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Gehler, Johann Samuel Traugott: Physikalisches Wörterbuch, oder, Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. Bd. 5. Leipzig, 1799.

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eine Marmortafel, und in gläserne oder steinerne Mörsel, und stößt und reibt es darinn zu feinem Pulver.

Indem man das anfänglich weiße Amalgama lange Zeit reibt, wird es nach und nach grau und endlich ganz schwarz. Man muß es so lange reiben, bis es ganz fein ist, und zwischen den Fingern keine harten Theile mehr zeigt. Mit der Zeit wird es immer zärter, und zerfällt, wenn es älter wird, ganz in Staub.

Bey der Bereitung im Großen ist dieses Verfahren allemal nöthig; es würde gefährlich seyn, mit den fließenden Metallen so viel Quecksilber in einem ofnen Gefäße zu mischen; auch würde durch die Verdampfung zuviel Quecksilber verloren gehen. Begnügt man sich aber, nur einige Unzen zu machen, so kan man nach Reinigung des Zinks denselben mit dem Zinn in einer eisernen Kelle schmelzen, nachher das Quecksilber dazu thun, die Masse mit einem eisernen Spatel umrühren, und sie alsdann auf vorbeschriebene Art klar reiben.

Aus diesem Amalgama sondert sich das Quecksilber nicht ab, wenn man es gleich stark schüttelt, oder Jahre lang in trocknen und wohlverstopften Flaschen aufbewahret. Auch bleibt sich bey dessen Gebrauch die Kraft der Maschine beständig gleich; die Friction wird beträchtlich vermindert, und die Wirkung der Maschine wenigstens um zwey Fünftel vermehrt.

Man kan dieses Amalgama auf eine doppelte Art gebrauchen, entweder als Pulver, oder indem man es durch Schweinefett in eine Salbe verwandelt. Bey der ersten Methode säubert man das Kissen von aller Unreinigkeit, nimmt das vorige Amalgama, wenn man sich zuvor eines andern bedient hätte, mit einem Messer sorgfältig hinweg, und macht das Kissen durch leichtes Ueberfahren mit einem Talglichte etwas fettig. Nun trägt man das Pulver mit einer Messerklinge so dünn und gleichförmig, als möglich, auf die Kissen, bis sie davon über und über eine Bleyfarbe bekommen zu haben scheinen. Das in eine Salbe verwandelte wird ohne weitere Umstände ganz dünn auf das vorher gereinigte Kissen getragen. Diese letztere Methode hat vor


eine Marmortafel, und in glaͤſerne oder ſteinerne Moͤrſel, und ſtoͤßt und reibt es darinn zu feinem Pulver.

Indem man das anfaͤnglich weiße Amalgama lange Zeit reibt, wird es nach und nach grau und endlich ganz ſchwarz. Man muß es ſo lange reiben, bis es ganz fein iſt, und zwiſchen den Fingern keine harten Theile mehr zeigt. Mit der Zeit wird es immer zaͤrter, und zerfaͤllt, wenn es aͤlter wird, ganz in Staub.

Bey der Bereitung im Großen iſt dieſes Verfahren allemal noͤthig; es wuͤrde gefaͤhrlich ſeyn, mit den fließenden Metallen ſo viel Queckſilber in einem ofnen Gefaͤße zu miſchen; auch wuͤrde durch die Verdampfung zuviel Queckſilber verloren gehen. Begnuͤgt man ſich aber, nur einige Unzen zu machen, ſo kan man nach Reinigung des Zinks denſelben mit dem Zinn in einer eiſernen Kelle ſchmelzen, nachher das Queckſilber dazu thun, die Maſſe mit einem eiſernen Spatel umruͤhren, und ſie alsdann auf vorbeſchriebene Art klar reiben.

Aus dieſem Amalgama ſondert ſich das Queckſilber nicht ab, wenn man es gleich ſtark ſchuͤttelt, oder Jahre lang in trocknen und wohlverſtopften Flaſchen aufbewahret. Auch bleibt ſich bey deſſen Gebrauch die Kraft der Maſchine beſtaͤndig gleich; die Friction wird betraͤchtlich vermindert, und die Wirkung der Maſchine wenigſtens um zwey Fuͤnftel vermehrt.

