Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Glaßbrenner, Adolf: Der Weihnachtsmarkt. Aus: Berliner Volksleben. Band 1, S. 233–272. Leipzig, 1847.

Bild:
<< vorherige Seite
Brecke. Sehn Se! Sehn Se, da jeht nu so'n Kerrel jroß un breet vorüber! Kann sich nu so'n Kerrel wie Der nich 'ne Pfeife koofen? Wozu hängen se'n hier? (wüthend) Der Deibel soll se alle uf'n Kopp fahren! Ansehen dhun se sich Allens, aber koofen dhut Keener nischt! Ne un meine Beene, die kriej' ick nich wieder warm. Det fehlt eenen noch hier, sich krank machen un nischt einnehmen! Ach, un dabei schlag' ick mir vor Wuth in de Seiten, det ick kaum Athem holen kann.
Piesich. Na immer ran, Madamken! Schöne Rostocker, Borschdorfer, Wallnüsse, Hasselnüsse! - (die Dame geht vorüber.) Ja Kuchen!
Brecke. Sehn Se, wat sagt ick Ihnen, da jeht se hin un singt nich mal! Die un Aeppel koofen, na da kennen Se Die schlecht. Wenn se sich noch wenigstens 'ne Pfeife jekooft hätte! Kann unser Eener roochen, wird so'n dickes Frauenzimmer ooch nich der Deibel davon holen!
Piesich (zu einem vorübergehenden jungen Herrn). Immer ran, mein schönster Herre, schöne Rost ...
Junger Herr (die Aepfel besehend). Was kosten de Viertelmetze?
Piesich. De Viertelmetze? Sechsdreier!
Junger Herr (indem er langsam fortgeht). J worum nich jar en Dhaler un zehn Silberjroschen!
Piesich (bitterböse). Ach herrjees: Nu wird der ooch bei die Zeiten noch witzig! So'n knickstieblijer Windhund mit 'n jewölbten Leibrock un de Haare a la Schafskopp! So'n Viertelmetzen Jüngling mit zwee Kupperdreier in de Tasche will sich
Brecke. Sehn Se! Sehn Se, da jeht nu so’n Kerrel jroß un breet vorüber! Kann sich nu so’n Kerrel wie Der nich ’ne Pfeife koofen? Wozu hängen se’n hier? (wüthend) Der Deibel soll se alle uf’n Kopp fahren! Ansehen dhun se sich Allens, aber koofen dhut Keener nischt! Ne un meine Beene, die kriej’ ick nich wieder warm. Det fehlt eenen noch hier, sich krank machen un nischt einnehmen! Ach, un dabei schlag’ ick mir vor Wuth in de Seiten, det ick kaum Athem holen kann.
Piesich. Na immer ran, Madamken! Schöne Rostocker, Borschdorfer, Wallnüsse, Hasselnüsse! – (die Dame geht vorüber.) Ja Kuchen!
Brecke. Sehn Se, wat sagt ick Ihnen, da jeht se hin un singt nich mal! Die un Aeppel koofen, na da kennen Se Die schlecht. Wenn se sich noch wenigstens ’ne Pfeife jekooft hätte! Kann unser Eener roochen, wird so’n dickes Frauenzimmer ooch nich der Deibel davon holen!
Piesich (zu einem vorübergehenden jungen Herrn). Immer ran, mein schönster Herre, schöne Rost ...
Junger Herr (die Aepfel besehend). Was kosten de Viertelmetze?
Piesich. De Viertelmetze? Sechsdreier!
Junger Herr (indem er langsam fortgeht). J worum nich jar en Dhaler un zehn Silberjroschen!
