><hi rendition="#g">Bremse</hi>.</speaker>
          <p>Es ist Allens verjänglich, Frau Jevattern.</p>
        </sp>
        <sp>
          <speaker><hi rendition="#g">Mad. Kubalsky</hi>.</speaker>
          <p>Na sehen Se wohl, Jevatter Bremse, Sie sind darin meiner Meinung. Aber, des is wahr, mein Mann dreibt seine Jrundsätze manchmal zu weit, un Des nich etwa von jestern, i Jott bewahre, vor siebzehn Jahren noch doller als anjetzt. Sehn Sie, Herr Jevatter, wenn er mir durch de janze Brautzeit durch mehr als eene Tiete jebrennte Mandeln von Schaußens jeschenkt hat, so will ick nich ehrlich sind. Des war jrade an dem Dage, wo mein Mann, des heißt, mein darzumaljer Bräutjam, zweedausend Thaler in die Lottrie jewonnen hatte, was den Jrundstein zu unser Vermöjen jelegt hat, denn nachher konnte sich mein Mann ausbreiten, wie wir uns verheiratht hatten und unser Jeschäft führten. Jevatter Bremse, nich deß ich etwa damit prahle, aber wir haben en paar Jroschen vor unser Alter, des können Sie mir jlooben.</p>
        </sp>
        <sp>
          <speaker><hi rendition="#g">Kubalsky</hi>.</speaker>
          <p>Mutter, diese Zustände jehören hier nich her.</p>
        </sp>
        <sp>
          <speaker><hi rendition="#g">Bremse</hi>.</speaker>
          <p>Sie sind wohlhabend, Frau Jevattern Kubalsky; Sie haben sich damals was jeschafft.</p>
        </sp>
        <sp>
          <speaker><hi rendition="#g">Mad. Kubalsky</hi>.</speaker>
          <p>Na ja, jut; aber nu sagen Se selbst, ob es bei uns nich janz knapp herjeht, Jevatter Bremse? Sie sind doch nu manchmal den janzen Tag bei uns, so lange wie Se in Berlin sind; Sie müssen uns Des doch nu <hi rendition="#g">zu</hi>jeben. Finden Sie es, des wir irgend wo was verschwenden?</p>
          <p>
</p>
        </sp>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[239/0009] hat er auch hier den richtijen Tick wech, denn es is doch am Ende Allens verjänglich, un wenn man des Jrößte nimmt. Nich wahr, Jevatter Bremse? Bremse. Es ist Allens verjänglich, Frau Jevattern. Mad. Kubalsky. Na sehen Se wohl, Jevatter Bremse, Sie sind darin meiner Meinung. Aber, des is wahr, mein Mann dreibt seine Jrundsätze manchmal zu weit, un Des nich etwa von jestern, i Jott bewahre, vor siebzehn Jahren noch doller als anjetzt. Sehn Sie, Herr Jevatter, wenn er mir durch de janze Brautzeit durch mehr als eene Tiete jebrennte Mandeln von Schaußens jeschenkt hat, so will ick nich ehrlich sind. Des war jrade an dem Dage, wo mein Mann, des heißt, mein darzumaljer Bräutjam, zweedausend Thaler in die Lottrie jewonnen hatte, was den Jrundstein zu unser Vermöjen jelegt hat, denn nachher konnte sich mein Mann ausbreiten, wie wir uns verheiratht hatten und unser Jeschäft führten. Jevatter Bremse, nich deß ich etwa damit prahle, aber wir haben en paar Jroschen vor unser Alter, des können Sie mir jlooben. Kubalsky. Mutter, diese Zustände jehören hier nich her. Bremse. Sie sind wohlhabend, Frau Jevattern Kubalsky; Sie haben sich damals was jeschafft. Mad. Kubalsky. Na ja, jut; aber nu sagen Se selbst, ob es bei uns nich janz knapp herjeht, Jevatter Bremse? Sie sind doch nu manchmal den janzen Tag bei uns, so lange wie Se in Berlin sind; Sie müssen uns Des doch nu zujeben. Finden Sie es, des wir irgend wo was verschwenden?

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Wikisource: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in Wikisource-Syntax. (2012-12-17T12:18:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus Wikisource entsprechen muss.
Wikimedia Commons: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2012-12-17T12:18:31Z)
Frank Wiegand: Konvertierung von Wikisource-Markup nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2012-12-17T12:18:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/glassbrenner_weihnachtsmarkt_1847
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/glassbrenner_weihnachtsmarkt_1847/9
Zitationshilfe: Glaßbrenner, Adolf: Der Weihnachtsmarkt. Aus: Berliner Volksleben. Band 1, S. 233–272. Leipzig, 1847, S. 239. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/glassbrenner_weihnachtsmarkt_1847/9>, abgerufen am 17.04.2024.