Man kan dieſes Amalgama auf eine doppelte Art gebrauchen, entweder als Pulver, oder indem man es durch Schweinefett in eine Salbe verwandelt. Bey der erſten Methode ſaͤubert man das Kiſſen von aller Unreinigkeit, nimmt das vorige Amalgama, wenn man ſich zuvor eines andern bedient haͤtte, mit einem Meſſer ſorgfaͤltig hinweg, und macht das Kiſſen durch leichtes Ueberfahren mit einem Talglichte etwas fettig. Nun traͤgt man das Pulver mit einer Meſſerklinge ſo duͤnn und gleichfoͤrmig, als moͤglich, auf die Kiſſen, bis ſie davon uͤber und uͤber eine Bleyfarbe bekommen zu haben ſcheinen. Das in eine Salbe verwandelte wird ohne weitere Umſtaͤnde ganz duͤnn auf das vorher gereinigte Kiſſen getragen. Dieſe letztere Methode hat vor

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[20/0032] eine Marmortafel, und in glaͤſerne oder ſteinerne Moͤrſel, und ſtoͤßt und reibt es darinn zu feinem Pulver. Indem man das anfaͤnglich weiße Amalgama lange Zeit reibt, wird es nach und nach grau und endlich ganz ſchwarz. Man muß es ſo lange reiben, bis es ganz fein iſt, und zwiſchen den Fingern keine harten Theile mehr zeigt. Mit der Zeit wird es immer zaͤrter, und zerfaͤllt, wenn es aͤlter wird, ganz in Staub. Bey der Bereitung im Großen iſt dieſes Verfahren allemal noͤthig; es wuͤrde gefaͤhrlich ſeyn, mit den fließenden Metallen ſo viel Queckſilber in einem ofnen Gefaͤße zu miſchen; auch wuͤrde durch die Verdampfung zuviel Queckſilber verloren gehen. Begnuͤgt man ſich aber, nur einige Unzen zu machen, ſo kan man nach Reinigung des Zinks denſelben mit dem Zinn in einer eiſernen Kelle ſchmelzen, nachher das Queckſilber dazu thun, die Maſſe mit einem eiſernen Spatel umruͤhren, und ſie alsdann auf vorbeſchriebene Art klar reiben. Aus dieſem Amalgama ſondert ſich das Queckſilber nicht ab, wenn man es gleich ſtark ſchuͤttelt, oder Jahre lang in trocknen und wohlverſtopften Flaſchen aufbewahret. Auch bleibt ſich bey deſſen Gebrauch die Kraft der Maſchine beſtaͤndig gleich; die Friction wird betraͤchtlich vermindert, und die Wirkung der Maſchine wenigſtens um zwey Fuͤnftel vermehrt. Man kan dieſes Amalgama auf eine doppelte Art gebrauchen, entweder als Pulver, oder indem man es durch Schweinefett in eine Salbe verwandelt. Bey der erſten Methode ſaͤubert man das Kiſſen von aller Unreinigkeit, nimmt das vorige Amalgama, wenn man ſich zuvor eines andern bedient haͤtte, mit einem Meſſer ſorgfaͤltig hinweg, und macht das Kiſſen durch leichtes Ueberfahren mit einem Talglichte etwas fettig. Nun traͤgt man das Pulver mit einer Meſſerklinge ſo duͤnn und gleichfoͤrmig, als moͤglich, auf die Kiſſen, bis ſie davon uͤber und uͤber eine Bleyfarbe bekommen zu haben ſcheinen. Das in eine Salbe verwandelte wird ohne weitere Umſtaͤnde ganz duͤnn auf das vorher gereinigte Kiſſen getragen. Dieſe letztere Methode hat vor

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Zitationshilfe: Gehler, Johann Samuel Traugott: Physikalisches Wörterbuch, oder, Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. Bd. 5. Leipzig, 1799, S. 20. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/gehler_woerterbuch05_1799/32>, abgerufen am 03.03.2024.