Piesich (bitterböse). Ach herrjees: Nu wird der ooch bei die Zeiten noch witzig! So’n knickstieblijer Windhund mit ’n jewölbten Leibrock un de Haare a la Schafskopp! So’n Viertelmetzen Jüngling mit zwee Kupperdreier in de Tasche will sich
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0012" n="242"/>
        <sp>
          <speaker><hi rendition="#g">Brecke</hi>.</speaker>
          <p>Sehn Se! Sehn Se, da jeht nu so&#x2019;n Kerrel jroß un breet vorüber! Kann sich nu so&#x2019;n Kerrel wie Der nich &#x2019;ne Pfeife koofen? Wozu hängen se&#x2019;n hier? <stage>(wüthend)</stage> Der Deibel soll se alle uf&#x2019;n Kopp fahren! Ansehen dhun se sich Allens, aber koofen dhut Keener nischt! Ne un meine Beene, die kriej&#x2019; ick nich wieder warm. Det fehlt eenen noch hier, sich krank machen un nischt einnehmen! Ach, un dabei schlag&#x2019; ick mir vor Wuth in de Seiten, det ick kaum Athem holen kann.</p>
        </sp>
        <sp>
          <speaker><hi rendition="#g">Piesich</hi>.</speaker>
          <p>Na immer ran, Madamken! Schöne Rostocker, Borschdorfer, Wallnüsse, Hasselnüsse! &#x2013; <stage>(die Dame geht vorüber.)</stage> Ja Kuchen!</p>
        </sp>
        <sp>
          <speaker><hi rendition="#g">Brecke</hi>.</speaker>
          <p>Sehn Se, wat sagt ick Ihnen, da jeht se hin un singt nich mal! <hi rendition="#g">Die</hi> un Aeppel koofen, na da kennen Se Die schlecht. Wenn se sich noch wenigstens &#x2019;ne Pfeife jekooft hätte! Kann unser Eener roochen, wird so&#x2019;n dickes Frauenzimmer ooch nich der Deibel davon holen!</p>
        </sp>
        <sp>
          <speaker> <hi rendition="#g">Piesich</hi> </speaker>
          <stage>(zu einem vorübergehenden jungen Herrn).</stage>
          <p>Immer ran, mein schönster Herre, schöne Rost ...</p>
        </sp>
        <sp>
          <speaker> <hi rendition="#g">Junger Herr</hi> </speaker>
          <stage>(die Aepfel besehend).</stage>
          <p>Was kosten de Viertelmetze?</p>
        </sp>
        <sp>
          <speaker><hi rendition="#g">Piesich</hi>.</speaker>
          <p>De <hi rendition="#g">Viertel</hi>metze? Sechsdreier!</p>
        </sp>
        <sp>
          <speaker> <hi rendition="#g">Junger Herr</hi> </speaker>
          <stage>(indem er langsam fortgeht).</stage>
          <p>J worum nich jar en Dhaler un zehn Silberjroschen!</p>
        </sp>
        <sp>
          <speaker> <hi rendition="#g">Piesich</hi> </speaker>
          <stage>(bitterböse).</stage>
          <p>Ach herrjees: Nu wird der ooch bei die Zeiten noch <hi rendition="#g">witzig</hi>! So&#x2019;n knickstieblijer Windhund mit &#x2019;n jewölbten Leibrock un de Haare a la Schafskopp! So&#x2019;n Viertelmetzen Jüngling mit zwee Kupperdreier in de Tasche will sich
</p>
        </sp>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[242/0012] Brecke. Sehn Se! Sehn Se, da jeht nu so’n Kerrel jroß un breet vorüber! Kann sich nu so’n Kerrel wie Der nich ’ne Pfeife koofen? Wozu hängen se’n hier? (wüthend) Der Deibel soll se alle uf’n Kopp fahren! Ansehen dhun se sich Allens, aber koofen dhut Keener nischt! Ne un meine Beene, die kriej’ ick nich wieder warm. Det fehlt eenen noch hier, sich krank machen un nischt einnehmen! Ach, un dabei schlag’ ick mir vor Wuth in de Seiten, det ick kaum Athem holen kann. Piesich. Na immer ran, Madamken! Schöne Rostocker, Borschdorfer, Wallnüsse, Hasselnüsse! – (die Dame geht vorüber.) Ja Kuchen! Brecke. Sehn Se, wat sagt ick Ihnen, da jeht se hin un singt nich mal! Die un Aeppel koofen, na da kennen Se Die schlecht. Wenn se sich noch wenigstens ’ne Pfeife jekooft hätte! Kann unser Eener roochen, wird so’n dickes Frauenzimmer ooch nich der Deibel davon holen! Piesich (zu einem vorübergehenden jungen Herrn). Immer ran, mein schönster Herre, schöne Rost ... Junger Herr (die Aepfel besehend). Was kosten de Viertelmetze? Piesich. De Viertelmetze? Sechsdreier! Junger Herr (indem er langsam fortgeht). J worum nich jar en Dhaler un zehn Silberjroschen! Piesich (bitterböse). Ach herrjees: Nu wird der ooch bei die Zeiten noch witzig! So’n knickstieblijer Windhund mit ’n jewölbten Leibrock un de Haare a la Schafskopp! So’n Viertelmetzen Jüngling mit zwee Kupperdreier in de Tasche will sich

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Wikisource: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in Wikisource-Syntax. (2012-12-17T12:18:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus Wikisource entsprechen muss.
Wikimedia Commons: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2012-12-17T12:18:31Z)
Frank Wiegand: Konvertierung von Wikisource-Markup nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2012-12-17T12:18:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/glassbrenner_weihnachtsmarkt_1847
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/glassbrenner_weihnachtsmarkt_1847/12
Zitationshilfe: Glaßbrenner, Adolf: Der Weihnachtsmarkt. Aus: Berliner Volksleben. Band 1, S. 233–272. Leipzig, 1847, S. 242. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/glassbrenner_weihnachtsmarkt_1847/12>, abgerufen am 17.04.2024.